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Knollenblätterpilz- Vergiftung...

zuehli ⌂, (vor 4749 Tagen)

... jetzt auch in Wetzlar! Mein erster Fall dieser Art in meiner PSV-Karriere.
Drei Personen, dem Vernehmen nach wahrscheinlich Russlanddeutsche, haben Pilze gegessen, von einer Stelle, von der sie schon immer Pilze gesammelt haben. Hatten aber in der Tat keinerlei Ahnung was sie gegessen haben.
Mahlzeit am Freitag abend gegen 20 Uhr, erste gastrointestinale Symptome nachts ca. 3 Uhr. Ich wurde hinzugerufen Samstag morgen 10 Uhr. Vorgelegt wurde ein durchgegartes Stück eines hellblättrigen Lamellenpilzes. Nach mikroskopischer Untersuchung gelang es mir zwischen den ganzen Fetttröpfchen eine handvoll Sporen auszumachen, die verdächtig auf eine Amanita-Art hinwiesen. Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten war zu erfahren, dass Amanitin-Tests schon in Auftrag waren, Leberwerte waren zu dieser Zeit noch unauffällig. Es wurde ärztlicherseits aber schon der schlimmste Fall angenommen und rechtzeitig Legalon verabreicht.
Nach Rückfrage Sonntag nachmittag wurde mir mitgeteilt, dass die Tests positiv verlaufen waren, in einem Fall mit besonders hohen Werten.
Die Patienten wurden zwischenzeitlich nach Mainz verlegt.
Kann man nur hoffen, dass aufgrund der frühen Therapie die Sache glimpflich ausgeht.
Auf jeden Fall habe ich letzte Nacht nicht besonders gut geschlafen...

Grüße
Harald

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Re: Knollenblätterpilz- Vergiftung...

Maren ⌂, (vor 4749 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,
das kann ich nachempfinden. Immer wenn der Verdacht einer Knollenblätterpilzvergiftung im Raum steht, steigt das Adrenalin auf. Man ist dann ja auch enorm unter Zeitdruck. Gut, dass du Sporen gefunden hast. ich hatte vor zwei Jahren einen Fall, bei dem die Knollis alle gegessen wurden, in den Resten waren keine mehr dabei. Nach einer gefühlten Ewigkeit am Mikroskop habe ich wenigstens noch zwei! Sporen gefunden. Der Arzt hatte aber schon richtig gehandelt, denn der Amanitin-Test verlief positiv. Schade finde ich, dass man nicht erfährt, ob die Patienten sich wieder erholt haben.
Gruß Maren

... jetzt auch in Wetzlar! Mein erster Fall dieser Art in meiner

PSV-Karriere.
Drei Personen, dem Vernehmen nach wahrscheinlich Russlanddeutsche, haben
Pilze gegessen, von einer Stelle, von der sie schon immer Pilze gesammelt
haben. Hatten aber in der Tat keinerlei Ahnung was sie gegessen haben.
Mahlzeit am Freitag abend gegen 20 Uhr, erste gastrointestinale Symptome
nachts ca. 3 Uhr. Ich wurde hinzugerufen Samstag morgen 10 Uhr. Vorgelegt
wurde ein durchgegartes Stück eines hellblättrigen Lamellenpilzes. Nach
mikroskopischer Untersuchung gelang es mir zwischen den ganzen
Fetttröpfchen eine handvoll Sporen auszumachen, die verdächtig auf eine
Amanita-Art hinwiesen. Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten war zu
erfahren, dass Amanitin-Tests schon in Auftrag waren, Leberwerte waren zu
dieser Zeit noch unauffällig. Es wurde ärztlicherseits aber schon der
schlimmste Fall angenommen und rechtzeitig Legalon verabreicht.
Nach Rückfrage Sonntag nachmittag wurde mir mitgeteilt, dass die Tests
positiv verlaufen waren, in einem Fall mit besonders hohen Werten.
Die Patienten wurden zwischenzeitlich nach Mainz verlegt.
Kann man nur hoffen, dass aufgrund der frühen Therapie die Sache glimpflich
ausgeht.
Auf jeden Fall habe ich letzte Nacht nicht besonders gut geschlafen...
Grüße
Harald

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Re: Knollenblätterpilz- Vergiftung...

haseneier, (vor 4749 Tagen) @ Maren

Hallo zusammen

Immerhin sehr erfreulich das Mitdenken und konstruktive Handeln der Klinikärzte in Deinem Fall.
Ich hab da neulich was ganz anderes erlebt, Da schickte der diensthabende Oberarzt trotz Verdacht auf Amanitin-Vergiftung (3-4 unbekannte 4-5 cm kleine bräunliche Schirmlinge roh verspeist) den Patienten am Sonntag nach kurzem Gespräch wieder nach Hause, ohne auch nur Labortests zu veranlassen, stattdessen mit der Maßgabe, sich wieder vorzustellen, wenn er greifbare Vergiftungssymptome an sich bemerke. Das "Ruhmesblatt" geht an das Krankenhaus der kleinen Stadt Schärding/oberösterreichisches Innviertel.

Grüße
Martin

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Re: Knollenblätterpilz- Vergiftung...

Kirsten Eta, (vor 4749 Tagen) @ haseneier

Hallo zusammen,

ich hatte mal 3 Russen an Bord (Tourismus), die beim Einsteigen bereits mehr als merkwürdig auf mich wirkten (weiße, teigige Haut, starkes Schwitzen, unsicherer Gang, kein Alkoholgeruch). Doch, sie wollten unbedingt fahren. Ich setzte sie so hin, dass ich sie beobachten konnte, und richtig. Gerade hatte ich abgelegt, da rutschte der erste bewusstlos unter die Bank. Der Rettungswagen war in wenigen Minuten da. Die Frau der Truppe erzählte dann etwas von Pilzen.

Da hab ich leider auch nie erfahren, wie das ausging. Das ist mir sehr lange nicht aus dem Kopf gegangen.

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Re: Knollenblätterpilz- Vergiftung...

zuehli ⌂, (vor 4749 Tagen) @ Maren

Schade finde ich, dass man nicht erfährt, ob die Patienten sich
wieder erholt haben.

Ja, das ist wohl in der Regel so. Zu den Wetzlarer Ärzten habe ich allerdings einen guten Draht, da würde ich sicher etwas in Erfahrung bringen können. Bei Mainz sehe ich da allerdings Schwierigkeiten, es sei denn vielleicht über die DGfM. Mit Prof. Siegmar Berndt habe ich gestern über den Fall noch telefoniert, mal schaun obs da noch irgendwelche Rückmeldungen gibt.

Beste Grüße
Harald

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Re: Knollenblätterpilz- Vergiftung...

huehnchen69, (vor 4749 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,

Puh, gut gemacht.
Ich bin echt froh, dass mir sowas noch nicht passiert ist, da käme ich bestimmt gut ins Schwitzen.
Bei dem einzigen Kandidaten, der massenweise Pilze mit weißen Lamellen gegessen hatte, war zum Glück auch der winzigste Schnipsel in den Pilzputzresten dank der rosafärbung noch als Perlpilz zu identifizieren (und er hatte eh keine Pilzvergiftungs-Symptome).

Beste Grüße,
Sabine

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Re: Knollenblätterpilz- Vergiftung...

Emil, (vor 4749 Tagen) @ zuehli

Das hätte ich nicht gedacht, dass bei deinen gekochten Pilzen sowas rauskommt...

Wollen wir hoffen, dass die Sache gut ausgeht.

Viele Grüße,
Emil

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Re: Knollenblätterpilz- Vergiftung...

karla toffel, (vor 4748 Tagen) @ zuehli

Hallo

Harald

Ich würde auch gerne das Ende der Geschichte erfahren... Vielleicht schreibst Du mal kurz, wenn Du was von den Ärzten hörst.

Grüsse,

Olga
(Russlanddeutsche ohne Vergiftungssymptomen)