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Dasyscyphus, eine Gattung stellt sich vor (Kazuya) *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8921 Tagen)

So, kommen wir nun zum letzten Teil einer fast schon in Serie gegangenen
Vorstellung einer Gattung, die längst nicht jeder kennt. Ich hoffe, dass das
jetzt nicht mehr so ist und ich die allgemeine Kentniss etwas etwas höher
gelegt habe. An dieser Stelle ist nochmals zu erwähnen, das all diese Arten
praktisch nur mikroskopisch zu unterscheiden sind und vielleicht nur ein paar
Arten dabei sind, die nahezu schon im Felde zu erkennen sind, weil sie
auffallende Farben haben oder bestimmte Substrate besiedeln. Deshalb nun zum
letzten, weissen Haarbecherchen: dem Nadel-Haarbecherchen (Dasyscyphus
acuum). Es ist reinweiss und kurz gestielt, wird bis etwa 0,6 mm breit und
ist ganz fein behaart. Das Substrat sind Fichtennadeln, doch auch Nadeln
anderer Nadelbäume sowie auch deren Zapfen werden bevorzugt besiedelt. Es ist
fast ganzjährig zu finden und kann nach gezieltem Suchen fast immer gefunden
werden. Die Nadeln sollten dabei feucht liegen.
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Die Reste sind immer das Beste. Ich habe hier noch einen kleinen Becherling
gefunden, den man als Dasyscyphus cf. sulfureus bezeichnen könnte
(Schwefelgelbes Haarbecherchen). Es ist sozusagen der Rest des letzten
Jahres, deswegen die ungemein winzige Größe des Apotheziums. Die
Fruchtschicht des bis zu 2 mm breitwerdenden Pilzes ist grau, die Haare sind
schwefelgelb.
Man findet den Pilz von Mai bis November besonders an Brennnesseln, dort ist
er allgemein verbreitet. Es gibt leider auch zahlreiche Doppelgänger, so z.B.

Dasyscyphus mollissimus.

So, ich hoffe es hat euch gefallen. Es war ja auch nur ein kleiner Ausflug in
eine Gattung, die es heute eigentlich gar nicht mehr gibt. Ich habe sie hier
noch einmal zusammengefasst.
Viele Grüße,
Kazuya.

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Re: Dasyscyphus, eine Gattung stellt sich vor (Kaz

Karl-Heinz ⌂, (vor 8921 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,
vielen Dank für Deine Beiträge. Es hat mich inspiriert auch in diese Welt vorzudringen und mir viele schöne Bilder vor das Auge gebracht.
Dabei bin ich auch mit meiner Kamera an die Grenzen gestoßen, z. B. mit Trichopeziziella nidulus auf Stängeln von Polygonatum multiflorum (Vielblütige Weißwurz).
Viele Grüße
Karl-Heinz

So, kommen wir nun zum letzten Teil einer fast schon in Serie gegangenen
Vorstellung einer Gattung, die längst nicht jeder kennt. Ich hoffe, dass das
jetzt nicht mehr so ist und ich die allgemeine Kentniss etwas etwas höher
gelegt habe. An dieser Stelle ist nochmals zu erwähnen, das all diese Arten
praktisch nur mikroskopisch zu unterscheiden sind und vielleicht nur ein paar
Arten dabei sind, die nahezu schon im Felde zu erkennen sind, weil sie
auffallende Farben haben oder bestimmte Substrate besiedeln. Deshalb nun zum
letzten, weissen Haarbecherchen: dem Nadel-Haarbecherchen (Dasyscyphus
acuum). Es ist reinweiss und kurz gestielt, wird bis etwa 0,6 mm breit und
ist ganz fein behaart. Das Substrat sind Fichtennadeln, doch auch Nadeln
anderer Nadelbäume sowie auch deren Zapfen werden bevorzugt besiedelt. Es ist
fast ganzjährig zu finden und kann nach gezieltem Suchen fast immer gefunden
werden. Die Nadeln sollten dabei feucht liegen.


Die Reste sind immer das Beste. Ich habe hier noch einen kleinen Becherling
gefunden, den man als Dasyscyphus cf. sulfureus bezeichnen könnte
(Schwefelgelbes Haarbecherchen). Es ist sozusagen der Rest des letzten
Jahres, deswegen die ungemein winzige Größe des Apotheziums. Die
Fruchtschicht des bis zu 2 mm breitwerdenden Pilzes ist grau, die Haare sind
schwefelgelb.
Man findet den Pilz von Mai bis November besonders an Brennnesseln, dort ist
er allgemein verbreitet. Es gibt leider auch zahlreiche Doppelgänger, so z.B.
Dasyscyphus mollissimus.
So, ich hoffe es hat euch gefallen. Es war ja auch nur ein kleiner Ausflug in
eine Gattung, die es heute eigentlich gar nicht mehr gibt. Ich habe sie hier
noch einmal zusammengefasst.
Viele Grüße,
Kazuya.

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Re: Dasyscyphus, eine Gattung stellt sich vor (Kaz

Klaus, (vor 8921 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,
schöne Bilder. Was Cistella acuum angeht, wollte ich zumindest noch auf eine Hypodermatacee aufmerksam machen, die man noch deutlich häufiger als das Haarbecherchen an feucht liegenden Fichtennadeln findet: Lophodermium piceae. Man kann einige Perithezien ja selbst auf der etwas unscharfen unteren Nadel erkennen. Wenn wir schon gerade bei den (immer wieder faszinierenden) Winzlingen sind ....
Schöne Grüße
Klaus

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Also, könnt ihr meine Gedanken lesen, oder was?

Kazuya Kazama, (vor 8919 Tagen) @ Klaus

Hallo,
ja, Lophdermium piceae, das wär schon was. Nach dem Lophodermium pinastri hätte ich dann schon zwei Arten innerhalb dieser Gattung gefunden.
Viele Grüße,
Kazuya

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Dasyscyphus auf Schilf und Mädesüß

Andreas ⌂, (vor 8921 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,

schöne Bilder, wirklich!
ich war heute auf Mollisia-Jagd und habe mir ein Erlen-bestandenes Bachufer mit größerem Schilf-Bestand vorgenommen.
Dabei habe ich sehr häufig zwei "Dasyscyphus"-Arten gefunden, die Dir vielleicht in Deiner Sammlung noch fehlen, die aber aufgrund des Substrates schon relativ sicher angesprochen werden können:
1. Dasyscyphus/Lachnum controversus auf alten Schilfstängeln, zusammen mit Mollisia hydrophila und M. retincola.
Interessanterweise ist die Verteilung dieser drei Arten auf dem Stängel nach meiner Beobachtung immer gleich: An der Basis und meistens im Schlamm oder Wasser findet man Mollisia retincola, weiter nach oben als nächstes Mollisia hydrophila und darüber und stets außerhalb der direkten Nässe dann Lachnum controversum. Ich poste mal zwei Scans in meinem nächsten Beitrag (wenn's mit dem Bildereinbinden klappt ....)
2. Dasyscyphus/Lachnum nudipes auf alten Mädesüß-Stängeln, oft zusammen mit Mollisia revincta, Pyrenopeziza millegrana, pulveracea, Olla millepunctata. Es soll nach Baral auch eine Sippe mit kleineren Sporen geben, ansonsten problemlose Art (wenn das Substrat richtig bestimmt ist).
Mädesüß ist übrigens ein Substrat das von außerordentlich vielen verschiedenen Ascos besiedelt wird, auch als Vorjahresstängel relativ leicht erkennbar ist und durch das Vorkommen in Feuchtgebieten die oft pilzleere Frühsommerzeit überbrücken hilft :-)

Beste Grüße,
Andreas

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Andreas...Volltreffer!!

Kazuya Kazama, (vor 8919 Tagen) @ Andreas

Genau, genau diese Arten, also Mollisia (Tapesia) retincola und hydrophila sowie Dasyscyphus acutipilus und controversus und vielleicht noch ein kleiner Lophodermium, die fehlen mir tatsächlich. Ich habe mir vorgenommen, weils bei mir in der Gegend kaum Schilf gibt, endlich einmal in ein Gebiet zu kommen, wo ich diese Arten finden könnte. Aber am meisten fehlt mir ein ganz besonderer: Dasyscyphus bicolor!
Viele Grüße,
Kazuya

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Re: Andreas...Volltreffer!!

Andreas ⌂, (vor 8919 Tagen) @ Kazuya Kazama

Genau, genau diese Arten, also Mollisia (Tapesia) retincola und hydrophila
sowie Dasyscyphus acutipilus und controversus und vielleicht noch ein
kleiner Lophodermium, die fehlen mir tatsächlich. Ich habe mir
vorgenommen, weils bei mir in der Gegend kaum Schilf gibt, endlich einmal
in ein Gebiet zu kommen, wo ich diese Arten finden könnte. Aber am meisten
fehlt mir ein ganz besonderer: Dasyscyphus bicolor!
Viele Grüße,
Kazuya

Hallo Kazuya,

am einfachsten findest du die var. rubi von Dasyscyphus/Capitotricha bicolor, die an toten und nicht zu alten Stängeln von Himbeere wächst, zusammen mit Dasyscyphus/Brunnipila clandestinus und Dasyscyphus/Lachnum virgineum. Oft ebenfalls dabei Pyrenopeziza rubi, Mollisia revincta und weiteren.
Die typische Varietät finde ich noch am seltensten von allen dreien, die var. fagiseda (ined.) von Buchenkupulen ist bei mir nicht allzu selten.

Beste Grüße,
Andreas