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Farbanomalie bei Scutellinia crucipila *PIC*

RalfD, (vor 5249 Tagen)

Bei einer Exkursion mit Björn Wergen untersuchten wir u.a. einen Wegrand, der sehr reichlich mit Scutellinia crucipila besetzt war.
An einer Stelle fanden wir auf einer Fläche von ca. 15 x 15 cm dann diese reinweißen Exemplare.

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Makroskopisch wurden sie im Feld als weiße Scutellinia crucipila angesprochen. Ein Probeexemplar bestätigte das unter dem Mikroskop. Damit war die Angelegenheit zunächst zu den Akten gelegt.

Später habe ich mich etwas geärgert, den Fund nicht genauer dokumentiert zu haben. Bei der heutigen Nachexkursion suchten wir auch diese Fundstelle auf und nahmen erneut Proben mit.

In der Literatur wird so gut wie nicht über solche Anomalien berichtet, darum kann man auch nicht einschätzen, wie häufig solche Farbabweichungen vorkommen. Deshalb möchte ich den Fund hier ein wenig genauer darstellen.

Heute fanden sich an der Fundstelle zwischen den weißen, auch die gewöhnlichen orangefarbigen Exemplare.

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Unter dem Mikroskop wurden zunächst von einem weißen Exemplar die Randhaare betrachtet und die Sporen vermessen. Alle Merkmale passen zu Scutellinia crucipila. Außer der fehlenden Pigmentierung gibt es keinerlei Abweichungen.

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Der Querschnitt der Apothecien zeigt das vollständige fehlen jedweder Pigmente der weißen Exemplare im Gegensatz zu den orangefarbigen.

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Eine nähere Betrachtung der Paraphysen bestätigt das.

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Leider bleibt nur die Feststellung, dass es so ist. Über das "warum" kann man ebenso nur spekulieren wie über die Frage, ob die unterschiedlichen Exemplare dem gleichen Myzel entstammen.

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Re: Farbanomalie bei Scutellinia crucipila

Der Juergen, (vor 5249 Tagen) @ RalfD

Hallo Ralf,

der Verlust von Farbpigmenten wird allgemein als Albinismus bezeichnet und ist nicht gerade unerforscht. Von einigen Sarcoscypha-Arten (Kelchbecherlinge) gibt es ebenfalls weiße Formen, außerdem noch orangene und gelbe. Ursache sind fehlende Farbpigmente (also letztlich defekte Gene - Mutationen). BARAL hat z.B. die Farbpigmente sämtlicher Sarcoscypha-Arten untersucht (per Chromatographie). Wenn es Dich interessiert, sag einfach Bescheid, dann schickt ich Dir was zu.

Grüßle
Jürgen

p.s.: In welchem Mengenverhältnis stehen denn die weißen zu den roten in so einer Gruppe?

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Re: Farbanomalie bei Scutellinia crucipila

Ingo Wagner, (vor 5248 Tagen) @ RalfD

Hallo Ralf!

Danke für´s Zeigen!

Der Querschnitt der Apothecien zeigt das vollständige fehlen jedweder
Pigmente der weißen Exemplare im Gegensatz zu den orangefarbigen.
Eine nähere Betrachtung der Paraphysen bestätigt das.

Weils gerade schön zum Thema letztens passt: kannst du noch sagen, wie der Paraphyseninhalt mit IKI reagiert?

VG Ingo W

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Re: Farbanomalie bei Scutellinia crucipila

RalfD, (vor 5248 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Ralf,
der Verlust von Farbpigmenten wird allgemein als Albinismus bezeichnet und
ist nicht gerade unerforscht. Von einigen Sarcoscypha-Arten
(Kelchbecherlinge) gibt es ebenfalls weiße Formen, außerdem noch orangene
und gelbe. Ursache sind fehlende Farbpigmente (also letztlich defekte Gene
- Mutationen). BARAL hat z.B. die Farbpigmente sämtlicher
Sarcoscypha-Arten untersucht (per Chromatographie). Wenn es Dich
interessiert, sag einfach Bescheid, dann schickt ich Dir was zu.
Grüßle
Jürgen
p.s.: In welchem Mengenverhältnis stehen denn die weißen zu den roten in so
einer Gruppe?

Hallo Jürgen,

danke für das Angebot. Ich denke aber nicht, tiefer in die Thematik eintauchen zu wollen, denn ich hab noch mehr als genug grundlegendes zu lernen und ersaufe in Lernstoff. Trotzdem Danke für das Angebot.

Was das Mengenverhältnis angeht, so war die Fläche beim ersten Besuch ausschließlich mit weißen Exemplaren bewachsen. Beim zweiten Besuch ein paar Tage später, waren ca. 20% der FK orange.

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Re: Farbanomalie bei Scutellinia crucipila

RalfD, (vor 5248 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ralf!
Danke für´s Zeigen!
Weils gerade schön zum Thema letztens passt: kannst du noch sagen, wie der
Paraphyseninhalt mit IKI reagiert?
VG Ingo W

Hallo Ingo,

leider Nein. Nachdem die Art mikroskopisch bestätigt war, ging es mir nur noch um das visuelle festhalten der Anomalie.