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Gelbe Becherlinge, von Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8858 Tagen)

Hallo
hier möchte ich drei Becherlinge vorstellen, die allesamt +/- kräftig gelb gefärbt sind.
Die ersten beiden gehören zu der Gattung Cheilymenia, die ja ohnehin überwiegend gelbe Becherlinge beinhaltet.
[image]
Dieser heißt Dottergelber Erdborstling (Cheilymenia vitellina) und wächst auf Erde.
Ordnung Pezizales
Familie Humariaceae
Beschreibung:
Apothezien bis 12 mm breit, reingelb; Fruchtschicht glatt, etwas glänzend; Rand deutlich mit feinen, hyalinen Härchen besetzt. Durch den hügeligen Untergrund sind
die Becherlinge oft wellig verbogen. Sie erscheinen von Juli bis Oktober meist an Wegrändern, unter Brennnesseln. Sie sind nicht häufig, aber verbreitet.
[image]
Nicht alle Arten dieser Gattung wachsen auf Erde. Diese gedeiht auf Exkrementen von diversen Haus- und Wildtieren und nennt sich Gemeiner Mistborstling
(Cheilymenia fimicola).
Beschreibung:
Apothezien bis 6 mm breit, orangegelblich. Fruchtschicht glatt; Rand nur undeutlich bzw. spärlich mit feinen, hyalinen Härchen besetzt.
[image]
Nun eine inoperculater Becherling, der wahrscheinlich in der Gattung Phaeohelotium zu suchen ist. Es liegt nahe, dass es sich hierbei um den seltenen Braunsporigen
Stängelbecherling (Phaeohelotium monticola) handelt.
Beschreibung:
Apothezien bis 4 mm breit, linsenförmig, ungestielt. Fruchtschicht glatt, zitronen- bis aprikosenfarben. Rand und Außenseite unbehaart und ebenso gelb.
Fundort:
Am Flußufer auf einem morschen, sehr feuchten und halb im Wasser steckenden Ast von (wahrscheinlich) Alnus; 13.07.2002.
Nach B&K soll die Art aber auf Eichenstämmen im Winter zu finden sein.
Naja, auf jeden Fall viel Spaß mit den Bildern,
Kazuya

Eintrag gesperrt

Re: Gelbe Becherlinge, von Kazuya

Christoph ⌂, (vor 8858 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,

Cheilhymenia fimicola ist ja wirklich eine sehr häufige Art. Deine Bilder zeigen doch ne hohe Vergrößerung, wie man an der Vignettierung sehen kann (Lupenobjektiv?). Entweder sind die Dinger extrem jung, oder sie sind doch sehr untypisch für diese Art?! Auch sind sie sehr blass. Ch. fimicola ist doch gerne intensiv gelborange. Meines wissens geht sie auch nur auf Herbivorendung. Kann mich da aber auch täuschen. Habe mal nen kleinen Artikel drüber im Tintling geschrieben, weil die Art sogar als Snowbank-Mushroom im Hochgebirge an Schneefeldrändern vorkommt...
Ich zweifle etwas an der Bestimmung....

Zu, Phaeohelotium. Wie hast du die Sporenpulverfarbe festgestellt ohne Mikroskop? Das geht ja manchmal bei Becherlingen sehr gut (z. B. Peziza...) und kann für die Bestimmung wichtig sein, aber wie bekommt man nen Abdruck bei so kleinen? Ohne die braunen Sporen zu sehen halte ich dagegen die Bestimmung für sehr fragwürdig, weil es sehr viele kleine gelbliche Becherchen gibt...

Grüße, Christoph

Hallo
hier möchte ich drei Becherlinge vorstellen, die allesamt +/- kräftig gelb
gefärbt sind.
Die ersten beiden gehören zu der Gattung Cheilymenia, die ja ohnehin
überwiegend gelbe Becherlinge beinhaltet.

Dieser heißt Dottergelber Erdborstling (Cheilymenia vitellina) und wächst auf
Erde.
Ordnung Pezizales
Familie Humariaceae
Beschreibung: Apothezien bis 12 mm breit, reingelb; Fruchtschicht glatt,
etwas glänzend; Rand deutlich mit feinen, hyalinen Härchen besetzt. Durch
den hügeligen Untergrund sind
die Becherlinge oft wellig verbogen. Sie erscheinen von Juli bis Oktober
meist an Wegrändern, unter Brennnesseln. Sie sind nicht häufig, aber
verbreitet.

Nicht alle Arten dieser Gattung wachsen auf Erde. Diese gedeiht auf
Exkrementen von diversen Haus- und Wildtieren und nennt sich Gemeiner
Mistborstling
(Cheilymenia fimicola).
Beschreibung: Apothezien bis 6 mm breit, orangegelblich. Fruchtschicht glatt;
Rand nur undeutlich bzw. spärlich mit feinen, hyalinen Härchen besetzt.

Nun eine inoperculater Becherling, der wahrscheinlich in der Gattung
Phaeohelotium zu suchen ist. Es liegt nahe, dass es sich hierbei um den
seltenen Braunsporigen
Stängelbecherling (Phaeohelotium monticola) handelt.
Beschreibung: Apothezien bis 4 mm breit, linsenförmig, ungestielt.
Fruchtschicht glatt, zitronen- bis aprikosenfarben. Rand und Außenseite
unbehaart und ebenso gelb.
Fundort: Am Flußufer auf einem morschen, sehr feuchten und halb im Wasser
steckenden Ast von (wahrscheinlich) Alnus; 13.07.2002.
Nach B&K soll die Art aber auf Eichenstämmen im Winter zu finden sein.
Naja, auf jeden Fall viel Spaß mit den Bildern,
Kazuya

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Re: Gelbe Becherlinge, von Kazuya

Klaus, (vor 8856 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,
wahrscheinlich liest das kein Mensch mehr, weil es drei Tage später gepostet wird, aber ich schaffe es bei weitem nicht jeden Tag ins Forum.
Deshalb auch nur kurz zu dem Inoperculaten: Da gebe ich Christoph völlig Recht. Phaeohelotium ist ohnehin eine ziemlich diffizile Gattung, und was du da abbildest, sieht für mich beispielsweise eher nach Hymenoscyphus epiphyllus aus. Allerdings nur als grobe Makroeinschätzung, denn ohne Mikros läuft da gar nichts.
Da du vor allem die Abbildungen im B/K Band 1 zu Rate ziehst, nur kurz zu der Seite 158, auf der drei Phaeohelotium-Arten abgebildet sind:
Bei Nr. 173 handelt es sich um Hymenoscyphus imberbis (und nicht um Ph. subcarneum), und die Nr. 174 (Ph. umbilicatum) dürfte mittlerweile in die Synonymie von H. epiphyllus gehören.
Diese Erkenntnisse basieren auf dem Nachstudium der bei Breitenbach/Kränzlin abgebildeteten Aufsammlungen durch HansOtto Baral. Solltest du den 6seitigen Kommentar noch nicht besitzen, melde dich. Um mit dem Buch sinnvoll zu arbeiten, ist er nicht ganz unwichtig.
Für heute tschüß
Klaus