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Frage zu Pilzen auf Mulch *PIC*

DieterB, (vor 9121 Tagen)

Hallo zusammen,

vorgestern bin ich durch einen Kurpark spaziert. Pilze gabs da praktisch gar nicht. Nur -- ein kleineres Areal war dick gemulcht und genau da standen sie in großer Artenzahl und Individuendichte. Jetzt wollte ich Euch fragen, was Ihr für Erfahrungen mit Pilzen auf Mulch habt. Stammen die für üblicherweise aus unserer Pilzflora oder muß man mit Touristen aus aller Welt rechnen? Ich hab unten ein paar Fotos zusammengeschnitten, um einen Eindruck zu vermitteln, - weniger, um jetzt etwas über die Arten zu hören. Ich frage besonders deshalb, weil ich sie als "Lehrling im 1.Lehrjahr" links liegen lassen werde, wenn Ihr sagt, daß Mulchpilze mit der örtliche Pilzflora für gewöhnlich nicht viel zu tuen haben.

Viele Grüße
Dieter

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Re: Frage zu Pilzen auf Mulch

Huperzia ⌂, (vor 9121 Tagen) @ DieterB

Hallo Dieter,

ganz unten meine ich, Melanoleuca melaleuca zu sehen, den gemeinen Weichritterling. Das andere, was so ähnlich aussieht könnte vielleicht ein Rasling sein?
Wo genau wuchs der oben rechts, der kleine weiße?

Viele Grüße,

Tanja

Hallo zusammen,
vorgestern bin ich durch einen Kurpark spaziert. Pilze gabs da praktisch gar
nicht. Nur -- ein kleineres Areal war dick gemulcht und genau da standen
sie in großer Artenzahl und Individuendichte. Jetzt wollte ich Euch
fragen, was Ihr für Erfahrungen mit Pilzen auf Mulch habt. Stammen die für
üblicherweise aus unserer Pilzflora oder muß man mit Touristen aus aller
Welt rechnen? Ich hab unten ein paar Fotos zusammengeschnitten, um einen
Eindruck zu vermitteln, - weniger, um jetzt etwas über die Arten zu hören.
Ich frage besonders deshalb, weil ich sie als "Lehrling im
1.Lehrjahr" links liegen lassen werde, wenn Ihr sagt, daß Mulchpilze
mit der örtliche Pilzflora für gewöhnlich nicht viel zu tuen haben.
Viele Grüße
Dieter

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Re: Frage zu Pilzen auf Mulch

DieterB, (vor 9121 Tagen) @ Huperzia

Hallo Dieter,
ganz unten meine ich, Melanoleuca melaleuca zu sehen, den gemeinen
Weichritterling. Das andere, was so ähnlich aussieht könnte vielleicht ein
Rasling sein?
Wo genau wuchs der oben rechts, der kleine weiße?
Viele Grüße,
Tanja

Hallo Tanja,

die kleinen weißen Pilze sind direkt aus einem Stück Rinde (Nadelgehölz, wenn ich mich richtig erinnere) gewachsen. (Aber streng Dich bitte nicht an wegen der Arten, darum geht es mir nicht. Ich frage nicht speziell nach diesem Fund, sondern generell nach Pilzen auf Mulch.)

Grüße
Dieter

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Re: Frage zu Pilzen auf Mulch

Boletus ⌂, (vor 9121 Tagen) @ DieterB

Hallo Dieter

Es ist absolut nicht ungewöhnlich dass sich auf Mulch, Laubdeponien, Komposthaufen usw. Pilze ansiedeln. Diese Substrate sind ein optimaler Nährboden für Saprophyten (fäulnisbewohnende Pilze). Diese Pilze bilden keine Lebensgemeinschaft (Symbiose) mit anderen lebenden Pflanzen wie Bäume, Sträucher, Gräser usw. und sind deshalb auch mit wenig Aufwand zu kultivieren.
All diese Arten gehören normalerweise der heimischen Flora an.

Gruss Sepp

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Re: Frage zu Pilzen auf Mulch

Huperzia ⌂, (vor 9121 Tagen) @ DieterB

Hallo Tanja,
die kleinen weißen Pilze sind direkt aus einem Stück Rinde (Nadelgehölz, wenn
ich mich richtig erinnere) gewachsen. (Aber streng Dich bitte nicht an
wegen der Arten, darum geht es mir nicht. Ich frage nicht speziell nach
diesem Fund, sondern generell nach Pilzen auf Mulch.)
Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

Wir (boletus und ich) sind soeben im Chat übereingekommen, daß es ganz schön ungehörig ist, Bilder ins Forum zu stellen und nicht nach den Arten zu fragen, also weiterhin unsere/meine Spekulationen, die du jetzt wohl oder übel anhand deiner Bücher überprüfen mußt :-D:

Oben links: ebenfalls Melanoleuca melaleuca wie unten
Oben mitte: Collybia butyracea eventuell?
Oben rechts: Hemimycena cucullata
darunter: Macrocystidia cucumis

Also ran an die Bücher!

Viele Grüße,

Tanja

@boletus: beschwer dich, falls was falsch ist

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Re: Frage zu Pilzen auf Mulch

Huperzia ⌂, (vor 9121 Tagen) @ Boletus

Mulch ist doch wahrscheinlich auch etwas wärmer als das Umfeld oder denk ich mir hier was falsches?

Außerdem ist das Holz sozusagen ja schon "vorgekaut", bzw. zerkleinert.

@Dieter: ich kann mir schon denken, daß einwandernde Pilze zuerst gerne Mulch bevorzugen (siehe Tintenfisch in Vorgärten ;-).

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Frage zu Pilzen auf Mulch

Andreas ⌂, (vor 9121 Tagen) @ DieterB

Hallo zusammen,
vorgestern bin ich durch einen Kurpark spaziert. Pilze gabs da praktisch gar
nicht. Nur -- ein kleineres Areal war dick gemulcht und genau da standen
sie in großer Artenzahl und Individuendichte. Jetzt wollte ich Euch
fragen, was Ihr für Erfahrungen mit Pilzen auf Mulch habt. Stammen die für
üblicherweise aus unserer Pilzflora oder muß man mit Touristen aus aller
Welt rechnen? Ich hab unten ein paar Fotos zusammengeschnitten, um einen
Eindruck zu vermitteln, - weniger, um jetzt etwas über die Arten zu hören.
Ich frage besonders deshalb, weil ich sie als "Lehrling im
1.Lehrjahr" links liegen lassen werde, wenn Ihr sagt, daß Mulchpilze
mit der örtliche Pilzflora für gewöhnlich nicht viel zu tuen haben.
Viele Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

da das Substrat für gewöhnlich aus einheimischen Hölzern gewonnen wird und im Freiland liegt, dürften kaum exotische Pilzarten darauf vorkommen.
Allerdings findet man immer wieder seltene Arten, die wohl momentan in der Ausbreitung begriffen sind. Als Beispiele dafür wären z.B. zu nennen Orangeroter Träuschling (Stropharia aurantiaca), Süßriechender Faserling (Psathyrella sacchariolens), Robuster Ackerling (Agrocybe putaminum) oder auch der Rauhstiel-Weichritterling (Melanoleuca verrucipes). Aber all das sind Arten die man auch sonst hie und da mal antreffen kann. Das "exotischste" was ich auf Rindenschrot gefunden habe war Leucocoprinus cepistipes, eine Faltenschirmlingsart die aber auch schon in naturnahen Wäldern gefunden wurde, wenn auch normalerweise eher in Warmhäusern vorkommend.
Ich finde Rindenschrothäufen ein höchst interessantes Biotop, wenn auch kurzlebig und kaum für Langzeitstudien geeignet :-)
Übrigens kommen einige Arten aufgrund des wohl leichter zu erschließenden Nährstoffangebotes in luxurierenden, fast monströsen Formen vor und sind dann schwer zu bestimmen. SO findet man den Frühjahrsackerling (Agrocybe praecox) in dickfleischigen Exemplaren wie Ritterlinge mit Hüten bis 20 cm Durchmesser, Oder büschelig wachsende Waldfreundrüblinge mit bis 0,8 cm dicken Stielen!

herzliche Grüße,
Andreas

P.S.: Falls dich die Arten trotzdem interessieren: rechts oben eine Hemimycena, darunter etwas Rüblingsartiges oder der Gurkenschnitzling (mal ranriechen!), die anderen dürften Weichritterlinge sein. Die oberen davon vermutlich Melanoleuca melaleuca ss. Boekhout bzw. robertiana Bon, die kurzstieligen kenne ich nicht.

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Re: Frage zu Pilzen auf Mulch

Martl, (vor 9120 Tagen) @ DieterB

Hi Dieter,

auf unserem Firmenparkplatz finde/fand ich auf Rindenmulch unter Roteiche u. a. auch schon Fliegenpilze und Sommersteinpilze. D. h., nicht nur reine Saprophyten fühlen sich dort wohl.

Gruß,
Martl

vorgestern bin ich durch einen Kurpark spaziert. Pilze gabs da praktisch gar
nicht. Nur -- ein kleineres Areal war dick gemulcht und genau da standen
sie in großer Artenzahl und Individuendichte. Jetzt wollte ich Euch
fragen, was Ihr für Erfahrungen mit Pilzen auf Mulch habt. Stammen die für
üblicherweise aus unserer Pilzflora oder muß man mit Touristen aus aller
Welt rechnen? Ich hab unten ein paar Fotos zusammengeschnitten, um einen
Eindruck zu vermitteln, - weniger, um jetzt etwas über die Arten zu hören.
Ich frage besonders deshalb, weil ich sie als "Lehrling im
1.Lehrjahr" links liegen lassen werde, wenn Ihr sagt, daß Mulchpilze
mit der örtliche Pilzflora für gewöhnlich nicht viel zu tuen haben.
Viele Grüße
Dieter

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Pilze auf Mulch *PIC*

Oktober, (vor 9120 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

was Monsterpilze angeht, habe ich im Mai diesen Jahres solche Agrocybe praecox gefunden.
Bemerkenswert dabei ist der besonders ausgeprägte Ring.

[image]

Standort: Rindenmulch

Gruß
Oktober

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Wirklich Agrocybe praecox?

Andreas ⌂, (vor 9120 Tagen) @ Oktober

Hallo Andreas,
was Monsterpilze angeht, habe ich im Mai diesen Jahres solche Agrocybe
praecox gefunden.
Bemerkenswert dabei ist der besonders ausgeprägte Ring.
Standort: Rindenmulch
Gruß
Oktober

Hallo Oktober,

bist Du sicher, dass das wirklich Agricybe praecox ist? Die Hutform und Farbe ist doch recht untypisch, der Ring auch und der Stiel gefällt mir auch nicht so recht.

Hättest Du das als Rätselpilz ins Forum gestellt, mein Tipp wäre Stropharia rugosoannulata var. lutea gewesen, die gelbe Varietät des Riesen-Träuschlings ....

herzliche Grüße,
Andreas

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Re: Wirklich Agrocybe praecox? *PIC*

Oktober, (vor 9120 Tagen) @ Andreas

Ich denke schon Andreas.

(Habe ewig lang daran herum gerätselt).

Durch einen Wetterumschwung sahen die nachfolgenden Fruchtkörper dann wie unten aus.
Zum Zeitpunkt der Erstentnahme waren diese Fruchtkörper schon sichtbar.
Mikroskopisch konnte ich die Sporengröße zwar nur abschätzen, die Sporen waren jedoch oval mit Keimporus. Die Lamellenfarbe war im Alter tabakbraun, ohne jeden Violett- Stich.
Später habe ich dann im Michael-Henning-Kreisel (Bd.IV) eine Abbildung gefunden, die den Monster- Exemparen recht nahe kommt.

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Viele Grüße aus dem Kraichgau sendet Dir

Oktober

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Re: Wirklich Agrocybe praecox?

Andreas ⌂, (vor 9120 Tagen) @ Oktober

Ich denke schon Andreas.
(Habe ewig lang daran herum gerätselt).
Durch einen Wetterumschwung sahen die nachfolgenden Fruchtkörper dann wie
unten aus.
Zum Zeitpunkt der Erstentnahme waren diese Fruchtkörper schon sichtbar.
Mikroskopisch konnte ich die Sporengröße zwar nur abschätzen, die Sporen
waren jedoch oval mit Keimporus. Die Lamellenfarbe war im Alter
tabakbraun, ohne jeden Violett- Stich.
Später habe ich dann im Michael-Henning-Kreisel (Bd.IV) eine Abbildung
gefunden, die den Monster- Exemparen recht nahe kommt.
Viele Grüße aus dem Kraichgau sendet Dir
Oktober

Hallo Oktober,

ja, ich glaube es Dir gerne. War nur doch überrascht vom Aussehen und wollte mal nachfragen. Bei dem jetzigen Bild sieht man übrigens auch die Myzelstränge ganz gut, die Agrocybe praecox normalerweise recht auffällig hat. Bei Stropharia rugosoannulata kenne ich die so nicht.

Gruß,
Andreas