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Schwarzfaseriger Ritterling

Moise, (vor 9113 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
um nach einer eher mittelprächtigen Saison jetzt noch nicht ganz aufzugeben, eine Frage: könnte zur Zeit eine Suche nach dem Schwarzfaserigen Ritterlings (Tricholoma portentosum, Schneepilz) Sinn machen? Wer kennt ihn bzw. hat ihn schon gefunden? Angeblich soll er ja dort wo er erscheint, häufig sein. Nur: in welchen Wäldern suchen? Für Infos wäre ich euch dankbar.
Grüße, Moise

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Re: Schwarzfaseriger Ritterling

Andreas Gminder, (vor 9113 Tagen) @ Moise

Hallo Pilzfreunde,
um nach einer eher mittelprächtigen Saison jetzt noch nicht ganz aufzugeben,
eine Frage: könnte zur Zeit eine Suche nach dem Schwarzfaserigen
Ritterlings (Tricholoma portentosum, Schneepilz) Sinn machen? Wer kennt
ihn bzw. hat ihn schon gefunden? Angeblich soll er ja dort wo er
erscheint, häufig sein. Nur: in welchen Wäldern suchen? Für Infos wäre ich
euch dankbar.
Grüße, Moise

Hallo Moise,

habe ihn zufällig vor 2 Wochen im Schwarzwald gefunden, an eher untypische Stelle. Wenn der Frost nicht zu stark ist (bei uns in Stuttgart ist er es), dann hast Du gute Chancen. Der Kiefernwald ist das letzte Biotop im Jahresverlauf dass ordentliche Speisepilze hervorbringt.

Der Schwarzfaserige Ritterling braucht nährstoffarme, sandige, saure und eher trockene Böden und ist Symbiosepartner der Kiefer. So wie ich ihn stets gefunden habe (wenn auch nur selten) kommt er auf eher bewuchsfreien Böden vor. Also das was man so landläufig vielleicht als "Heide" bezeichnen würde. Wenn schon was da wächst, dann kein Gras sondern eher Becherflechten (Cladonia) oder Heidekraut.
Begleitpilze sind z.B. der Grünling (Tricholoma equestre s.l.), aber auch die Birken-Rotkappe (wenn Birken eingestreut sind), der Gemeine Erdritterling (Tricholoma terreum), verschiedene Cystoderma-Arten (amianthinum, granulosum, fallax) und oft auch der Dauerporling (Coltricia perennis). Im Frühjahr könnte man dort wohl auch nach der Frühjahrs-Lorchel (Gyromitra esculenta) suchen. Ach ja, der Frostschneckling (Hygrophorus hypothejus) kommt auch des öfteren in entsprechenden Gegenden vor.

Häufiger ist er meiner Einschätzung nach in den entsprechenden Gebieten mit Sandboden und Kiefernwäldern: Nordostdeutschland (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) und dort anschließend Niederschlesien bis Danzig und weiter der Ostseeküste entlang bis Lettland. Ferner im Bayerischen Wald und sicherlich auch in der Nürnberger Gegend. Schätzungsweise im nördlichen Oberrheintal zwischen Bruchsal und Mannheim auf den mit Kiefern bestockten Dünen.

Vielleicht hilft Dir das etwas weiter.

Gruß,
Andreas

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Re: Schwarzfaseriger Ritterling

Harry, (vor 9113 Tagen) @ Moise

Hallo Moise,

den Ausführungen von Andreas ist eigentlich nichts hinzuzufügen.Ich kenne zwar in der Nähe meines Wohnortes einige Standorte, aber an keinem ist er wirklich häufig. Nicht nur auf Sandböden find ich Ihn, auch auf unserer Kohleabraumhalde ist er anzutreffen. Wo er erscheint ist stets auch der Grünling nicht weit,aber wesentlich häufiger als T. portentosum. Hier findest du noch ein Foto aus diesem Jahr.

http://www.pilzfotopage.de/Agaricales/p59.htm

frische Exemplare sind im Augenblick nicht zu finden, höchstens ein paar alte erfrorene Schlappen.

Bye Harry

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Re: Schwarzfaseriger Ritterling

Ulrich prokop, (vor 9113 Tagen) @ Moise

Ritterlings (Tricholoma portentosum, Schneepilz)

hallo,

bin nicht ganz auf dem laufenden, da ich leider auf grund einer erkrankung außer gefecht bin - aber t. portentosum ( bei uns schneeschwammerl oder miesling [ von ~ mies = moos ]) müsste schon noch zu finden sein. die nachtfröste, die wir bisher hatten sind nach meiner erfahrung kein hindernis. ich fand den miesling bis in den dezember hinein in den bei uns im grazer raum verbreiteten fichten-kiefern mischwäldern; er war früher sehr, sehr häufig - die letzte ergiebige pilzernte des jahres - doch wird er zusehends seltener.

geschmacklich ist er einer der ganz großen, vor allem ein wunderbarer suppenpilz.

liebe grüße

uli

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Gute Besserung, Uli! *oT*

Karl Keck ⌂, (vor 9112 Tagen) @ Ulrich prokop

- kein Text -

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danke, karl! *oT*

Ulrich prokop, (vor 9112 Tagen) @ Karl Keck

- kein Text -

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Giftpilz Grünling?

Moise, (vor 9111 Tagen) @ Andreas Gminder

Vielen Dank für eure Antowrten - und Uli, auch ich wünsche gute Besserung. Mein Glueck werd ich jedenfalls versuchen.

Da auch der Grünling erwähnt wurde: ich las heute in der Zeitung, dass T. euquestre neuerdings als giftig gilt. Anhand von 12 Vergiftungsfällen in F (drei davon sogar tödlich) wurde festgestellt, dass alle Personen durch den Grünling an Muskelzersetzung (verbunden mit Nierenversagen, Atemnot, Herzrhytmusstörungen) erkrankten (Quelle: "New England Journal of Medicine").

Hört sich ja fürchterlich an. Mir ist bei solchen neuen Erkenntnissen nur nicht klar wie es möglich ist, dass sowas jetzt hervorkommt, und der Pilz seit ewigen Zeiten anscheinend problemlos verzehrt werden konnte. Immerhin ist der Grünling vielerorts ja keine besondere Rarität, und sah ich ihn im Fernsehen erst vor wenigen Wochen wiederum als hervorragenden Speisepilz gepriesen.
Grüße, Moise

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Re: Giftpilz Grünling?

Andreas Gminder, (vor 9111 Tagen) @ Moise

Vielen Dank für eure Antowrten - und Uli, auch ich wünsche gute Besserung.
Mein Glueck werd ich jedenfalls versuchen.
Da auch der Grünling erwähnt wurde: ich las heute in der Zeitung, dass T.
euquestre neuerdings als giftig gilt. Anhand von 12 Vergiftungsfällen in F
(drei davon sogar tödlich) wurde festgestellt, dass alle Personen durch
den Grünling an Muskelzersetzung (verbunden mit Nierenversagen, Atemnot,
Herzrhytmusstörungen) erkrankten (Quelle: "New England Journal of
Medicine").
Hört sich ja fürchterlich an. Mir ist bei solchen neuen Erkenntnissen nur
nicht klar wie es möglich ist, dass sowas jetzt hervorkommt, und der Pilz
seit ewigen Zeiten anscheinend problemlos verzehrt werden konnte. Immerhin
ist der Grünling vielerorts ja keine besondere Rarität, und sah ich ihn im
Fernsehen erst vor wenigen Wochen wiederum als hervorragenden Speisepilz
gepriesen.
Grüße, Moise

Hallo Moise,

es müssen weitere Forschungen abgewartet werden bevor man den Grünling als sicheren und alleinigen Auslöser für diese Erkrankung verantwortlich machen darf.
Die Studie (ich habe eine Kopie des entsprechenden Originalartikels) ist ziemlich huschelig gemacht worden und für sich genommen meines Erachtens noch lange nicht aussagekräftig. Z.B. ist dem Forscherteam (es sind fast 10 Autoren ...) der Lapsus unterlaufen, dass ihnen zwei ihrer Studienmäuse gestorben sind. Sie konnten aber nicht mehr nachvollziehen ob sie zur "Grünlings-Gruppe" oder zur "Placebo-Gruppe" gehört haben, weil man ihren Tod erst im weit fortgeschrittenen Zersetzungsstadium bemerkte .... Ziemliche Schlamperei, oder?

Gruß,
Andreas