Hi Rudi,
Amanita lividopallescens (Secr. ex Gillet) Seyot var. tigrina Romagn. (=
Amanita fraudulenta Contu) ist eine A. lividopallescens mit deutlich
parasolartig genatterten Stiel (nur weniger Farbkontrast)... und ovalen
Sporen (10-13 x 8-11 µm); A. lividopallescens s. str. hat fast kugelige
Sporen. Es gibt aber eine Menge Scheidenstreiflinge mit ovalen bis lang
ellipsoiden Sporen, so z. B. Amanita pseudolactea Contu, A. magnivolvata
Aalto, A. stenospora Contu, A. mairei Foley, A. separata Contu, A.
biovigera Singer, A. oblongispora Tulloss & Contu, A. dryophila
Consiglio & Contu oder A. malleata (Bon) Contu.
Auch Amanita luteovergens Cocia & Migliozzi kann weiß sein, hat einen
leicht genatterten, hat eine teils dicke Volva, Sporen 12-13 x 8-9 µm
(vielleicht ist das "die" A. lividopallescens var. tigrina aus
München, denn laut ital. Literatur soll der "Getigerte" einen
mehr ockerlichen Hut haben...
Ich glaube an so einen hellen, großen Scheidenstreifling, z. B. aus der A.
oblongispora-Gruppe... Also möglicherweise ist dein Fund wirklich A.
luteovergens???
Literatur: z. B. Amanita-Sonderband aus dem Boll. del Gruppo G. Bresadola,
Jahr 2000.
Grüße, Christoph
Hallo Christoph, Rudi und alle anderen,
meiner Meinung nach kommt aufgrund der stabilen Volva und der ellipsoiden Sporen nur eine Art aus der "mairei-Serie" in Frage. Und da scheint mir wie Christoph gemutmaßt hat die Amanita fraudulenta am wahrscheinlichsten. Und zwar wegen der Hutfärbung (grauockerlich), der getönten Lamellenschneiden, dem genatterten Stiel und dem Vorkommen außerhalb der mediterran-submediterranen Zone.
Man sollte ein Lamellenstück auf Schnallen untersuchen und die Sporenmaße genauer kennen (20-30 Einzelsporen).
Scheidenstreiflinge, besonders aus dieser Gruppe und aus der von submembranacea-battarae-fuscoolivacea sollten unbedingt gut dokumentiert werden (Beschreibung, Exsikkat), da diese nur mittels neueren monographischen Bearbeitungen bestimmt werden können. Es hat sich hier sehr viel getan in den letzten 5 Jahren, muß sich allerdings nun breitgefächerten Überprüfungen stellen um zu sehen, welche Artenkonzeptionen standhalten können.
Amanita ovoidea ist es jedenfalls sicher nicht, den diese müßte einen ungerieften Hutrand haben und hätte amyloide Sporen (was Rudis Pilz sicher nicht hat, darauf würde ich meinen Amanita 2000 Sonderband verwetten ....)
Jedenfalls ein sehr interessanter Fund.
Das jedenfalls steht außer Zweifel !!
Gruß,
Andreas