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kleiner Fundbericht und Esstest woll. Milchling

Birgit, (vor 8821 Tagen)

Hallo,

ich kann die ganzen Klagen über das merkwürdige Pilzjahr nicht so ganz nachvollziehen.

Gestern habe ich zum wiederholten Male eine schöne Menge an Totentrompeten (Crateerellus cornucopioides) gefunden (alles zwischen AUgsburg und Landsberg in bodensaurem Buchen- bzw. bodensaurem Fichtenwald).

AUßerdem freute es mich sehr gleich zwei persönliche Erstfunde zu haben. EInmal die krause Kraterelle (Pseudocraterellus undulatus) und den nicht so seltenen Hainbuchenrauhfuß (Leccinum carpini). Dann noch den grauen Lärchenröhrling (Suillus viscidus), den ich zwar schon mal gesehen habe, aber hier auch das erste Mal fand, es gibt dort ab und an scheinbar auch kalkige Inseln.

Außerdem noch Sommersteinpilz (Boletus reticulatus), netzstieliger Hexenröhrling (Boletus luridus), wenige Maronen, die ersten Trompetenpfifferlinge (Cantharellus tubaeformis), grünblättrige SChwefelköpfe (Hypholoma fasciculare), rotschuppiger Rauhkopf (Cortinarius bolaris) und schließlich noch meine Testobjekte wollige Milchlinge (Lactarius vellereus).

Die wolligen Milchlinge hatte ich letztes Jahr schon mal probiert, da fand ich sie gräßlich, aber ich hatte sie auch einen Tag lang gewässert. Inzwischen wurde wiederholt versichert, daß man ihn einfach so braten könnte. Also hab ich die zwei kleinen Exemplare in etwa 1 cm dicke SCheiben geschnitten und in Butter und Olivenöl bei mittlerer Hitze gebraten so ca. 10-15 min. Die nur leicht gebräunten Pilze waren auch tatsächlich weder scharf noch bitter, aber der Geschmack, der eigentlich in nichts mehr an Pilz erinnert, ist recht gewöhnungsbedürftig (vielleicht immer noch ein klein wenig "harzig", ähnlich wie der Pfeffermilchling aber ohne Bitterstoffe, der Geschmack ähnelt ein bißchen dem "harzigen" Geruch, den Pfeffermilchling und wolliger Milchling haben), also mein Fall ists nicht. Es gibt zwar Leute, die ihn gut finden, meiner persönlichen Meinung nach würde dieser Pilz aber selbst Werners Curryexzesse ;-) überleben, da sowieso kein rechter Pilzgeschmack übrig bleibt.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: kleiner Fundbericht und Esstest woll. Milchlin

Karl Keck ⌂, (vor 8821 Tagen) @ Birgit

Danke, Birgit,
dass du dich wieder mal als Versuchskaninchen hergegeben hast.
Auf Grund deines Berichts werde ich mir den Genuss des Wolligen Milchlings wohl ersparen!
Es grüßt dich
Karl

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Konter: Esstest Semmelporling

Werner, (vor 8820 Tagen) @ Birgit

Es gibt zwar Leute, die ihn

gut finden, meiner persönlichen Meinung nach würde dieser Pilz aber selbst
Werners Curryexzesse ;-) überleben, da sowieso kein rechter Pilzgeschmack
übrig bleibt.

Ja, Birgit, der ist wohl nur mit ca. 200 g Curry, 1 kg Knoblauch und vielleicht noch einem halben Gewuerzschrank geniessbar. Aber sei versichert: ich probiere auch ohne Gewuerze kraeftig rum.

So habe ich mir eine dieser "schrecklichen" Lockwald'schen Sahnesossen angetan und Scutiger confluens auf meinen Speiseplan gesetzt, weil ich eine Menge davon gefunden habe. Nun - die Literatur hatte recht: es muessen wohl zu alte Exemplare dabeigewesen sein, denn ein merkwuerdiger Bittergeschmack lag in den Pilzstuecken. Nur, es ist nicht so wie beim Gallenroehrling. Wenn man die Pilzstuecke nicht isst und nur die Sahnesosse und vermeintlich junge Stuecke - dann schmeckt's.

Jetzt ist bloss die Frage: wie gross duerfen die Semmelporlinge denn werden, bevor sie bitter werden?

Viele Gruesse,

Werner

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Ein Tipp aus georgische Kuche

David.ge, (vor 8820 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,
In Westgeorgien werden Pfeffermilchling und wolliger Milchling haeufig gebraucht.
Pilze schneiden und auf einen Tag ins Wasser legen, Wasser wechseln, dann abkochen und in pflanzlichen Oel braten. Gebratene Pilze in einem Sosse legen und am naechsten Tag geniessen. Als ich in Deutschland war, habe etwa aehnliche Sosse so vorbereitet:
Fuer 1kg Pilze: 100g fein gemahlte Mandeln, 2 Zahne Knoblauch, 1El Essig, scharfe Paprika, Koriander, Kurkuma, Mayoran, Salz. Alles gut mischen und 300ml kochendes Wasser gissen.
also sind dieses und das Rezept von Werner fast gleich-))
viele Gruesse
david

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Re: ...bin völlig Deiner Meinung Karl ;-) *oT*

elfi ⌂, (vor 8820 Tagen) @ Karl Keck

- kein Text -

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Re: Konter: Esstest Semmelporling

Birgit, (vor 8819 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

also sowas könnte ich höchstens noch mit meinem bisher ausstehenden Esstest von Lactarius blennius kontern ;-).

So habe ich mir eine dieser "schrecklichen" Lockwald'schen
Sahnesossen angetan und Scutiger confluens auf meinen Speiseplan gesetzt,
weil ich eine Menge davon gefunden habe.

Ich hab auch seit kurzer Zeit einen Beutel mit getrockneter krauser Glucke hier rumliegen, die wird sicher auch in einer Sahnesoße enden :-). Viele Pilze die ich erstmals probiere, brate ich einfach nur in Butter, das mache ich bei geeigneten Pilzen auch öfter, dann nehme ich sie halt als Beilage oder ich esse Brot dazu und ich hab ne Sahnesoßenabwechslung.

Nun - die Literatur hatte recht:
es muessen wohl zu alte Exemplare dabeigewesen sein, denn ein
merkwuerdiger Bittergeschmack lag in den Pilzstuecken. Nur, es ist nicht
so wie beim Gallenroehrling. Wenn man die Pilzstuecke nicht isst und nur
die Sahnesosse und vermeintlich junge Stuecke - dann schmeckt's.

Semmelporlinge habe ich erst einen gefunden, die sind hier zu selten, da kann ich nicht mit dienen. Ich gehe aber mal davon aus, daß sich der Geschmack vermutlicherweise nicht wesentlich vom Schafporling unterscheidet, der auch bitter ist, wenn zu alt (Hast du doch sicher in Hornberg mal im Mischgericht mitgegessen?). Beim SChafporling liegt das Geheimnis darin nur weiße, junge, richtig feste Exemplare, die noch nicht gegilbt haben zu verwenden, dann ist er auch mild. Neulich hatte ich aber auch mal wieder ein paar etwas zu alte erwischt, eigentlich deswegen weil mir jemand erwartungsvoll die Stelle gezeigt hat und ich halt was mitnehmen mußte ;-). Bei Semmelporlingen wird das schwieriger sein.... ;-)

Um noch auf die alte Frage zu kommen ;-), warum ich kein Rührei mit Reizkern in Hornberg gemacht habe: Dies Jahr mangelte es einfach an Reizkern (oder hast du die alle eingesackt und auf dem Dörrex getrocknet? ;-)), außerdem ist das ja schließlich nicht meine Küche ;-), die ich ungefragt benutzen kann.

Ich hab übrigens noch einen Zubereitungstipp für Brätlinge solltest du sie mal finden: in große Stücke schneiden, großzügig mit Olivenöl einpinseln, mit Salz und Pfeffer würzen, in Alufolie einschlagen und das Paket gut verschließen und dann ab auf den Grill damit für ca. 10-15 min (hitzeabhängig). Dann bleiben die Brätlinge saftiger und ich bilde mir ein, daß sie dann nicht mehr gar so hart sind.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Ein Tipp aus georgische Kuche

Werner, (vor 8818 Tagen) @ David.ge

Hallo David,

schoen, dass Du auch seit einiger Zeit wieder da bist. Ich hoffe, die Pilze in Georgien stehen noch gerade. Habe jetzt auch seit 1 Jahr ein Mikroskop. Die Rezepte sind natuerlich den Pilzen angemessen - Wolliger Milchling und Pfeffermilchling kommt aber in der Genussliste wohl erst nach Boris´ Satanspilz :-)

Gruss,

Werner

Hallo Birgit,
In Westgeorgien werden Pfeffermilchling und wolliger Milchling haeufig
gebraucht.
Pilze schneiden und auf einen Tag ins Wasser legen, Wasser wechseln, dann
abkochen und in pflanzlichen Oel braten. Gebratene Pilze in einem Sosse
legen und am naechsten Tag geniessen. Als ich in Deutschland war, habe
etwa aehnliche Sosse so vorbereitet: Fuer 1kg Pilze: 100g fein gemahlte
Mandeln, 2 Zahne Knoblauch, 1El Essig, scharfe Paprika, Koriander,
Kurkuma, Mayoran, Salz. Alles gut mischen und 300ml kochendes Wasser
gissen.
also sind dieses und das Rezept von Werner fast gleich-))
viele Gruesse
david