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B. fechtneri, A. cecilae und andere von gestern *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4473 Tagen)

Hallo miteinander!

Gestern streunte ich bei zunehmendem Regen + zunehmender Dunkelheit durch zwei meiner Standardwälder, musste doch gucken, was es alles Neues gibt...

Sehr gefreut hat mich ein Silber-Röhrlingszwilling (Boletus fechtneri). Letztes Jahr fand ich ihn am gleichen Standort zum ersten Mal – damals von Schnecken schon bis fast zur Unkenntlichkeit zerfressen. Dieses Waldstück be- bzw. untersuche ich seit etwa 10 Jahren, an Dickröhrling findet sich dort "normalerweise" nur B. edulis und B. luridus bzw. auch B. mendax (cf.?). 2012 erschien erstmalig der Satansröhrling (vermutlich Erstfund auf dem Hochsträß, 650m NN), der 2013 auch wieder kam, dieses Jahr aber bisher ausblieb. Letztes Jahr kam der Wuzelnde Bitterröhrling (Boletus radicans, der 2014 auch noch fehlt) und eben der Silber-Röhrling hinzu. Folgen des Klimawandels?!
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An schon seit Jahren bekannter Stelle standen gleich mehrere Riesen-Scheidenstreiflinge (Amanita ceciliae). Aber gestern konnte ich endlich den Namensteil "Riesen" wirklich bestätigen. Ich war in eine steile Doline gestiegen und sah auf der anderen Seite einen großen weißen Pilz im steilen Abhang, dachte an einen Parasol – aber es war eine ausgewachsene "Cecilia", Hut-Ø 20 cm. Die Schnecken hatten sich am Stiel bereits gütlich getan, so dass die Gute ihren regenschweren Hut schon auf zwei Ästen abgelegt hatte. Leider musste ich mit Blitz fotografieren...
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In einem anderen Waldstück gab es etliche Büschel mit dem Spindeligen Rübling (Gymnopus fusipes). Mich verwunderte bei manchen Beschreibungen, dass er widerlich riechen solle – ich fand ihn ausgesprochen aromatisch wohlriechend!? Oder habe ich ihn falsch bestimmt? Sporenpulver weißlich, lange spindelige "Wurzel", bei Eichen.
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Gleich daneben kamen knackige Rotfuß-Röhrlinge (Xerocomellus chrysenteron):
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Zwischen Forstweg und einem jungen Fichtenwäldchen sprießten so knallrote Gallerttrichter (Tremiscus helvelloides), dass ich sie doch fotografieren musste:
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Zu guter Letzt noch ein riesiger Milchling, den ich aber nicht näher untersucht habe. Vielleicht hat ja trotzdem jemand eine Idee dazu? Hut-Ø bis 18 cm, Stiel jung rein weiß wie bemehlt, alt gelbbräunlich, reichlich wässrig-weiße Milch, unter Eichen neben jungem Fichtenforst + Schlehe am Waldrand zur Forststraße hin.
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Viele Grüße – Rika

Re: B. fechtneri, A. cecilae und andere von gester

Beorn, (vor 4473 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo, Rika!

Das sind tolle Sachen, die du da zeigst. Alle Achtung!
Den Riesen - Scheidenstreifling und den Gallerttrichter konnte ich bisher noch nicht dingfest machen.
Aber wenn bei dem Röhrling mit dem hübschen Schnittbild tatsächlich so viel rosa am Hut ist, wie es auf en Bildern aussieht, dann kann man sich auch mal überlegen, ob es nicht eher ein verblasster Boletus pseudoregius / Butyroboletus fuscoroseus ist.

LG, Pablo.

Re: B. fechtneri vs. pseudoregius *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4472 Tagen) @ Beorn

Hallo Pablo,

danke für die "Blumen"! Der Riesen-Scheidenstreiflinge ist auch hier nicht allzu häufig, der Rote Gallerttrichter dagegen schon. Du wohnst für diese Arten halt ein bissi tief und zu kalkarm.

Was den Dickröhrling betrifft, so hatte ich gehofft, es würde noch jemand dazu eine weitere Einschätzung abgeben – leider Fehlanzeige. Was ich in GroPiBaWü über fechtneri und pseudoregius nachgelesen habe, läßt mich schon weiterhin an den Silberröhrling denken: Standort – der Blauende Königsröhrling wurde UmUlmHerum bisher nicht gefunden/kartiert; auf dem Hut nix "dunkler längs Überfasertes"; beim pseudoregius sollte der Stiel im Schnitt im oberen Drittel auch blauen.
Hier noch ein Hut-Bild...

Nach was könnte ich sonst noch schauen, um sicher zu gehen?

Viele Grüße – Rika

Hallo, Rika!
Das sind tolle Sachen, die du da zeigst. Alle Achtung!
Den Riesen - Scheidenstreifling und den Gallerttrichter konnte ich bisher
noch nicht dingfest machen.
Aber wenn bei dem Röhrling mit dem hübschen Schnittbild tatsächlich so viel
rosa am Hut ist, wie es auf en Bildern aussieht, dann kann man sich auch
mal überlegen, ob es nicht eher ein verblasster Boletus pseudoregius /
Butyroboletus fuscoroseus ist.
LG, Pablo.

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Re: B. fechtneri vs. pseudoregius *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4472 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Was den Dickröhrling betrifft, so hatte ich gehofft, es würde noch jemand dazu eine weitere Einschätzung abgeben – leider Fehlanzeige.

nicht so ungeduldig Rika. ;-)

Den Silberröhrling kenne ich noch nicht von daher kann ich zu dem nichts groß sagen.

Vom Blauenden König hab ich Dir mal ein Schnittbild zum vergleichen angehängt. Im alter bleicht der Hut wirklich gerne aus und reist auch felderig auf. Am Hutrand hat er dann aber immer noch diesen rötlich / rosanen Schimmer. Zumindest an meinem Standort. Bei Deinem Foto hat man auch fast den Eindruck, daß er am Rand etwas rosa schimmert, aber so schwach hab ich das noch nicht erlebt und dazu ist er noch nicht mal felderig aufgerissen. Das helle beige - braun ist auch irgendwie anders. Soll bedeuten, daß ich Deinen Fund im Feld nicht als B. fuscoroseus erkannt hätte.

Gruß Joschi

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Re: B. fechtneri vs. pseudoregius *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4472 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi,

nicht so ungeduldig Rika. ;-)

... so "lange" Wartezeiten bin ich aus diesem Forum gar nicht gewöhnt ;-) Umso mehr freue ich mich über Deine bebilderte Antwort!

Nach der Tintling-Beschreibung vom Blauenden König dürfte er kein Netz und sollte er einen eher zylindrischen Stiel haben?? Der Stiel sei unten himbeerrosa – das war bei meinem nicht der Fall (und bei Deinem auch nicht wirklich), siehe http://tintling.com/pilzbuch/arten/b/Boletus_fuscoroseus.html
Auf Deinem ersten Foto (Schnitt) meine ich, im oberen Stielbereich schon ein Netz zu erkennen, auf dem letzten Bild geht das Netz sogar bis runter! Meiner hat auch ein gelbes Netz, aber nur oben. Kann man auf die Länge der Röhren was geben? Die Hutfarbe – hm, hellbräunlich mit etwas altrosa drin. Als ich diesen Boleten-Zwilling gefunden habe, hat es zwar gerade (noch) nicht geregnet, aber trocken war der Pilz sicher nicht – ich könnte deswegen event. Hutfasern auch übersehen haben. Im Schnitt kommen mir die Farben, vor allem das Rosarot in der Stielbasis bei meinem Fund deutlich kräftiger vor. B. fechtneri soll es richtig kalkig mögen, was dem B. pseudoregius/fuscoroseus wohl nicht so wichtig ist!? Meiner stand auf Lösslehm über Kalk...

Dann noch ein Tintling-Zitat zum Silberröhrling:
Der seltene Sommer-Röhrling ist nah verwandt mit dem dem ebenso seltenen Blauenden Königsröhrling Boletus fuscoroseus. Er kann praktisch nur im Jugendstadium makroskopisch von Letzterem unterschieden werden, weil die grauweiße, fein filzige Hutoberfläche des Jungpilzes mit zunehmender Reife der des Blauenden Königsröhrlings immer ähnlicher wird.

Demnach brauch´ ich mich nicht zu wundern... und alle weiteren Bemühungen werden im Nirwana enden :-(
Aber ich glaube immer noch, dass es B. fechtneri ist ;-) der soll sich nämlich bei Berührung BLAUGRÜN färben, und zumindest das hat er auch getan, siehe Foto.

Viele Grüße – Rika

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Den Silberröhrling kenne ich noch nicht von daher kann ich zu dem nichts groß
sagen.
Vom Blauenden König hab ich Dir mal ein Schnittbild zum vergleichen
angehängt. Im alter bleicht der Hut wirklich gerne aus und reist auch
felderig auf. Am Hutrand hat er dann aber immer noch diesen rötlich /
rosanen Schimmer. Zumindest an meinem Standort. Bei Deinem Foto hat man
auch fast den Eindruck, daß er am Rand etwas rosa schimmert, aber so
schwach hab ich das noch nicht erlebt und dazu ist er noch nicht mal
felderig aufgerissen. Das helle beige - braun ist auch irgendwie anders.
Soll bedeuten, daß ich Deinen Fund im Feld nicht als B. fuscoroseus
erkannt hätte.
Gruß Joschi

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Re: B. fechtneri vs. pseudoregius

Matthias, (vor 4472 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
das mit dem fehlenden Stielnetz kannst du ganz schnell vergessen, es ist bei Beiden vorhanden, von der Hutfarbe kann man sie wirklich nur als junge Pilze unterscheiden. Ab einem gewissen Alter wenn der Hut ausgebleicht ist kann man es makroskopisch nicht mehr sagen ohne das junge Exemplare die daneben stehen,
viele Grüsse
Matthias

Re: B. fechtneri vs. pseudoregius *PIC*

Beorn, (vor 4471 Tagen) @ Matthias

Morgen zusammen!

Zumindest scheint es dann ziemlich schwirig zu werden.
Ich würde aber mal behaupten, solange sich noch Rosatöne am Hut finden, kann man die schon als B. fuscoroseus ansprechen. Das sollte B. fechtneri ja nicht können, oder?

Verfärbungsmuster sind gleich (im Alter und bei trockenen Pilzen ohnehin nicht mehr zur Beurteilung gut), Stielfarben, Stielnetz...
Munoz gibt eine etwas abweichende Sporengröße an, was aber im Wiederspruch zur Beschreibung im Schlüssel von Klfac steht, der dafür die inkrustierten HDS - Hyphen von B. fuscoroseus aufführt...

Hätte ich mal jeweils einen mitgenommen. :-(

LG, Pablo.

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Re: B. fechtneri vs. pseudoregius

Jürgen, (vor 4471 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Du liegst mit Boletus fechtneri völlig richtig. Es gibt durchaus kritische Kollektionen, bei denen die Entscheidung schwerfällt, aber diese gehört noch nicht dazu.

Gruß, Jürgen

Re: B. fechtneri vs. pseudoregius - Sammeldank

UmUlmHerum, (vor 4470 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Pablo, Joschi, Jürgen und Matthias!

Habt Alle herzlichen Dank für Eure Kommentare und Fotos!
Dass es so schwierig sein könnte, die Beiden auseinander zuhalten, hätte ich anfangs nicht gedacht. Aber in Anbetracht des sehr kalkreichen Untergrunds denke ich (nachwievor), dass es schon der Silberröhrling ist...

Viele Grüße – Rika

Re: B. fechtneri, A. cecilae und andere von gester

Gábor, (vor 4473 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

der Milchling schaut mir nach Lactarius acerrimus aus.

LG, Gábor

Re: Lactarius acerrimus sehr wahrscheinlich 2x PIC *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4473 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

die Beschreibung in wikipedia passt wie Faust auf´s Auge zu dem Queradrigen Milchling! Na, da werde ich die Tage doch noch mal hingehen und ein Pröbchen für das Mikro holen – 2-sporige Basidien anschauen (wenn er es sein sollte). Laut Pilzflora des Ulmer Raums hat Lothar Krieglsteiner den L. acerrimus 2x in diesem MTB gefunden - leider ohne nähere Angaben; sonst sind keine Funde im Ulmer Raum beschrieben.

Hier noch zwei extreme Ausschnitt-Vergrößerungen, an denen man mit ein bisschen good will die Verbindungen zwischen den Lamellen am Stielansatz erkennen kann. Und er war im Nieselregen extrem schmierig, hab´ die Finger nachher kaum sauber bekommen (war auch kein Moos da). Die Ökologie stimmt auch...

Ich hatte es ja nicht zu hoffen gewagt, dass jemand nur anhand der Fotos einen so treffsicheren Tipp abgeben kann!! Zugegebenermaßen machte ich ja meist einen mittelgroßen Bogen um die ganzen Sprödblättler ...

Danke Dir, Gábor!

Gute Nacht – Rika

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Hallo Rika,
der Milchling schaut mir nach Lactarius acerrimus aus.
LG, Gábor

Re: Lactarius acerrimus sehr wahrscheinlich 2x PIC

Der Juergen, (vor 4471 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Laut Pilzflora des Ulmer Raums hat Lothar Krieglsteiner
den L. acerrimus 2x in diesem MTB gefunden - leider ohne nähere Angaben;
sonst sind keine Funde im Ulmer Raum beschrieben.

Eine für unsere Gegend eindeutig unterkartierte Art; ich treffe L. acerrimus alle Nase lang an, wobei ich sagen muss, dass ich noch kein Exemplar bestimmt und fotografiert habe.

Eine makroskopisch ähnlich aussehende Art, aber wohl etwas kleinwüchsiger und ohne diese deutlich queraderigen Lamellen ist L. evosmus, die auch bei uns vorkommt (in Buchen/Eichen-Mischbeständen) - der Christian hat die mal bestimmt.

Dass Du den mikroskopierst, finde ich gut! Vielleicht gibts ja eine Überraschung; ob nämlich die queraderigen Lamellen immer ein sicheres makroskopisches Merkmal für die Art sind, kann man schon anzweifeln. Viele Milchlinge, vor allem wenn sie von irgend was befallen sind (Hyphomycet, Virus) zeigen solche Deformationen.

Grüßle
Jürgen

Re: B. fechtneri, A. cecilae und andere von gester

Doris, (vor 4472 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

schöne Aufnahmen frisch aus dem Pilz-Wald, ich glaub ich muss gleich wieder raus.
Die Artenvielfalt ist jetzt einfach riesig. Und der kämpfende Scheidenstreifling
.........."Der Tapfere", alles will.

Gruß
Doris