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Pilzrätsel oder Bestimmungshilfe ? ;-) *PIC*

Birgit, (vor 8919 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

anknüpfend an ein altes Thema vom letzten Jahr hier ein neues Pilzrätsel. Die Pilze fand ich im Herbst 2000 auf einer Höhe von 580 m. Da ich ja Bestimmungshilfe geschrieben habe, hätte ich auch ganz gerne von evtl. anwesenden Spezialisten eine Begründung auf welche Merkmale sich eine Bestimmung stützt (Frechheit siegt!).

Viel Spaß

Birgit

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Re: Pilzrätsel oder Bestimmungshilfe ? ;-)

Christoph ⌂, (vor 8919 Tagen) @ Birgit

Hi Birgit,

1. er ist wohl ein Milchling... hättest du ja dazu schreiben können, dass er milcht *grins* und das tut er ja (hoffentlich).

2. der samtige und entsprechend braune Hut deutet auf die Gruppe Lactarius picinus/fuliginosus und Konsorten hin.

3. Der Stiel ist dunkel (?). Die Gruppe ist eh sehr schwierig. Ich rate mal auf Lactarius picinus... zudem das Teil ja wohl im Nadelwald stand...

Grüße, Christoph
www.dgfm-ev.de/phorum

Hallo ihr Lieben,
anknüpfend an ein altes Thema vom letzten Jahr hier ein neues Pilzrätsel. Die
Pilze fand ich im Herbst 2000 auf einer Höhe von 580 m. Da ich ja
Bestimmungshilfe geschrieben habe, hätte ich auch ganz gerne von evtl.
anwesenden Spezialisten eine Begründung auf welche Merkmale sich eine
Bestimmung stützt (Frechheit siegt!).

Viel Spaß
Birgit

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Re: Pilzrätsel oder Bestimmungshilfe ? ;-)

Birgit, (vor 8918 Tagen) @ Christoph

Hi Christoph,

1. er ist wohl ein Milchling... hättest du ja dazu schreiben können, dass er
milcht *grins* und das tut er ja (hoffentlich).

naja äääh, ich finde das kann man schon sehen, obwohl könnt ja auch ein Täubling sein (welcher??). Bitte, bitte stell jetzt nicht irgendein unmögliches untypisches Milchlingsfoto hier rein ;-).

3. Der Stiel ist dunkel (?). Die Gruppe ist eh sehr schwierig.

eben drum.

Gruß

Birgit

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Re: Pilzrätsel oder Bestimmungshilfe ? ;-)

Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8918 Tagen) @ Birgit

Hallo freche Birgit *g*,
ich denke auch aufgrund der makro-anatomischen Merkmale, dass es ein Milchling ist (Tipp: beim nächsten Foto einfach mit dem Messer oder mit den Krallen die Lamellen einschneiden, damit die Milch - egal wie gefärbt - erkennbar ist). Aber nicht nur die Farbe der Milch ist wichtig, sondern auch die Ökologie, also bei welchen Bäumen hat er gestanden? Milchlinge sind Mykorrhizapilze (=mit Bäumen verheiratet). Wenn du viel Glück hast, könnte es sich hier um Lactarius flexuosus handeln, eine ganz seltene Art. Typisch sind dafür die Eindellungen/ Einschnitte am Hutrand. Aber das müsste natürlich mikroskopisch überprüft werden!
Grüße (nicht frech, sondern ganz keusch), Heinz

Hallo ihr Lieben,
anknüpfend an ein altes Thema vom letzten Jahr hier ein neues Pilzrätsel. Die
Pilze fand ich im Herbst 2000 auf einer Höhe von 580 m. Da ich ja
Bestimmungshilfe geschrieben habe, hätte ich auch ganz gerne von evtl.
anwesenden Spezialisten eine Begründung auf welche Merkmale sich eine
Bestimmung stützt (Frechheit siegt!).

Viel Spaß
Birgit

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Re: Pilzrätsel oder Bestimmungshilfe ? ;-)

Birgit, (vor 8918 Tagen) @ Heinz.Ebert@dgfm-ev.de

Hallo heinz,

ich denke auch aufgrund der makro-anatomischen Merkmale, dass es ein
Milchling ist (Tipp: beim nächsten Foto einfach mit dem Messer oder mit
den Krallen die Lamellen einschneiden, damit die Milch - egal wie gefärbt
- erkennbar ist). Aber nicht nur die Farbe der Milch ist wichtig, sondern
auch die Ökologie, also bei welchen Bäumen hat er gestanden? Milchlinge
sind Mykorrhizapilze (=mit Bäumen verheiratet).

Ist mir schon klar, aber ich wollte gerade wissen, ob sich die in Frage kommenden Arten auch makroskopisch so weit unterscheiden, daß sie zweifelsfrei erkannt werden können (vermutlich nicht deiner Haltung nach, stimmts?? ;-)). Warten wir mal ab ob sich noch jemand anderes meldet (Wink mit dem Zaunpfahl in nordwestliche Richtung).

Wenn du viel Glück hast,
könnte es sich hier um Lactarius flexuosus handeln, eine ganz seltene Art.
Typisch sind dafür die Eindellungen/ Einschnitte am Hutrand. Aber das
müsste natürlich mikroskopisch überprüft werden!

Tja damals war ich noch viel dümmer ;-) als heute, es gibt daher leider kein Exsikkat.

herzliche Grüße

Birgit

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Re: Pilzrätsel oder Bestimmungshilfe ? ;-)

Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8918 Tagen) @ Birgit

Hi Birgit,
ist in Ordnung, wir warten ab, wasn andere sagen. Andreas vvon den Stuttgaarten ist dq besonders kompetent. Er wird sicher was zur Milchlings-Frage äußern.
MfG (jetzt auch frech), Heinz

Hallo heinz,
Ist mir schon klar, aber ich wollte gerade wissen, ob sich die in Frage
kommenden Arten auch makroskopisch so weit unterscheiden, daß sie
zweifelsfrei erkannt werden können (vermutlich nicht deiner Haltung nach,
stimmts?? ;-)). Warten wir mal ab ob sich noch jemand anderes meldet (Wink
mit dem Zaunpfahl in nordwestliche Richtung).
Tja damals war ich noch viel dümmer ;-) als heute, es gibt daher leider kein
Exsikkat.
herzliche Grüße
Birgit

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Re: Pilzrätsel oder Bestimmungshilfe ? ;-)

Birgit, (vor 8918 Tagen) @ Heinz.Ebert@dgfm-ev.de

Hallo heinz,

ist in Ordnung, wir warten ab, wasn andere sagen. Andreas vvon den
Stuttgaarten ist dq besonders kompetent. Er wird sicher was zur
Milchlings-Frage äußern.

Kannst du Gedanken lesen? ;-)

Birgit

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Re: Pilzrätsel oder Bestimmungshilfe ? ;-)

Andreas ⌂, (vor 8918 Tagen) @ Birgit

Hallo ihr Lieben,
anknüpfend an ein altes Thema vom letzten Jahr hier ein neues Pilzrätsel. Die
Pilze fand ich im Herbst 2000 auf einer Höhe von 580 m. Da ich ja
Bestimmungshilfe geschrieben habe, hätte ich auch ganz gerne von evtl.
anwesenden Spezialisten eine Begründung auf welche Merkmale sich eine
Bestimmung stützt (Frechheit siegt!).

Hallo Birgit,

vielen Dank für die Blumen, aber für Milchlinge ist eigentlich Peter zuständig. Er hat die Gruppe der Plinthogali ("Korallenreizker") übrigens vor kurzem erst in der SPR vorgestellt.

Trotzdem würde ich mir den kleinen Finger abhacken lassen (aber nur den linken) dass es sich bei Deinem Fund um Lactarius picinus handelt.
Die samtig-braune Hutoberfläche und der praktisch gleichfarben Stiel lassen nur die Sektion Plinthogali und hier die Gruppe um picinus-fuliginosus zu.

Folgende Arten kämen meiner Meinung nach zunächst in Betracht und aus folgenden Gründen schließe ich sie aus:
1. Lactarius serifluus-subumbonatus: Hat glatte Hutoberfläche und ist dünnfleischiger. Seine Milch ist wässrig-klar und färbt nicht nach Rosa um, aber das kann man ja auf Deinem Bild nicht erkennen.
2. Lactarius azonites: Hat einen hellen Stiel und mehr grauen als braunen Hut
3. Lactarius acris: dito, außerdem glatt- bis schmierighütig
4. Lactarius pterosporus: Heller Stiel, nicht samtiger aber meist runzeliger Hut

In die engere Wahl kommen:
5. Lactarius lignyotus: Starker Kontrast zwischen Stielspitze und Lamellen, Stielspitze gerippt, Hut fein runzelig und meist mit spitzem Bückelchen. Stiel stets länger als Hutbreite.
6. Lactarius romagnesii und ruginosus: Beide haben deutlich entferntere Lamellen und gerippelten Hutrand. Vorkommen im Laubwald auf Lehmboden (sieht nicht danach aus auf deinem Bild).

Bleibt übrig L. fuliginosus und picinus.
7. Lactarius fuliginosus: Kenne ich stets dünnfleischiger, mit wellig-verbogenem, nur jung eingebogenem Hutrand und auch nicht ganz so dunkel und samtig wie picinus. Eigentlich ein Laubbaumbegleiter, kommt aber auch im Nadelwald vor (nicht nur in Skandinavien!). Junge Exemplare haben bei fuliginosus bereits cremefarbene Lamellen, bei picinus sind sie jung fast weiß.
8. Lactarius picinus: Für mich typisch sind der kompakte Wuchs, der sehr dunkle und auffallend samtige Hut. Die Ökologie scheint optimal zu passen (Dein Bild sieht nach moosigem Nadelwald aus, nicht nach Laubwald), aber das muß nicht unbedingt ein Kriterium sein.

Zwischen L. fuliginosus und picinus gibt es auch mikroskopische trennmerkmale, aber auch die sind nicht immer 100% eindeutig. Die beiden Arten sind sicher nicht immer leicht zu unterscheiden, aber typische Kollektionen sind kein Problem. L. fuliginosus ist in Skandinavien mindestens so häufig wie L. picinus, bei uns dagegen meiner Erfahrung nach selten.

Ich halte Deine Kollektion für typischen L. picinus.

Beste Grüße,
Andreas

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Besten Dank

Birgit, (vor 8918 Tagen) @ Andreas

vielen Dank :-), lieber Andreas, der Zaunpfahl hat sein Ziel ja doch noch erreicht.

Trotzdem würde ich mir den kleinen Finger abhacken lassen (aber nur den
linken) dass es sich bei Deinem Fund um Lactarius picinus handelt.
Die samtig-braune Hutoberfläche und der praktisch gleichfarben Stiel lassen
nur die Sektion Plinthogali und hier die Gruppe um picinus-fuliginosus zu.

Für mich war das auch L. picinus, aber damals habe ich auch (noch) nicht weiter gedacht.

In die engere Wahl kommen: 5. Lactarius lignyotus: Starker Kontrast zwischen
Stielspitze und Lamellen, Stielspitze gerippt, Hut fein runzelig und meist
mit spitzem Bückelchen. Stiel stets länger als Hutbreite.

Daß das L. lignyotus ist, habe ich nicht angenommen, aber das konntest du ja wirklich nicht wissen. Der ist mir im Hochschwarzwald schon begegnet, wär schön wenns ihn hier geben würde, ist aber leider weder sauer noch hoch genug.

6. Lactarius romagnesii und ruginosus: Beide haben deutlich entferntere
Lamellen und gerippelten Hutrand. Vorkommen im Laubwald auf Lehmboden
(sieht nicht danach aus auf deinem Bild).

Der kleine hat aber doch gerade einen gerippelten Hutrand? Das war mit ein Grund, warum ich das Bild hier reingestellt habe, weil ich eben an unsere letztjährige Diskussion gedacht habe. Gehe ich richtig in der Annahme, daß dann auch das erwachsene Exemplar einen gerippelten Hutrand haben müßte? Du hast recht, das Bild stammt weder aus dem Laubwald noch von Lehmboden, sondern von vermutlich höchstens oberflächlich versauertem Kalkschotterboden im Nadelwald.

Ich halte Deine Kollektion für typischen L. picinus.

Wie gesagt, das dachte ich auch, aber ich wollte mich noch mal vergewissern ;-).

Liebe Grüße

Birgit

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Lactarius picinus speciosus (mit Bild) *PIC*

Andreas ⌂, (vor 8918 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Daß das L. lignyotus ist, habe ich nicht angenommen, aber das konntest du ja
wirklich nicht wissen. Der ist mir im Hochschwarzwald schon begegnet, wär
schön wenns ihn hier geben würde, ist aber leider weder sauer noch hoch
genug.

Doch, dass habe ich Dir tatsächlich zugetraut dass Du den unterscheiden kannst ;-)
Aber Du wolltest neben der Bestimmung auch noch wissen wie derjenige darauf kommt, daher die langatmige Ausführung.

Der kleine hat aber doch gerade einen gerippelten Hutrand? Das war mit ein
Grund, warum ich das Bild hier reingestellt habe, weil ich eben an unsere
letztjährige Diskussion gedacht habe. Gehe ich richtig in der Annahme, daß
dann auch das erwachsene Exemplar einen gerippelten Hutrand haben müßte?
Du hast recht, das Bild stammt weder aus dem Laubwald noch von Lehmboden,
sondern von vermutlich höchstens oberflächlich versauertem
Kalkschotterboden im Nadelwald.

Ich seh bei meinem Bildschirm keinen gerippten Hutrand. Aber wie auch immer, auch picinus kann so leichte Unebenheiten haben. Wirklich gerippt kenne ich ihn aber nicht. Muss ich mal drauf achten!

Zum Vergleich zwei Bilder, einmal von Lactarius picinus zum anderen von L. speciosus. Ich denke man sieht die Unterschiede gut: Lamellen enger weiter, jung recht hell, fast weiß von jung an cremefarben, Hutrand glatt gekerbt-gerippt, Hutoberfläche sehr dunkel und samtig heller und weniger samtig. Und weil man's so deutlich sehen kann verrate ich auch nicht welches Bild welche Art ist, ihr dürft raten! ;-)

[image]

Die Scans stammen aus dem Buch "The genus Lactarius" von Heilmann-Clausen, Verbeken & Vesterholt aus der Reihe "Fungi of Northern Europe - Vol. 2

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Lactarius picinus speciosus (mit Bild)

Birgit, (vor 8916 Tagen) @ Andreas

Hi Andreas,

vielen Dank, auch an alle anderen Mitrater.

Doch, dass habe ich Dir tatsächlich zugetraut dass Du den unterscheiden
kannst ;-)
Aber Du wolltest neben der Bestimmung auch noch wissen wie derjenige darauf
kommt, daher die langatmige Ausführung.

Stimmt, da hast du recht.

Ich seh bei meinem Bildschirm keinen gerippten Hutrand. Aber wie auch immer,
auch picinus kann so leichte Unebenheiten haben. Wirklich gerippt kenne
ich ihn aber nicht. Muss ich mal drauf achten!

Auch bei deinen beiden Bildern sieht man beim picinus-Bild bei dem rechten umgedrehten leichte Riefen am Hutrand. Die sind halt nicht ganz so lang und ausgeprägt wie bei dem speciosus-Exemplar. Aber ich denke ich hab jetzt mit den Bildern schon kapiert wie dus meinst.

Zum Vergleich zwei Bilder, einmal von Lactarius picinus zum anderen von L.
speciosus. Ich denke man sieht die Unterschiede gut: Lamellen enger
weiter, jung recht hell, fast weiß von jung an cremefarben, Hutrand
glatt gekerbt-gerippt, Hutoberfläche sehr dunkel und samtig heller und
weniger samtig. Und weil man's so deutlich sehen kann verrate ich auch
nicht welches Bild welche Art ist, ihr dürft raten! ;-)

Ja, danke, den Unterschied sieht man da wirklich sehr gut. L. speciosus entspricht wohl L. romagnesii???

Gruß

Birgit

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Du hast recht!

Andreas ⌂, (vor 8916 Tagen) @ Birgit

Hi Andreas,
vielen Dank, auch an alle anderen Mitrater.
Stimmt, da hast du recht.
Auch bei deinen beiden Bildern sieht man beim picinus-Bild bei dem rechten
umgedrehten leichte Riefen am Hutrand. Die sind halt nicht ganz so lang
und ausgeprägt wie bei dem speciosus-Exemplar. Aber ich denke ich hab
jetzt mit den Bildern schon kapiert wie dus meinst.
Ja, danke, den Unterschied sieht man da wirklich sehr gut. L. speciosus
entspricht wohl L. romagnesii???
Gruß
Birgit

Hallo Birgit,

voll erwischt!
Du hast natürlich recht, L. speciosus ist der alte, ungültige Name. Die Art muss L. romagnesii heißen.
Dagegen wird L. ruginosus, eine weitere Art mit gekerbtem Hutrand und weitstehenden Lamellen aus dem Laubwald allgemein als getrennt angesehen, was mir höchste Kopfschmerzen macht ....

Beste Grüße,
Andreas