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Die Zukunft des deutschen Waldes

Gábor, (vor 4728 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,
hier habe ich einen vielleicht interessanten Link für euch:
http://www.youtube.com/watch?v=y4X6JcT91VE
Das mag man ja fast nicht glauben mit dem Zuwachs an Waldfläche, wobei es wohl in erster Linie eine quantitative Aussage ist.
Was bringen denn die ganzen Fichten-/Kiefern-Monokulturen, wenn dafür z.T. sogar wertvolle und dadurch unwiederbringlich verlorene Feuchtbiotope trockengelegt werden, wie in Falle der Wahner Heide bei Köln damals?
Es ging doch schon in babylonischer Zeit um Macht, Geld & dicke Eier.
Ich glaube kaum, dass sich das jetzt plötzlich alles von heute auf Morgen ändern wird.
Und wie kann mann denn überhaupt sicher sein, dass das nicht alles eine korrupte Bande ist, die da ihre geschönten Statistiken präsentiert?
Wenn selbst die WWF in Korruptionsskandale um dubiose Palmölgeschäfte verwickelt ist, will mir doch keiner erzählen, dass so ein kleiner Forstkomissar nicht auch mal eben schnell die Hand aufhält...
LG, Gábor

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Gábor, (vor 4728 Tagen) @ Gábor

ich zitiere mal den Ausspruch bei 19:45:
"Der zukunftfähige Wald funktioniert nur über die Jagd."
Noch Fragen?

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Der Juergen, (vor 4728 Tagen) @ Gábor

ich zitiere mal den Ausspruch bei 19:45: "Der zukunftfähige Wald
funktioniert nur über die Jagd."
Noch Fragen?

Nein*g* Die Zusammenhänge sind jedoch etwas komplexer, wenn man sich mit der Materie erschöpfend auseinandersetzt. Als Fazit meiner ausgiebigen Lektüre zu diesem Thema kann man aber folgendes zusammenfassen:

Die aktuelle Forschung kommt zu dem Schluss, dass das derzeitige "Jagd-System" (Patent-Jagd, Revier-Jagd usw usf) für eine natürliche Waldentwicklung kontraproduktiv ist (um es galant auszudrücken), und die zukünftige Jagd - es wird ganz sicher zu solch einer kommen (irgendwann) - von professionellen Waldhütern und Naturschutzbeauftragten betrieben wird - so nach dem Modell, wie es im Kanton Genf schon heute praktiziert wird. Man wird die "waidgerechte" Jagd abschaffen, und Wild - vermutlich ist das nur bei Wildschweinen nötig - nachts mit Nachtsichtgeräten pirschend und selektiv (nur junges oder krankes wild) töten, um den Bestand zu regulieren (das ist die stressfreieste Art der Bejagung) - Wildschweine können also wieder alt werden, und werden nicht wegen ihrer Trophäe geschossen - eine Selektionsjagd, die quasi vom anderen Ende her - und diesmal "richtig" reguliert, weil man mittlerweile die Populationsdynamik verschiedener Wildarten kennt (z.B. von Reichholf untersucht). Alle anderen Wildarten, auch das sogenannte "Raubzeug" muss nicht "reguliert" werden, weil sich die Bestände selbst anpassen - so jedenfalls die Freilandversuche, Langzeitstudien in Nationalpark und der Beobachtungen im jagdfreien Kanton Genf. Dass das den Jägern natürlich gar nicht gefällt, ist klar, und man wird mit jeder Menge Widerstand rechnen müssen.

Die Forschung wird zunehmen, auch der Druck der von der "jagd-befremdeten" Bevölkerung kommt, so dass sich irgendwann auch nicht mehr die Lobbies der Jagdaffinen durchsetzen werden. Es scheint eine Frage der Zeit zu sein.

Grüßle
Jürgen

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Heinz Ebert ⌂, (vor 4728 Tagen) @ Gábor

Hallo alle,

lest hierzu mal am besten eines der Bücher von Peter Wohlleben. Das erste "Wald ohne Hüter" hat mich fasziniert.
http://www.peter-wohlleben.de/
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo liebe Pilzfreunde,
hier habe ich einen vielleicht interessanten Link für euch:
http://www.youtube.com/watch?v=y4X6JcT91VE
Das mag man ja fast nicht glauben mit dem Zuwachs an Waldfläche, wobei es
wohl in erster Linie eine quantitative Aussage ist.
Was bringen denn die ganzen Fichten-/Kiefern-Monokulturen, wenn dafür z.T.
sogar wertvolle und dadurch unwiederbringlich verlorene Feuchtbiotope
trockengelegt werden, wie in Falle der Wahner Heide bei Köln damals?
Es ging doch schon in babylonischer Zeit um Macht, Geld & dicke Eier.
Ich glaube kaum, dass sich das jetzt plötzlich alles von heute auf Morgen
ändern wird.
Und wie kann mann denn überhaupt sicher sein, dass das nicht alles eine
korrupte Bande ist, die da ihre geschönten Statistiken präsentiert?
Wenn selbst die WWF in Korruptionsskandale um dubiose Palmölgeschäfte
verwickelt ist, will mir doch keiner erzählen, dass so ein kleiner
Forstkomissar nicht auch mal eben schnell die Hand aufhält...
LG, Gábor

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Ulysses, (vor 4727 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

damit sprichst Du mir aus tiefster Seele ;-)

Wenn ich mit einem (freilaufenden, aber nicht stöbernden) Hund spazierengehe und dabei dann tags (!) Wildschweine vor die Nase bekomme, dann stimmt mit deren Anzahl irgendwas nicht/nicht mehr... Normalerweise sollten die so scheu sein, dass sie 1. tagsüber nicht aus der Deckung kommen, 2. einem Menschen ausweichen, und 3. vor Hunden reißaus nehmen.

Die aktuelle Jagdpolitik, die m. E. (natürlich sehen das Jäger anders...) hauptsächlich darauf zielt, besonders schöne und gesunde/kräftige Tiere als Trophäen etc. zu ergattern, gleichzeitig aber auch genug Tiere zurückzuhalten, falls ein Jagdgast mitkommt, kann und darf so nicht weiter praktiziert werden.

Wenn Du nun von entsprechenden Forschungsergebnissen schreibst und von der zukünftigen/modernen Jagd träumst, so will ich hoffen, dass diese Zukunft möglichst bald und flächendeckend eintritt!

Schöne Grüße,
Josef

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

UmUlmHerum, (vor 4727 Tagen) @ Ulysses

Die aktuelle Jagdpolitik, die m. E. (natürlich sehen das Jäger anders...)
hauptsächlich darauf zielt, besonders schöne und gesunde/kräftige Tiere
als Trophäen etc. zu ergattern, gleichzeitig aber auch genug Tiere
zurückzuhalten, falls ein Jagdgast mitkommt, kann und darf so nicht weiter
praktiziert werden.
Wenn Du nun von entsprechenden Forschungsergebnissen schreibst und von der
zukünftigen/modernen Jagd träumst, so will ich hoffen, dass diese Zukunft
möglichst bald und flächendeckend eintritt!
Schöne Grüße,
Josef

Hallo miteinander!

Ich wäre da nicht sehr optimistisch, was den Zeitpunkt angeht. Einerseits haben die finanzkräftigen Jäger eine starke Lobby, andererseits geht es auch sonst um viel Geld: die Jagdpacht sowie die z.T. erheblichen Summen für Schadensersatz an Land- und Forstwirtschaft; vor allem wg. der Wildschweine, die sich ja stellenweise so stark vermehrt haben (mit bis zu 3 Würfen in "günstigen" Jahren wie bspw. 2012), dass die Jäger sie gar nicht mehr unter Kontrolle bekommen. Durch die inzwischen schneeärmeren Winter wandern die Rotten immer weiter in die (Vor-)Gebirgsregionen ein, und zudem werden sie überall mit Biogas-Mais wunderbar gemästet.

In einem Punkt muss ich aber die Jäger (ein bisschen) in Schutz nehmen: Ich habe nicht den Eindruck, dass es ihnen heutzutage noch um "Trophäen" geht, ausser vielleicht bei männlichen Hirschen. Es handelt sich m.E. vielmehr um die Befriedigung ihrer archaischen Triebe. Irgendwie ist es ja lustig, dass sich heute die "Jäger" und "Sammler" (wir Pilzjäger) so spinnefeind geworden sind - ich persönlich schätze einen Rehbraten in Pilzrahmsoße sehr ;-)

Viele Grüße - Rika

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Danke Rika....

Christoph G, (vor 4726 Tagen) @ UmUlmHerum

...fuer diesen Satz:

": Irgendwie ist es ja lustig, dass sich heute die "Jäger" und

"Sammler" (wir Pilzjäger) so spinnefeind geworden sind - ich
persönlich schätze einen Rehbraten in Pilzrahmsoße sehr ;-)
Viele Grüße - Rika"

Wild ist einfach sehr lecker...:-))

LG Christoph

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Der Juergen, (vor 4726 Tagen) @ UmUlmHerum

Hi Rika & Christoph

Die "waidgerechte Jagd" in Deutschland nur aufgrund der kulinarischen Vorliebe in Schutz nehmen, oder zumindest eine argumentative Logik ableiten zu wollen, ist unsinnig: Auch ohne dieses für Wälder schädliche Amateur-Jagd-System, wird man Wildfleisch herstellen können.

In einem Punkt wirst Du, Rika, vermutlich Recht haben; nämlich was die momentane Aussichtslosigkeit einer Abschaffung der "waidgerechten Jagd" in Deutschland anbelangt. Es wird eben doch nicht geringen Umsatz damit gemacht. Wer mal ein Jagd-Journal aufgeschlagen hat, und die Werbeannoncen betrachtet ... Das "jagdfreie Genf" z.B. liegt im wunderbaren Land der Schweiz, welches politisch gesehen, durch seine "Basisdemokratie" etwas progressiver ist als Deutschland, dazu kommt noch, das in Genf vermutlich die urbane Bevölkerung die Mehrheit hatte. Landwirte hätten vermutlich für eine Jagd gestimmt, weil jenen die bisherigen Zusammenhänge nicht klar genug sind (Jagd = überhöhter Wildbestand = Wildschäden).

Der viel zu hohe Wildbestand in deutschen Wäldern allerdings, ist von der Jagd selbst verursacht, das weiß man schon lange, und gerade in den Reihen der Jäger ist das auch kaum mehr wegzudiskutieren - nur dem Ahnungslosen kann man noch weismachen, dass Jäger Bestände regulieren können. Der Schadensausgleich, den Jäger und Jagdvereinigungen zahlen müssen ist z.B. ein indirekter Beweis dafür* (der übrigens als Vorab-Pauschale gezahlt wird, und weit unter den tatsächlichen Kosten liegt, für die letztlich der Steuerzahler aufkommen muss). Die Fütterung der überhegten Wildschweinbestände durch das landwirtschafliche Angebot kommt Jägern sehr recht ... in manchen Jagdgebieten, wo die Prominenz zum Halali bläst, verzichtet man z.B. ganz auf Umzäunungen, oft mit Wissen der Landwirte, die dann anderweitig "entschädigt" werden. Aktives Zufüttern kostet halt auch Zeit und Geld.

*Warum sollten Jäger, die nach eigenem Verständnis die Wildbestände regulieren, einen Wildschadensausgleich zahlen? Das wäre in etwa so, als müssten Polizeibeamte einen Schadensausgleich zahlen für Verbrechen, die sie nicht verhindern konnten.

Grüßle
Jürgen

P.S.: Ach, es gäbe da noch viel zu berichten;-)

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Meine Jaegermeinung...

Christoph G, (vor 4726 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen,
ich gebe Dir als Jagdscheininhaber und gelegentlicher Freizeitjaeger Recht: Dass der Jaeger nur aus Hegegruenden mehr unfreiwillig Jagen geht ist natuerlich Bloedsinn. So wie ich auch, gehen wohl die meisten Jaeger raus weil's Ihnen Spass macht. Ich hab mich auch noch nie irgendwo dafuer rechtfertigen muessen, im gegenteil die meisten im Bekannten und Freundeskreis finden das interessant und freuen sich ueber leckeres Wildbret. Interessant wird's, wenn ich in Jaegerkreisen erwaehne, dass ich auch noch Foerster bin :-)) Oh, da gibt's immer boese Kommentare: "Ihr Foerster macht die ganze Jagd kaputt" Umgekehrt schimpfen passionierte Forstleute auf die Jaegerschaft, die Ihre Abschussplaene nicht erfuellt. Ob jetzt die Wildbewirtschaftung im Kanton Genf der Weisheit letzter Schluss fuer ganz Mitteleuropa ist,wie Du zu glauben scheinst, kann ich nicht beurteilen. Mal schauen, wie sich Alles in den naechsten Jahren entwickelt.
Zumindest die organisierte Jaegerschaft (aber nicht der OEJV) scheint in manchen Bundeslaendern sehr beunruhigt zu sein, ob gewisser Tendenzen in der Politik.
An Rikas Satz, hat mir vor Allem das mit den Jaegern und Sammlern gefallen..:-))

LG Christoph

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Re: Meine Jaegermeinung...

Der Juergen, (vor 4726 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

Danke für den Einblick in Deine Erfahrungen! So und so ähnlich hatte ich das aus bisherigen Berichten von Insidern auch lesen können - es gibt nicht sehr viel objektive Literatur von Insidern. Dass die Jagd eine ebenso emotionale Angelegenheit ist, wie z.B. die Tierliebe der "Gegenseite", erschwert die Disskussion darüber ungemein; ich möchte mich da bei Dir ausdrücklich dafür bedanken, dass Du die Sache beim Namen nennts, und nicht, wie viele andere Jagdbegeisterte, in rational eingefärbte Schutzbehauptungen ausweichst (die kaum nachprüfbar sind): Das Jagen ist eine mit Lust verbundene Leidenschaft! Vielleicht der erste Schritt, der dann zum Umdenken führt. Was Genf anbelangt - ja, alle kritischen Augen schauen darauf, aber man muss immer daran Denken, dass es für Europa (und vielleicht weltweit?) der erste Versuch dieser Art ist, und so wie es aussieht, klappt die Sache wunderbar.

Grüßle
Jürgen

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Re: Meine Jaegermeinung...

Christoph G, (vor 4726 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen,
danke fuer Deine wohlwollende Antwort :-))

Hallo Christoph,
Danke für den Einblick in Deine Erfahrungen! So und so ähnlich hatte ich das
aus bisherigen Berichten von Insidern auch lesen können - es gibt nicht
sehr viel objektive Literatur von Insidern. Dass die Jagd eine ebenso
emotionale Angelegenheit ist, wie z.B. die Tierliebe der
"Gegenseite", erschwert die Disskussion darüber ungemein; ich
möchte mich da bei Dir ausdrücklich dafür bedanken, dass Du die Sache beim
Namen nennts, und nicht, wie viele andere Jagdbegeisterte, in rational
eingefärbte Schutzbehauptungen ausweichst (die kaum nachprüfbar sind)

Die sind vielleicht schon nachpruefbar, aber du hast Recht: Warum brauch ich ne Schutzbehauptung fuer etwas was mir Spass macht und dass ich darf?
Unsinnig wird's lediglich, wenn man mir das Toetetn von Tieren vorwirft, waehrend man sein Schnitzel vom Aldi isst...;-))

Das
Jagen ist eine mit Lust verbundene Leidenschaft! Vielleicht der erste
Schritt, der dann zum Umdenken führt.

Das versteh ich nicht so ganz..: Wer soll da Umdenken? Sollten die Jaeger einfach selbstbewusster zu Ihrer Leidenschaft stehen?

Was Genf anbelangt - ja, alle
kritischen Augen schauen darauf, aber man muss immer daran Denken, dass es
für Europa (und vielleicht weltweit?) der erste Versuch dieser Art ist,
und so wie es aussieht, klappt die Sache wunderbar.

Super aktuell dazu dieser Artikel:

http://www.tageswoche.ch/de/2013_41/basel/592895/fuer-die-jaeger-war-es-eine-katastroph...

Ich faende es als Foerster interessant, wie sich die hohen Wildbestaende auf den Wald auswirken... Verbiss, Fegen und so... steht aber leider nicht drin.

Grüßle
Jürgen

LG Christoph

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Der Juergen, (vor 4726 Tagen) @ UmUlmHerum

Hi Rika,

ich muss da noch was anmerken:

Irgendwie ist es ja lustig, dass sich heute die "Jäger" und
"Sammler" (wir Pilzjäger) so spinnefeind geworden sind - ich
persönlich schätze einen Rehbraten in Pilzrahmsoße sehr ;-)

Ich weiß natürlich, wie Du das gemeint hast: Plakativ und ironisch. Der Vergleich ist jedoch nicht stimmig, weil die prähistorischen Jäger auch Sammler waren. Eine Konkurrenz gab es eher zwischen Jäger&Sammlern und sesshaften Ackerbauern. Die prähistorischen Jäger, und die der Naturvölker, lebten und leben aber völlig anders als der deutsche Jagdscheinbesitzer - bei solchen Vergleichen muss ich immer schmunzeln und stelle mir dabei die örtlichen Jäger vor, wie sie mit Wampe und Kurzhaarteckel auf dem Rücksitz ihres Gelände-Porsches, direkt ihren Hochsitz anfahren.

Grüßle
Jürgen

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Meine Pilzlermeinung... *PIC*

Tanja, (vor 4726 Tagen) @ Christoph G

Was mich an Jägern nervt sind die Hinterlassenschaften. Da wandert man über die schafbeweideten Kalkwiesen Jenas, sieht hinter dem Schlehen-Weißdorngebüsch ein ein moosiges und flechtenbeachsenes Stück Kiefernwald, schlägt sich durch die Hecke, weil man nach Pilzen gucken will und findet nur Mais und Maisbrei und andere unapetitliche Dinge, die auch die Wildschweine eher verschmähen.

Dann wandert man an anderer Stelle, alles NSG, mager und schafbeweidet, dann eine Stelle wo ein Wildschwein gewühlt hat, man sieht dass da was ist und schabt etwas mit dem Messer und findet .... dicke fette MAISkörner.

An anderer Stelle, wie alles recht magere Wiesen auf Kalk und dann Disteln, Brennesseln und beim Näherkommen sieht man MAIS!

Letzter schöner Herbsttag, Picknick mit meiner Tochter - Eichenhainbuchenwald auf flachgründigem Muschelkalk, herrliches Wetter(siehe Bild) und Schweinefutter! (Ok, die Spechttintlinge dort überall mögen das vielleicht.)

Bei uns hinterm Haus im Wald, natürlich NSG, Camarophyllopsisse, Hygrocyben, Wiesenkorallen, Rötlinge und all das hübsche Zeugs gibt es da .... es sei denn der Jäger füttert das nächste mal etwas mehr rechts oder etwas mehr links. Denn gleich daneben liegt MAIS, MAIS, MAIS....

Dass ich letzte Woche bei der letzten Nationalpark-Hainich- Artenerfassung gleich in beiden Gebieten, wo ich war, (fast) in eine Treibjagd geraten bin, kann ich ja noch tolerieren. Das ist ja nicht so oft.

Und wenn bei der Maisernte unsere Jäger schussbereit neben dem Feld stehen, dann finde ich das eher zum Schmunzeln und freu mich wenn man die sich dann zum dörflichen Weihnachtsmarkt in die eigene Tiefkühltruhe holen kann.

[image]

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Gábor, (vor 4726 Tagen) @ Gábor

Hallo liebe Pilzfreunde!

Vielen Dank erstmal für die zahlreichen Antworten und auch dafür, dass das Thema trotz meines etwas provokativen Eröffnungsbeitrages doch sehr sachlich geführt wurde, ohne sich gleich verbal an die Gurgel zu gehen.

Zu dem Thema wollte ich noch mehrere Dinge aus eigener Erfahrung loswerden:
Kurz, nachdem ich nach Köln kam, fielen mir diese Natur-Parzellen-Schilder im NSG Königsforst auf. Da stand unter anderem, dass diese Waldstücke nicht betreten werden dürfen, weil der Wald sich selbst überlassen wurde, Sturmschäden und umgestürzte Bäume nicht beseitigt werden usw.

Ein netter Versuch, allein nach ca. 3 Jahren waren die Schilder von den mir bekannten Stellen wieder entfernt worden. Stattdessen sah man wieder breite Reifenspuren, die aus den besagten Natur-Parzellen hinausführten incl. aufgetürmte Holzstapel am Wegesrand.

Ich stelle mir dabei förmlich vor, wie zunächst die gewichtigen Schlipsträger durch den Wald geführt wurden, bis anschließend bei Rehrückenfilet & Pfifferlingsrahmsauce die Bewilligung der Fördergelder unterschrieben wurde. Und wen interessieren danach noch irgendwelche Schilder von irgendwelchen Natur-Parzellen?

Und davon mal ganz abgesehen war der Königsforst schon immer ein Nutzwald mit aus meiner Sicht doch eher fragwürdigem NSG-Status. Das da nun irgendwelche Eisvögel brüten oder der Flusskrebs herumkrebst – ja meine Güte…

Und nachdem die Geschichte mit der Trockenlegung der Wahner Heide durch die Forstverwaltung selbst in den 80-er Jahren die Runde gemacht hat, wurde auch der link auf die besagte Seite leider gelöscht :-(
Nur rechnet da jemand offensichtlich nicht mit meiner unermüdlichen Sturheit und der in Stein gemeißelten Web-Inhalte von pilzepilze.de :-)
So gebe ich den verkürzten Sachverhalt hier gerne noch einmal wieder:
Beitrag 173789

Nachdem ich nun im Frühjahr wieder nach Hannover zurückgekehrt bin, erlebte ich in meinen alten Revieren im Deister die nächste Überraschung:
auf vielen der Lichtungen standen jetzt plötzlich lustige grüne Schilder mit sog. Ausgewiesenen Ruhezonen:
http://www.abschaffung-der-jagd.de/images/kopievonimg1241.jpg

„WILDRUHEZONE
BITTE NICHT
BETRETEN!
Die Tiere danken es Ihnen!“

Ja was ist das denn für ein Nonsens? Keinerlei Hinweis auf irgendeinen Gesetzestext?
Ist das ein Verbot oder eine Empfehlung? Und wieso haben die Tiere unterschrieben?
Begehe ich da eine Ordnungswidrigkeit, ist das Schild an sich grober Unfug oder ganz einfach nur eine Lachnummer?

Also liebe Leute, wenn man versucht Vattern ganz offensichtlich für dumm zu verkaufen, werde ich erst richtig stinkig!
Ich sach’ euch, ich kette mich demnächst noch irgendwo an :-))

LG, Gábor

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

AK_CCM, (vor 4725 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

am kreativsten fand ich bisher die dreieckigen Zeckenwarnschilder, die Waldbesucher vom Verlassen der Wege abhalten sollen. Da fragt man sich unwillkürlich, warum in den Parkanlagen, Grünanlagen von Kindergärten, auf Spielplätzen etc. nicht auch solche Tafeln stehen. Hat natürlich nichts mit der Jägerschaft zu tun. ;-)

Gruß, Andreas

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Gábor, (vor 4725 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

mit den peinlichen Zeckenwarnschildern hast Du recht, dafür musste ich mich neulich im Wald erst wieder fremdschämen.

Ich habe mir schon Zecken an den skurrilsten Orten eingefangen: von der Gartenparty im grünen Hinterhof mitten in der Stadt angefangen bis hin zur außer Strandhafer ansonsten vollkommen kargen Sanddüne am Strand beim Pipimachen. Hier fehlen natürlich auch ein Paar Warnschilder - da war wohl jemand ziemlich nachlässig, gell :-)

Natürlich auch sehr kreativ finde ich noch diese Schilder von der "Nachhaltigen Waldbewirtschaftung" mit dem Bild vom glücklich klopfenden Specht dadrauf.
Ich finde diese Modebegriffe "Ganzheitlichkeit" und "Nachhaltigkeit" ja nun auch hinreichend ausgeschlachtet.

Bei derlei dummdreisten Manipulationsversuchen könnte man sich sogar schon persönlich angegriffen fühlen...

LG, Gábor

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Re:Meine Befürchtungen….

Hans hurter, (vor 4725 Tagen) @ Gábor

gemäss TV Dok über Naturschutzgebiete befürchte ich ,dass es in einigen Jahren verboten ist den Wald zu begehen ausser auf den markierten Wegen !Freude herrscht für unsere Kinder!!??? LG Hans

Hallo liebe Pilzfreunde,
hier habe ich einen vielleicht interessanten Link für euch:
http://www.youtube.com/watch?v=y4X6JcT91VE
Das mag man ja fast nicht glauben mit dem Zuwachs an Waldfläche, wobei es
wohl in erster Linie eine quantitative Aussage ist.
Was bringen denn die ganzen Fichten-/Kiefern-Monokulturen, wenn dafür z.T.
sogar wertvolle und dadurch unwiederbringlich verlorene Feuchtbiotope
trockengelegt werden, wie in Falle der Wahner Heide bei Köln damals?
Es ging doch schon in babylonischer Zeit um Macht, Geld & dicke Eier.
Ich glaube kaum, dass sich das jetzt plötzlich alles von heute auf Morgen
ändern wird.
Und wie kann mann denn überhaupt sicher sein, dass das nicht alles eine
korrupte Bande ist, die da ihre geschönten Statistiken präsentiert?
Wenn selbst die WWF in Korruptionsskandale um dubiose Palmölgeschäfte
verwickelt ist, will mir doch keiner erzählen, dass so ein kleiner
Forstkomissar nicht auch mal eben schnell die Hand aufhält...
LG, Gábor

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Der Juergen, (vor 4724 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

„WILDRUHEZONE
BITTE NICHT
BETRETEN!
Die Tiere danken es Ihnen!“

Ja, so ähnlichen Schildern bin ich auch schon begegnet. Sie sind weder "amtlich" noch sonst irgendwie bindend und können entweder entfernt werden, oder noch besser, angezeigt, wegen "Baumfrevel" - weil die meisten davon an den Baum genagelt sind. Am besten zieht man einen Zeugen hinzu.

Grüßle
Jürgen

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Re: Meine Jaegermeinung...

Der Juergen, (vor 4724 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

Das versteh ich nicht so ganz..: Wer soll da Umdenken? Sollten die Jaeger
einfach selbstbewusster zu Ihrer Leidenschaft stehen?

Ein eindeutiges "Ja!" Die Betonung der "Leidenschaft" als einziges Motiv sollte gefördert werden. Es ist vielen Menschen - gerade durch die "Schutzbehauptungen", die aus diesen Reihen kommen - nicht klar genug, dass das derzeitige Jagd-System nur der reinen Lust-Befriedigung einer Minderheit dient. Das macht eine Reform einfacher. Was es allerdings nicht leichter macht, ist die Indoktrinierung der Jäger: Also der festverankerte Glaube daran, dass die Jagd etwas nützt. Das Brauchtums-Brimborium zementiert dann noch diesen falschen Glauben und täuscht eine historische Legitimation vor.

Super aktuell dazu dieser Artikel:
http://www.tageswoche.ch/de/2013_41/basel/592895/fuer-die-jaeger-war-es-eine-katastroph...

Dass die bisherige Jagd überhaupt nichts genützt hat - was die Populationsregelung anbelangt - zeigen auch die von Jägern über Jahrzehnte aufgezeichneten "Jagdstrecken" - was hier in diesem Artikel leider nicht thematisiert ist. Es gab bisher nur eine sichere Korrelation: Die Jagdstrecken nahmen (seit den 50er Jahren) mit der Menge der Jäger zu! Es wurde mehr und intensiver Gehegt, die Bestände also durch die Jagdaktivitäten erhöht. In Genf lässt man die Bestände sich natürlich entwickeln, ohne Fütterung, Zugabe von Kraftfuttern, Antibiotika, Hormonen ... usw usf. Schade dass keine Zahlen genannt werden, aber ich vermute mal, dass in Genf nicht der 40-50fach überhöhte Wildbestand vorzufinden ist, wie z.B. hier in Deutschland.

Ein anderes Problem hier in Deutschland: Wohin mit z.B. mit den nahezu 300.000 Amateur-Jägern? Die Erfahrungen in Genf haben gezeigt, dass Jäger kaum in die Teams der Naturschützer und professionellen Waldhütern integrierbar sind, nicht unbedingt wegen charakterlicher Mängel oder der Art der bisherigen "jägerischen" Sozialisation, sondern weil eine echte Populationsregelung - sofern sie überhaupt mit der Schusswaffe getätigt werden muss - ganz anders funktioniert, als dem Jäger in den Jagdschulen beigebracht wurde. In vier Wochenendkursen kann man hier in Deutschland den Jagdschein erwerben - Jagdhunde müssen mehr, und für ihre Verhältnisse schwierigere Prüfungen ablegen, als ihre Herrchen;-)

Grüßle
Jürgen

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Der Juergen, (vor 4724 Tagen) @ Heinz Ebert

Hallo Heinz,

lest hierzu mal am besten eines der Bücher von Peter Wohlleben. Das erste
"Wald ohne Hüter" hat mich fasziniert.
http://www.peter-wohlleben.de/
Beste Grüße, Heinz Ebert

Da schließe ich mich an, und ergänze noch; dass Peter Wohlleben zu den wenigen Insidern zählt, der aus eigenen, praktischen Erfahrungen schöpfen kann. Theoretiker gibt es genug; hüben wie drüben.

Grüßle
Jürgen

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Re: Die Zukunft des deutschen Waldes

Gábor, (vor 4724 Tagen) @ Der Juergen

: Ja, so ähnlichen Schildern bin ich auch schon begegnet. Sie sind weder
[quote]"amtlich" noch sonst irgendwie bindend und können entweder
entfernt werden, oder noch besser, angezeigt, wegen "Baumfrevel"
- weil die meisten davon an den Baum genagelt sind. Am besten zieht man
einen Zeugen hinzu.
[/quote]
-----

Danke Dir Jürgen,

ich dachte mir ja schon, dass die Schilder, die ja irgendwie doch einen amtlich abgesegneten Eindruck erwecken wollen, am Ende nur dummes Zeug sind.
Und dann könnte man die Schildanbringer nicht nur wegen Baumfrevel, sondern auch wegen Belästigung der Allgemeinheit (§ 118 OWiG, frühere Bezeichnung: Grober Unfug!) anzeigen.
Denn immerhin wird doch dadurch auch die öffentliche Ordnung unmittelbar gestört oder aber zumindest beeinträchtigt.

Soweit kommt's noch, dass hier in Merkelland jeder ungestraft unsinnige Schilder im Wald anbringen kann :-))

LG, Gábor

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Re: Meine Jaegermeinung...

Birgit, (vor 4723 Tagen) @ Der Juergen

Lieber Jürgen,

um Deine Argumente nachvollziehen zu können, muss ich doch mal nachhaken.
Du argumentierst damit, dass der Wildbestand ohne Bejagunng zurückgeht. In dem oben verlinkten Artikel wird aber angegeben, dass der Rehbestand im Kanton nach Ende der Bejagung gestiegen ist, allerdings noch nicht so stark, dass eingeriffen werden müsste. Für mich sieht das wie ein Widerspruch aus und ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht wirklich, wie das funktionieren sollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alleine der Verzicht auf Winterfütterungen dazu ausreichen sollte.

Versteh mich nicht falsch, auch ich wäre froh wenn mit der Bejagung aufgehört wird. Wir mussten es jahrelang dulden, dass direkt ausserhalb unseres Grundstücks einmal jährlich eine nicht angekündigte Treibjagd stattfand und wir schleunigst unsere Katzen einsammeln mussten. Inzwischen finden diese Treibjagden nicht mehr in diesem Gebiet statt, weils nach Aussage des Jadaufsehers Hasen sowieso zu selten sind.

Ansonsten empfehle ich die Lektüre der "Idées noires" von Franquin ;-). (Aber das kennst Du bestimmt schon ;-)).

liebe Grüße

Birgit

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Re: Meine Jaegermeinung...

Der Juergen, (vor 4723 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,

um Deine Argumente nachvollziehen zu können, muss ich doch mal nachhaken.
Du argumentierst damit, dass der Wildbestand ohne Bejagunng zurückgeht. In
dem oben verlinkten Artikel wird aber angegeben, dass der Rehbestand im
Kanton nach Ende der Bejagung gestiegen ist, allerdings noch nicht so
stark, dass eingeriffen werden müsste. Für mich sieht das wie ein
Widerspruch aus ...

Ja, Du hast Recht, das klingt widersprüchlich. Das liegt daran, dass es sich hier um einen Zeitungsartikel handelt;-). Es gibt eine Vorgeschichte: In Genf waren einige Wildarten aufgrund der besonderen geografischen Lage und wegen des Jagddruckes rar geworden, d.h. in die benachbarten französischen Waldregionen abgewandert, zudem hatte die Jägerei für das Verschwinden einiger Vogelarten geführt - auch ein Effekt, der selten propagiert wird: Dass es Wildarten gibt, die tatsächlich durch Bejagung fast ausgerottet werden können (vor allem Vogelarten, aber auch Hasen), weil diese schlecht gehegt werden (können). Im Zuge des Jagdverbotes fiel dann der Jagddruck weg, und Reh- und Rotwild konnte wieder einwandern. Eine Erhöhung des Bestandes war also erwünscht und erhofft.

Was mich immer wieder amüsiert, ist, dass für die Amateur-Jäger das Wort "Populations-Dynamik" ein Fremdwort ist; Sie machen einfach nur, was sie in der Jagdschule mitbekommen haben - das ist nicht sehr viel. Forscher, die sich ihr Leben lang mit Wildbiologie auseinandergesetzt haben, Tieren Sender angeklebt, Wanderungen aufgezeichnet, gezählt, gewogen und in Computer eingetippt, werden von Jägern einfach nicht ernst genommen. Jäger wissens besser, mit ihrem Bauchgefühl!

;-). (Aber das kennst Du bestimmt schon ;-)).

Merci! Kannte ich noch nicht (klingt aber französisch;-)

Liebe Grüßle
Jürgen

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Re: Meine Jaegermeinung...

Birgit, (vor 4723 Tagen) @ Der Juergen

Lieber Jürgen,

Ja, Du hast Recht, das klingt widersprüchlich. Das liegt daran, dass es sich
hier um einen Zeitungsartikel handelt;-). Es gibt eine Vorgeschichte: In
Genf waren einige Wildarten aufgrund der besonderen geografischen Lage und
wegen des Jagddruckes rar geworden, d.h. in die benachbarten französischen
Waldregionen abgewandert, zudem hatte die Jägerei für das Verschwinden
einiger Vogelarten geführt - auch ein Effekt, der selten propagiert wird:
Dass es Wildarten gibt, die tatsächlich durch Bejagung fast ausgerottet
werden können (vor allem Vogelarten, aber auch Hasen), weil diese schlecht
gehegt werden (können). Im Zuge des Jagdverbotes fiel dann der Jagddruck
weg, und Reh- und Rotwild konnte wieder einwandern. Eine Erhöhung des
Bestandes war also erwünscht und erhofft.

danke für die zusätzlichen Informationen. Trotzdem: meines Erachtens nach kann man also nicht generell davon ausgehen, dass der Wildbestand abnimmt (tust Du vermutlich auch nicht, nur bei mir ist es so angekommen). Vermutlich hängt es auch davon ab, was man als Wildbestand bezeichnet. Wenn Hasen und Rebhühner (die vor 15 Jahren noch direkt vor unserem Küchenfenster in 2 m Entfernung vorbeiliefen) noch seltener würden, wäre das ja nicht der Effekt, den man erreichen will. Geht es beim Wildbestand nur ums Rehwild? Wildschweine? Oder gar alle Arten und Individuen zusammengezählt?
Abgesehen davon ist mir auch nicht klar, warum es erstrebenswert sein muss, dass der Wildbestand zurückgeht. Dann müsste halt regulierend eingegriffen werden, aber so wies biologisch und ökologisch sinnvoll wäre.

Merci! Kannte ich noch nicht (klingt aber französisch;-)

Na, das ist ja auch nur ;-) Unterhaltungsliteratur, sprich Comics ganz in schwarz, für Freunde des schwarzen Humors. Dabei kommen nicht nur Jäger schlecht weg, aber dieselben müssen schon eine gehörige Portion Humor besitzen, um die Cartoons witzig zu finden. Man muss nicht unbedingt Französisch können, weil nur wenig Text vorkommt und die Zeichnungen selbsterklärend sind. Auf Deutsch heisst der Titel: Schwarze Gedanken (wer hätte das gedacht ;-)).

liebe Grüße

Birgit

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Re:Meine Befürchtungen….

hansuwe, (vor 4723 Tagen) @ Hans hurter

gemäss TV Dok über Naturschutzgebiete befürchte ich ,dass es in einigen
Jahren verboten ist den Wald zu begehen ausser auf den markierten Wegen
!Freude herrscht für unsere Kinder!!??? LG Hans

Begehverbot in Wäldern sollte in Deutschland, besonders im Südschwarzwald für alle Eidgenossen, ausdrücklich für H. H., nicht nur in Naturschutzgebieten sofort angeordnet werden.
Pilzige *gfg* Grüsse
hansuwe.

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Re: Meine Jaegermeinung...

Der Juergen, (vor 4720 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,

danke für die zusätzlichen Informationen. Trotzdem: meines Erachtens nach
kann man also nicht generell davon ausgehen, dass der Wildbestand abnimmt
(tust Du vermutlich auch nicht, nur bei mir ist es so angekommen).
Vermutlich hängt es auch davon ab, was man als Wildbestand bezeichnet.

Der Artikel über Genf kann wirklich sehr missverstanden werden. Dort war die Situation ja so, dass das Wild teilweise fehlte (Reh- und Rotwild z.B.), weil es durch den Jagddruck in die umliegenden (französischen) Wälder auswich. Deshalb zeigte ein Jagdverbot wieder eine (scheinbare) Bestandszunahme, eben durch Einwanderung des Wildes in die heimischen Wälder. In den weitläufigen französischen Wäldern wurde vermutlich (ich weiß es aber nicht) nicht so intensiv gejagt, wie im kleinen Genf, mit seiner vormals hohen "Jäger-Dichte";-))

Das Phänomen der Abwanderung kennt man aus urbanen Gebieten, z.B. Berlin. Die intensive Jagd in den umliegenden bewaldeten Regionen führt dazu, dass Wild in die Städte abwandert. Dort zeigt es oft keine Scheu, weil es sich sicher fühlt (es darf hier nicht bejagt werden). Jäger lassen sich diesen Umstand nicht entgehen, wenn es darum geht, eine Überpopulation zu propagieren und die Bedeutung der Jagd hervorzuheben. Dass eine Überpopulation erst durch die Jagd verursacht wird (und erwünscht ist!), scheint so widersinnig zu sein, dass es nicht in die Köpfe der Menschen will;-). Wenn man Wild-Schweine aus der Stadt haben will, muss man die umliegende Jagd auf sie einstellen. Sind aber die Schweine z.B. schon in der Stadt, ist es ungleich schwieriger, sie da wieder herauszubekommen, oder es dauert länger.

Wenn Hasen und Rebhühner (die vor 15 Jahren noch direkt vor unserem
Küchenfenster in 2 m Entfernung vorbeiliefen) noch seltener würden, wäre
das ja nicht der Effekt, den man erreichen will. Geht es beim Wildbestand
nur ums Rehwild? Wildschweine? Oder gar alle Arten und Individuen
zusammengezählt?

Das ist richtig, Birgit; Wild ist nicht gleich Wild. Die großen Schäden der Forstwirtschaft verursachen hauptsächlich Reh-, Rot- und auch Schwarzwild, also die Hauptarten des jagdlichen Interesses. So gut wie alle Natur- und Wirtschaftswälder sind von diesen Wildarten überbevölkert. Ein gesunder, natürlicher Buchenwald z.B. (kann man übrigens bei Peter Wohlleben nachlesen;-), der nicht intensiv bewirtschaftet wird, ist relativ strukturarm, und kann deshalb keine größere Reh-Population ernähren. Will man in so einem Wald viele Rehe oder Hirsche, muss man Futterstationen, Wildäcker, Schneisen, Kahlschläge mit Dickungen, oder genügend viele Lichtungen anlegen, wo Kräuter wachsen oder Jungbäume abgeknabbert werden können. Und so sehen ja unsere Wälder überall aus: Der Jagd dienliche, auf große Populationen ausgelegte, fragmentierte und gut befahrbare Wirtschaftswälder, wo viel Fichte angebaut wird (die mag das Wild nicht so gerne anknabbern), und genügend Dickungen, wo das Wild seinen "Tages-Einstand" hat - sich also tagsüber zurückziehen kann, und vor der Jagd sicher ist.

So, ich hör jetzt auf;-)

Grüßle
Jürgen