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Der Maronenhang und ein paar Fragen

Robert Blau, (vor 8833 Tagen)

Huhu :)

Es war ja teilweise trostlos, was sich in Thueringen abspielte. Erst war es wie ueberalle zu trocken. Ausser ein paar alten Dickfussröhrlingen, Habichtspilzen, Perlpilzen und Samtfußkremplingen waren im Gluecksfall ein paar Pfiffies und einmal zwei Edel-Reizker zu finden. Dann ertrank halb Deutschland im Regen und in den Fluten - aber hier? Meist kam kaum etwas vom Himmel, so war es in den kompletten Hoehenlagen des Thueringer Waldes. Vereinzelt soff aber auch ein Wald vollkommen ab und dort war dann vorerst auch nichts zu retten.
Nach den letzten warem Tagen sieht es dort aber gut aus und seit dieser Woche ist auch eine wochenlange Strassensperrung beendet, so dass ein paar gute Waelder bei Ilmenau wieder erreichbar sind und die habe ich diese Woche heimgesucht. Zum Glueck ist die ICE-Trasse dort fertig, da grasen die Bauarbeiter nicht mehr alles ab ;)

Folgendes wurde gefunden, in der angegebenen Menge mitgenommen und getrocknet, in die Pfanne gehaueb bzw. eingefroren:

Dienstag:
- Ziegenlippen, jung und fit (ca. 10x)
- Sandröhrling (2x)
- Maronen (ca 30x)
- Sommersteinpilz (2x)
- "klassische" Steinpilze (10x)
- Pfiffies (eine Handvoll)
Donnerstag:
- orangerote Rotkappe (1x)
- Rotfuß-Röhrling (5x)
- Ziegenlippen (2x)
- Maronen (40x)
- Sandröhrling (8x)
- Pfiffies (eine Handvoll)
- Anischampignons (2x)

Folgendes an beiden Tagen nicht:
- Pfefferröhrling
- Gallenröhrling (die waren riesig und wurmfrei)
- Flaschenboviste in grossen Mengen
- Samtfußkrempling
- Unmengen an Täublingen
- alte und junge Perlpilze
- grüne Knollies
- viele weitere Pilze ;)

Folgende Fragen blieben aber:

1.) Die vermeintlichen Anischampignons (10 standen da, die 8 ganz kleinen hab ich stehen lassen) haben folgende Makel:
- keinerlei Gelbfaerbung an Druckstellen
- keinerlei Ring
Er sieht aber aus wie ein Anischampignon und riecht auch nach Anis. Kann das sein?

2.) Die Maronen wachsen allesamt an einem Hang, auf dem anscheinend vor ca. 10-12 Tagen ein gigantischer Regenguss niederging. Der Hang ist extrem wellig, vieles ist von Schlamm bedeckt, an vielen Stellen wurden regelrecht Loecher ausgespuelt. Verlaesst man die Zone, wo das Wasser langfloss, findet man keine einzige Marone. Es stehen quasi alle 3 Meter 1-3 Maronen rum. Die gibts in allen Groessen und ca 1/3 ist unbewohnt und ein weiteres 1/3 nur teilbewohnt.
Gibt es da einen Zusammenhang? Wieso wachsen die Pilze nur auf dem verwuesteten Teil?

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Re: Der Maronenhang

Harry_B, (vor 8833 Tagen) @ Robert Blau

Huhu :)
Es war ja teilweise trostlos, was sich in Thueringen abspielte. Erst war es
wie ueberalle zu trocken. Ausser ein paar alten Dickfussröhrlingen,
Habichtspilzen, Perlpilzen und Samtfußkremplingen waren im Gluecksfall ein
paar Pfiffies und einmal zwei Edel-Reizker zu finden. Dann ertrank halb
Deutschland im Regen und in den Fluten - aber hier? Meist kam kaum etwas
vom Himmel, so war es in den kompletten Hoehenlagen des Thueringer Waldes.
Vereinzelt soff aber auch ein Wald vollkommen ab und dort war dann vorerst
auch nichts zu retten.
Nach den letzten warem Tagen sieht es dort aber gut aus und seit dieser Woche
ist auch eine wochenlange Strassensperrung beendet, so dass ein paar gute
Waelder bei Ilmenau wieder erreichbar sind und die habe ich diese Woche
heimgesucht. Zum Glueck ist die ICE-Trasse dort fertig, da grasen die
Bauarbeiter nicht mehr alles ab ;)
Folgendes wurde gefunden, in der angegebenen Menge mitgenommen und
getrocknet, in die Pfanne gehaueb bzw. eingefroren: Dienstag: -
Ziegenlippen, jung und fit (ca. 10x)
- Sandröhrling (2x)
- Maronen (ca 30x)
- Sommersteinpilz (2x)
- "klassische" Steinpilze (10x)
- Pfiffies (eine Handvoll)
Donnerstag: - orangerote Rotkappe (1x)
- Rotfuß-Röhrling (5x)
- Ziegenlippen (2x)
- Maronen (40x)
- Sandröhrling (8x)
- Pfiffies (eine Handvoll)
- Anischampignons (2x)
Folgendes an beiden Tagen nicht: - Pfefferröhrling
- Gallenröhrling (die waren riesig und wurmfrei)
- Flaschenboviste in grossen Mengen
- Samtfußkrempling
- Unmengen an Täublingen
- alte und junge Perlpilze
- grüne Knollies
- viele weitere Pilze ;)
Folgende Fragen blieben aber: 1.) Die vermeintlichen Anischampignons (10
standen da, die 8 ganz kleinen hab ich stehen lassen) haben folgende
Makel: - keinerlei Gelbfaerbung an Druckstellen
- keinerlei Ring
Er sieht aber aus wie ein Anischampignon und riecht auch nach Anis. Kann das
sein?
2.) Die Maronen wachsen allesamt an einem Hang, auf dem anscheinend vor ca.
10-12 Tagen ein gigantischer Regenguss niederging. Der Hang ist extrem
wellig, vieles ist von Schlamm bedeckt, an vielen Stellen wurden
regelrecht Loecher ausgespuelt. Verlaesst man die Zone, wo das Wasser
langfloss, findet man keine einzige Marone. Es stehen quasi alle 3 Meter
1-3 Maronen rum. Die gibts in allen Groessen und ca 1/3 ist unbewohnt und
ein weiteres 1/3 nur teilbewohnt.
Gibt es da einen Zusammenhang? Wieso wachsen die Pilze nur auf dem
verwuesteten Teil?

Hallo,

Massenvorkommen von Maronen habe ich auch schon erlebt, jeweils nach starken Gewittern sind an Stellen wo man sonst kaum oder gar keine Maronen findet, ganz plötzlich lauter Pilze su finden. Bei uns im Bayrischen Wald wachsen Maronen bevorzugt auf Moos. Diese plötzlichen Vorkommen findet man aber auf dem Nadelteppich der Fichten. Ich denke es das dort in den meisten Jahren zu wenig Feuchtigkeit .

Es könnte aber auch sein, daß die Zerstörung des Bodens dazu geführt hat. Ich habe mal gelesen, daß das Pilzmyzel bevor es zu Grunde geht noch mal soviel Fruchtkörper wie möglich ausbildet um den Fortpflanzungserfolg zu sichern. Ich hoffe natürlich, daß das hier nicht der Fall ist ....

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Zerstörung tut gut.......

Frank Adam, (vor 8833 Tagen) @ Robert Blau

Hallöle,
will auch mal meinen Senf dazugeben.
Es wurde schon vor einiger Zeit im Forum darüber diskutiert, woran es liegen kann, daß Pilze meist an Störungszonen fruktifizieren.
Pilzzüchter verändern meist die Temperatur,das Licht oder den Sauerstoffgehalt der Umgebungsluft, um ein Mycel zum Zusammenballen zu bringen, den Primordien.
Auch das Aufrauhen der Oberschicht einiger Kulturen ist so ein mechanischer Anreiz für das Mycel, sich zusammenzuziehen und Früchte zu bringen.
Letztes Jahr gab es sogar Berichte über "grausame Methoden", beimpfte Stämme mit Shiitakebrut zum fruktifizieren zu bringen. Da wurden die Stämme auf den Boden gestampft und sogar in kaltes Wasser geworfen. (Die armen Geschöpfe)....
Auch Paul Stamets berichtet in seinem Buch >Pcilocybinpilze der Welt< über Vorkommen größerer Mengen von Fruchtkörpern, gerade an Stellen, an denen man keine vermutet, nämlich an frischen Zerstörungen des Bodens durch Naturgewalten
oder Straßenbau.
Mir selbst ist aufgefallen, daß gerade Maronen am Besten an umgestürzten Bäumen mit Wurzelstock und frisch aufgeworfenen Waldweghängen wachsen.
Dies geschieht auch mit dem kahlen Krempling, den ich in Unmengen an einem Waldweg gefunden habe, der verbreitert wurde.
Also ich glaube, daß ein gewisses Maß an Zerstörung gut tut, zumal es eine Chance für einen Neuanfang gibt.
Zu diesem Thema: Die Flutkatastrophe ist, wie man hört, nicht nur Zerstörung
sondern für die Konjunktur ein Motor, der uns einen "Aufschwung" bringen soll.
Klar,es gibt viel zu tun und viel zu verdienen.

Schönen Tach noch... Frank

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vor allem den katastrophenpilzen nr.1...

michel, (vor 8833 Tagen) @ Frank Adam

...den morcheln. könnte mir gut vorstellen, dass die nächstes frühjahr in den überschwemmungsgebieten verstärkt fruktifizieren. vor allem da, wo erdbewegungen stattgefunden haben. allerdings könnten sie dann ziemlich mit schadstoffen belastet sein.

ciao,

michel

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Re: Nochmal Senf.......

elfi ⌂, (vor 8832 Tagen) @ Frank Adam

Hallo,
wenn man bereits viele Jahre und möglichst "pilzfreundlich" im
Wald unterwegs ist, sieht man immer darauf, dass man den
Waldboden möglichst wenig öffnet und nach herausdrehen der
Fruchtkörper den Boden wieder schließt.
Es gibt aber immer wieder Wälder in denen Leute unterwegs sind,
die sich um den Boden nicht im geringsten kümmern, die Pilzlöcher
klaffen offen und darum herum liegt der Pilzabfall.
Der Pilzabfall ärgert mich zwar aber manchmal freue ich mich
über der Hinweis: Hier wachsen Steinpilze usw.!
Das verrückteste ist aber, dass in solchen geschundenen Böden
das Pilzwachstum geradezu sagenhaft ist!
Wer macht es nun richtig und wer macht es falsch?
Ich werde weiterhin den Boden schließen und in Wäldern, die
verhunzt(?) werden, Massen an Pilzen finden....
Gruß
elfi