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Gestrige Funde *PICs* *PIC*

Emil, (vor 4785 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,
hier einige Funde von gestern, wieder mit einigen Unklaren. Ich würde mich über Hinweise freuen.
Fundort: Mischwald mit Eichen, Fichten, Kiefern, anderen Bäumen.

1) Agaricus cf. silvaticus, Wald-Egerling
Auch in die engere Wahl stelle ich A. fuscofibrillosus, A. benesii und A. langei
Die Art wuchs nicht im Wald, sondern am grasigen Wegesrand. Auffällig sind die wenig kontrastierenden Hutschuppen, die nicht schuppig sondern eher faserig sind. Stielbasis relativ schwach keulig-knollig. Stiel unter dem Ring schwach schuppig. Cheilozystiden kurz, blasig, fast so breit wie lang.
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2) Laccaria cf. proxima, Braunroter Lacktrichterling
Sehr groß. Hut bis über 5 cm, Stiel bis über 13 cm. Hut fein gerieft, feinschuppig, Stiel faserig, braun, Lamellen lilarosa, Myzelfilz weiß. Skeptisch machen mich die relativ runden Sporen, die eher zu L. laccata passen würden.
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3) Russula cf. parazurea, Blaugrüner Reiftäubling
Geschmack mild, Sporenpulver cremeweißlich. Hut bereift. Sporen netzig. Mit Eisensulfat orangerosa, mit Guajak blaugrün.
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4) Russula cf. integra, Brauner Ledertäubling
Geschmack mild, Sporenpulver orangegelb. Sporen stachelig. Mit Eisensulfat schwach orangerosa, mit Guajak tief blau.
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5) Crepidotus spec., Stummelfüßchen
Sporenpulver dunkelbraun. Fruchtkörper nie größer als 1 cm, weißfilzig, nicht gelatinös. Lamellen jung weißlich bis braunrosa. Sporen fein warzig oder punktiert, länglich elliptisch. Auf Laubholzästchen.
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6) Clitocybe cf. gibba, Ockerbrauner Trichterling
Einzelexemplar. Hut braun, nicht hygrophan. Am auffälligsten ist der aufdringlich parfürmierte Geruch, der an Nelkenschwindlinge erinnert.
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7) Thelephora caryophyllea, Nelkenförmiger Warzenpilz
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8) Postia caesia, Blauender Saftporling
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Zum Schluss noch ein Fund, der mich besonders gefreut hat, weil ich ihn schon längere Zeit einmal finden wollte:
9) Hapalopilus nidulans, Zimtfarbener Weichporling
Giftig, zimtfarben, weich und färbt sich mit Lauge violett :-)
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Danke schon mal im Voraus für eure Hilfe :-)
Viele Grüße,
Emil

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Nachtrag Crepidotus

Emil, (vor 4785 Tagen) @ Emil

Ich habe beim Crepidotus eine (nicht ganz eindeutige) Schnalle gefunden. Ich nehme an, das zählt dann unter "Schnallen vorhanden" :-)

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Re: Nachtrag Crepidotus

Helmut, (vor 4785 Tagen) @ Emil

Servus Emil,

wie groß waren denn die Sporen?
Welche Bestimmungsliteratur hast Du für die Gattung?

Mit solcher Sporenform käme z. B. C. variabilis in Frage. Wichtig sind aber auch noch andere Merkmale wie die Form der Cheilozystiden.

Gruß

Helmut

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Re: Gestrige Funde *PICs*

Werner E., (vor 4785 Tagen) @ Emil

Griasdi Emil,

6) Clitocybe cf. gibba, Ockerbrauner Trichterling
Einzelexemplar. Hut braun, nicht hygrophan. Am auffälligsten ist der
aufdringlich parfürmierte Geruch, der an Nelkenschwindlinge erinnert.

Den würd ich rein farblich für einen Keulenfußtrichterling halten.Da würd auch der Geruch dazupassen. Evtl. ist die keulige Basis abgebrochen.

7) Thelephora caryophyllea, Nelkenförmiger Warzenpilz

eher T. terrestris...

Gruaß aus München, Werner

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Re: Gestrige Funde *PICs* *PIC*

Emil, (vor 4784 Tagen) @ Werner E.

Hallo Werner,

Den würd ich rein farblich für einen Keulenfußtrichterling halten.Da würd
auch der Geruch dazupassen. Evtl. ist die keulige Basis abgebrochen.

Hmm, ich weiß ja nicht... Den Keulenfüßtrichterling kenne ich eigentlich ganz anders, viel fleischiger und heller, auch der Geruch... Na ja, ich bin noch nicht so überzeugt.

eher T. terrestris...

Stimmt, T. terrestis passt besser. Der Rand ist zwar zottig, aber nicht rissig genug und der von mir als Stiel aufgefasste Teil ist wohl eher die Wurzel.

Danke und viele Grüße,
Emil

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Re: Nachtrag Crepidotus

Emil, (vor 4784 Tagen) @ Helmut

Servus Emil,
wie groß waren denn die Sporen?
Welche Bestimmungsliteratur hast Du für die Gattung?
Mit solcher Sporenform käme z. B. C. variabilis in Frage. Wichtig sind aber
auch noch andere Merkmale wie die Form der Cheilozystiden.
Gruß
Helmut

Hallo Helmut,
ich habe kein Messokular und als Bestimmungsliteratur habe ich allgemeine Bücher (Parey, GroPiBaWü, Gerhard, Laux, Handbuch für Pilzfreunde, u.s.w.). Ich kann versuchen, die getrockneten Fruchtkörper noch mal einzuweichen und die Cheilozystiden anzugucken. Aber danke für den Tipp C. variabilis. Da kann ich schon mal in der Richtung weitersuchen.
Viele Grüße,
Emil

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Re: Gestrige Funde *PICs*

Emil, (vor 4782 Tagen) @ Emil

Liebe Pilzfreunde,
nachdem mein Beitrag hinter vielen anderen Beiträgen in die Tiefen des Internet(ze)s verschwunden ist, möchte ich noch mal abschließend etwas dazu schreiben.
Vielen Dank erst mal an Helmut, Werner und Wolfgang (PiWo) per Mail!
Als keine neuen Antworten mehr kamen, dachte ich, das liegt entweder daran, dass die Sache zu schwer ist oder aber daran, dass die Bestimmungen richtig sind.

1) Agaricus cf. silvaticus, Wald-Egerling
Hier trifft offenbar Ersteres zu. Wolfgang schreibt mir dazu:
"Also bei deinem Champignon müsstes du schon das scharfe Glas in Kombination mit entsprechender Fachliteratur benutzen. Oder anders gesagt, deinen Champignon wirst du zunächst nicht sicher bestimmen können. Jeder ernsthafte Pilzler wird dir bestätigen, dass die Champignons mit ca. 70 Arten nicht zu den einfachen Gattungen zählen."
Die Bestimmung habe ich aufgegeben. Aber ich behalte ein Exsikkat zurück für evtl. spätere Bestimmungsversuche :-)

2) Laccaria cf. proxima, Braunroter Lacktrichterling
Die habe ich erst mal mit dem Arbeitstitel L. proxima versehen und frage Harald bei unserem nächsten Treffen noch mal dazu (Wolfgang: "Bei den Lacktrichterlingen spricht Harald immer davon, dass es bei uns fast immer nur eine Art ist. Frag ihn mal beim Stammtisch.")
Harald, du kannst natürlich auch gerne jetzt schon was dazu schreiben ;-)

3) Russula cf. parazurea, Blaugrüner Reiftäubling
Hier habe ich zuerst gedacht, dass die Bestimmung nicht so schwer sein würde (weil ich nur wenige Verwechslungsarten dazu im Sinn hatte). Doch Wolfgang schreibt dazu:
"Die Griseinae sind innerhalb der eh nicht leichten Täublinge eine besonders schwere Gruppe. [...] Besonders bei den Griseinae geht ohne Mikro fast nichts."
Ok, ich kann die Art also nicht sicher ansprechen.

4) Russula cf. integra, Brauner Ledertäubling
Zum ersten Mal eine Art, bei der ich wahrscheinlich richtig liege :-)
Der Braune Leder-Täubling gehört ja auch zu den einfacheren Arten unter den Täublingen.

5) Crepidotus spec., Stummelfüßchen
Diesen Pilz wollte ich erst gar nicht mitnehmen, weil ich mir schon gedacht habe, dass die Bestimmung einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Aber als ich das zehnte Ästchen gesehen habe, das mit den Viechern befallen war, habe ich es dann doch getan.
Lange Rede, kurzer Sinn: Beim erneuten Mikroskopieren habe ich keine Cheilozystiden gefunden und Sporen kann ich nicht messen... Eine weitere Art, die unbestimmt bleiben muss.

6) Clitocybe cf. gibba, Ockerbrauner Trichterling
Es ist noch ein weiteres, mitgenommenes und vergessenes Exemplar aufgetaucht, bei dem die Stielbasis noch vorhanden und der Geruch sogar noch intensiver war. Stiel lang (ca. 7 cm), bis zur Basis dünn (etwa 0,5 cm). Hut braun wie beim anderen Exemplar, aber etwas heller ockerbraun. Etwa 3 cm Durchmesser.
Ich nenne die Art jetzt C. gibba mit Fragezeichen. Die Exemplare waren fast schon zu fragil für C. gibba, aber was Anderes mit dem Geruch habe ich nicht gefunden.

7) Thelephora caryophyllea, Nelkenförmiger Warzenpilz
Das ist T. terrestis.

8) Postia caesia, Blauender Saftporling
9) Hapalopilus nidulans, Zimtfarbener Weichporling
Die Beiden dürfen ihre Namen behalten :-)

Danke noch mal an alle Antworter, vielleicht kommen ja auch noch Reaktionen auf diesen Beitrag.
Viele Grüße,
Emil