Pilze Pilze Forum
Erweitert

saftiges (13Pic) *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5092 Tagen)

Hallo Zusammen,

heute ging es auf eine Wiese am Donnersberg. Zuletzt hatte ich mich hier am 2. Weihnachtsfeiertag rumgetrieben. Heute hoffte ich noch etwas mehr als damals zu finden und ich wurde fündig.

[image]

[image]
Kirschroter Saftling Hygrocybe coccinea traue ich mich bei dem mal zu sagen.

Beim Rest muss ich leider erst mal passen. Da ist erst mal lesen angesagt.

[image]
#1 sehr lange dünne und gebogene Stiele; rein gelb ohne rot/orange Anteil, gesellig bis einzeln stehend

[image]
#2 kurzstielige stämmige FK, auch rein gelb, aber teilweise mit Frostschaden auf dem Hut, einzel stehend

[image]

[image]
#3 relative große FK, sehr leuchtend gelb-orange, Hutmitte orange zum Rand hin gelb, mit stark ausgeprägten Amastomosen, fast immer büschelige

[image]
#4 recht kleine FK, Hut gelb-orange, Stiel mehr gelb, einzeln stehend

[image]
#5 ähnlich wie #4 aber etwas größer und mehr orange-rötlich, der blasse rechts hat wohl auch zu viel Frost abbekommen, gesellig stehend

Mit am Start waren noch Wiesenellerling, Schneeweißer Ellerling und Papagei Saftling, der aber meist mit rosa Hut (Frost?) aber typischem grünen Stiel.

Daneben fanden sich auch wieder diese hier:

[image]
Wiesenkoralle Clavulinopsis corniculata

[image]
Was in Richtung Schöne Wiesenkeule Clavulinopsis cf laeticolor oder auch C. luteoalba denke ich mal. Von der Farbe her vergleichbar mit dem Samtigen Pfifferling. Oben laufen sie oft in einer weißen Spitze aus.

[image]
Das sollte was anderes sein, wie ich finde. Nur was? C. luteoalba oder gar C. helvola Die sind schön gelb und nicht so spitz wie die oben.

Zum Schluß noch ein paar orange Punkte:

[image]

[image]
Da hab ich gar keinen Plan. Mit genommen hab ich von denen nichts. Das Substrat war mir dann doch noch etwas zu flüssig um es zu den Saftlingen in den Schraubenkoffer zu stecken. ;-) Wenn's was besonders sein sollte kann ich ja noch mal hin und ne Probe besorgen.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

haseneier, (vor 5092 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi
Kirschroter Saftling Hygrocybe coccinea traue ich mich bei dem mal zu
sagen.

Würde ich auch so sehen

Beim Rest muss ich leider erst mal passen. Da ist erst mal lesen angesagt.

Beim Lesen würde ich mich auf H. chlorophana, ceracea, evtl. noch glutinipes und insipida konzentrieren. Leider herrscht abbildungsmäßig bei Cetto, Dähncke, Breitenbach/Kränzlin und anderen Anarchie, kann man sich nicht drauf verlassen.


#1 sehr lange dünne und gebogene Stiele; rein gelb ohne rot/orange Anteil,
gesellig bis einzeln stehend

tippe H. ceracea (Hut schleimig, Stiel trocken, Lamellen hell & breit angewachsen); lange Stiele würde ich eher den Wuchsbedingungen (längeres Gras, oder schon mal umgetreten) zuschreiben als ein Artmerkmal draus machen


#2 kurzstielige stämmige FK, auch rein gelb, aber teilweise mit Frostschaden
auf dem Hut, einzel stehend

tippe H. chlorophana (Hut&Stiel schleimig, Lamellen ausgebuchtet/schmal angewachsen). Stumpfhütig waren die doch? (sieht man auf dem Bild leider nicht so; spitzgebuckelt darf chlorophana nicht sein)

#3 relative große FK, sehr leuchtend gelb-orange, Hutmitte orange zum Rand
hin gelb, mit stark ausgeprägten Amastomosen, fast immer büschelige

denke auch als erstes an große ceracea (sowohl ceracea wie chlorophana machen orange getönte Fk, v.a. wenn jung; evtl. aber H.quieta ausschließen (dazu passen die Anastomosen; die sollten aber einen Blattwanzengeruch haben a la Eichenmilchling)


#4 recht kleine FK, Hut gelb-orange, Stiel mehr gelb, einzeln stehend

da tipp ich wieder auf ceracea (s.o.)


#5 ähnlich wie #4 aber etwas größer und mehr orange-rötlich, der blasse
rechts hat wohl auch zu viel Frost abbekommen, gesellig stehend

könnte auch ceracea sein, käme aber auch das eine oder andere in Frage, z.B. H. insipida, ausgeblasste coccineae, oder (mit Honiggeruch im Idealfall) der seltenere Honigsaftling H. reidii, manchmal fälschlich noch marchii genannt

Alles ohne Gewähr, mehr so Wahrscheinlichkeitsrechnung. Geruch und Schleimigkeit der einzelnen Teile sind wichtig für die Bestimmung bei den gelben/orangen Saftlingen. Bei der Geruchsprüfung sind Tricks empfohlen: Reiben, Schneiden, Trocknen, im Glas verschließen und nach 30 min mit der Nase voraus öffnen, wässern.
Die Schwierigkeit kommt daher, daß die Arten recht variabel hinsichtlich z.B. Größe und Farbton sein können.
Bei den Keulen und Dungtüpfeln halt ich mich lieber ganz zurück ;)

lg
Martin

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

Wolfgang D. ⌂, (vor 5092 Tagen) @ haseneier

hallo,

Leider herrscht abbildungsmäßig bei Cetto,
Dähncke, Breitenbach/Kränzlin und anderen Anarchie, kann man sich nicht
drauf verlassen.

David Boertmann hat in seiner Hygrocybe-Monografie (Fungi of Northern Europe 1) die Abbildungen in den gängigen Bilderbüchern kommentiert und bringt damit schon ein bisschen Ordnung hinein, zumindest schränkt er die Anzahl der Abb. stark ein, auf die kein Verlass ist ;-)

LG
Wolfgang

Eintrag gesperrt
24 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

haseneier, (vor 5092 Tagen) @ Wolfgang D.

hallo,
David Boertmann hat in seiner Hygrocybe-Monografie (Fungi of Northern Europe
1) die Abbildungen in den gängigen Bilderbüchern kommentiert und bringt
damit schon ein bisschen Ordnung hinein, zumindest schränkt er die Anzahl
der Abb. stark ein, auf die kein Verlass ist ;-)
LG
Wolfgang

Hallo Wolfgang und andere,

ja! David Boertmanns detaillierte Kommentierung der Abbildungsirrtümer in der Standardliteraur war auch für mich sehr erhellend (und hat einige Verwirrung beseitigt), weil ich doch bis kürzlich so naiv war, anzunehmen, daß sich bei den bekannten Autoren die Fehldiagnosen nicht dermaßen (Cetto: über 20 irreführende Saftlingsbilder incl. 1 Clitocybe, Dähncke 12, PdSchweiz 11 ) häufen sollten. Darauf habe ich mich auch in meiner Anmerkung bezogen, ohne Boertmann die Ehre zu geben, die ihm zukommt.
M.E. ist es zur Saftlingsbestimmung derzeit schon am besten, den Boertmann vor sich zu haben, aber ich weiß nicht, ob Joschi in der glücklichen Lage ist bzw. wo er nachlesen wollte, daher kam mein warnender Kommentar....

Sehr gut gefällt mir übrigens auch Boertmanns "Trick" für die Prüfung/Unterscheidung der unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten bei den Hygrocyben von trocken über feucht, klebrig bis schleimig...:
Er empfiehlt, den Saftling zu küssen, denn das Sensorium der Oberlippe sei für die Unterscheidung der verschiedenen Klebrigkeitsabstufungen unübertroffen. :D

Da der Boertmann sehr aktuell (2. rev. ed. 2010) ist, und hochwertig bebildert, sauber gebunden etc., ist er seine 34 Euro Neupreis echt wert und kann allen Saftlingsfreunden ans Herz gelegt werden.

lg
Martin

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

Joschi Siembida ⌂, (vor 5092 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin und Wolfgang,

danke erst mal für Eure Hinweise.

Die 2. Auflage des Boertmann habe ich jetzt seit - schnellmal zählen - 20 Tagen. :-) Dazu noch Funga Nordica und Ludwigs 3. Band. Wie gesagt da muss ich mich jetzt erst mal einlesen. Zum Teil auf Englisch was es nicht einfacher macht, aber wird schon gehen.

Bin jetzt aber auf dem Srung zum Stammtisch nach Bexbach.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

42, (vor 5091 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,

Sehr gut gefällt mir übrigens auch Boertmanns "Trick" für die
Prüfung/Unterscheidung der unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten
bei den Hygrocyben von trocken über feucht, klebrig bis schleimig...: Er
empfiehlt, den Saftling zu küssen [...]

Mykologen-Anbaggern: 'Du, ich bin ein Saftling ...' :-)

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

Eintrag gesperrt
22 Aufrufe

Re: Der Kuss der Pilzsachverständigen *PIC*

haseneier, (vor 5091 Tagen) @ 42

Hallo Thomas

Zu beantworten bleibt noch die Frage, ob die bekannten tiefrosa Flecken im Gesicht der kleinen H. virginea's durch freudige Erwartung des prüfenden Kusses verursacht werden, oder ob es sich gar um Lippenstiftspuren zuvorgekommener Damen Mykologinnen handelt. Kann ja auch von Fall zu Fall verschieden sein, läßt sich aber vielleicht mikroskopisch differenzieren ;) Und komme mir jetzt keiner mit so etwas Prosaischem wie sekundären Fusarieninfektionen....

lg
Martin

[image]

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Re: Der Kuss der Pilzsachverständigen ;=))) *oT*

Rudi, (vor 5091 Tagen) @ haseneier

- kein Text -

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

DirkW, (vor 5092 Tagen) @ Joschi Siembida

hallo joschi, bei deinen dungbechern handelt es sich um eine cheilymenia-art. hier wären die haare interessant, auch die sporen. auf kuhfladen ist cheilymenia granulata fast obligatorisch. ohne sichtbare behaarung. aber deine exemplare scheinen recht dunkle ränder zu haben ...

beste grüße

dirk

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Dungbewohner

Joschi Siembida ⌂, (vor 5092 Tagen) @ DirkW

Hallo Dirk,

ja die haben einen dunklen Rand. Ich würd sogar sagen mit einem leichten Grünstich. Auf einer Kuhweide wäre ein Kuhfladen anzunehmen, auch wenn der etwas kleiner und recht flüssig daher kam. Ein größeres Rotwild mit nem flotten Otto ist natürlich nicht auszuschließen. In Fladenbestimmung bin ich noch schlechter. ;-)

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

Svampskogen, (vor 5092 Tagen) @ Joschi Siembida

#1 sehr lange dünne und gebogene Stiele; rein gelb ohne rot/orange Anteil,
gesellig bis einzeln stehend

Das schaut schon sehr nach Hygrocybe ceracea aus.

#5 ähnlich wie #4 aber etwas größer und mehr orange-rötlich, der blasse
rechts hat wohl auch zu viel Frost abbekommen, gesellig stehend

Hier wäre H. reidii möglich.
Den Boertmann besitze ich leider nicht, habe immer mit dem Schlüssel in Funga Nordica geschlüsselt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht, kann ich also wärmstens empfehlen ;-)

Beste Grüsse Svampskogen

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

Goldsucher, (vor 5091 Tagen) @ Joschi Siembida

Nachdem ich heuer schon einige Saftlinge in den Händen hatte probiere ich einmal wieder.

1-2 H. coccinea mit ausblassender Hutmitte aber auch conischen Hut, was mich verwirrt

3 H. ceracea
4 H. chlorophana
5-6 H. ceracea
7-8 H. glutinipes (habe ich sehr oft - kommt allerdings lieber im Spätsommer)

9 C. corniculata
10 C. fusiformis/laeticolor
11 C luteoalba/helvola
die gehen nur mikroskopisch

die letzten beiden Bilder sind nicht mein Revier.

Schöne Sachen jedenfalls zeigst du wieder.

Bernd

Eintrag gesperrt
25 Aufrufe

Re: saftiges (13Pic)

Joschi Siembida ⌂, (vor 5089 Tagen) @ Goldsucher

Hallo Bernd,

3 H. ceracea
4 H. chlorophana
5-6 H. ceracea
7-8 H. glutinipes (habe ich sehr oft - kommt allerdings lieber im Spätsommer)

Eine erstaunliche Treffequote! Der letzte ist noch nicht ganz sicher.

...die gehen nur mikroskopisch.

Ja leider. Die hab ich Papa P vermacht. Vielleicht knackt er sie mit seinem Mikro.

Schöne Sachen jedenfalls zeigst du wieder.

Danke.

Und Danke auch für Deine Vorschläge.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

#1 Hygrocybe ceracea *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5090 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

hatte gerade mein Erstes mal - Saftlinge knutschen! :-)

[image]

Die Lippenprobe ergab einen glatten ganz leicht schmierigen? Hut. Von der Schmierigkeit eines Butterrüblings allerdings Meilen weit entfernt. Daher das Fragezeichen. Hut D. max. 20mm, jung halbkugelig dann flach werdend bisweilen mit eingedellter Mitte, hygrophan - leicht radial gestreift ausblassend.
Der Stiel ist für mich trocken. Da ist nichts schmierig oder klebrig.
Die Lamellen sind angewachsen und minimalst herablaufend (Lupe). Lamellenschneiden blass gelb zum Grund hin gelb-chromgelb wie der Hut.
Kein besonderer Geruch festgestellt und auch nicht bitter (Zungenkuss auf Huthaut :-)).
Besonders der Hut ist sehr zerbrechlich.

Mit Funga Nordica komme ich damit ohne Probleme zu H. ceracea.

Mit trockenem Hut gelange ich über umwege zu H. quieta. Die Merkmale passen aber insgesammt nicht so gut.

Daher bin ich mir mit der Bestimmung doch recht sicher. Bestätigungen oder Gegenstimmen sind willkommen.

Noch eine Anmerkung zur FN. Sprachlich komme ich mit dem Englisch dort besser zurecht als z.B. jetzt im Boertmann. Das erging mir an anderer Stelle auch schon so. Sehr positiv!

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

#2 Hygrocybe chlorophana *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5090 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

[image]

Hut leuchtend Zitronengelb und stark schleimig klebrig. Am Rand streifig durchscheinend.
Stiel feucht aber nicht klebrig.
Lamellen fast frei und blasser als der Hut.

Mit dem Feld Schlüssel im Boertmann komme ich damit geradewegs zu H. chlorophana.

In der FN steige ich bei Punkt 5 mit den Mikromerkmalen der Lamellen leider aus.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: #2 Hygrocybe chlorophana

Svampskogen, (vor 5090 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi

Ich glaube mit Punkt 5 in der FN wollte man vor allem H. aurantiosplendens von H. chlorophana und persistens abgrenzen, da makroskopisch schon Ähnlichkeit besteht. Mikroskopisch ist H. aurantiosplendens aber eindeitig abgrenzbar! Denke aber nicht, dass du H. aurantiosplendens gefunden hast ;-)

Beste Grüsse Svampskogen

Hallo Zusammen,

Hut leuchtend Zitronengelb und stark schleimig klebrig. Am Rand streifig
durchscheinend.
Stiel feucht aber nicht klebrig.
Lamellen fast frei und blasser als der Hut.
Mit dem Feld Schlüssel im Boertmann komme ich damit geradewegs zu H.
chlorophana.
In der FN steige ich bei Punkt 5 mit den Mikromerkmalen der Lamellen leider
aus.
Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: #2 Hygrocybe chlorophana

Joschi Siembida ⌂, (vor 5089 Tagen) @ Svampskogen

Hallo Svampskogen,

...allem H. aurantiosplendens von H. chlorophana und persistens abgrenzen, da makroskopisch schon Ähnlichkeit besteht.

das treibt jetzt aber den Puls hoch. *blätterundstudier*

Denke aber nicht, dass du H. aurantiosplendens gefunden hast ;-)

Ich auch nicht, der hätte doch breit angewachsene Lamellen. Buh!

Danke für Deine Hilfe.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
22 Aufrufe

#3 Hygrocybe ceracea (?) *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5090 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

[image]

Hut schmierig ähnlich wie Butterrübling; in der Mitte Orange-gelb und zum Rand Gelb; Lamellen zu etwa 1/3 durchscheinend; hygrophan.
Stiel trocken und gelb.
Lamellen breit angewachsen, manchmal auch leicht herablaufend; mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Anastomosen.
Hut nicht bitter.

Hier komme ich mit FN und Boertmann wieder zu H. ceracea. Kaum zu glauben, daß #1 und #3 die selbe Art ist. Hätte ich vorher nicht gedacht.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

#5 Hygrocybe cf insipida *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5089 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

die härteste Nuß zum Schluss.

[image]

Hier schwanke ich zwischen H. glutinipes und eben H. insipida. Gegen H. g. sprechen der nur leicht klebrige und nicht schleimige Stiel und das Funddatum Mitte November. Beides aber wohl etwas Weiche Faktoren, daher erst mal mit cf. Jetzt müsste das Mikro ran für die Sporengröße. Mal sehen ob ich da Unterstützung aus der Nachbarschaft bekomme. ;-)

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: #5 Hygrocybe cf insipida

Wolfgang P., (vor 5087 Tagen) @ Joschi Siembida

Jetzt müsste das Mikro ran für die Sporengröße. Mal sehen
ob ich da Unterstützung aus der Nachbarschaft bekomme. ;-)

Hallo Joschi,

Wenn Du Mikro-Unterstützung bekommst, lass nicht die Sporen sondern die Tramazellen vermessen. Da ist der Unterschied zwischen insipida und glutinipes am größten.

Gruß,

Wolfgang

Eintrag gesperrt
25 Aufrufe

Re: #5 Hygrocybe insipida

Joschi Siembida ⌂, (vor 5087 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang,

danke für den Tip. Habe ich so weiter gegeben.

Die vermessenen Tramazellen lagen zwischen 43-140µm x 10-18µm. Für H. glutinipes wären die zu kurz und im Verhältnis zu breit. Lege den jetzt unter H. insipida ab.

Danke nochmals an alle für die Unterstützung, besonders Mama P fürs mikroskopieren.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Hygrocybe splendidissima??? *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5086 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

gestern war ich nochmals auf der Saftlingswiese. Den ersten Bestimmling den ich mir rausgesucht habe ist gleich ne harte Nuß, zumindest für mich.

Beschreibung

Standort: Kuhweide; leicht geneigter Nordhang; Lehmiger Boden, Rotliegend; Fruchtkörper sehr gesellig oder in dichten Büscheln stehend.
Hut: 2-4cm; an geschützen Stellen strahlend rot, ansonsten schmutzig (gelb-)orange bis orange-rot (vermutlich durch Frost); trocken?!? (bei Lippenprobe nur ganz leicht klebend); Lamellen kaum durchscheinend; breit kegelig bis +/- halbkugelig; im Alter fast flach mit leichtem Buckel in der Mitte, bei einem Exemplar mit Papille; Hutrand jung eingerollt dann gerne wellig und im Alter einreißend; hygrophan, radialstreifig ausblassend.
Stiel: 2,5-4,5cm x 0,7-1,4cm; zylindrisch bis eingedellt/flachgedrückt, machmal auch leicht wellig/riegelig; Stielbasis schief und meist asymetrisch ausspitzend; Oberfläche glatt und trocken; durchgehen rot oder orange aber auch in Farbverläufen von beidem, jedoch zur Basis hin immer gelb-blassgelb (fast weiß) werdend; großvolumig hohl von der Basis bis in den Hut; sehr dünnwandig und innen von wattiger Konsistenz.
Lamellen: sehr breit 5-10mm; schmal angewachsen (Burggraben), teilweise mit leichtem Zähnchen; mit ausgeprägten Anastomose; jung gelblich, im Alter orange mit deutlicher rosa Komponente, Lamellenschneide aber deutlich heller gelblich bleibend.
Fleisch: insgesamt sehr dünnfleischig auch im Hut; Trama durchweg gelb bis chromgelb; ohne besonderen Geschmack und Geruch.

Mit FN und Boertmann schlüssele ich damit H. splendidissima aus. Den süßen Geruch konnte ich bisher nicht feststellen.

Wenn ich für den Hut klebrig annehmen würde, gelange ich zu H. punicea (eventuell auch noch H. aurantiosplendes). Hier finde ich passt der großvolumig hohle Stiel und die gelbe Tramafarbe nicht.

Was haltet Ihr davon? Habe ich irgendwo was übersehen oder falsch interpretiert?

Gruß Joschi

[image]

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Da mussten...

Karl-Heinz ⌂, (vor 5086 Tagen) @ Joschi Siembida

aber viele dran glauben!

Etwas Unverständnis ist da bei mir.

Nichts für ungut.

Grüße
Karl-Heinz

Eintrag gesperrt
22 Aufrufe

Re: Da mussten...

Joschi Siembida ⌂, (vor 5086 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

Da mussten aber viele dran glauben!

im Nachhinein gebe ich Dir da recht. Vor Ort kam mir das nicht so vor, da noch um einiges mehr Fruchtkörper vorhanden waren.

Nichts für ungut.

Schon in Ordnung.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: Hygrocybe splendidissima???

haseneier, (vor 5086 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi

Schöner thread: Es gefällt mir, wie Du Deine Bestimmungsarbeit Schritt für Schritt nachvollziehbar machst. Und natürlich hat mich auch die gute Trefferquote bei den intuitiven Bildbestimmungen von WSvampskogen, Goldsucher und meiner Wenigkeit gefreut Die Bilder sind auch schön (obwohl beim letzten: warum steht denn da kein einziger mehr in situ?! Mehr sog i net).

Und zum neuen Bestimmling: Gab es außer fehlendem Wanzengeruch noch triftige Gründe, die gegen H. quieta sprechen? V.a. die von Dir beschriebenen Charkteristika der Lamellen und des Stiels passen sehr gut zu diesem) Den Geruch würde ich nicht unbedingt voraussetzen, bzw. mal versuchen, ihn zu provozieren.

lg
Martin

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Hygrocybe quieta

Joschi Siembida ⌂, (vor 5086 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,

...warum steht denn da kein einziger mehr in situ?!

weils rund 15min. dauert die Teile fotogen freizulegen - weil ich an dem Tag spät dran war - weil... Ja, ich gelobe Besserung.

Gab es außer fehlendem Wanzengeruch noch triftige Gründe, die gegen H. quieta sprechen?

An dem hab ich immer zielstrebig vorbeigeschlüsselt, da die Pilze auch in der Dose (wie im Schlüssel vermerkt) nicht danach rochen. In der Beschreibung bei Boertmann lese ich jetzt, daß der Dosentest mit frisch abgeschnittenen Fruchtkörpern erfolgt. Das war so nicht im Schlüssel vermerkt, oder ich habs überlesen. Das nächste mal bin ich schlauer.

Den Geruch ... zu provozieren.

Habe jetzt wie beschrieben mal zwei Fruchtkörper in der Hand zerbröselt/zerquetscht - und siehe da, beide riechen nach Blattwanzen. Nicht so intensiv wie die Tierchen, aber sie tuns.

Vielen Dank für den Schubser. In diese Richtung hatte ich überhaupt nicht gedacht.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: Hygrocybe quieta

haseneier, (vor 5085 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi

falls Du noch Material von dieser Aufsammlung hast, habe ich eine Bitte.

Ichhatte selber vor ein paar Wochen eine unklare quieta ohne Geruch schon ein paar Tage zuhause liegen. Weder durch den Schraubglasversuch, noch mit Zerquetschen bekam ich einen sicheren Wanzengeruch. Da ich die nach Hause mitgenommenen Saftlinge immer "in wässriger Lösung" auf einem Saftlingshabitat in meinem Garten ausbringe, habe ich ihn in einem Gläschen lauwarmem Wasser eingeweicht. Zufällig nahm ich ihn nach einer kleinen halben Stunde nochmal heraus und roch daran - und da war dan der Blattwanzengeruch auf einmal unverwechselbar. Hielt aber auch nur ca 1 Minute an.

Würdest Du diesen Versuch bitte für mich überprüfen, denn hier sehe ich diesen Herbst keine Chance mehr auf eine Saftlingsnachernte.

lg
Martin

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Den Einweichtest...

Joschi Siembida ⌂, (vor 5084 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,

Würdest Du diesen Versuch bitte für mich überprüfen,...

...habe ich gerade erledigt. Ja, auch meine Exemplare müffeln dann wieder leicht nach Wanzen. An den Trockenen ist davon nichts zu erschnüffeln.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
22 Aufrufe

Re: Den Einweichtest...

haseneier, (vor 5084 Tagen) @ Joschi Siembida

Danke Joschi,

Deine Geruchsbeobachtungen entsprechen, wie es scheint meinen:
Im Feld: (bei Kälte) allenfalls schwacher bzw. schwer festzustellender Geruch
angetrocknet bzw. nach mehrtägigem Kühlschrankaufenthalt: Kein spez. Geruch mehr
zerrieben: rel. flüchtiger Blattwanzengeruch, schwächer als beim Eichenreizker
eingeweicht: in etwa wie zerrieben.

Beim Einweichen bzw. Zerreiben (nicht nur eine Messerspitze, sondern besser ein halber oder ganzer Fk) auftretender "quietus"-Geruch ist zwar eindeutig, aber weder besonders intensiv noch länger anhaltend, eher ca. 10-60 sec. Am eindeutigsten und haltbarsten erschien mir der Geruch noch am eingeweichten Pilz.

Die intensivste und widerwärtigste Kostprobe vom Blattwanzengeruch bekommt man übrigens in die Nase wenn nicht gar als Geschmack in den Mund, wenn man (Wald)erdbeeren mit den kleinen grünschwarzen Wanzenkindern verspeist...reicht auch schon, wenn die ne Weile draufgesessen sind....
http://www.hausgarten.net/gartenforum/schaedlinge/26656-gruen-schwarze-kaefer-auf-erdbe...
Grüße
Martin

Eintrag gesperrt
22 Aufrufe

Re: Den Einweichtest...

Joschi Siembida ⌂, (vor 5084 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,

...bei Kälte...

das muss ja aber nicht unbedingt an den Pilzen liegen, daß nix zu riechen ist. Zumindest mir geht bei Kälte gerne die Nase zu.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: Hygrocybe splendidissima???

Svampskogen, (vor 5085 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi

Ich denke wie Martin H. quieta. Den solltest du aber mit FN nicht als H. splendidissima ausschlüsseln: "Cap and often stem bright to deep scarlet", der ist viel intensiver rot ;-) Ein gutes Merkmal von H. quieta sind die oft recht intensiv gefärbten Lamellen, was bei deinen Exemplaren jetzt vielleicht nicht sooo der Fall ist. Wenn man sofort an frischen Exemplaren riecht, dann ist der Geruch nach Lactarius quietus meist vorhanden, wenn auch eher schwach.

BEste Grüsse Svampskogen

Hallo Zusammen,
gestern war ich nochmals auf der Saftlingswiese. Den ersten Bestimmling den
ich mir rausgesucht habe ist gleich ne harte Nuß, zumindest für mich.
Beschreibung
Standort: Kuhweide; leicht geneigter Nordhang; Lehmiger Boden, Rotliegend;
Fruchtkörper sehr gesellig oder in dichten Büscheln stehend.
Hut: 2-4cm; an geschützen Stellen strahlend rot, ansonsten schmutzig
(gelb-)orange bis orange-rot (vermutlich durch Frost); trocken?!? (bei
Lippenprobe nur ganz leicht klebend); Lamellen kaum durchscheinend; breit
kegelig bis +/- halbkugelig; im Alter fast flach mit leichtem Buckel in
der Mitte, bei einem Exemplar mit Papille; Hutrand jung eingerollt dann
gerne wellig und im Alter einreißend; hygrophan, radialstreifig
ausblassend.
Stiel: 2,5-4,5cm x 0,7-1,4cm; zylindrisch bis eingedellt/flachgedrückt,
machmal auch leicht wellig/riegelig; Stielbasis schief und meist
asymetrisch ausspitzend; Oberfläche glatt und trocken; durchgehen rot
oder orange aber auch in Farbverläufen von beidem, jedoch zur Basis hin
immer gelb-blassgelb (fast weiß) werdend; großvolumig hohl von der Basis
bis in den Hut ; sehr dünnwandig und innen von wattiger Konsistenz.
Lamellen: sehr breit 5-10mm; schmal angewachsen (Burggraben), teilweise mit
leichtem Zähnchen; mit ausgeprägten Anastomose; jung gelblich, im Alter
orange mit deutlicher rosa Komponente, Lamellenschneide aber deutlich
heller gelblich bleibend.
Fleisch: insgesamt sehr dünnfleischig auch im Hut; Trama durchweg gelb bis
chromgelb; ohne besonderen Geschmack und Geruch .
Mit FN und Boertmann schlüssele ich damit H. splendidissima aus. Den süßen
Geruch konnte ich bisher nicht feststellen.
Wenn ich für den Hut klebrig annehmen würde, gelange ich zu H. punicea
(eventuell auch noch H. aurantiosplendes ). Hier finde ich passt der
großvolumig hohle Stiel und die gelbe Tramafarbe nicht.
Was haltet Ihr davon? Habe ich irgendwo was übersehen oder falsch
interpretiert?
Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Re: Hygrocybe splendidissima???

Joschi Siembida ⌂, (vor 5084 Tagen) @ Svampskogen

Hallo Svampskogen,

danke auch Dir für's zurechtrücken.

"Cap and often stem bright to deep scarlet", der ist viel intensiver rot ;-)

Zwei Fruchtkörpern bei denen die Hüte abgedeckt waren hatten schöne rote Flecken bzw. Streifen. Daher bin ich davon ausgegangen daß dies die normale Hutfarbe ohne Frosteinwirkung, Trockenheit etc. ist. Rote Stiele gab es zum Teil ja auch. Dafür, wie dunkelrot H. splendidissima nun immer sein muß, fehlt mir halt noch die Erfahrung.

Wenn man sofort an frischen Exemplaren riecht, dann ist der Geruch nach Lactarius quietus meist vorhanden, wenn auch eher schwach.

Ist mir im Feld nicht aufgefallen. Bei den niedrigen Temperaturen sind Geruchsproben im Feld als so ne Sache bei mir.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Clavulinopsis luteoalba *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5086 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

dank mikroskopischer Unterstützung aus der Nachbarschaft (Name soll ich ausdrücklich nicht nennen :-)) konnte folgende Keule doch noch mit einem Namen versehen werden.

[image]

Clavulinopsis luteoalba

Sporen 5,7 - 7,5µm x 3,6 - 4,2µm; Apiculus nicht besonders groß

Gruß Joschi