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an Tintlingsexperten *PIC*

hellmut, (vor 9021 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

habe gestern diese beiden auf einem Haufen Pferdedung gefunden
und vermute daß es sich vielleicht um Exemplare
des coprinus radicans handeln könnte.
Dagegen spricht der völlig unbedeutende Geruch,dafür aber die von
der Stielbasis ausgehende ca.15 cm lange Wurzel.
Jüngere Pilze sind mit bräunlichweißen Flocken bedeckt.
Am Substrat wuchsen übrigens noch jede Menge von Napfbecherlingen.

[image]

Grüße Hellmut

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Re: an Tintlingsexperten

Werner2, (vor 9021 Tagen) @ hellmut

Hallo,
bin zwar kein "Tintlingsexperte", kann aber doch mit ein paar Informationen dienen.
Dass es sich bei dem Fund um radicans handelt ist ohne weiteres möglich; er sollte aber gegen vergleichbare Arten wie C. radiatus, eine der häufigsten Arten auf Mist, abgesichert werden.
C. radicans zählt sicher zu den seltesten Tintlingen, die es bei uns gibt.
Mir ist die Art, welche Sporen ähnlich wie C. silvaticus besitzt, noch nie begegnet.Mikrozeichnungen gibt es in der British fungus flora II und natürlich bei Romagnesi, der die Art 1950 oder 1951 beschrieben hat.
Auch Manfred Meusers schlüsselt sie in seinem alten Coprinusschlüssel aus und fügt Mikros hinzu.
Nach Krieglsteiner gibt es kaum Funde in der BRD mit Aussnahme im Ruhrgebiet.
Also kennt die Art entweder M. Meusers, wahrscheinlicher aber H. Bender aus Mönchengladbach, der aber leider nichts mehr mit Pilzen macht. Er war bis vor einigen Jahren der beste Coprinuskenner in der BRD.
Anbei ein Hyperlink mit einer interessanten Aufnahme dieser Art (wenn sie es ist).

http://www.grzyby.pl/coprinus-site-Kees-Uljee/species/radicans.htm

Gruß Werner2

Hallo Pilzfreunde,

habe gestern diese beiden auf einem Haufen Pferdedung gefunden
und vermute daß es sich vielleicht um Exemplare
des coprinus radicans handeln könnte.
Dagegen spricht der völlig unbedeutende Geruch,dafür aber die von
der Stielbasis ausgehende ca.15 cm lange Wurzel.
Jüngere Pilze sind mit bräunlichweißen Flocken bedeckt.
Am Substrat wuchsen übrigens noch jede Menge von Napfbecherlingen.

Grüße Hellmut

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Re: an Tintlingsexperten

Peter K., (vor 9021 Tagen) @ Werner2

lieber helmut,

den aussagen von werner ist nicht mehr viel hinzuzufügen. tintlinge sollte man zur genauen bestimmung besser mikroskopieren. mit den sporen- und zystidenmerkmalen (lamellen und huthaut), makroskopie junger und alter fk und standortmerkmalen kommt man recht häufig zu einem namen. den schlüssel von kees uljé (im net auf deutsch und englisch kann ich nur empfehlen. wenn es sich um eine interessante art handelt, kannst du ihn gleich kontaktieren, er ist sehr nett und hilfsbereit.

lieber werner,
die 'seltenheit' vieler tintlinge im altlas beruht meiner meinung nach auf einer chronischen unterkartierung dieser gattung. die fk vergehen halt recht schnell und werden daher selten untersucht. insbesondere die meisten arten auf herbivoren-dung sollten bei konsequenter kartierung viel häufiger sein als es uns der atlas suggeriert.

ciao, peter

Hallo,
bin zwar kein "Tintlingsexperte", kann aber doch mit ein paar
Informationen dienen.
Dass es sich bei dem Fund um radicans handelt ist ohne weiteres möglich; er
sollte aber gegen vergleichbare Arten wie C. radiatus, eine der häufigsten
Arten auf Mist, abgesichert werden.
C. radicans zählt sicher zu den seltesten Tintlingen, die es bei uns gibt.
Mir ist die Art, welche Sporen ähnlich wie C. silvaticus besitzt, noch nie
begegnet.Mikrozeichnungen gibt es in der British fungus flora II und
natürlich bei Romagnesi, der die Art 1950 oder 1951 beschrieben hat.
Auch Manfred Meusers schlüsselt sie in seinem alten Coprinusschlüssel aus und
fügt Mikros hinzu.
Nach Krieglsteiner gibt es kaum Funde in der BRD mit Aussnahme im Ruhrgebiet.
Also kennt die Art entweder M. Meusers, wahrscheinlicher aber H. Bender aus
Mönchengladbach, der aber leider nichts mehr mit Pilzen macht. Er war bis
vor einigen Jahren der beste Coprinuskenner in der BRD.
Anbei ein Hyperlink mit einer interessanten Aufnahme dieser Art (wenn sie es
ist).
http://www.grzyby.pl/coprinus-site-Kees-Uljee/species/radicans.htm
Gruß Werner2
Hallo Pilzfreunde,

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Re: an Tintlingsexperten

Werner2, (vor 9020 Tagen) @ Peter K.

Lieber Peter,
kann die Aussage nur bestätigen. Das mit der "Unterkartierung" ist natürlich absolut korrekt.Da gibt es ebenso "kaum etwas hinzuzufügen".
Die Kartierung von G. Krieglsteiner zeigt bei sehr vielen Arten nicht das Vorkommen, sondern den Wohnsitz der Kenner. Das wusste er auch.
Ich denke das C. radicans trotzdem ziemlich selten sein muss; die lange wurzelartige Stielverlängerung ist doch ziemlich einzigartig, und es verwundert doch sehr, dass es bisher keine (nach meinem Wissenstand) deutsch-sprachige Veröffentlich über diese doch auffällige Art gibt.

Gruss Werner 2

lieber helmut,

den aussagen von werner ist nicht mehr viel hinzuzufügen. tintlinge sollte
man zur genauen bestimmung besser mikroskopieren. mit den sporen- und
zystidenmerkmalen (lamellen und huthaut), makroskopie junger und alter fk
und standortmerkmalen kommt man recht häufig zu einem namen. den schlüssel
von kees uljé (im net auf deutsch und englisch kann ich nur empfehlen.
wenn es sich um eine interessante art handelt, kannst du ihn gleich
kontaktieren, er ist sehr nett und hilfsbereit.
lieber werner,
die 'seltenheit' vieler tintlinge im altlas beruht meiner meinung nach auf
einer chronischen unterkartierung dieser gattung. die fk vergehen halt
recht schnell und werden daher selten untersucht. insbesondere die meisten
arten auf herbivoren-dung sollten bei konsequenter kartierung viel
häufiger sein als es uns der atlas suggeriert.
ciao, peter

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Re: an Tintlingsexperten

Klaus, (vor 9020 Tagen) @ Werner2

Lieber Wolfgang,
nicht dass ich mich jetzt als Tintlingsexeperte zu Wort melden möchte,; da hätten mich die Becherlinge auf dem Substrat schon eher interessiert. Ich wollte nur der Legende entgegenwirken, dass der gute Hans (Bender) nichts mehr mit Pilzen am Hut hat. Dem ist nämlich nicht so. Er ist weiterhin in der APN aktiv; beim jährlichen Treffen der westfälische Mykologen in Alme findet man ihn auch regelmäßig; nur publiziert er offenbar nicht mehr oder nicht mehr so oft. Aber mit der Gattung Coprinus ist er weiterhin ziemlich beschäftigt. Bei Bedarf bitte melden, nur möchte ich hier nicht ohne seine Zustimmung die e-mail-Anschrift ins Forum stellen.
Schöne Grüße aus dem Münsterland
Klaus

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Re: an Tintlingsexperten

Karl Keck ⌂, (vor 9020 Tagen) @ Klaus

Hallo Klaus,

die e-mail-Adresse von Hans Bender ist nun wirklich kein Geheimnis:
Er hat ja selbst im Forum auf der DGfM-Seite eine ganze Reihe Pilzbücher zum Verkauf angeboten unter Angabe seiner e-mail-Adresse ...

Aber ich habe an Tintlingskenner auch ne Frage:
Kommt außer bei C. domesticus und C. radians ein Ozonium auch noch bei anderen Coprinus-Arten vor?
Gruß Karl

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Re: an Tintlingsexperten *PIC*

hellmut, (vor 9020 Tagen) @ Klaus

Lieber Wolfgang,
nicht dass ich mich jetzt als Tintlingsexeperte zu Wort melden möchte,; da
hätten mich die Becherlinge auf dem Substrat schon eher interessiert. Ich
wollte nur der Legende entgegenwirken, dass der gute Hans (Bender) nichts
mehr mit Pilzen am Hut hat. Dem ist nämlich nicht so. Er ist weiterhin in
der APN aktiv; beim jährlichen Treffen der westfälische Mykologen in Alme
findet man ihn auch regelmäßig; nur publiziert er offenbar nicht mehr oder
nicht mehr so oft. Aber mit der Gattung Coprinus ist er weiterhin ziemlich
beschäftigt. Bei Bedarf bitte melden, nur möchte ich hier nicht ohne seine
Zustimmung die e-mail-Anschrift ins Forum stellen.
Schöne Grüße aus dem Münsterland
Klaus

Hallo Klaus,

Grüße aus Salzburg

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Hellmut

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Re: an Tintlingsexperten

Klaus, (vor 9020 Tagen) @ hellmut

Lieber Hellmut,
das ist ja mal ein schönes Foto. Ich möchte ja nicht unken, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass du da sehr schöne Exemplare von Peziza vesiculosa abgebildet hast. Soweit mir bekannt ist, dürfte es sich bei Tarzetta catinus kaum um eine koprophile Art handeln. Außerdem siehst du den Unterschied ja an den Mikros. Beide Arten sind auch bei Breitenbach/Kränzlin Band I schön abgebildet.
Ciao
Klaus

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Re: an Tintlingsexperten

hellmut, (vor 9019 Tagen) @ Klaus

Lieber Hellmut,
das ist ja mal ein schönes Foto. Ich möchte ja nicht unken, aber ich könnte
mir gut vorstellen, dass du da sehr schöne Exemplare von Peziza vesiculosa
abgebildet hast. Soweit mir bekannt ist, dürfte es sich bei Tarzetta
catinus kaum um eine koprophile Art handeln. Außerdem siehst du den
Unterschied ja an den Mikros. Beide Arten sind auch bei
Breitenbach/Kränzlin Band I schön abgebildet.
Ciao
Klaus

Hallo Klaus,

habe mich hier von den Abblildungen und Beschreibung in meiner Literatur
verleiten lassen wie z.b.Rand schwach gekerbt,Becherboden aderig,Innenseite haselnußbraun,Außenseite heller,feikleiig,um auf den T.c.zu kommen,hätte aber natürlich mehr auf das Substrat eingehen müssen (koprophil zu entschlüsseln
hat einige Mühe bereitet und bin letztendlich durch einen Artikel über abartiges
menschliches Sexualverhaltens auf die Lösung gekommen).
Leider sind meine Bestimmungsmöglichkeiten derzeit rein makroskopischer Natur was ich aber vorhabe zu ändern.
Vielen Dank noch und werde in Zukunft vorsichtiger sein.

Grüße Hellmut

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Aktivitäten von Hans Bender

Werner2, (vor 9018 Tagen) @ Klaus

Danke für den Hinweis, so hartnäckig halten sich eben Gerüchte.
Gruss Werner2:

Lieber Wolfgang,

nicht dass ich mich jetzt als Tintlingsexeperte zu Wort melden möchte,; da
hätten mich die Becherlinge auf dem Substrat schon eher interessiert. Ich
wollte nur der Legende entgegenwirken, dass der gute Hans (Bender) nichts
mehr mit Pilzen am Hut hat. Dem ist nämlich nicht so. Er ist weiterhin in
der APN aktiv; beim jährlichen Treffen der westfälische Mykologen in Alme
findet man ihn auch regelmäßig; nur publiziert er offenbar nicht mehr oder
nicht mehr so oft. Aber mit der Gattung Coprinus ist er weiterhin ziemlich
beschäftigt. Bei Bedarf bitte melden, nur möchte ich hier nicht ohne seine
Zustimmung die e-mail-Anschrift ins Forum stellen.
Schöne Grüße aus dem Münsterland
Klaus

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Re: an Tintlingsexperten

hellmut, (vor 9016 Tagen) @ hellmut

Hallo Pilzfreunde,
habe gestern diese beiden auf einem Haufen Pferdedung gefunden
und vermute daß es sich vielleicht um Exemplare
des coprinus radicans handeln könnte.
Dagegen spricht der völlig unbedeutende Geruch,dafür aber die von
der Stielbasis ausgehende ca.15 cm lange Wurzel.
Jüngere Pilze sind mit bräunlichweißen Flocken bedeckt.
Am Substrat wuchsen übrigens noch jede Menge von Napfbecherlingen.

Grüße Hellmut

Hallo Pilzfreunde,

bedanke mich bei allen Beteiligten für die sehr aufschlußreichen Beiträge.

Grüße Hellmut