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Wer kennt diese Arten?, von Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8938 Tagen)

Immer wieder begegnet man Arten, die sich nicht ohne weiteres bestimmen
lassen. Hier sind einige dieser Arten, die meiner Bestimmung entgehen,
vielleicht hat jemand eine Idee oder einen Vorschlag, wie diese Arten zu
benennen sind.

1. Ein kleines Becherchen, wo ich rein äußerlich auf die Gattung Dasyscyphus
gestoßen bin. Ich finde, dass diese Fruchtkörper weder nach D. sulfureus noch
nach D. mollissimus aussehen. Etwa 0,5 - 2 mm breit, wuchsen sie auf großen
Kräuterstengeln (Doldenblütler). Sie hatten keinen Stiel und waren zahlreich
vorhanden (04.04.02)

2. Ein Blätterpilz, zu dem ich gar nichts sagen kann, auffallend sind aber
die grauen, gesägten Lamellen. Er scheint speziell im Frühling vorzukommen
und sein Hut wird etwa bis 5 cm breit, seine Oberfläche feucht recht
schmierig bis fast schleimig (Hebeloma ?). Er wuchs bei Pappeln, Buchen und
Hasel.
(14.02 und 23.03.02)

3. Ein Kernpilz, wahrscheinlich um Hysterium, kaffeebohnenförmig und etwa 1 -
2/ 0,5 mm, schwarz, Standort auf abgestorbenem Eichenstamm( 23.03.02)

4. Ein kleines Becherchen, geht in Richtung Mollisia oder Tapesia
(Dermateaceae), Frk. 0,5 - 2,5 mm breit, stiellos, Standort auf einem
abgestorbenen Kiefernzapfen (16.03.02)

Vielleicht fällt dem einen oder anderen ja was ein, welche Arten hier
vorliegen könnten oder welche in Frage kommen können, ich würde mich sehr
darüber freuen,
Ciao, Kazuya.

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Re: Wer kennt diese Arten?, von Kazuya

Georg, (vor 8938 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hi Kazuya,

Nr.2 ist wahrscheinlich Pholiota oedipus, ein recht häufiger Pilz in Auwäldern auf
vorjährigem Laub von Pappel, Esche usw. Er wächst hauptsächlich im Winter.

Georg

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Re: Wer kennt diese Arten?, von Kazuya

Andreas Gminder, (vor 8937 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Immer wieder begegnet man Arten, die sich nicht ohne weiteres bestimmen
lassen. Hier sind einige dieser Arten, die meiner Bestimmung entgehen,
vielleicht hat jemand eine Idee oder einen Vorschlag, wie diese Arten zu
benennen sind.
1. Ein kleines Becherchen, wo ich rein äußerlich auf die Gattung Dasyscyphus
gestoßen bin. Ich finde, dass diese Fruchtkörper weder nach D. sulfureus noch
nach D. mollissimus aussehen. Etwa 0,5 - 2 mm breit, wuchsen sie auf großen
Kräuterstengeln (Doldenblütler). Sie hatten keinen Stiel und waren zahlreich
vorhanden (04.04.02)
2. Ein Blätterpilz, zu dem ich gar nichts sagen kann, auffallend sind aber
die grauen, gesägten Lamellen. Er scheint speziell im Frühling vorzukommen
und sein Hut wird etwa bis 5 cm breit, seine Oberfläche feucht recht
schmierig bis fast schleimig (Hebeloma ?). Er wuchs bei Pappeln, Buchen und
Hasel.
(14.02 und 23.03.02)
3. Ein Kernpilz, wahrscheinlich um Hysterium, kaffeebohnenförmig und etwa 1 -
2/ 0,5 mm, schwarz, Standort auf abgestorbenem Eichenstamm( 23.03.02)
4. Ein kleines Becherchen, geht in Richtung Mollisia oder Tapesia
(Dermateaceae), Frk. 0,5 - 2,5 mm breit, stiellos, Standort auf einem
abgestorbenen Kiefernzapfen (16.03.02)
Vielleicht fällt dem einen oder anderen ja was ein, welche Arten hier
vorliegen könnten oder welche in Frage kommen können, ich würde mich sehr
darüber freuen,
Ciao, Kazuya.

Hallo,

wie bereits mehrfach erwähnt kann man so gut wie keine Ascos ohne Mikroskop ansprechen. Und irgendwelche Vorschläge, was es denn sein KÖNNTE bringen doch nur dann was, wenn Du das dann auch versuchst nachzuprüfen (= mikroskopieren!). Falls das der Fall ist, gebe ich gerne Tipps ab (wie beim Lotto: ohne Gewähr), ansonsten bringt's wie gesagt eigentlich nix.

1.) Glaube auch nicht so recht an die mollissimum-Gruppe weil die Haare recht kurz sind. Allerdings kann man die Größe nur erraten. Vermutlich sind sie recht klein, deutlich kleiner als typische B. mollissimum? Falls das der Fall ist, würde ich mal in der Gegend von Cistella grevillei suchen

2.) Das ist Pholiota oedipus (Phaeogalera oe.) - Fettigglänzender Scheinschüppling.

3.) Ich seh nix und Pyrenos kann ich eh nicht.

4.) Ganz sicher eine Mollisia, aber welche? Vermutlich ist es M. lividofusca, die mit Abstand häufigste Art auf Kiefernzapfen (wenn nicht gar die einzige).. Dazu müßtest Du die Hyphen des Subhymeniums checken. Wenn sie bräunlich sind statt hyalin wie bei (fast) allen anderen Arten, dann stimmts. Sind sie hyalin, dann könnte das die für mich mysteriös gebliebene Mollisia strobilicola sein. Aber alle Funde unter diesem Namen die ich bisher untersuchen konnte waren M. lividofusca. Ob's also eine zapfenbewohnende Mollisia mit HYALINEM Subhymenium gibt wage ich fast schon zu bezweifeln.
Diese lividofusca ist frisch und durchfeuchtet oftmals von einem eigentümlichen violettblau, fast fliederfarben. Beim langsamen Abtrocknen (einfach im Zimmer liegen lassen) nimmt sie aber ihren typischen, schwer zu beschreibenden Kaffee-mit-viel-Milch-Braunton an
Exsikkat würde mich interessieren falls vorhanden.

herzliche Grüße,
Andreas

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Danke, Danke, Danke.......

Kazuya Kazama, (vor 8937 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo, Andreas!
Wie ich schon sagte, wie mollissimus sieht der nicht aus, und Cistella grevillei? War der auch mal bei Dasyscyphus? Dann kenn ich ihn nämlich. Und danke für den oedipus, habe gleich bei Gerhardt nachgeschaut, verzeih mir meine unkenntniss!!!
Und an lividofusca habe ich auch gedacht, habe es nur nicht gewagt ihn als solchen zu benennen. War sein früherer Name mal Tapesia lividofusca? Wenn Mollisia strobilicola unter B&K Tapesia strobilicola heißt, dann dürfte dessen Rand doch behaart sein, oder nicht?
Vilen Dank,
Kazuya.

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Re: Danke, Danke, Danke.......

Andreas Gminder, (vor 8937 Tagen) @ Kazuya Kazama

Hallo Kazuya,

Wie ich schon sagte, wie mollissimus sieht der nicht aus, und Cistella
grevillei? War der auch mal bei Dasyscyphus? Dann kenn ich ihn nämlich.

Cistella grevillei war u.a. auch mal ein Dasyscyphus, aber auch Clavidisculum, Trichopeziza und Discocistella. Ferner sind Lachnum brevipilum, Calloria coniicola und Urceolella berkeleyi synonym, sicherlich auch noch manch anderes Taxon. Ubiquist auf allen möglichen Kräuterstängeln u.ä., auf Gräsern kommt aber auch die nur mikroskopisch unterscheidbare C. albidolutea vor.

Und danke für den oedipus, habe gleich bei Gerhardt nachgeschaut, verzeih
mir meine unkenntniss!!!

??? Was soll das mit dem "verzeih ..." ? Willst Du mich verarschen?

Und an lividofusca habe ich auch gedacht, habe es nur nicht gewagt ihn als
solchen zu benennen. War sein früherer Name mal Tapesia lividofusca? Wenn
Mollisia strobilicola unter B&K Tapesia strobilicola heißt, dann dürfte
dessen Rand doch behaart sein, oder nicht?

zu den Mollisien:
Ich halte Mollisia und Tapesia (wie die meisten) nicht für trennbare Gattungen. Zum einen ist ein einziges Merkmal (die Hyphenmatte aus der die Apothezien wachsen) zu wenig für eine Gattungstrennung, zum anderen ist dieses Merkmal bei manchen arten variabel. Gerade die lividofusca gibt's auch ohne Subikulum.
Daher also bei mir Mollisia lividofusca, strobilicola, fusca, rosae, ..... . Das kann natürlich jeder halten wie er's für richtig findet.
Wer die beiden Gattungen aber zusammenwirft, der MUSS Mollisia (Fries) Karsten 1871 verwenden, obwohl Tapesia Fuckel 1869 der ältere Name ist. Mollisia ist ein nomen conservandum, d.h. der Name wurde aufgrund der wesentlich besseren Verbreitung unter den Mykologen, der besseren Definition der Gattung und der wesentlich höheren Artenzahl gegenüber Tapesia konserviert (Entscheidung des Botanischen Kongresses, glaube Sydney, so um 1994).

Was nun M./T. strobilicola angeht, so ist der abgebildete Fund bei B&K nichts anderes als lividofusca. Ich habe das Exsikkat untersucht und ebenfalls braune Subhymeniumshyphen gefunden, Sporen ohne Tropfen etc.etc.. Haargenau die gleiche Art wie die auf Laubholz wachsende M. lividofusca. Die Art kommt auch gerne auf Lärchenzapfen vor.

Die Randbehaarung kann schwach bis deutlich sein bei BEIDEN Gattungen (Mollisia ligni deutlich, cinerea kaum vorhanden - Tapesia rosae deutlich, lividofusca kaum vorhanden), das war nie ein Trennmerkmal, es ging immer nur um den Hyphenfilz auf dem Substrat.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Wer kennt diese Arten?, von Kazuya

Christoph ⌂, (vor 8934 Tagen) @ Notizbrettbildservice

3. Ein Kernpilz, wahrscheinlich um Hysterium, kaffeebohnenförmig und etwa 1 -

ist ziemlich sicher Hysterium. Ab dann hilft aber nur das Mikroskop, denn es gibt eine ganze Reihe von Hysteriaceen.
Die Dinger sind aber sehr gut bestimmbar, es gibt eine gute Monographie. Die Dinger sind auch häufig (z. B. hysterium pulicare oder Hysterium angustatum).
Es gibt aber noch sehr ähnliche Gattungen...

Hysteriaceae ist 100% sicher, die Gattung, sagen wir mal bei dem habitat auf lebendem Baum (Rinde) zu 95%, nach Häufigkeit geraten, eventuell hysterium pulicare.
Nimm ein Mikroskop und Literatur, dann weißt du es genau.
Mit dem bloßen Auge geht sonst gar nix...

Ciao, Christoph