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Lilarötlicher Becherling

Huperzia ⌂, (vor 9125 Tagen)

Hallo,

noch einer:

1 bis 1,5cm Durchmesser, Farbe violettrötlich, ausgebreitet bis becherförmig, Stiel vorhanden, war aber in die erde eingesenkt. Außenseite auch glatt, aber etwas heller in Richtung fleischfarben, aber sonst gleichfarben.

Sporen komisch ... vielleicht 25 mü lang und etwa bis 5 mü breit, ich glaube Spätzle (gibt es hier leider nicht so häufig ;-)) sehen ähnlich aus, innen recht körnelig gefüllt, so daß die dreifache Septierung nicht sofort ins Auge springt, dabei aber immer ein größerer Tropfen in der Mitte, ansonsten glatt.
Die Schläuche, die entsprechend dünn sind, haben höchstwahrscheinlich irgendeine interessante Öffnung, zumindest kann man auch ohne Färbung irgendetwas deckeliges erkennen.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Lilarötlicher Becherling

Andreas ⌂, (vor 9125 Tagen) @ Huperzia

Hallo,
noch einer: 1 bis 1,5cm Durchmesser, Farbe violettrötlich, ausgebreitet bis
becherförmig, Stiel vorhanden, war aber in die erde eingesenkt. Außenseite
auch glatt, aber etwas heller in Richtung fleischfarben, aber sonst
gleichfarben.
Sporen komisch ... vielleicht 25 mü lang und etwa bis 5 mü breit, ich glaube
Spätzle (gibt es hier leider nicht so häufig ;-)) sehen ähnlich aus, innen
recht körnelig gefüllt, so daß die dreifache Septierung nicht sofort ins
Auge springt, dabei aber immer ein größerer Tropfen in der Mitte,
ansonsten glatt.
Die Schläuche, die entsprechend dünn sind, haben höchstwahrscheinlich
irgendeine interessante Öffnung, zumindest kann man auch ohne Färbung
irgendetwas deckeliges erkennen.
Viele Grüße,
Tanja

Hallo Tanja,

ziemlich merkwürdige Kombination von Merkmalen !!!
Die Sporen passen gut zu Ascocoryne cylichnium, ebenso die Färbung und Form. Aber die Art kommt immer auf Holz vor, nicht auf der Erde. Außerdem ist das ein inoperculater Ascomycet, hat also keine gedeckelten Schläuche, sondern einen Porus, ähnlich einem Pfropfen, gut anfärbbar in Jodlösung.
Die Sporen als spätzlesähnlich zu bezeichnen hielt mich als Schwob eigentlich davon ab Dir jemals wieder zu antworten, zumal ich noch nie 3-fach septierte Spätzle gegessen habe. Aber da die Schwaben ja tolerante und weltoffene (-> "Stuttgart - Partner der Welt". Ein kläglich misglückter Versuch den bisherigen Slogan "Stuttgart - Stadt zwischen Wald und Reben" etwas großstädtischer zu verändern) Leute sind, verzeihe ich Dir als nichtwissende Nichtschwäbin huldvollst.

An bodenbewohnenden gedeckeltschlauchigen Becherlingen kenne ich eigentlich nur Peziza gerardii, aber die ist kleiner und hat spindelige Sporen, deren Vergleich mit Spätzle auch für Nichtschwaben unverzeihlich wäre.

Mach' doch mal ein Präparat in Lugol oder Melzers um zu sehen ob sich die Ascusspitze diffus bläulich verfärbt (= Peziza) oder ob sich an der Spitze zwei parallel nach innen verlaufende und oben verbundene Striche blau färben, ähnlich einem "T" (= inoperculat, wohl Ascocoryne).

Trotz den Spätzle beste Grüße ins Ausland,
Andreas

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Re: Lilarötlicher Becherling

Huperzia ⌂, (vor 9125 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Vorweg entschuldige ich mich lieber erstmal demütigst für die Fehleinschätzung der Spätzle.
Und bedanke mich für die wohl wieder ins Schwarze treffende Bestimmung....wenn auch nicht ganz so spektakulär wie der Pseudobaeospora (ist jetzt sicher!).
Bei mir hat es jedenfalls geklickt und das Holz, worauf er wuchs muß dann eben tief im Boden gelegen haben. Ob es ein Deckel oder ein Porus ist konnte ich so natürlich nicht erkennen, allerdins in Lugol´scher Lösung auch nicht richtig. Und blau wird nur mit viel Fantasie...
...aber ich denke, dennoch ist der Pilz jetzt bestimmt.

Viele Grüße,

Tanja, die dringend einen Pilzmikroskopierkurs braucht

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Re: Lilarötlicher Becherling

Karl-Heinz ⌂, (vor 9125 Tagen) @ Huperzia

Hallo Andreas,
Vorweg entschuldige ich mich lieber erstmal demütigst für die
Fehleinschätzung der Spätzle.
Und bedanke mich für die wohl wieder ins Schwarze treffende
Bestimmung....wenn auch nicht ganz so spektakulär wie der Pseudobaeospora
(ist jetzt sicher!).
Bei mir hat es jedenfalls geklickt und das Holz, worauf er wuchs muß dann
eben tief im Boden gelegen haben. Ob es ein Deckel oder ein Porus ist
konnte ich so natürlich nicht erkennen, allerdins in Lugol´scher Lösung
auch nicht richtig. Und blau wird nur mit viel Fantasie...
...aber ich denke, dennoch ist der Pilz jetzt bestimmt.
Viele Grüße,
Tanja, die dringend einen Pilzmikroskopierkurs braucht

Hallo, hier ist ein Bild:
http://users.skynet.be/deneyer.mycology/ascocorynecylichnium.html
Gruß
Karl-Heinz

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Re: Lilarötlicher Becherling

Andreas ⌂, (vor 9125 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

Vorweg entschuldige ich mich lieber erstmal demütigst für die
Fehleinschätzung der Spätzle.

Gewährt! ;-)

Und bedanke mich für die wohl wieder ins Schwarze treffende
Bestimmung.
Bei mir hat es jedenfalls geklickt und das Holz, worauf er wuchs muß dann
eben tief im Boden gelegen haben. Ob es ein Deckel oder ein Porus ist
konnte ich so natürlich nicht erkennen, allerdins in Lugol´scher Lösung
auch nicht richtig. Und blau wird nur mit viel Fantasie...
...aber ich denke, dennoch ist der Pilz jetzt bestimmt.

Also das scheint mir doch ein bischen "Hingebogen" zu sein. Normalerweise kommt Ascocoryne direkt auf Holz vor, nicht auf vergrabenem. Man muß also nie danach suchen, es ist offensichtlich. Und den Unterschied zwischen Deckel und Porus kann man auch bei geringerer Vergrößerung sehen, zumal sich die Pori bei Ascocoryne stark blau färben.
Vielleicht hast Du also doch was anderes?

Tanja, die dringend einen Pilzmikroskopierkurs braucht

Kann ich Dir Hornberg empfehlen! Vielleicht trifft man sich ja da mal.

Gruß,
Andreas

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Re: Lilarötlicher Becherling

Huperzia ⌂, (vor 9124 Tagen) @ Andreas

Also das scheint mir doch ein bischen "Hingebogen" zu sein.
Normalerweise kommt Ascocoryne direkt auf Holz vor, nicht auf vergrabenem.
Man muß also nie danach suchen, es ist offensichtlich. Und den Unterschied
zwischen Deckel und Porus kann man auch bei geringerer Vergrößerung sehen,
zumal sich die Pori bei Ascocoryne stark blau färben.
Vielleicht hast Du also doch was anderes?

Hallo Andreas,

Ich werd ihn erstmal aufbewahren, glaube aber doch, daß es Ascocorynne ist, den ich ja eigentlich ein wenig kenne, aber eben wegen der Erde nicht dran gedacht hab. Ist doch eigentlich nur die Erde, die stört und vergrabenes Holz könnte es doch ausnahmsweise auch mal sein. Meine Mikroangaben Asciverschlußangaben sind da nicht so hoch zu bewerten, weil ich gerade damit noch kaum Erfahrungen hab - und die Sporen stimen doch!
Vielleicht werd ich den Pilz ja bis nach meinem Mikroskopierkurs aufheben....

Kann ich Dir Hornberg empfehlen! Vielleicht trifft man sich ja da mal.

....der allerdings im Frühjahr irgendwo in Thüringen stattfinden soll.
Aber man wird sich trotzdem irgendwann mal treffen.

Viele Grüße,

Tanja