Hallo Sepp
Ist der Masken-Rötelritterling, Lepista saeva selten geworden? Früher, vor
etwa 20 Jahren habe ich diese Art regelmässig in grossen Mengen als
Massenpilze (fast so häufig wie L. nuda) in alten Obst-Kulturen bei
Hochstamm-Apfelbäumen gefunden. Aus meiner Sicht war er für Speisezwecke
die qualitativ beste Lepista.
Nun ist er seit Jahren ausgeblieben; wie's scheint nicht nur an meinen
Standorten sondern generell in unserer Gegend. Ich habe ihn weder an
Pilzaustellungen noch auf meiner Pilzkontrollstelle (und da kommt doch
einiges an Pilzen zusammen)seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen. Auch
hier im Forum wird die Art selten bis nie erwähnt.
Ich hab den Lilastielrötelritterling (maskierter Rötelritterling = L. saeva = L. personata) letzten Mittwoch hier (Nähe Landsberg/Lech, südlich Augsburg) in einigen Exemplaren angetroffen. Vor drei Jahren hatte ich ihn in wirklich großer Anzahl in meinem Gartenbeet, was vollkommen aus verrottetem Pferdemist besteht. Vor mehreren Jahren wuchs er auch schon mal in einem anderen ebenfalls gut gedüngten Beet. Seit dem größeren Vorkommen vor drei Jahren taucht er allerdings nur noch in wenigen Exemplaren auf, ich habe den Eindruck, daß er nicht jedes Jahr fruktifiziert, genauso wie z.B. Wiesenchampignons, die hier auch schon seit zwei Jahren ausbleiben. Fundorte für Lepista personata waren eine Wiese, die nur mit Festmist und mäßig Kunstdünger, eine konventionelle Wiese, eine ungedüngte Pferdekoppel (nur wenige Exemplare) und zwei Beete, die reichlichst mit verrottetem Pferdemist gedüngt waren. Die Wiesen und die Koppel befinden sich auf lechschotter, sind also dementsprechend kalkreich. Bei "meinen" Wiesenpilzen (Nelkenschwindling, Wiesenchampignon, Lepista personata) habe ich den Eindruck, daß die (Kunst)düngung, sofern einigermaßen maßvoll, nicht so sehr das Problem ist, sondern das Ausbringen von Gülle (auf der mit Gülle versorgten Nachbarwiese wächst kein Pilz) und wohl auch die Grashöhe. Im AUgenblick ist meine Nelkenschwindlingswiese derart hoch bewachsen, daß sich da kein Pilz sehen läßt, einen einsamen L. personata hab ich dort gefunden.
Bezüglich der Eignung als Speisepilz bin ich deiner Meinung, daß Lepista personata der Leckerste von den Lepistas ist, allerdings sollte man sich beim Braten/Dünsten nicht von dem wirklich intensiven und abschreckenden Geruch aus dem Topf irritieren lassen, das stinkt m.E. wirklich, er schmeckt dann aber überhaupt nicht so!!!!
Liebe Grüße
Birgit