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Inocybe cookei? *PIC*

Klaas, (vor 4472 Tagen)

Hallo zusammen,

so ich denn ein „Spezialgebiet“ hätte, gehörten u.a. die Risspilze nicht dazu…
Da diese Kollegen gestern auffallend und zahlreich auf und um den Weg herum standen, hatte ich sie mal eingedost.

Der Standort ist schwierig zu definieren, eigentlich mein Stammwald, aber den steilen Hang war ich zuvor noch nicht
hochgeklettert und hatte Seil und Sicherungshaken vermisst. An der Stelle sieht es so aus, als wären dort einmal sehr
kleinräumig kalkhaltige (?) Steine ober- und unterhalb des Weges gebrochen worden. Beim Hinaufklettern zum Standort/Weg
fanden sich völlig unerwartet zwischen den bemoosten „Klippen“ div. Pfifferlinge (Gelbe, Krause, Herbsttrompeten) bunt gemischt.
Direkt im Anschluss zum Hang und Weg ein üblicher kahlgeschlagener Fichtenforst mit Digitalis und undurchdringlichem
Dornengebüsch (manche, besonders hier um WI herum, werden es niemals lernen, habe ich so das Gefühl), oberhalb ein paar
Kiefern im ansonsten Buchen-Laub-Mischwald.

Speziellere Inocybe-Literatur fehlt mir, beim Bildvergleich in PDS und Schlüsseln in der FN geht es recht gut zur genannten Art.
Die Erfahrung fehlt wie immer, daher hier die Nachfrage, ob das passt?

Auf den Fotos müsste man makroskopisch ausreichend erkennen können, die schwierig aus dem Wegschotter herauszufischende
Stielknolle sei nur besonders erwähnt, auch der zart süßlich-blumige Duft frisch-zerbrochener FK.

Ein paar Fotos:

Links natürlich, rechts nur für den Maßstab (mit Langzeitblitz):

[image] [image]

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HDS:

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Kaulo-Zystiden:

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KZ / Basidien (diese nach 1 Tag der Lagerung bereits sehr lädiert):

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Ch.-Zystiden um 30–50x12–16 µm (Pleuro-Z. nicht als solche festgestellt)

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Sporen 7–8x4,5–5 µm (nur 10 Sp. nachgemessen):

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Kommt denn mit diesen nur auf die Schnelle geschossenen Fotos noch eine andere Art in Frage?

Und wenn ich gerade schon bei Risspilzen bin, wenn auch nur, um meine Jungfräuligkeit vorzutäuschen und Unsicherheit zu beweisen, die hier sollten
doch auch ohne Mikroskopie I. erubescens sein - am Bachrand an anderer Stelle, aber mit vermutlich anderen Arten sehr untermischt gewachsen - oder?

[image]

Grüße
Klaas

Re: Inocybe cookei?

Peter S., (vor 4472 Tagen) @ Klaas

Hallo zusammen,
so ich denn ein „Spezialgebiet“ hätte, gehörten u.a. die Risspilze nicht
dazu…

Das ist bei mir genau so.

doch auch ohne Mikroskopie I. erubescens sein - am Bachrand an anderer
Stelle, aber mit vermutlich anderen Arten sehr untermischt gewachsen -
oder?
Aber das weiß ich ausnahmsweise ganz bestimmt, das sind definitiv keine Mai-Rißpilze.

Beste Grüße - Peter

Re: Inocybe cookei?

Klaas, (vor 4472 Tagen) @ Peter S.

Hallo Peter,
nur kurz nebenbei danke für Deinen Hinweis - als „Fachidiot“ mit noch sehr unklarer Fachrichtung muss ich wohl
auch bei den Inocyben auch noch sehr - sehr - viel lernen… mit den zuletzt gezeigten befasse ich mich morgen
noch etwas näher.
(Gerade an einem eckig-Sporer kopfkratzend sitzend) viele Grüße
Klaas

Re: Inocybe cookei?

Andreas ⌂, (vor 4472 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

mit den zuletzt gezeigten befasse ich mich morgen noch etwas näher.

Das ist der Weinrote Risspilz.
Den kannst Du sogar in die Pfanne hauen: Inocybe adaequata enthält nachweislich kein Muskarin und unser verehrter Forengründer und -Betreiber hat ihn sogar schon mal selbst probiert. Fazit war: Nicht giftig, aber eklig im Geschmack ....

beste Grüße,
Andreas

Re: Inocybe cookei?

Klaas, (vor 4472 Tagen) @ Andreas

Hi Andreas,

und ach verflucht, ziegel- und weinrot, wer kann das schon genau auseinanderhalten, Mai und August sind hierzulande im Rhein-Main-Gebiet
ja auch schon fast das Selbe. Rötend hatte ich ein paar Arten im dummen Kopf, u.a. - ach was soll`s, ohne Ausrede blöd ins Buch geschaut und
Namen abgeschrieben… Jedenfalls hatte ich den Weinroten noch nicht vor mir - missverständlicherweise werde ich mir diesen Typen von nun an
sehr genau merken… ;)
Mehr interessieren würde mich aber dieses gelbe Teil, zu dem dem mir wesentlich mehr Infos vorliegen…

Viele Grüße
Klaas

Re: Inocybe cookei?

Helmut, (vor 4472 Tagen) @ Klaas

Servus Klaas,

mit I. cookei liegst Du schon richtig. Die Stielbasis sollte knollig sein, was auf den Bildern nicht gut zu erkennen ist. Ähnlich ist I. quietiodor mit anderem Geruch und anderen, größeren Sporen.

Gruß

Helmut

Re: Inocybe cookei?

Klaas, (vor 4471 Tagen) @ Helmut

Besten Dank Helmut,

nach Wanzen rochen die Pilze nicht, die Knolle ist, wenn auch auf den Bildern leider schwer zu erkennen,
dennoch da.

Viele Grüße
Klaas

Re: Inocybe cookei?

jesko, (vor 4472 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

Inocybe cookei lässt sich normalerweise im Feld gut ansprechen durch die Kombination von gelblicher Hutfarbe, Basalknolle am Stiel und Honiggeruch. Diesen sog. Honiggeruch (Pilzgeruchsbezeichnungen sind auch nur Konventionen) empfinde ich persönlich jedoch nicht als süßlich-blumig, er ist intensiv und eher unangenehm, erinnert mich an bestimmte Klebstoffe. Den besten Vergleich hast Du bei anderen Pilzen mit diesem Geruch, am besten bei einem der Honigschleimfüße (Cortinarius elatior und Verwandte), dem Honigsaftling oder auch teils bei alten Amanita phalloides. Diesen Geruch kitzelt man i.d.R. am besten aus dem Pilz, wenn man seine Stielbasis drückt. Dann bleibt er meistens auch penetrant an den Fingern kleben.
Deine rötlich verfärbende Kollektion hatte den Honiggeruch vermutlich auch. Auch wenn schon jemand Selbstversuche überstanden hat, wäre ich etwas vorsichtig mit dem Indiepfannehauen, denn ich könnte mir vorstellen, dass es da neben Inocybe adaequata und erubescens weitere rötende Arten in der Sektion gibt, dass also I. adaequata derzeit meist als Sammelart gefasst wird. Ob die dann alle kein Muscarin enthalten, ist fraglich.

Viele Grüße,
Jesko

Re: Inocybe cookei?

Klaas, (vor 4471 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

Inocybe cookei lässt sich normalerweise im Feld gut ansprechen

wenn man die Art denn kennt… ;) vielleicht klappt das bei mir nun auch.

Wie Honig riecht, weiß ich als Veganer inzwischen schon gar nicht mehr so genau, daher nur das „süßlich-blumig“,
den Geruch empfand ich vor Ort nicht als unangenehm.

Und keine Sorge, auf die Idee, solche Pilze wie (die gezeigten rötenden) Risspilze zu essen, käme ich niemals -
schon gar nicht, wenn ich die Art nicht kenne... Falls mir ab und an mal nach einem Pilzgericht ist, gibt es doch
mir angenehmere Gattungen für die Pfanne.

Danke und viele Grüße
Klaas