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Stirbt der Masken-Rötelritterling ??? :-((

Boletus ⌂, (vor 8773 Tagen)

Hallo Pilzfreunde

Ist der Masken-Rötelritterling, Lepista saeva selten geworden? Früher, vor etwa 20 Jahren habe ich diese Art regelmässig in grossen Mengen als Massenpilze (fast so häufig wie L. nuda) in alten Obst-Kulturen bei Hochstamm-Apfelbäumen gefunden. Aus meiner Sicht war er für Speisezwecke die qualitativ beste Lepista.
Nun ist er seit Jahren ausgeblieben; wie's scheint nicht nur an meinen Standorten sondern generell in unserer Gegend. Ich habe ihn weder an Pilzaustellungen noch auf meiner Pilzkontrollstelle (und da kommt doch einiges an Pilzen zusammen)seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen. Auch hier im Forum wird die Art selten bis nie erwähnt.
Was sind die Gründe für diesen Rückgang? Umwelteinflüsse? Ist der Rückgang regional bedingt? Habt ihr diesbezüglich Erfahrungen und ähnliche Feststellungen gemacht? Eure Meinungen dazu würden mich interessieren.
Übrigens erscheinen meine alten saeva-Standorte rein optisch unverändert.

Herzliche Grüsse
Sepp

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Re: Stirbt der Masken-Rötelritterling ??? :-((

Klaus, (vor 8773 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,
woran es liegt, weiß ich auch nicht, aber deine Beobachtungen kann ich für Westfalen nur 100%ig bestätigen. Leider!
Ciao
Klaus

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Re: Stirbt der Masken-Rötelritterling ??? :-((

Piwo, (vor 8773 Tagen) @ Klaus

Hallo Sepp,
woran es liegt, weiß ich auch nicht, aber deine Beobachtungen kann ich für
Westfalen nur 100%ig bestätigen. Leider!
Ciao
Klaus

Hallo Sepp und Klaus,

leider trifft dies auch für den Raum Mittelhessen zu. Vor 30 Jahren konnte man ihn waschkorbweise ernten, meistens nach der Wiesenchampignon-Saison. Damals hatten die Wiesen noch Hexenringe. Heute herrscht 08/15 Einheitsgrün vor. Im Frühjahr sind sie vom Löwenzahn einheitlich gelb. Meine Diagnose: durch die intensive Grünlandwirtschaft kaputtgedüngt.

Gruß Piwo

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hier lebt er !!!

Rudi, (vor 8773 Tagen) @ Piwo

Hallo PIWO

und die anderen:
Bei uns in Mainfranken lebt er noch ganz munter, seit 4 jahren beobachte ich (aber nur ) eine Wiese, wo er in den bekannten großen Hexenringen vorkommt- immer erst im Oktober, wenns kalt wird.
Übrigens gibts bei uns gerade eine Schwemme von schleierl-, ritterl-,helml-
schneckl-, fälbl-, milchl- und anderen Ingen, nur die steinpilze sind verschwunden .
Grüße an alle
Rudi

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an Rudi

42, (vor 8771 Tagen) @ Rudi

Hallo Rudi,

mein Spessart-Bekannter hat mich angerufen. Wenn's klappt, treffen wir
uns am Wochenende in seinem Hauswald (laut seiner Beschreibung klimatisch
äußerst begünstigt); er hat von vielen interessanten Pilzen (u.a. einem
boletusartigen, den er nicht bestimmen kann und auch ganz normalen
Steinpilzen) gesprochen.

Thomas

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Nicht ganz - hier gibt es noch kleinere Mengen

Birgit, (vor 8773 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp

Ist der Masken-Rötelritterling, Lepista saeva selten geworden? Früher, vor
etwa 20 Jahren habe ich diese Art regelmässig in grossen Mengen als
Massenpilze (fast so häufig wie L. nuda) in alten Obst-Kulturen bei
Hochstamm-Apfelbäumen gefunden. Aus meiner Sicht war er für Speisezwecke
die qualitativ beste Lepista.
Nun ist er seit Jahren ausgeblieben; wie's scheint nicht nur an meinen
Standorten sondern generell in unserer Gegend. Ich habe ihn weder an
Pilzaustellungen noch auf meiner Pilzkontrollstelle (und da kommt doch
einiges an Pilzen zusammen)seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen. Auch
hier im Forum wird die Art selten bis nie erwähnt.

Ich hab den Lilastielrötelritterling (maskierter Rötelritterling = L. saeva = L. personata) letzten Mittwoch hier (Nähe Landsberg/Lech, südlich Augsburg) in einigen Exemplaren angetroffen. Vor drei Jahren hatte ich ihn in wirklich großer Anzahl in meinem Gartenbeet, was vollkommen aus verrottetem Pferdemist besteht. Vor mehreren Jahren wuchs er auch schon mal in einem anderen ebenfalls gut gedüngten Beet. Seit dem größeren Vorkommen vor drei Jahren taucht er allerdings nur noch in wenigen Exemplaren auf, ich habe den Eindruck, daß er nicht jedes Jahr fruktifiziert, genauso wie z.B. Wiesenchampignons, die hier auch schon seit zwei Jahren ausbleiben. Fundorte für Lepista personata waren eine Wiese, die nur mit Festmist und mäßig Kunstdünger, eine konventionelle Wiese, eine ungedüngte Pferdekoppel (nur wenige Exemplare) und zwei Beete, die reichlichst mit verrottetem Pferdemist gedüngt waren. Die Wiesen und die Koppel befinden sich auf lechschotter, sind also dementsprechend kalkreich. Bei "meinen" Wiesenpilzen (Nelkenschwindling, Wiesenchampignon, Lepista personata) habe ich den Eindruck, daß die (Kunst)düngung, sofern einigermaßen maßvoll, nicht so sehr das Problem ist, sondern das Ausbringen von Gülle (auf der mit Gülle versorgten Nachbarwiese wächst kein Pilz) und wohl auch die Grashöhe. Im AUgenblick ist meine Nelkenschwindlingswiese derart hoch bewachsen, daß sich da kein Pilz sehen läßt, einen einsamen L. personata hab ich dort gefunden.

Bezüglich der Eignung als Speisepilz bin ich deiner Meinung, daß Lepista personata der Leckerste von den Lepistas ist, allerdings sollte man sich beim Braten/Dünsten nicht von dem wirklich intensiven und abschreckenden Geruch aus dem Topf irritieren lassen, das stinkt m.E. wirklich, er schmeckt dann aber überhaupt nicht so!!!!

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Stirbt der Masken-Rötelritterling ??? :-((

Pilzpeter, (vor 8773 Tagen) @ Boletus

Hallo Pilzfreunde,

Lepista personata ist schon immer ein Pilz, den es in manchen Jahren in Massen und in anderen so gut wie gar nicht gibt.
Schaut mal in den Text von 1200 Pilze bei R. Dähncke auf S. 214, da wird genau das gleiche Phänomen des Massenvorkommens und des anschließenden 18 - jährigen Ausbleibens bis zum erneuten Massenvorkommen beschrieben.
Das gleiche hatte ich hier voriges Jahr auf einer Weide. Bis dahin hatte ich den Pilz dort noch nie gesehen, voriges jahr ein Massenvorkommen und nun wieder Ruhe.

Gruß an alle Pilzpeter

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Re: Stirbt der Masken-Rötelritterling ??? :-((

Werner2, (vor 8773 Tagen) @ Boletus

Im Frankfurter Raum habe ich diese Art seit mindestens 10 Jahren (eher länger) nicht mehr selbst gefunden. In der Beratungsstelle vielleicht vor Jahren mal ein paar Exemplare gesehen, ohne Herkunftsnachweis.

Für mich eine verschollene Art.
Gruss Werner2

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Re: Stirbt der Masken-Rötelritterling ??? :-((

Georg, (vor 8772 Tagen) @ Boletus

Hi Sepp,
auch ich habe den Pilz länger nicht mehr gefunden. Das letzte Mal 1998 in wenigen Einzelexemplaren.
Damals gab es einen sehr feuchten Oktober und es war generell ein gutes Pilzjahr.

Georg

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Vielen Dank

Boletus ⌂, (vor 8772 Tagen) @ Boletus

Hallo

Danke für die Antworten!
Sind die erwähnten Fundmeldungen als Silberstreifen am Horizont :-) oder als letztes aufbäumen der Art :-( zu werten ?? Die Zukunft wird es zeigen.

Herzliche Grüsse
Sepp