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Fundbesprechung zur Herbstmitte *PIC*

Ingo, (vor 5125 Tagen)

Hallo Forum!

In den vergangenen Wochen hatte ich zweimal die Buchenwälder bei Wandlitz frequentiert.
Genau - das sind die Wälder, wo man sowas hier findet:

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Buschenschleimrüblinge - nicht besonders spannend, aber meist hübsch anzusehen.

Mitunter findet man an dem Totholz, was von Deutschlands letzem nachgewiesenen Derecho
zeugt, auch andere typische Standortbegleiter.

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Dachpilze kommen dort sehr häufig vor. Eher selten aber die hier gezeigten. Vom Bild her sollte
es sich um Pluteus umbrosus handeln. Zuletzt konnte ich diese Rötlingsverwandten vor drei Jahren
dort beobachten. Ich würde gerne eure Meinung zu diesem Fund wissen.
Nach Ansicht einiger Mykologen sollten Dachpilze unbedingt mikroskopisch abgesichert werden.
Welche anderen Möglichkeiten existieren im Fall dieses auffälligen Pluteus eigentlich?

Beim nächsten Fund geht es um einen Schwärztäubling. Ich hatte die Art hier bereits vor zwei Jahren
gezeigt, das Ganze aber nicht vollständig beschrieben. Der Täubling lief, wie gut zu erkennen, rosarot an
und verblieb eine längere Zeit in diesem Zustand. Erst wenn die Rottöne verschwanden, blieb ein
grauer Farbton im Schnitt über. Ganz schwarz wurde die Art nicht. Die Hutfarben blieben auch eher hell.
Die Lamellen sind, frisch probiert, leicht schärflich. Das Fleisch riecht pilzig - aromatisch und ist fast mild.
Da der Standort definitiv nicht kalkhaltig ist, eher sauer - basisch, sollte es sich wohl um Russula densifolia handeln.
Alternativ käme wohl nur R. acrifolia in Betracht. Was meint ihr dazu?

[image]

Das folgende Bild zeigt einen Lacktrichterling. Ziemlich hoch gewachsen mit bis zu 20 cm Höhe
und Hdm von bis zu 6 cm. Irgendwo hier im Forum hatte ich neulich was über Laccaria proxima
gelesen. In unmittelbarer Nähe standen vor allem Vertreter von L. laccata herum - wie immer schön lila.

[image]

Der Standort befand sich in einer Senke. Kiefernsprösslinge waren auch in der Nähe, da im
Buchenwald noch einzelne, große Kiefern eingestreut sind. Kämen da auch andere
Arten in Frage? Wie steht's momentan eigentlich mit dem Artrang von L. proxima?

Ganz zum Schluss was für Mykophagen. In Massen erscheinen momentan die Herbstrotfüße.

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Selbst eine Einzelmahlzeit aus Jungexemplaren vermag nicht darüber weg zu täuschen, dass es da
Besseres gibt. Hallimasch zum Beispiel. Imho sind an keinem mir bekannten Standort bisher Vertreter
von A. ostoyae (Dunkler Hallimasch) erschienen. Das erinnert mich schon ein wenig an den Herbst 2006.
Da kamen die Hallimasch Anfang November und der Winter fiel aus. Falls hier zufällig jemand aus dem
"Wetterzentrale-Forum" mitliest.
Gibt es vielleicht in diesem Jahr meteorologische Indizien für einen Mildwinter?

Grüsslis Ingo

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Re: Fundbesprechung zur Herbstmitte

phragmobasidie, (vor 5125 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Nach Ansicht einiger Mykologen sollten Dachpilze unbedingt mikroskopisch
abgesichert werden.
Welche anderen Möglichkeiten existieren im Fall dieses auffälligen Pluteus
eigentlich?

Keine Gattung ohne Ausnahme - das sollte doch wohl umbrosus sein (hat auch noch punktiert schwarze L-Schneiden).

Beim nächsten Fund geht es um einen Schwärztäubling. Ich hatte die Art hier
bereits vor zwei Jahren
gezeigt, das Ganze aber nicht vollständig beschrieben. Der Täubling lief, wie
gut zu erkennen, rosarot an
und verblieb eine längere Zeit in diesem Zustand. Erst wenn die Rottöne
verschwanden, blieb ein
grauer Farbton im Schnitt über. Ganz schwarz wurde die Art nicht. Die
Hutfarben blieben auch eher hell.
Die Lamellen sind, frisch probiert, leicht schärflich. Das Fleisch riecht
pilzig - aromatisch und ist fast mild.
Da der Standort definitiv nicht kalkhaltig ist, eher sauer - basisch, sollte
es sich wohl um Russula densifolia handeln.
Alternativ käme wohl nur R. acrifolia in Betracht. Was meint ihr dazu?

Das ist densifolia. Passt optisch (hell nach außen), ist mild und passt vom Standort (neutral / oberflächensauer).
Acrifolia ist unifarbener, hat eine +- speckig-glänzende HH, ist größer (und eher auf basischen Böden)
und schärfer (wobei densifolia zwar meist mild ist, manchmal aber auch etwas schärfer).

Das folgende Bild zeigt einen Lacktrichterling. Ziemlich hoch gewachsen mit
bis zu 20 cm Höhe
und Hdm von bis zu 6 cm. Irgendwo hier im Forum hatte ich neulich was über
Laccaria proxima

Bei dem Laccaria laccata-Komplex ist auch Mikroskopie angesagt.

Gibt es vielleicht in diesem Jahr meteorologische Indizien für einen
Mildwinter?

Ich bin sehr dafür :)

Beste Grüße
Robin

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Re: Fundbesprechung zur Herbstmitte

Gernot, (vor 5125 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

wenn deine Lacktrichterlinge eine violette Stielbasis (Basalmycel) hatten ist es Laccaria bicolor, ansonsten könntest du mit L. proxima durchaus richtig liegen (dieser unterscheidet sich von typischen L. laccata (var. pallidifolia oder L. tetraspora) in der Regel durch größere Fruchtkörper mit dunklen, stark gestreiften Stielen und schuppigen Hüte). Mikroskopie ist natürlich immer anzuraten.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Fundbesprechung zur Herbstmitte

AK_CCM, (vor 5124 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

an L. bicolor glaube ich eher weniger, weil das Violett meist noch als schwacher Reflex in den Hutrandbereichen erscheint. Und der Stiel ist schon auffällig braun gefärbt, weshalb ich L. proxima für einen guten Arbeitstitel halte.

Gruß, Andreas

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Re: Fundbesprechung zur Herbstmitte

Gernot, (vor 5124 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

wäre für mich ja auch eher L. proxima, jedoch schaut es so aus als ob das liegende Exemplar an der Stielbasis Violetttöne aufweist. Die Frage ist natürlich, ob die tatsächlich vorhanden waren und zum Pilz gehören oder eine andere Ursache haben (verfälschte Farben oder eingewachsene, derartig gefärbte Substratteilchen).

Schöne Grüße
Gernot

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at all

Ingo, (vor 5124 Tagen) @ Ingo

gelesen. In unmittelbarer Nähe standen vor allem Vertreter von L. laccata
herum - wie immer schön lila.

Hallo Leute,

Herzlichen Dank für eure Beiträge zunächst - das Forum lebt doch noch.

@Robin
Damit fehlen mir noch zwei Schwärztäublinge in der Sammlung:
R. acrifolia und R. nigricans.
Das mit dem Pluteus war mir auch wichtig. Ich hatte neulich eine PN,
wo der Verfasser der Ansicht war, dass alle Pluteen mikroskopiert
gehören. Auch so gewöhnliche wie P. umbrosus. Die Lamellen waren
übrigens dunkel und die Schneiden schön schwarz-dunkelbraun gesprenkelt.

@Andreas und Gernot
Zuerst möchte ich meinen Beitrag editieren. Ersetzt bitte L. laccata durch
L. amethysta. Ist zum Glück Niemandem aufgefallen.
L. bicolor kenne ich genau. Dieser ist Typusart in meinen Kiefernarealen
und umzingelt momentan die Grünlinge an den Wegrändern und in den Schneisen.
L. laccata und L. amethysta kommen dort nicht vor. Genau so wenig wie der
Riesen Lacktrichterling im Bild. Die dunklen Flecken an der Stielbasis
sind auf Substratreste zurück zu führen.
L. bicolor wird in den betreffenden Gebieten max. 8 cm. hoch.
Die Lamellen waren übrigens nicht gleich gefärbt wie die Hüte, sondern eher
blassorange - cremefarben.

Grüßlis Ingo

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Re: Dickblättriger Schwärztäubling

UmUlmHerum, (vor 5124 Tagen) @ Ingo

Damit fehlen mir noch zwei Schwärztäublinge in der Sammlung: R. acrifolia und
R. nigricans.

Hallo Ingo,
wenn Du allzu große Sehnsucht nach R. nigricans bekommen und zufällig mal um Ulm herum sein sollest, kannst Du Dich gerne melden. Hier in der Gegend habe ich mehrere Standorte, die Guten fruktifizieren seit der ersten Steinpilz-Welle mehr oder weniger ununterbrochen.
Grüße - Rika

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Re: at all

Stephan Weißer, (vor 5123 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
Russula nigricans findet man besonders häufig in älteren, leicht ausgelichteten Buchenbeständen, wobei der Basengehalt des Bodens ziemlich egal ist. Da würdest du dann übrigens auch Laccaria amethysta finden, oder etwa den Schwefelritterling oder die Totentrompete.