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Kaninchenköttel

Huperzia ⌂, (vor 9110 Tagen)

Aus Angst, daß es weiter unten unter geht, schreibe ich hier nochmal, weil ich gerne einen Besitzer des "Ellis: Microfunghi on misselenious substrates" bitten möchte, unter "Podosordaria tulasnei" nachzuschlagen und mir die Wahrscheinlichkeit zu nennen, daß diese Art eventuell in (fast) jedem Köttel auf offenem Gelände - auch im Binnenland - in zumindest einer schwach ausgeprägten Form vorkommt.

...oder habt ihr einen anderen Vorschlag für kleine schwarze (wahrscheinlich Pyrenomyceten) Pünktchen auf Kaninchenkötteln?

Gibt es verschiedene Formen bei dieser Gattung (Podosordaria)?

Viele Grüße,

Tanja

P.S.: Ich muß noch sagen, daß ich unterm Mikroskop lediglich die Diagnose Pilz gestellt habe, da mir zu näherem Betrachten einfach die innere Ruhe fehlte.

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Re: Kaninchenköttel

Andreas Gminder, (vor 9110 Tagen) @ Huperzia

Aus Angst, daß es weiter unten unter geht, schreibe ich hier nochmal, weil
ich gerne einen Besitzer des "Ellis: Microfunghi on misselenious
substrates" bitten möchte, unter "Podosordaria tulasnei"
nachzuschlagen und mir die Wahrscheinlichkeit zu nennen, daß diese Art
eventuell in (fast) jedem Köttel auf offenem Gelände - auch im Binnenland
- in zumindest einer schwach ausgeprägten Form vorkommt.
...oder habt ihr einen anderen Vorschlag für kleine schwarze (wahrscheinlich
Pyrenomyceten) Pünktchen auf Kaninchenkötteln?
Gibt es verschiedene Formen bei dieser Gattung (Podosordaria)?
Viele Grüße,
Tanja
P.S.: Ich muß noch sagen, daß ich unterm Mikroskop lediglich die Diagnose
Pilz gestellt habe, da mir zu näherem Betrachten einfach die innere Ruhe
fehlte.

Hallo Tanja,

jetzt bin ich aber doch neugierig geworden und hab' mit mal im Dennis die Gattung angeschaut. Das sind ja richtige Oschis, mit 2-3 mm Köpfchendurchmesser und 1 cm langem Stiel! Das ich sowas noch nie bemerkt ´habe wundert mich ja etwas.
Im Dennis steht nur "rooting in old rabbit droppings". Ferner gibt's da noch eine P. leporina, auch auf Hasenköttel, die sich durch braune statt schwarze Perithezien unterscheidet un kleinere Sporen hat. Dennis schreibt nix darüber, dass die Art(en) nur atlantisch verbreitet sein sollen.

Wenns Dich nicht losläßt kann ich Dir mal die eMail-Adresse von Francesco Doveri mailen. Der bearbeitet seit Urzeiten mit Cacialli und Caroti zusammen Pilze auf Dung.

Gruß,
Andreas

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Re: Kaninchenköttel

Huperzia ⌂, (vor 9110 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo Tanja,
jetzt bin ich aber doch neugierig geworden und hab' mit mal im Dennis die
Gattung angeschaut. Das sind ja richtige Oschis, mit 2-3 mm
Köpfchendurchmesser und 1 cm langem Stiel! Das ich sowas noch nie bemerkt
´habe wundert mich ja etwas.

Hallo Andreas,

Was ich vermute:
Podosordaria tulasnei (andere kenne ich nicht) bildet diesen Stiel nur, wenn er gebraucht wird, wie zum Beispiel am Strand in den Weißdünen, da dort die Köttel vom Sand überweht werden und der Pilz seine Sporen so an "die Luft" arbeiten muß. Und dabei wird dieser Stiel auch mal 5cm (den hab ich grad frisch nachgemessen vor mir liegen ;-)).
Gestern bin ich natürlich auf das naheliegenste nicht gekommen und hab heute erst meine Köttelpusteln mit den Pustelchen neben meinen Inselpodosordarias verglichen und ich denke schon, daß es zumindest die selbe Gattung ist.
Nur hier im Binnenland ist die Gefahr des "übersanden" nicht gegeben und so verzichtet der Pilz auf seinen Stiel und bleibt ein Punkt.
Ob der jetzt wirklich in JEDEM Köttel ist, kann ich nicht sagen - vielleicht gibt es im Wald auch keinen so großen Bedarf, da es andere Zersetzer gibt, als in einem offenen Steinbruch - aber vielleicht findet man dort die Köttel auch nur nicht so gut ;-).

Im Dennis steht nur "rooting in old rabbit droppings". Ferner
gibt's da noch eine P. leporina, auch auf Hasenköttel, die sich durch
braune statt schwarze Perithezien unterscheidet un kleinere Sporen hat.
Dennis schreibt nix darüber, dass die Art(en) nur atlantisch verbreitet
sein sollen.

Ich habe eben den Milchling schmählich vernachlässigt und nun doch einen guten Schnitt hinbekommen und geguckt: Die Sporen sind meist über 25 mü lang und etwa 13 mü breit. (Ich bin eine von den "ungenaueren Messerinnen", die NICHT 100 Sporen messen, sondern ich schätze lieber - aber egal, da alle recht einheitlich in der Größe aussahen.

Wenns Dich nicht losläßt kann ich Dir mal die eMail-Adresse von Francesco
Doveri mailen. Der bearbeitet seit Urzeiten mit Cacialli und Caroti
zusammen Pilze auf Dung.

Ja, wenn du meinst, daß man dort dann einfach so anmailen kann?

....außerdem interessieren mich Köttel aus allen Biotopen ;-).

Da ich gestern nur zwei Köttel eingesteckt hatte, werde ich wohl bald auch mal wieder nach Nachschub gucken müssen.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Kaninchenköttel

Thilo, (vor 9109 Tagen) @ Huperzia

Aus Angst, daß es weiter unten unter geht, schreibe ich hier nochmal, weil
ich gerne einen Besitzer des "Ellis: Microfunghi on misselenious
substrates" bitten möchte, unter "Podosordaria tulasnei"
nachzuschlagen und mir die Wahrscheinlichkeit zu nennen, daß diese Art
eventuell in (fast) jedem Köttel auf offenem Gelände - auch im Binnenland
- in zumindest einer schwach ausgeprägten Form vorkommt.
...oder habt ihr einen anderen Vorschlag für kleine schwarze (wahrscheinlich
Pyrenomyceten) Pünktchen auf Kaninchenkötteln?
Gibt es verschiedene Formen bei dieser Gattung (Podosordaria)?
Viele Grüße,
Tanja
P.S.: Ich muß noch sagen, daß ich unterm Mikroskop lediglich die Diagnose
Pilz gestellt habe, da mir zu näherem Betrachten einfach die innere Ruhe
fehlte.

Hallo, Coprophile,

auf Kaninchenkötteln kommt natürlich auch Poronia erici vor, die ursprünglich von den Inseln Hiddensee und Helgoland beschrieben wurde (Z. Mykol. 54/1988) Außerdem erschöpft sich die Pyrenomyzetenflora der Köttel keineswegs in 3 oder 4 Arten... Es gibt Dutzende. Der "Klassiker" dazu ist das Standardwerk von Lundqvist "Nordic Sordariaceae". Eine Welt für sich!

Thilo

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Re: Kaninchenköttel

Huperzia ⌂, (vor 9109 Tagen) @ Thilo

Hallo, Coprophile,
auf Kaninchenkötteln kommt natürlich auch Poronia erici vor, die ursprünglich
von den Inseln Hiddensee und Helgoland beschrieben wurde (Z. Mykol.
54/1988) Außerdem erschöpft sich die Pyrenomyzetenflora der Köttel
keineswegs in 3 oder 4 Arten... Es gibt Dutzende. Der
"Klassiker" dazu ist das Standardwerk von Lundqvist "Nordic
Sordariaceae". Eine Welt für sich!
Thilo

Hallo Thilo,

Endlich mal einer der den Poronia ericii kennt :-)... vor kurzem übrigens erstmals im Binnenland gefunden und wer weiß, vielleicht verschlägt es den auch mal nach Jena ;-).

Davon habe ich auch einen Beleg zu Hause und etwas eingetrocknet ist der ja noch fast leichter zu übersehen als Podosordaria. Kennst du ihn und woher?

Viele Grüße,

Tanja