Pilze Pilze Forum
Erweitert

Schwefelporling (ohne Foto)

Stephan Weißer, (vor 5288 Tagen)

Wie ihr wisst, experimentiere ich gerne kulinarisch mit Arten, von denen es im Pilzbuch zwar heißt, dass sie essbar seien, die aber wohl nur die Wenigsten tatsächlich essen. Nachdem ich heute an einer Robinie ein junges Exemplar eines Schwefelporlings gefunden hatte (Hutoberseite und Trama noch lachsrosa gefärbt), wollte ich den mal probieren. In frischem Zustand riecht er ja bekanntermaßen ziemlich penetrant-säuerlich (manche sagen sicher auch hocharomatisch).

Ich habe ihn nach dem Säubern in zum einen Teil knapp fingerdicke Scheiben, zum anderen Teil ziemlich fein aufgeschnitten und in geschmacksneutralem Öl ohne Panade/Teighülle frittiert. Nach etwa zwei bis drei Minuten hatten die Scheiben eine kräftig orange Farbe angenommen und sahen verführerisch aus. Der penetrante Geruch war großteils verschwunden. dünnen Scheiben erinnerten optisch an Kartoffelchips, schmeckten aber leider nach nichts und hatten pergamentartige Konsistenz - also m. E. nicht mehr essbar. Die dickeren Scheiben aber waren in der Mitte weich und nicht schlecht. Sie hatten einen deutlich säuerlichen Geschmack und ein entfernt steinpilzähnliches Aroma, nicht ganz uninteressant also. Von dem, was man manchmal in der Literatur lesen kann, nämlich dass es ähnlich wie Hühnchen oder Pute schmecken soll, ist es m. E. dagegen sehr weit entfernt, auch der Vergleich mit Tofu hinkt. Es ist und bleibt eine pilzige Konsistenz. Ich würde eine Panade bzw. Backteig zum Frittieren empfehlen, da es m. E. wichtig ist, dass der Pilz saftig bleibt. Andererseits ist die lebhaft orangene Farbe der unpaniert zubereiteten Stücke ein toller Hingucker.

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Schwefelporling (ohne Foto)

Joschi Siembida ⌂, (vor 5288 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

danke für den Selbstversuch. Ich habe den Schwefelporling noch nicht probiert. Bei Eiche und Robinie hatte ich eh bedenken ob er dann überhaupt schmeckt, wegen des gerbsäurehaltigen Holzes. Wenn Du schon freiwillig das Versuchskaninchen spielst, wäre es interessant ob er von anderen Hölzern anders oder gar besser schmeckt?

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Schwefelporling (ohne Foto)

HARZPILZCHEN, (vor 5288 Tagen) @ Stephan Weißer

Moin Stephan

ich habe den Schwefelporling bereits mehrmals in meinen Jugendzeiten verspeist.
Es gehen nur sehr junge Fruchtkörper, die ich paniert hatte.
Wenn du meine Selbstversuche nachahmen möchtest, wären folgende Arten die nächsten:
Olivblättriger Klumpfuß, Gallertkäppchen, Fichtenzapfenrübling, Hexeneier.

das habe ich alles schon mal probiert, wie gesagt, so ca. vor 30 Jahren.

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Schwefelporling (ohne Foto)

Schnuffel, (vor 5288 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

habe auch schon ganz junge an Kirschbaum gewachsene Schwefelporlinge paniert gegessen. Angenehmer Geschmack, keine Spur von Bitterkeit, obwohl vorher nicht abgekocht.

Bei an Robinie gewachsenen Pilzen hätte ich jedoch Bedenken wegen der Giftigkeit der Rinde. An Eibe gewachsener Schwefelporling soll ja auch schon zu entsprechenden Vergiftungen geführt haben. Selbst Rindenmulchmorcheln sollen bei Anteilen von Eibenholz und -rinde die Giftstoffe aufnehmen und Unverträglichkeiten verursachen.

Gruß - Schnuffel

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Foto von heute

Stephan Weißer, (vor 5288 Tagen) @ Peter S.

Sehr schönes Foto. Nur ein Hinweis an die anderen Mitleser: In diesem Zustand müsste er zum Essen schon zu alt sein.

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Schwefelporling (ohne Foto)

Stephan Weißer, (vor 5288 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Wenn du meine Selbstversuche nachahmen möchtest, wären folgende Arten die
nächsten: Olivblättriger Klumpfuß

Ouuuh, ob ich den überhaupt bestimmen könnte...?

Gallertkäppchen

gilt heute als Giftpilz, darf man auch in der Beratung nicht freigeben

Fichtenzapfenrübling

Gute Idee, aber wie unterscheidet man den bitteren vom milden ohne den mikroskopischen Zystidenvergleich?

Hexeneier.

Bäääh, man muss ja nicht alles probieren ;-D

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Schwefelporling (ohne Foto)

Stephan Weißer, (vor 5288 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,
danke wegen deiner Bedenken. Die vergangene Nacht verlief für mich allerdings ruhig. Heute gibts die andere Hälfte des Fundes in Wasser gekocht und als Salat angemacht. Über Gechmackserlebnis und Verträglichkeit werde ich noch berichten.

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Ach quatsch, da stand ja FICHTEN...

Stephan Weißer, (vor 5288 Tagen) @ Stephan Weißer

klar, die sind immer mild.

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Schwefelporling abkochen?

Kampfpilzler, (vor 5288 Tagen) @ Stephan Weißer

Ich hatte letzes Jahr auch mal einen jungen Schwefelporling probiert.Habe ihn vorher abgekocht, wie das von der Pilzkontrolle in der Schweiz empfohlen wird. Fand die Pilze aber dann sehr fad. Die Konsistenz war wunderbar weich. Stelle mir vor, dass sie ohne abkochen besser schmecken würden.

Weiss jemand weshalb das Abkochen empfohlen wird?

Schönen Tag

Paul

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Schwefelporling abkochen?

Schnuffel, (vor 5288 Tagen) @ Kampfpilzler

Ich hatte letzes Jahr auch mal einen jungen Schwefelporling probiert.Habe ihn
vorher abgekocht, wie das von der Pilzkontrolle in der Schweiz empfohlen
wird. Fand die Pilze aber dann sehr fad. Die Konsistenz war wunderbar
weich. Stelle mir vor, dass sie ohne abkochen besser schmecken würden.
Weiss jemand weshalb das Abkochen empfohlen wird?

Hallo Paul,

Abkochen und Kochwasser wegsschütten wird wegen eventueller Bitterkeit empfohlen. Diese hängt aber vom Alter der Pilze und möglicherweise auch von der Baumart ab.
Siehe auch meinen Beitrag von gestern zum Thema.

Gruß - Schnuffel

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Schwefelporling abkochen?

Sollingschreck, (vor 5288 Tagen) @ Schnuffel

Hallo zusammen,

es kommt nur auf die richtige Zubereitung an und adrauf das es richtig junge Exemplare sind. Die Seiten rund wie bei einem Babybell und ganz weich beim schneiden. Abkochen ist auch der falsche Ausdruck 5 Minuten in siedenem Salzwasser reichen, dann abtropfen und mit gewürztem Ei und Paniermel panieren, Goldbrau von beiden Seiten barten und servieren, ich finde es richtig lecker.
Ein Augen- und Gaumenschmauß ist er auch leicht mariniert in Öl eingelegt.
Lieben Gruß
Holger (dessen Dörrex vor lauter Morcheln durchläuft)

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: Schwefelporling (ohne Foto)

Stephan Weißer, (vor 5287 Tagen) @ Stephan Weißer

Hier noch der versprochene Nachtrag zu persönlichem Geschmackserlebnis und Verträglichkeit des Schwefelporlings. Beim Kochen verbreitete sich in der Küche anfangs schnell der von mir als penetrant empfundene Schwefelporlingsgeruch. Der 15 Minuten sprudelnd gekochte Pilz selbst hatte dann auch dieses Aroma, was mir doch zu aufdringlich vorkam. Geschmacklich gar nicht so schlecht fand ich hingegen die Pilzbrühe (!), die man ja den Empfehlungen nach wegschütten sollte (warum eigentlich?). Verträglichkeitsprobleme hatte ich auch bei dieser Zubereitung nicht. Aber gebraten/gebacken ist er schon besser im Geschmack, gedünstet will ich ihn gar nicht mehr probieren.