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Pilzschnitte faerben (Mikroskop)

Florian Dufey, (vor 8919 Tagen)

Ich habe die letzten Tage ein bisschen mit dem Mikroskop gespielt.
Obwohl ich mit Haematoxylin die Zellkerne in Zwiebelschalen einwandfrei
anfaerben konnte, gelang mir selbiges im Fall von Pilzen nicht.
Hat da irgend jemand Erfahrung oder kann mir einen anderen Farbstoff nennen?

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Re: Pilzschnitte faerben (Mikroskop)

Andreas ⌂, (vor 8919 Tagen) @ Florian Dufey

Ich habe die letzten Tage ein bisschen mit dem Mikroskop gespielt.
Obwohl ich mit Haematoxylin die Zellkerne in Zwiebelschalen einwandfrei
anfaerben konnte, gelang mir selbiges im Fall von Pilzen nicht.
Hat da irgend jemand Erfahrung oder kann mir einen anderen Farbstoff nennen?

Hallo Florian,

was ich gehört habe sollen die Zellkerne bei Pilzen sehr schwer sichtbar sein.

Vereinfacht nach MOSER kannst Du ja mal folgende Vorgehensweise probieren:
Pilzstück in ca. 10% Salzsäure 10 Minuten bei 55-60° liegen lassen. Danach 15 Minuten in kaltes Leitungswasser (waschen, also mehrmals wechseln). Dann mit reinem Alkohol auswaschen. In 3-4 Tropfen Giemsa 1 Stunde liegen lassen, dann 5 ml Wasser zusetzen, mischen und noch 'ne Stunde liegen lassen. Fertig. Quetschpräparat in Wasser.
Giemsa gibt's handelsfertig gemischt. Frag' mich aber nicht wo .....

Selbst probiert hab' ich's noch nie, würde mich interessieren ob's klappt.

herzliche Grüße,
Andreas

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Re: Pilzschnitte faerben (Mikroskop)

Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8918 Tagen) @ Andreas

Also ich fange immer (!) mit Wasser an, ist bei mir die wichtigste Chemikalie. Die meisten Pilz-Strukturen sind damit auch sichtbar, erfordert aber Übung.
Gruß Heinz Ebert

Hallo Florian,
was ich gehört habe sollen die Zellkerne bei Pilzen sehr schwer sichtbar
sein.
Vereinfacht nach MOSER kannst Du ja mal folgende Vorgehensweise probieren:
Pilzstück in ca. 10% Salzsäure 10 Minuten bei 55-60° liegen lassen. Danach
15 Minuten in kaltes Leitungswasser (waschen, also mehrmals wechseln).
Dann mit reinem Alkohol auswaschen. In 3-4 Tropfen Giemsa 1 Stunde liegen
lassen, dann 5 ml Wasser zusetzen, mischen und noch 'ne Stunde liegen
lassen. Fertig. Quetschpräparat in Wasser.
Giemsa gibt's handelsfertig gemischt. Frag' mich aber nicht wo .....
Selbst probiert hab' ich's noch nie, würde mich interessieren ob's klappt.
herzliche Grüße,
Andreas

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Re: Pilzschnitte faerben (Mikroskop)

Florian Dufey, (vor 8917 Tagen) @ Heinz.Ebert@dgfm-ev.de

Also ich fange immer (!) mit Wasser an, ist bei mir die wichtigste
Chemikalie. Die meisten Pilz-Strukturen sind damit auch sichtbar,
erfordert aber Übung.
Gruß Heinz Ebert

Wenn Du mir sagen willst, Du siehst die Kerne von Pilzen einfach in Wasser,
dann waere ich sehr beeindruckt.

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Re: Pilzschnitte faerben (Mikroskop)

Wolfgang F., (vor 8915 Tagen) @ Florian Dufey

Wenn Du mir sagen willst, Du siehst die Kerne von Pilzen einfach in Wasser,
dann waere ich sehr beeindruckt.

Hi Florian,

(1)
im Phasenkontrast klappt das manchmal.

(2)
jetzt bin ich doch neugierig geworden: warum interessieren dich ausgerechnet die Zellkerne? Es gibt bei Pilzen allerlei Spannendes im Mikroskop zu entdecken, aber die Kerne gehören meiner Ansicht nach nicht dazu.

Wolfgang

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Re: Pilzschnitte faerben (Mikroskop)

Christoph ⌂, (vor 8915 Tagen) @ Wolfgang F.

Es gibt bei Pilzen allerlei Spannendes im Mikroskop zu

entdecken, aber die Kerne gehören meiner Ansicht nach nicht dazu.

Hi Wolfgang,

es gibt da schon sehr spannende Möglichkeiten. So z. B. bei Saftlingen. Hier gibt es Arten mit 1-kernigen Sporen, während andere 2-kernige Sporen haben.

Dann wird viel über die Problematik Hyg. conica vs. Hyg. pseudoconica diskutiert und über andere Saftlingspaare mit und ohne Schnallen, mit 4- und 2-sporigen Basidien).
Hier kann man überprüfen, ob die 2-sporigen Fruchtkörper ohne Schnallen wirklich von 1-Kern-Mycelien aufgebaut sind.

Es gibt noch weitere interessante Anwendungsbeispiele.

Ich habe mit Kernfärbung wenig Erfahrung. Im Interferenzkontrast kann man sie manchmal sehen (ich denke besser als beim Phasenkontrast), aber die Interpretation ist sehr schwierig. Es gibt auch winzige Guttulen, die in der Größenordnung der Kerne liegen...).
Ich kenne nur Vitalfärbungen mit Fluorenzfarbstoffen per Fluorenzmikroskop. Daher kann ich bei der Technik wenig helfen. Es gibt allgemeine Rezepte zum "lassischen" Kernfärben. Meist braucht man aber ein Wasserbad, um die Temperatur beim Färben konstant zu halten -> auch etwas umständlich.

Bei Bedarf kann ich Infos raussuchen.

Grüße, Christoph

P.S. die Welt des Mikrokosmos ist so spannend, ich glaube kaum, dass da irgendwas uninteressant sein kann ;-)

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Re: Pilzschnitte faerben (Mikroskop)

Florian Dufey, (vor 8914 Tagen) @ Wolfgang F.

Hi Florian,
(1)
im Phasenkontrast klappt das manchmal.
(2)
jetzt bin ich doch neugierig geworden: warum interessieren dich ausgerechnet
die Zellkerne? Es gibt bei Pilzen allerlei Spannendes im Mikroskop zu
entdecken, aber die Kerne gehören meiner Ansicht nach nicht dazu.
Wolfgang

Ich finde es erstaunlich, dass Pilze pro Zelle zwei Zellkerne haben und nicht nur einen, wie bei Tieren und Pflanzen. (Der abgebruehte Biologe mag zwar vielleicht argumentieren, dass bei Pilzen der zeitliche Abstand zwischen Somatogamie und Kariogamie einfach etwas laenger ist.) Ich wollte das nur mal in einem schoen gefaerbten Uebersichtspraeparat sehen koennen.