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Kennt sich jemand aus mit Dachpilzen?

Huperzia ⌂, (vor 9130 Tagen)

Hallo,

Auf der Insel gab es ein fieses kleines, allerdings dort öfter gefundenes Dachpilzchen, was leider unbestimmt bleiben mußte :-(.

Also: Kleiner Dachpilz. Im Schlüssel gelangte man am ehesten zu Pluteus nanus, was aber wegen der völlig fehlenden Pleurozystiden nicht gerade befriedigend war :-(.
Der Pilz wuchs mitten in den Weißdünen wahrscheinlich an Ammophila (Strandhafer) auf Langeoog.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Kennt sich jemand aus mit Dachpilzen?

DieterB, (vor 9130 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

von Pluteus kenn ich nur wenige Arten und war auch noch nie auf Langeoog. Aus eigenem Wissen kann ich zu Deinem Pilz nichts von mir geben.
Aber in meinem Moser ist nur zu einem Pluteus erwähnt, daß er auf Sandboden vorkommt: P.lepiotoides (H. auf weißem Grund gegen den Scheitel mit kleinen dunkelbraunen oder schwarzbraunen Schuppen, Scheitel glatt dunkelbraun, 5-6 cm. St.4-6/4-5, weiß, dann graulich, faserig gestreift, Basis knollig zuspitzend.) Ich hab keine Ahnung, ob er das ist. Aber vielleicht stimmt es zufällig.

Herzliche Grüße
Dieter

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Re: Kennt sich jemand aus mit Dachpilzen?

Werner2, (vor 9130 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

eine ziemlich schwierige Thematik, zu der Du da Infos willst.
Einen Pluteus der speziell bei Ammophila wächst, ist mir nicht bekannt.
Allerdings ist es gut denkbar, dass auf Holzderivaten usw. eine Pluteusart auch in den Dünen vorkommen kann. Aber P. nanus (?). Das glaube ich kaum. Zwar haben Vellinga und Schreurs unter diesem Namen inzwischen einiges an verwandten Sippen synonymisiert. Aber auf Sanddünen unter Strandhafer ?.
Und wenn es wirklich ein Pluteus sein sollte, dann wären absolut präzise Mikro-Infos notwendig: Der Einstieg geht immer über die Huthautzellen, also hyphige Elemente ( Sekt. Pluteus und Hispioderma) oder rundliche, keulige Element (Sekt. Eucellulodermini) usw. usw.
Zur letzteren Sektion zählt z.B. P. nanus und seine „Vettern“.
P. lepiotoides (Hinweis von Dieter) sieht übrigens mehr aus wie ein kleiner Schirmling und ist inzwischen mit P. ephebeus = P. robertii / P.villosus / P.pearsonii usw. synonymisiert worden. Er gehört zu der Sektion mit den länglichen Huthautzellen (Hispioderma). Ich glaube nicht, dass diese Sippe bisher in der BRD nachgewiesen ist, aber dass wissen sowieso nur G. Krieglsteiner und der Manfred Meusers.

Noch ein Tipp: Es gibt eine Psathyrella in den Sanddünen und bei Ammophila und sie heisst auch so: Psathyrella ammophila, den Strand-Mürbling. Sie wächst auf Binnenlanddünen aber auch im Elmymo-Ammophiletum der Nord- und Ostseeküsten sowie am Mittelmeer.
Sie könnte u.U. jung einem Dachpilz ähnlich sein und hat nur stellenweise Pleurozystiden, die in ihrer Häufigkeit sehr varieren. Sie sind, wenn vorhanden, in der Form denen von P.nanus nicht unähnlich. Vielleicht könnte das ja Dein Fund auch sein.
Allerdings unterscheidet sie sich im reifen Zustand natürlich von der Gattung Pluteus durch die viel dunklere Sporenfarbe (und Lamellenfarbe); ausserdem haben die Sporen einen deutlichen Keimporus.
Gruss Werner2

Hallo,

Auf der Insel gab es ein fieses kleines, allerdings dort öfter gefundenes
Dachpilzchen, was leider unbestimmt bleiben mußte :-(.
Also: Kleiner Dachpilz. Im Schlüssel gelangte man am ehesten zu Pluteus
nanus, was aber wegen der völlig fehlenden Pleurozystiden nicht gerade
befriedigend war :-(.
Der Pilz wuchs mitten in den Weißdünen wahrscheinlich an Ammophila
(Strandhafer) auf Langeoog.
Viele Grüße,
Tanja

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Re: Kennt sich jemand aus mit Dachpilzen?

Huperzia ⌂, (vor 9129 Tagen) @ Werner2

Hallo Dieter und Werner,

Er stand im Sand ähnlich wie Psathyrella ammophila und war auch ähnlich groß, eher kleiner.
Bis auf die Zystiden stimmen die Mikromerkmale schon mit Pluteus nanus überein - keine länglichen Elemente in der Huthaut!

War schon klar, daß es eine schwere Frage ist, da wir mit geballter Expertenkraft ;-) und bester Literatur es nicht geschafft hatten, aber vielleicht hätte ja jemand zufällig etwas gewußt.

Danke jedenfalls,

Tanja