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Pilzfragen vom Hochmoorrand *PIC*

DieterB, (vor 9119 Tagen)

Hallo zusammen,

"Hochmoorrand" stimmt zwar, aber nicht typisch, sondern tief drainiert und deshalb knochentrocken, wenns länger nicht geregnet hat. Beide Pilze wuchsen auf Fichtennadelstreu.

1. Der Hutdurchmesser ist 12 mm. Der Hut ist feucht von geschmolzenem Schnee, nicht etwa klebrig. Die (fast weißen)Lamellen sind angeheftet, angedeutet ausgerandet. Sporen nur wenige, wahrscheinlich unreif (kein Wunder bei durchgefrorenen Pilzen, denk ich) 5x2,5µm, glatt. Schon mit der Lupe (und auf dem Foto) sieht man die Pleuro-, Cheilo- und Caulocystiden. Sie alle sind flaschenförmig und enden in einer knopfig-kugeligen Verdickung (nur wenig dicker als Flaschenhals). Die Cheilocystiden sind überwiegend dickbauchig, 40 µm lang. Die Pleurozystiden sind sehr schlank und haben einen dünnen Bauch im basalen Drittel. Die Caulozystiden sind bis 70 µm lang und liegen formmäßig zwischen den Cheilo- und Pleurocystiden. Die Hutdeckschicht sieht bei meinem Schnitt aus wie ein Epithel, also als würde man auf ein Pflaster schauen. Mit meinem Bestimmungsschlüssel (Bresinsky) ende ich bei Marasmius. Aber ob das stimmt? Was meint Ihr?

2. Den hab ich einfach per Auge zu Mycena metata erklärt. (Der Stiel ist nicht rillig)Könnte das stimmen?

Etwas Besonderes gerochen hab ich bei keinem von beiden, wenngleich sie völlig verschieden riechen. (Mit den Gerüchen ist das für mich ne ulkige Sache, ich riech einfach nicht das, was in den Büchern steht. Neulich stand ich vor einem großen Weißen, den ich dann ehrenhalber zum Mehlräsling erklärt habe ;-) Von dem steht überall, er rieche nach Mehl. Für mich roch der, als würde man mir ne Schachtel Mohrenköpfe unter die Nase halten - absolut phantastisch. Oder kürzlich ein Dorniger Stachelbart: im Laux steht "Geruch angenehm", ich hab den Duft einer perfekten Cremeschnitte beim Konditor in der Nase gehabt. )

Viele Grüße
Dieter

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Re: Pilzfragen vom Hochmoorrand

Andreas ⌂, (vor 9119 Tagen) @ DieterB

Hallo zusammen,
"Hochmoorrand" stimmt zwar, aber nicht typisch, sondern tief
drainiert und deshalb knochentrocken, wenns länger nicht geregnet hat.
Beide Pilze wuchsen auf Fichtennadelstreu.
1. Der Hutdurchmesser ist 12 mm. Der Hut ist feucht von geschmolzenem Schnee,
nicht etwa klebrig. Die (fast weißen)Lamellen sind angeheftet, angedeutet
ausgerandet. Sporen nur wenige, wahrscheinlich unreif (kein Wunder bei
durchgefrorenen Pilzen, denk ich) 5x2,5µm, glatt. Schon mit der Lupe (und
auf dem Foto) sieht man die Pleuro-, Cheilo- und Caulocystiden. Sie alle
sind flaschenförmig und enden in einer knopfig-kugeligen Verdickung (nur
wenig dicker als Flaschenhals). Die Cheilocystiden sind überwiegend
dickbauchig, 40 µm lang. Die Pleurozystiden sind sehr schlank und haben
einen dünnen Bauch im basalen Drittel. Die Caulozystiden sind bis 70 µm
lang und liegen formmäßig zwischen den Cheilo- und Pleurocystiden. Die
Hutdeckschicht sieht bei meinem Schnitt aus wie ein Epithel, also als
würde man auf ein Pflaster schauen. Mit meinem Bestimmungsschlüssel
(Bresinsky) ende ich bei Marasmius. Aber ob das stimmt? Was meint Ihr?
2. Den hab ich einfach per Auge zu Mycena metata erklärt. (Der Stiel ist
nicht rillig)Könnte das stimmen?
Etwas Besonderes gerochen hab ich bei keinem von beiden, wenngleich sie
völlig verschieden riechen. (Mit den Gerüchen ist das für mich ne ulkige
Sache, ich riech einfach nicht das, was in den Büchern steht. Neulich
stand ich vor einem großen Weißen, den ich dann ehrenhalber zum
Mehlräsling erklärt habe ;-) Von dem steht überall, er rieche nach Mehl.
Für mich roch der, als würde man mir ne Schachtel Mohrenköpfe unter die
Nase halten - absolut phantastisch. Oder kürzlich ein Dorniger
Stachelbart: im Laux steht "Geruch angenehm", ich hab den Duft
einer perfekten Cremeschnitte beim Konditor in der Nase gehabt. )
Viele Grüße
Dieter

Hallo,

halte Deinen Pilz eher für eine Mycena. Vielleicht hast Du bei Deinem Schnitt die äußerste Hutdeckschicht nach im Präparat nach unten gelegt oder weggedrückt und siehst in Wirklichkeit die Zellen der Subkutis. Die divertikulaten Hyphen der Mycena-HDS ist gar nicht immer leicht zu sehen.
aber selbst wenn's 'ne Mycena wäre hätte ich eigentlich keine Idee für die Art. Hydropus sieht wohl auch ähnlich aus, aber da kommt eigentlich auch keine mir bekannte Art in Frage.

Zu 2.: Ja, würde ich als Aus-der-Hand-Bestimmung auch als Mycena metata ansprechen. Aber die Gruppe ist nicht einfach und ich habe kaum Erfahrung damit.

Gruß,
Andreas

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Re: Pilzfragen vom Hochmoorrand

Thomas M., (vor 9118 Tagen) @ DieterB

Hallo zusammen,
"Hochmoorrand" stimmt zwar, aber nicht typisch, sondern tief
drainiert und deshalb knochentrocken, wenns länger nicht geregnet hat.
Beide Pilze wuchsen auf Fichtennadelstreu.
1. Der Hutdurchmesser ist 12 mm. Der Hut ist feucht von geschmolzenem Schnee,
nicht etwa klebrig. Die (fast weißen)Lamellen sind angeheftet, angedeutet
ausgerandet. Sporen nur wenige, wahrscheinlich unreif (kein Wunder bei
durchgefrorenen Pilzen, denk ich) 5x2,5µm, glatt. Schon mit der Lupe (und
auf dem Foto) sieht man die Pleuro-, Cheilo- und Caulocystiden. Sie alle
sind flaschenförmig und enden in einer knopfig-kugeligen Verdickung (nur
wenig dicker als Flaschenhals). Die Cheilocystiden sind überwiegend
dickbauchig, 40 µm lang. Die Pleurozystiden sind sehr schlank und haben
einen dünnen Bauch im basalen Drittel. Die Caulozystiden sind bis 70 µm
lang und liegen formmäßig zwischen den Cheilo- und Pleurocystiden. Die
Hutdeckschicht sieht bei meinem Schnitt aus wie ein Epithel, also als
würde man auf ein Pflaster schauen. Mit meinem Bestimmungsschlüssel
(Bresinsky) ende ich bei Marasmius. Aber ob das stimmt? Was meint Ihr?
2. Den hab ich einfach per Auge zu Mycena metata erklärt. (Der Stiel ist
nicht rillig)Könnte das stimmen?
Viele Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

bei aller Vorsicht, die man bei der Bestimmung nach Potos walten lassen sollte, wage ich doch mal einen bzw. zwei Tipps:

1. Der Pilz sieht stark nach einem Zapfenrübling (Strobilurus oder Nagelschwamm nach Moser) aus. Dazu passen auch die kleinen Sporen, deine Beschreibung der Zystiden und nicht zuletzt deine Beobachtung der Huthaut. Nagelschwämme haben eine hymeniforme Huthaut und von oben gesehen sieht das aus, "als würde man auf ein Pflaster schauen". Passt haargenau! Alles was deinem Pilz zu einem Zapfenrübling fehlt, ist der Zapfen und der ist oft tief in der Nadelstreu vergraben und leicht zu übersehen, wenn man nicht gezielt nachgräbt.
Also vermutlich handelt es sich bei deinem Pilz um den Fichtenzapfen-Nagelschwamm - Strobilurus esculentus.

2. Klar das ist eine Mycena. Aber bestimmen kann man die wirklich nicht nur nach einem Photo. Ich tippe trotzdem mal: Der Weißmilchende Helmling - Mycena galopus käme makroskopisch gut hin (auch wenn er keine Milch mehr hatte). Der lässt sich eigentlich immer gut an seinen großen, zylindrischen Sporen (bis 15 µm) erkennen. Vielleicht kannst Du das noch nachprüfen. Aber natürlich kann es auch eine völlig andere Art sein, es gibt haufenweise Mycenen, die genau so aussehen und sich nur mikroskopisch unterscheiden lassen.

Gruß
Thomas

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Re: Pilzfragen vom Hochmoorrand

Wolfgang F., (vor 9117 Tagen) @ DieterB

Hallo Dieter,

die auffälligen Zystiden von (1) zusammen mit der hymeniformen Huthaut sprechen für mich eindeutig für Hydropus (Wasserfuß). Ich halte es für eine Art in der Nähe von Hydropus marginellus mit gleichfarbigen Lamellenschneiden (evtl eine Form davon?), kenne aber die anderen Arten der Gattung nicht und finde bei mir auch keine Literatur.

Eine Mycena sollte es wegen der Huthaut nicht sein, für ein Strobilurus ist der Pilz zu "wässrig".

Wolfgang

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Re: Pilzfragen vom Hochmoorrand

Andreas Gminder, (vor 9117 Tagen) @ Wolfgang F.

Hallo Dieter,
die auffälligen Zystiden von (1) zusammen mit der hymeniformen Huthaut
sprechen für mich eindeutig für Hydropus (Wasserfuß). Ich halte es für
eine Art in der Nähe von Hydropus marginellus mit gleichfarbigen
Lamellenschneiden (evtl eine Form davon?), kenne aber die anderen Arten
der Gattung nicht und finde bei mir auch keine Literatur.
Eine Mycena sollte es wegen der Huthaut nicht sein, für ein Strobilurus ist
der Pilz zu "wässrig".
Wolfgang

Hallo Wolfgang und Dieter,

Wolfgang, bin absolut Deiner Meinung. Ich dachte ja auch gleich an einen Hydropus, und da kommt fast nur H. marginellus in Frage. Soll es lt. Lit. auch ohne die dunklen Schneiden geben.
Ich habe die Art merkwürdigerweise noch nie selbst gesehen. Sie soll aber eher gesellig auftreten und vorwiegend an Weißtannenstümpfen wachsen.
Würde das zutreffen, Dieter?

Grüße,
Andreas

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Re: Pilzfragen vom Hochmoorrand

DieterB, (vor 9116 Tagen) @ Andreas Gminder

Ich habe die Art merkwürdigerweise noch nie selbst gesehen. Sie soll aber
eher gesellig auftreten und vorwiegend an Weißtannenstümpfen wachsen.
Würde das zutreffen, Dieter?

Hallo Andreas,

soweit ich mich erinnere, war das ein reiner Fichtenbestand. Aber ich werd nochmal genau hinschauen, wenn ich wieder vorbeikomme, und Dich informieren.

Grüße und Danke an Alle!
Dieter

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Re: Pilzfragen vom Hochmoorrand

Thomas M., (vor 9116 Tagen) @ Wolfgang F.

Hallo Dieter,
die auffälligen Zystiden von (1) zusammen mit der hymeniformen Huthaut
sprechen für mich eindeutig für Hydropus (Wasserfuß). Ich halte es für
eine Art in der Nähe von Hydropus marginellus mit gleichfarbigen
Lamellenschneiden (evtl eine Form davon?), kenne aber die anderen Arten
der Gattung nicht und finde bei mir auch keine Literatur.
Eine Mycena sollte es wegen der Huthaut nicht sein, für ein Strobilurus ist
der Pilz zu "wässrig".
Wolfgang

Hallo an alle!

Hydropus ist auch ein guter Vorschlag! H. marginellus kenne ich als Flachländer nicht, sieht aber nach Fotos verdammt ähnlich. Dann sollte man nach Schnallen suchen! Hydropus mit Schnallen, Strobilurus ohne Schnallen.

Gruß
Thomas M.