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Funde aus der Schorfheide, Brandenburg (Pics) *PIC*

Emil, (vor 4752 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

ich möchte euch hier gern ein paar Funde von letzter Woche zeigen, die ich in der Schorfheide gemacht habe.

Einige sind un-, oder nicht sicher bestimmt. Dazu sind wie immer Hinweise herzlich willkommen.

Einer der schönsten Funde zuerst:
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Auf einer verlassenen Kuhweide leuchteten sehr viele große Pilze. Nachdem ich mich flach auf dem Boden unter dem Stromzaun durchgeschoben hatte, wurde ich durch diesen Erstfund belohnt:
Acker-Schirmpilz, Macrolepiota excoriata (der kleine braune ist ein Behangener Düngerling, Panaeolus papilionaceus, ebenfalls ein Erstfund)
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Zuerst war ich verwirrt durch den fehlenden Ring,
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aber die nächsten Exemplare hatten einen Ring, wie es sich gehört.
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gemeinsam war allen die recht helle Farbe der Hutschuppen, die schon bei den jungen Pilzen so war.

Und jetzt kommt noch ein, relativ seltener, Erstfund.
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Es handelt sich um den Großen Krempling, Paxillus validus

Hier die Beschreibung:[/i]
Hut 12-20(25) cm breit, manchmal unregelmäßig, bis zu 2 cm dick. Oval, trichterig (Trichter nicht zentral), bis 4 cm tief. Oberfläche weich, feinsamtig, unregelmäßig, im Randbereich schwach faserig, feucht schmierig-klebrig; braun abfärbend. Hut oft rissig-felderig aufgesprungen, besonders im Randbereich. In verschiedenen Brauntönen schattiert; gelb-, rot- und graubraun ("kremplingsbraun"). Bei alten Exemplaren in der Mitte schwarzbraun, grünlich (Moos?). Hutrand im Alter schwach gerieft (nicht immer). Huthaut dick, nicht abziehbar. Rand eingerollt, später überstehend.
Stiel 3-4 cm lang, 3-4 cm dick, an der Basis (schwach) verjüngt. Etwas länger als dick. Braun, filzig punktiert, an der Basis mit Erde paniert. Robust und dickfleischig.
Lamellen schön gelbbraun. Gedrängt stehend, 10-14 Lamellen pro cm. Am Grund flach queraderig verbunden. An Stiel angewachsen, herablaufend. Mit verschieden langen Lamelletten. Auf Druck bräunend.
Fleisch hellgelb, fest. Geruch angenehm pilzartig.
Sporenpulver braun, mit schwachem Olivton, nicht weinfarben.
Fundort: Wiese, bei Linden.

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Bestimmt habe ich die Pilze dann nach diesem Schlüssel.
Wolfgang Schössler hat mir die Bestimmung bestätigt. Ich hatte ihn angefragt, weil er mir kürzlich von einem Fund des noch selteneren Dunkelsporigen Kremplings, Paxillus obscurosporus erzählt hatte.

Am Waldrand begegnete mir dieser Hasen-Stäubling, Lycoperdon utriforme.
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Er wuchs unweit der Fundstelle im letzten Jahr. Damit dürfte auch die Bestimmung des vorjährigen Fundes als sicher gelten.

Daneben wuchs dieser Ritterling. Geruch angenehm nicht mehlartig. Ich dachte zuerst an den Schwarzfaserigen Ritterling, Tricholoma portentosum, aber jetzt glaube ich eher, dass es ein Erd-Ritterling, Tricholoma terreum ist, wie im Vorjahr gefunden. Was meint ihr?
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Am Waldrand fand ich diesen Pilz auf einem Baumstumpf.
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Ich denke, es handelt sich um den Dunkelstieligen Flämmling, Gymnopilus picreus.
Gibt es Häublinge (Galerina) oder andere Flämmlinge mit diesen Farben?

Im Wald, mit Honigduft, finde ich sogleich die Erinnerung daran, dass man beim Pilzesammeln immer vorsichig sein muss.
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Grüner Knollenblätterpilz, Amanita phalloides

Etwas weiter war für mich noch ein Erstfund.
Keines der Exemplare hatte einen Hutdurchmesser über einen halben Zentimeter.
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Gelbknolliger Sklerotienrübling, Collybia cookei

Die mit Abstand häufigste Pilzgattung in diesem Jahr ist Hallimasch, Armillaria.
In dem einen Wald schmarotzten sie am Grund nahezu jedes Baumstammes.
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Dunkelschuppiger Hallimasch, Armillaria ostoyae

Außerhalb des Waldes war diese Art sehr häufig anzutreffen, die Hüte zum Teil über 20 cm groß.
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Ich kann mich nicht richtig zwischen dem Zwiebelfüßigen Hallimasch, Armillaria cepistipes und dem Fleischfarbenem Hallimasch, Armillaria gallica entscheiden. Könnt ihr mir helfen?

Abschließend noch zwei, bei denen ich überhaupt keine Ahnung habe, was es sein könnte.
Unbekannt 1
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Und dann noch dieser Trichterling, Clitocybe spec.. Auf Wiese, in der Nähe eine Fichte, Geruch angenehm, aber nicht mehlig.
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Viele Grüße,
Emil

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Re: Funde aus der Schorfheide, Brandenburg (Pics)

Gábor, (vor 4752 Tagen) @ Emil

Hallo,

der vorletzte schaut mir nach Trichaptum abietinum aus.
Und der letzte erinnert mich etwas an Rhodocybe popinalis.

LG, Gábor

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Re: Funde aus der Schorfheide, Brandenburg (Pics)

Biber, (vor 4752 Tagen) @ Emil

Emil, zur Bestimmung kann ich als Anfänger nichts beitragen.
Aber dankeschön für die virtuelle Reise!

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Re: Funde aus der Schorfheide, Brandenburg (Pics)

Emil, (vor 4752 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,
danke dir für deinen Hinweis. Rhodocybe ist eine gute Idee, aber R. popinalis scheint mir nicht so recht zu passen.
Ich lese morgen noch mal bei den Tellerlingen nach.
Viele Grüße,
Emil

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Re: Funde aus der Schorfheide, Brandenburg (Pics)

Emil, (vor 4752 Tagen) @ Biber

Danke für dein positives Feedback :-)
Viele Grüße,
Emil

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Re: Funde aus der Schorfheide, Brandenburg (Pics)

Gernot, (vor 4752 Tagen) @ Emil

Hallo Emil,

schöner Fundbericht!

Daneben wuchs dieser Ritterling. Geruch angenehm nicht mehlartig. Ich dachte
zuerst an den Schwarzfaserigen Ritterling, Tricholoma portentosum , aber
jetzt glaube ich eher, dass es ein Erd-Ritterling, Tricholoma terreum
ist, wie im Vorjahr gefunden. Was meint ihr?

Könnte gut T. terreum sein.

Ich denke, es handelt sich um den Dunkelstieligen Flämmling, Gymnopilus
picreus .
Gibt es Häublinge (Galerina) oder andere Flämmlinge mit diesen Farben?

Theoretisch schon aber ich denke, du hast eine gute Chance mit deiner Bestimmung richtig zu liegen.

Ich kann mich nicht richtig zwischen dem Zwiebelfüßigen Hallimasch,
Armillaria cepistipes und dem Fleischfarbenem Hallimasch, Armillaria
gallica entscheiden. Könnt ihr mir helfen?

Passt zumindest ganz gut zur Darstellung von A. lutea im Ludwig (recht blasse Fruchtkörper, Stiel kaum mit gelbem Velum bedeckt, Ring faserig ausgefranst, Hutschuppen bis zum Rand, Stiel dick und keulig).

Abschließend noch zwei, bei denen ich überhaupt keine Ahnung habe, was es
sein könnte.
Unbekannt 1

Wie Gábor schon sagte ist das ein Trichaptum. Für T. abietinum ist mir das Hymenophor aber viel zu lamellig - das könnte schon in Richtung T. laricinum gehen, obwohl ich die Art noch nie gesehen habe und sie ziemlich selten und eher boreal verbreitet sein soll. Oder ob T. fuscoviolaceum mal so ausgeprägt lamellig daherkommen kann?

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Funde aus der Schorfheide, Brandenburg (Pics)

Emil, (vor 4751 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

schöner Fundbericht!

Danke :-)

Könnte gut T. terreum sein.

Ich denke, es handelt sich um den Dunkelstieligen Flämmling, Gymnopilus picreus.
Gibt es Häublinge (Galerina) oder andere Flämmlinge mit diesen Farben?

Theoretisch schon aber ich denke, du hast eine gute Chance mit deiner
Bestimmung richtig zu liegen.

Danke für die Bestätigung.

Passt zumindest ganz gut zur Darstellung von A. lutea im Ludwig (recht blasse
Fruchtkörper, Stiel kaum mit gelbem Velum bedeckt, Ring faserig
ausgefranst, Hutschuppen bis zum Rand, Stiel dick und keulig).

Danke auch hier. Irgendwie hatte ich das irrtümliche Bild im Kopf, A. lutea (gallica) müsse Gelbtöne am Velum haben.

Wie Gábor schon sagte ist das ein Trichaptum. Für T. abietinum ist mir das
Hymenophor aber viel zu lamellig - das könnte schon in Richtung T.
laricinum gehen, obwohl ich die Art noch nie gesehen habe und sie ziemlich
selten und eher boreal verbreitet sein soll. Oder ob T. fuscoviolaceum mal
so ausgeprägt lamellig daherkommen kann?

Als ich den Pilz fotografiert habe, dachte ich, der wäre mit einem Blick ins Buch rauszukriegen. Irrtum mal wieder :-)

An Büchern, wo Trichaptum-Arten vorkommen, habe ich u. a. Gerhard, Parey, Laux und GroPiBaWü.
Laut Literatur und Internet soll Trichaptum laricinum in Deutschland nicht vorkommen, außerdem fehlen mir bei der Art die bei mir vorhandenen Violetttöne.

Also sollte es T. abietinum oder T. fuscoviolaceum (hollii) sein.

GroPiBaWü: "In Deutschland zwei Arten, die sich sehr ähneln, aber offenbar intersteril sind."
"T. abietinum und T. fuscoviolaceum sind sehr ähnlich und mikroskopisch kaum trennbar."

Also suche ich mir von beiden Arten die aus, die mir wahrscheinlicher erscheint. Das ist aufgrund des Hymenophors T. fuscoviolaceum. Im Internet habe ich eine Abbildung gefunden, die perfekt zu meinem Fund passt. Auch auf diesem Foto ist das Hymenophor recht lamellig.

Sicher kann ich mir nicht sein, zumal T. fuscoviolaceum viel seltener als T. abietinum sein soll, aber ich denke, mein Fund zeigt Trichaptum fuscoviolaceum.

Viele Grüße,
Emil