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Grau(brau)er Nabeling - OMPHALINA GRISEOPALLIDA? *PIC*

UmUlmHerum, (vor 5317 Tagen)

Hallo zusammen!

Dank des Regens wachsen wieder "größere" Pilze. Morcheln konnte ich zwar nicht finden, aber frische Judasohren und Fichtenzapfenrüblinge schmecken ja auch.

Kurz vor Sonnenuntergang entdeckte ich dann diese Pilzchen: auf morscher, moosiger Fichte; genabelter, hygrophaner, graubrauner Hut - Dm ca. 20 mm: Lamellen ein wenig heller, angewachsen, aber nicht herablaufend; Stielfarbe wie Hut, voll - Dm ca. 2-3 mm.
Ist das Omphalina griseopallida/Leptoglossum griseopallidum? Lt. BLV-Gerhardt wächst er Okt. - Nov., während im "Pilzbestimmer" das Frühjahr angegeben wird?!

Grüße - Rika

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Re: Grau(brau)er Nabeling - OMPHALINA GRISEOPALLID

Gernot, (vor 5316 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

bevor du gar keine Antwort bekommst, schreibe ich dir mal meine Gedanken...

Das Vorkommen an Nadelholz und die Färbung der Fruchtkörper erinnern mich an Arrhenia (Omphalina) epichysium. Untypisch fände ich jedoch den gedrungenen Habitus und die ungestreiften Hüte, doch vielleicht sind die Pilze einfach so jung und frisch, dass sie sich im Laufe ihrer Entwicklung noch dahingehend verändern würden. Schön wäre natürlich, wenn du die Fruchtkörper über einen längeren Zeitraum beobachten könntest.

Schöne Grüße
Gernot

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Wer weiss weiter?

UmUlmHerum, (vor 5316 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

herzlichen Dank für Dein "Erbarmen"! Anscheinend ist mein Pilz gar nicht so einfach oder eindeutig.
Ich habe mal mit Deiner Angabe (Omphalina epichysium / Holz-Nabeling) gegoogelt - und werde davon leider nicht schlauer... Also: Irgendwelche Streifung/Riefen am Hut hat er nicht, gegen Licht scheinen aber die Lamellen durch. Jedenfalls ist er radial fein gefasert. Die Stielbasis ist weiß. Die größeren Fk in der Bildmitte erscheinen mir schon recht erwachsen, die umgedrehten Kleinen sind sicher im jugendlichen Alter. Die Fundstelle ist gut zu erreichen, ich werde sie weiter beobachten.

Vielleicht kann ja noch jemand hier im Forum was zur Identifikation beitragen.

Viele Grüße - Rika

Hallo Rika,
bevor du gar keine Antwort bekommst, schreibe ich dir mal meine Gedanken...
Das Vorkommen an Nadelholz und die Färbung der Fruchtkörper erinnern mich an
Arrhenia (Omphalina) epichysium. Untypisch fände ich jedoch den
gedrungenen Habitus und die ungestreiften Hüte, doch vielleicht sind die
Pilze einfach so jung und frisch, dass sie sich im Laufe ihrer Entwicklung
noch dahingehend verändern würden. Schön wäre natürlich, wenn du die
Fruchtkörper über einen längeren Zeitraum beobachten könntest.
Schöne Grüße
Gernot

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Ergänzung

UmUlmHerum, (vor 5316 Tagen) @ Gernot

Hallo!

Bei so stark hygrophanen Pilzen tu ich mich schwer mit der Farbe, sie kann so stark variieren. Meine Funde von gestern erschienen im Wald ausgesprochen mausgrau mit nur leichtem Touch ins Braune, zuhause wurden sie immer brauner. Sogar der Eine, den ich in einer feuchten Box aufgewahre, ist inzwischen recht braun - rundrum incl. der Lamellen!

Bei Pilzen, die ich kenne, habe ich damit kein Problem, z.B. Violetter Lacktrichterling, Rettichhelmlimg oder Herbsttrompete. Aber bei für mich neuen Arten finde ich dieses große mögliche Farbspektrum schon schwierig.

Deswegen mein Hilferuf: Kann mir jemand andere (möglichst eindeutige) Unterscheidungsmerkmale nennen?

Grüße - Rika

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Re: Grau(brau)er Nabeling - OMPHALINA GRISEOPALLID

Andreas ⌂, (vor 5315 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Mikromerkmale gibt es keine? Ich würde mich nicht wundern, wenn der Pilz eckige Sporen hätte. Meiner Meinung nach könnte das ein Rötling sein, ohne jetzt einen Namen nennen zu können.
Ich würde an Deiner Stelle mal ein Sporenabwurfpräparat wenigstens machen, ob der wirklich weißes Sporenulver hat.

Omphalina epichysium kenne ich von zwei Funden, da gefällt mir die Farbe überhaupt nicht. Der hat so ein dunkles Kaffeebraun wie der Kaffeebraune Gabeltrichterling und ist glatter auf dem Hut.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Grau(brau)er Nabeling - OMPHALINA GRISEOPALLID

UmUlmHerum, (vor 5315 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

schön, dass ich doch noch einen kompetenten Hinweis bekomme! Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben ... und jetzt 2 Stunden lang versucht, mich über Rötlinge schlau zu machen ... und die Hoffnung wieder (fast) aufgegeben.

Mir war mein Fund eigentlich auch zu grau für die Nabelinge. Die Rötlingsidee werde ich auf alle Fälle weiterverfolgen und dieser Tage mal einen reifen Pilz zwecks Sporenabwurf zu holen. Vielleicht kann ich ja einen der beiden fanatischen Mikroskopierer hier aus der Gegend trotz ihres chronischen Zeitmangels zur Unterstützung gewinnen ;-) ... es könnte sich doch um ein interessantes Pilzchen handeln.

Bei der Durchsicht von ca. 70 Entoloma-Bildern in der Fotogalerie von Fungiworld konnte ich aber keinen entdecken, bei dem ich "ja/vielleicht" hätte sagen können. Vom Habitus her kommt er dem E. sericellum nahe, aber das Substrat passt gar nicht. - Schau mer mal -

Grüße - Rika

Hallo Rika,
Mikromerkmale gibt es keine? Ich würde mich nicht wundern, wenn der Pilz
eckige Sporen hätte. Meiner Meinung nach könnte das ein Rötling sein, ohne
jetzt einen Namen nennen zu können.
Ich würde an Deiner Stelle mal ein Sporenabwurfpräparat wenigstens machen, ob
der wirklich weißes Sporenulver hat.
Omphalina epichysium kenne ich von zwei Funden, da gefällt mir die Farbe
überhaupt nicht. Der hat so ein dunkles Kaffeebraun wie der Kaffeebraune
Gabeltrichterling und ist glatter auf dem Hut.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Grau(brau)er Nabeling - OMPHALINA GRISEOPALLID

Wolfgang P., (vor 5314 Tagen) @ UmUlmHerum

Mir war mein Fund eigentlich auch zu grau für die Nabelinge. Die Rötlingsidee
werde ich auf alle Fälle weiterverfolgen und dieser Tage mal einen reifen
Pilz zwecks Sporenabwurf zu holen. Vielleicht kann ich ja einen der beiden
fanatischen Mikroskopierer hier aus der Gegend trotz ihres chronischen
Zeitmangels zur Unterstützung gewinnen ;-) ... es könnte sich doch um ein
interessantes Pilzchen handeln.

Hallo Rika,

auch wenn ich in dem Pilz keinen Rötling sehen kann, würde ich mich ggf. bereit erklären, mal die Sporen etc. zu messen, wenn ich ein Exsikkat bekomme.

Grüße,

Wolfgang

P.S.: bitte aus der E-Mail-Adresse die zwei ee entfernen, die dort als Spam-Schutz dienen ...

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Danke für die Mikro-Angebote!

UmUlmHerum, (vor 5314 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo zusammen!

Einer der beiden "fanatischen Mikroskopierer aus der Gegend" hat angebissen und findet der Mausgrauen auch spannend. Morgen = heute wollen wir zusammen an den Tatort - äh - Standort gehen und dann wird der Arme zerfleischt...

Danke für Eure Hilfe-Angebote - wir werden Euch auf dem Laufenden halten!

Grüße - Rika

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Re: Grau(brau)er Nabeling - OMPHALINA GRISEOPALLID *PIC*

Der Juergen, (vor 5312 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo zusammen,

Ich komme hier zu keinem anderen Ergebnis, als das schon von Gernot prognostizierte. Die Riefung ist wohl erst bei etwas älteren Fruchtkörpern sichtbar, auch wird die Hutoberfläche im Alter glatt, und zwar vom Rand her. Man sollte, wie schon empfohlen, die weitere Entwicklung beobachten. Insgesamt erscheinen die Frk für A. epichysium zu gedrungen, verglichen mit den meisten Abbildungen aus der Literatur. Ich konnte an den Hyphen v. Lamellen- & Huttrama keine Schnallen finden, jedoch an den Basidien. Da müsste ich vielleicht nochmal mit Kongorot ran und suchen (wens interessiert).

Fundort ca 550 m ü. NN, Fichtenforst mit eingestreuten Jungbuchen auf etwas lehmigem Boden über Brackwassermolasse (Graupensande), auf finalmorscher, feuchter Fichtenstubbe, gesellig. Hut – 25(30) mm breit, jung flach, älter trichterig – nabelig, unregelmäßig verbogen, Hutrand flach – umgebogen, älter auch gekerbt oder eingerissen, Hutoberfläche jung feinfilzig wirkend, später in der Mitte feinflockig, im Randbereich glatt, gestreift. Hutfarbe jung dunkelgrau – blaugrau oder anthrazit, älter vom Rand her ausblassend, bräunlich, sepia bis lehmbraun, Hutmitte dunkler braun, anfängliche Blau- oder Lilatöne verschwinden, etwas hygrophan. Lamellen rel. dick, am Stiel kurz herablaufend, mit kurzen Lamelletten untermischt, Lamellengrund leicht aderig, weißlich – cremefarben, Lamellenschneiden in Hutrandnähe graubraun. Stiel 15-20 x 4-6 mm, zylindrisch, glänzend – wie lackiert wirkend, graubraun, blaugrau – anthrazit. Geruch wie der Geschmack etwas säuerlich, mild. Sporenpulver weiß.

Sporen [95% • 23 • SAP • v • H2O(nat) ] = 6,0-7,5-9,0 x 4,1-4,9-5,8 µm; Q = 1,3-1,5-1,8; Vm = 97 µm³; unterschiedlich in Form und Größe (1-2-3sporige Basidien?), insgesamt ellipsoid, auch tropfen- oder apfelkernförmig oder sogar subglobos, glatt, hyalin, inamyloid. Lamellenschneide nicht steril, aber mit vielen Basidiolen, die die Basidien etwas überragen können. Keine Pleurozystiden gesehen. Basidien 4-sporig, mit Basalschnalle. Hyphen der Hutdeckschicht bis 10 µm breit, ohne Schnallen, inkrustiert. Bei den Hyphen der Lamellentrama ebenfalls keine Schnellen gesehen.

@Rika: "fanatischer Mikroskopierer" scheint mir etwas untertrieben *g*

Grüßle
Jürgen

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Sporen in Melzer, Basidien & Basidiolen in Kongorot. Ansonsten nur Leitungswasser.

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Re: Grau(brau)er Nabeling - OMPHALINA GRISEOPALLID

Der Juergen, (vor 5312 Tagen) @ Der Juergen

@Rika: "fanatischer Mikroskopierer" scheint mir etwas untertrieben
*g*

und "chronischer Zeitmangel" übrigens auch;-)

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Re: Omphalina(Arrhenia) epichysium

UmUlmHerum, (vor 5312 Tagen) @ Der Juergen

Hallo miteinander,
und herzlichen Dank @Der Jürgen für seine akribische Arbeit! Also hat Gernot mit dem Holz-Nabeling Recht gehabt.
Grüße - Rika