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Fundwunsch: Leuchtendes Hallimaschholz *PIC*

haseneier, (vor 5091 Tagen)

Auch diesen Herbst war ich wieder einigemale nachts im Naturwaldreservat "Hecke" im Neuburger Wald überm Inn unterwegs, in der Hoffnung, daß mein langjährig gehegter Wunsch, leuchtendes Hallimasch-Holz bzw. Myzel zu sehen, doch noch einmal in Erfüllung geht.

Mein Vorgehen: Ich habe Stellen gewählt, die nicht nur reichliche Armillaria-Vorkommen und viel Totholz aufwiesen, sondern auch in totaler Dunkelheit lagen (bedecktes Wetter bzw. Neumond, keine Einstrahlung von Ortsbeleuchtung, Straßenstreulicht etc.).
Ich war meist so 2-3 Stunden lang nach Sonnenuntergang im Dunkeln unterwegs, abwechselnd in Bewegung mit LED-Stirnlampe und auf "Ausschau" mit 10-20 min. ausgeschalteter Stirnlampe. Totale Adaption des Auges, die maximal 30 min benötigt, war meines Erachtens gegeben.
Vielversprechende Stellen, meist mycelüberzogene Stümpfe, die im weißen LED-Licht annähernd floureszierend wirkten, habe ich auch mal für 1, 2 Minuten aus der Nähe angestrahlt (ohne ins Licht zu schauen), um evtl. ein Nachleuchten, wie man das von diesen phosphoreszierenden Farbaufträgen (Kinderzimmer-Deko)kennt, zu provozieren. Aber eigentlich ist die Hallimasch-Biolumineszenz doch primärer Natur, also von vorheriger UV-Bestrahlung unabhängig, oder?
Eine Axt hab ich nicht dabeigehabt, ich nehme an, das Hallimasch-Myzel kommt so oft an die Oberfläche, daß man das Holz nicht extra öffnen muß.

Leider nichts Selbstleuchtendes gefunden, natürlich trotzdem immer ein schönes Erlebnis nachts im Wald zu sein: die Tiergeräusche, die Nachtfalter, das ganz andere Pilzspektrum, das (bei eingeschalteter Lampe) ins Auge springt, die Baumgeister...

Wer war erfolgreicher und kann mir Tipps geben?
Wie häufig/selten ist das Phänomen bei uns?
Welche Jahreszeit ist am erfolgversprechendsten? (daß das Myzel bzw. Holz feucht sein muß, hab ich gelesen)
Wie könnte ich meine Suchtechnik verbessern?
Wer hat bei uns (Ölbaumtrichterling mal außen vor, den hab ich hier noch nicht gesichtet) schon andere leuchtende Pilze beobachtet?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß ich bald abgeknallt werde, wenn ich während der Jagdsaison so weitermache?

Hier noch ein schöner und informativer link zum Thema (enthält auch weitere lohnende links):
http://www.cybervisuals.ch/work/biolumi/index.html

...und eine Erinnerung an den feinen thread von Guy Marson vor ein paar Monaten hier:
Beitrag 225687

...und ein Bild vom Innufer (Neuburger Wald) beim Aufbruch zu einer dieser Nachtexkursionen, da rechts geht der Weg "Hecke" die steilen Ufer hoch und hinter in die tiefen Einschnitte der Bachtäler...

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Re: Fundwunsch: Leuchtendes Hallimaschholz

Günter1, (vor 5091 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,

selber hatte ich keinen Erfolg und kann Dir keine Tips geben, aber einen link zu interessanten Fotos http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10246.0.
Fundzeit des Autors war wohl Mitte September.

Grüße
Günter

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Re: Fundwunsch: Leuchtendes Hallimaschholz

haseneier, (vor 5091 Tagen) @ Günter1

Hallo Martin,
selber hatte ich keinen Erfolg und kann Dir keine Tips geben, aber einen link
zu interessanten Fotos
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10246.0 .
Fundzeit des Autors war wohl Mitte September.
Grüße
Günter

Danke Günter,

Demnach also doch eher selten bzw versteckt, da in nicht an der Oberfläche liegenden Holz- bzw. Myzelpartien?

lg
Martin

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Re: Fundwunsch: Leuchtendes Hallimaschholz

Thomas Pruss, (vor 5091 Tagen) @ haseneier

Moin Martin,
eine Axt wäre schon sinnvoll, denn der Hallimasch glüht im Verborgenen. Ein ordentliches Stück Holz vom Strunk abschlagen, und dann solltest du was sehen.
Grüßlis
Thomas

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Re: Fundwunsch: Leuchtendes Hallimaschholz *PIC*

Peter P., (vor 5089 Tagen) @ haseneier

Hallo in die Runde,
Biolumineszenz zu beobachten ist schon eine faszinierende Sache. Leuchtendes Hallimaschholz ist mir nur noch ganz schwach in Erinnerung. Die berühmten "Glühwürmchen" hingegen sind im Sommer schon noch zu finden und auch "Leuchtmoos" ist hin und wieder zu bestaunen, wenn man deren Standorte gezeigt bekommt. Neulich aber ist mir ein abgemantelter Lichtleiter vor die Linse gekommen: Erstarrter Sporenstrang von Libertella faginea, der Konidienform von Q. quaternata, auf einem Buchenästchen.
Gruß Peter P.

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Re: Fundwunsch: Leuchtendes Hallimaschholz

haseneier, (vor 5088 Tagen) @ haseneier

@ Thomas: wenn ich dann nachts mit der Axt im Reservat aktiv werde, könnt ihr bald den weiteren Verlauf unter "Vermischtes" in der Presse verfolgen.....inzwischen habe ich auch eine Angabe gefunden, daß im ersten Weltkrieg an der Front Leuchtholz in den Schützengräben zum Einsatz kam, *vielleicht wären Explosiva ja noch zielführender bei der Suche*

@ Peter: Interessantes Motiv, schönes Bild, goldschmiedstauglich, aber keine Biolumineszenz, oder?

@ alle: Mir scheint, hier hat kaum jemand eigene Erfahrungen mit dem Leuchthallimasch, oder wollt Ihr nichts drüber verraten?

lg
Martin

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Re: Fundwunsch: Leuchtendes Hallimaschholz

Thomas Pruss, (vor 5088 Tagen) @ haseneier

Moin Martin,
das Spalten morscher Aststubben ist durchaus sinnvoll: Die Raktion, die das Leuchten auslöst, ist Sauerstoff abhängig. D. h. das du mit Luftzufuhr das aktive Mycel zum stärkeren Leuchten anregen kannst. Oft reicht es schon aus, mit einem stärkeren Messer ein Stück Holz aus einem Stubben heraus zu brechen. Das habe ich schon des öfteren probiert, und es hat immer geklappt.
Vergiss’ niemals: "Wenn du zu Holze gehst, vergiss die Axt nicht!" um einen immer wieder falsch zitierten Spruch von Nietzsche einmal komplett falsch abzuwandeln … ;-)
Mit dem "Leuchtholz", das im 1. Weltkrieg die Schützengräben erleuchtete, hat es folgende Bewandnis: Die "Trenches" wurden mit Holz abgestützt, das, unbehandelt wie es war, sehr schnell anfing zu faulen. Es war also eher keine gezielte Anwendung, sondern das aus der Not geborene Ausnutzen der Bioluminiszenz.
Grüßlis
Thomas