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Hebeloma aestivale, Nachtrag *PIC*

Ingo Jürgens, (vor 5132 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

hier noch mal Hebeloma aestivale. Glücklicherweise konnte ich in dem Gartenbeet versteckt unter Laub und diversen krautigen Gewächsen noch einige frische Exemplare ausfindig machen. Diese habe ich alle auch mikroskopisch untersucht, an den (im Vergleich zu den Literaturangaben) etwas zu kleinen Sporen änderte das aber nichts.

Bei allen Exemplaren fanden sich auch die sehr langen und teilweise septierten Cheilozystiden, diese sind laut Literatur kennzeichnend für "aestivale", leider sind die oberen Enden nicht durchgehend zylindrisch, sondern leicht keulenförmig und das ist dann schon die zweite (geringfügige?) Abweichung von der Darstellung in der Literatur.

Andererseits findet sich in der Literatur keine andere Art, die insgesamt besser zu den vorgefundenen Merkmalen passt. Und da auch einige sehr versierte Pilzkenner (siehe die Antworten auf meinen vorherigen Beitrag vom 06.10.2012) nichts gefunden haben, was signifikant dagegen spricht, ist es wohl tatsächlich Hebeloma aestivale.

LG Ingo

Hebeloma aestivale
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Re: Hebeloma aestivale, Nachtrag

Krötenhocker, (vor 5132 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo Ingo,

Die Unterschiede könnten aber auch daran liegen, das Vesterholt mit Exsikkaten gearbeitet hat. Zudem ist nicht erwähnt, ob er die Sporen der 2-sporigen Basidien mit in das Konfidenzintervall einfliessen ließ, was dann sofort für die besonders nach oben größeren Sporenmaße verantwortlich wäre.

LG, Jens

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Re: Hebeloma aestivale, Nachtrag

huehnchen69, (vor 5131 Tagen) @ Ingo Jürgens

Lieber Ingo,

Ich sehe gerade jetzt erst, dass auch du einen geruchlosen Fälbling bei dir im Beet gefunden hast. Vielleicht wäre das ja auch eine Lösung für meinen Fälbling? Deine mikroskopischen Beschreibungen kann ich allerdings nicht mit meinen vergleichen, und eine ausführliche makroskopische Beschreibung von H. aestivale habe ich in keinem meiner Bücher, und auch im Netz nicht gefunden.

Würde meine Beschreibung/Foto (Beitrag 227301) auch zu deinen Pilzen passen?

Liebe Grüße,
Sabine

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Re: Hebeloma aestivale, Nachtrag

Ingo Jürgens, (vor 5130 Tagen) @ huehnchen69

Liebe Sabine,

ohne Mikromerkmale wie Sporenform und -größe, Perispor ablösend oder nicht, Farbreaktion der Sporen in Melzers Reagenz (Dextrinoidität), Größe und Form der Cheilozystiden und anderen nur unter dem Mikroskop zu beurteilenden Merkmalen ist vielen Fälblingen leider nicht beizukommen.

Sicher ist es mit einiger Erfahrung möglich, die eine oder andere Art schon im Feld richtig zu bestimmen, viele Arten sind einander aber sehr ähnlich und da hilft dann nur das Mikroskop.

Zu Deinen Fälblingen: Nur nach dem Foto kommen neben H. crustuliniforme noch einige andere Arten in Frage, auch H. aestivale ist vorstellbar.

Zum Geruch: Dieser kann bei einigen Arten (wie z.B. crustuliniforme) sehr unterschiedlich stark ausfallen, bei H. aestivale scheint der Geruch (nach den wenigen bisher vorliegenden Fundmeldungen) dagegen immer nur schwach bis sehr schwach ausgeprägt zu sein. Mit H. aestivale sollte man Deine "geruchlosen" Fälblinge also unbedingt vergleichen, nur brauchst Du dann auch einige Mikromerkmale.

Ein Tropfen Melzers Reagenz würde Dich schon deutlich weiterbringen (die Sporenfarbe von H. aestivale verwandelt sich augenblicklich in ein dunkles Rotbraun, die Sporen von H. crustuliniforme verfärben sich überhaupt nicht). Weitere mikroskopische Untersuchungen müssten folgen.

LG Ingo

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Re: Hebeloma aestivale, Nachtrag

Ingo Jürgens, (vor 5130 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

darauf, dass die Sporen von 2-sporigen Basidien bei der Messung der Sporengröße auszuschließen sind, wird im Vesterholt (2005), The genus Hebeloma auf Seite 15 hingewiesen. Ich denke, dass er das auch bei seinen eigenen Untersuchungen berücksichtigt hat.

Wie sich Exsikkate auswirken, vermag ich mangels entsprechender Erfahrungen nicht abzuschätzen, könnte mir aber vorstellen, dass zumindest die Zystiden nach Trocknung und Wiederbefeuchtung nicht mehr ganz so aussehen wie bei Frischmaterial.

LG Ingo