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Na, wer traut sich?... *PIC*

Thomas B., (vor 8765 Tagen)

Hallo zusammen!
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Ein Bekannter aus meinem Dorf hätte dieses Büschel ohne mit der Wimper zu zucken als Stockschwämmchen verspeist, als ich es ihm zeigte. Auch seine Eltern (40 Jahre unfallfreies Pilzesuchen!!!), die nach einem´kurzen Anruf vorbeischauten, hätten diese Pilze eindeutig als Stockschwämmchen idendifiziert. Die ganze Familie war sichtlich geschockt, als ich sie über den Sachverhalt aufklärte!
Ein solches Büschel sollte man eigentlich immer in der Hosentasche haben, wenn man im Wald einen dieser Ichhabschonpilzegesammeltdahastdudirnochindiehosengeschissen-Fachleute trifft!
Ein wahres Wunder daß hier noch nicht mehr passiert ist. Oder erfahren wir einfach nicht alles?

Gruß Thomas!

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Re: Na, wer traut sich?...

Christoph ⌂, (vor 8765 Tagen) @ Thomas B.

Super Bilder vom Gifthäubling!
Es passiert ja auch wirklich immer wieder was, nur geht es oft aufgrund geringer Mengen, die verspeist werden, glimpflich aus.
Georg schrieb mal, es sei schwer, 150 g Gifthäublinge zu sammeln. Stimmt. Meistens. Es gibt aber auch Betsände, da kann man in einer halben Stunde zwei Kilo Gifthäublinge sammeln (Bayerischer Wald, habe im Tintling mal über Massenpopulationen geschrieben).
Derzeit ist der Gifthäubling in Altbuchenbeständen auf totem Buchenholz ein sehr häufiger Pilz, jedenfalls in meiner Gegend. War am Montag im Naturwaldreservat Beixenhart. Gifthäublinge gab es auf vielen Buchenstämmen.

Die Flieschfarbe im Stiel wird immer wieder herangezogen (beim Häubling zur Basis hin dunkel, fast schwarzbraun). Habe Galerina unicolor genauer angeschaut (auch aus Beixenhart). Die Stielfarbe war ein helles ockerbraun. So sehen Stockschwammerln auch immer wieder aus.

Der Geruch wird immer erwähnt (Mehl). Auch hier gibt es Ausnahmen (auch im Tintling zu lesen). Gifthäublinge müssen nicht nach Mehl riechen.

Es bleiben, um 100% sicher zu gehen, immer nur die Schüppchen übrig.

Grüße, Christoph

(auch wenn ich vielleicht wieder als Panikmacher angesehen werde - aber jede Häublingsvergiftung ist eine zu viel!!!)

Hallo zusammen!

Ein Bekannter aus meinem Dorf hätte dieses Büschel ohne mit der Wimper zu
zucken als Stockschwämmchen verspeist, als ich es ihm zeigte. Auch seine
Eltern (40 Jahre unfallfreies Pilzesuchen!!!), die nach einem´kurzen Anruf
vorbeischauten, hätten diese Pilze eindeutig als Stockschwämmchen
idendifiziert. Die ganze Familie war sichtlich geschockt, als ich sie über
den Sachverhalt aufklärte!
Ein solches Büschel sollte man eigentlich immer in der Hosentasche haben,
wenn man im Wald einen dieser
Ichhabschonpilzegesammeltdahastdudirnochindiehosengeschissen-Fachleute
trifft!
Ein wahres Wunder daß hier noch nicht mehr passiert ist. Oder erfahren wir
einfach nicht alles?
Gruß Thomas!

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Re: Na, wer traut sich?...

Birgit, (vor 8765 Tagen) @ Christoph

Hi Chrsitoph,

Derzeit ist der Gifthäubling in Altbuchenbeständen auf totem Buchenholz ein
sehr häufiger Pilz, jedenfalls in meiner Gegend. War am Montag im
Naturwaldreservat Beixenhart. Gifthäublinge gab es auf vielen
Buchenstämmen.

Ich finde derzeit nur Gifthäublinge und überhaupt keine Stockschwämmchen mehr, allerdings bisher immer auf Nadelholz, da hier aber öfter auch mal ein paar Buchen eingestreut sind, kann man auch nicht sicher davon ausgehen, daß die Holzart bei einem Stumpf immer richtig identifiziert wird, insbesondere wenn die Rinde schon abgefallen ist.

Das büschelige Wachstum wird auch manchmal erwähnt, der Gifthäubling hätte das nicht. Ich hab neulich einen Büschel Gifthäublinge gefunden und fotografiert, die noch büscheliger waren als die auf den Fotos hier im Thread. 50 g wären an diesem Standort vermutlich schon zusammengekommen.

Es bleiben, um 100% sicher zu gehen, immer nur die Schüppchen übrig.
(auch wenn ich vielleicht wieder als Panikmacher angesehen werde - aber jede
Häublingsvergiftung ist eine zu viel!!!)

Du hast doch recht, also.

Gruß

Birgit

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P.S. und Fragen

Birgit, (vor 8765 Tagen) @ Birgit

P.S.: es gibt ja nun nicht nur Galerina marginata, sondern auch G. unicolor, G. autumnalis, G. stylifera, G. badipes, die auch alle (Ausname G. stylifera??) genauso giftig sind und vermutlich noch ein paar, die man nicht so leicht auseinanderhalten kann. Welche gehören eigentlich in diese "Verwechslungsgruppe" noch mit dazu und wie ggf. kann ich sie mikroskopisch/makroskopisch unterscheiden? Daß G. marginata und G. unicolor mikroskopisch praktisch identisch sind weiß ich, daß bei G. stylifera im Gegensatz zu G. marginata der Stiel durchs Velum genattert erscheint auch. Aber bei den restlichen in Frage kommenden Galerinas bin ich unsicher.

Der Nachweis von G. marginata-Sporen kann ja relativ einfach und eindeutig über die Dextroinidität der Sporen im Mikroskop erfolgen (Sporen von Stockschwämmchen sind nicht dextrinoid), ist die Dextrinoidität eigentlich ein Gattungskennzeichen von Galerina? Das steht nämlich weder im B&K Pilze der Schweiz noch in Giftpilze von Bresinsky und Besl. Walter Pätzold hat uns das letztes Jahr im Fortgeschrittenen II-Kurs erzählt.

Birgit

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Re: P.S. und Fragen

Christoph ⌂, (vor 8765 Tagen) @ Birgit

Hi Birgit,

zunächst zu den anderen Arten des Komplexes:

Galerina unicolor ist wirklich so gut wie identisch (mikroskopisch). Makroskopisch ist der Stiel, Hut und die Lamellen im selben Farbton gehalten. Die Art ist schmächtiger als G. marginata (die bis 8 cm Durchmesser haben kann).
Die Mikros der anderen habe ich nicht im Kopf (meine Galerina-Ordner stehen in der Uni...). Die Form der Cheilocystiden ist aber wichtig.
Was sie alle gemein haben, das sind die etwas kalyptraten Sporen. daran kann man Gal. marginata s.l. am besten erkennen.
Galerina autumnalis hat eine gallertige Schicht in der Huthaut. Sie ist auch im Mikroskop deutlich verschleimt.
Galerina badipes habe ich bislang übersehen, nicht beachtet oder nocht gefunden.
Galerina stylifera ist ja eh klar.

Der Nachweis von G. marginata-Sporen kann ja relativ einfach und eindeutig
über die Dextroinidität der Sporen im Mikroskop erfolgen (Sporen von
Stockschwämmchen sind nicht dextrinoid)

Vor allem sind Stockschwämmchensporen glatt, die von Galerina marginata s.l. sind warzig und dazu noch etwas kalyptrat (es gibt aber auch gaöttsporige Galerinen).

, ist die Dextrinoidität eigentlich

ein Gattungskennzeichen von Galerina?

Dextrinoid sind sie alle, meines Wissens. Dass Stockschwämmchen nicht dextrinoid sind, war mir nicht bewusst (das Teil mikroskopiert man viel zu selten). Dachte, Pholiota sei allgemein dextrinoid?! Ich achte immer auf das teilweise Hochlupfen (bzw. Ablösen) der äußersten Sporenwand (die Sporen haben einen etwas zu großen "Mantel", gerade an der Plage sieht man oft, dass sich da was ablöst).

Das steht nämlich weder im B&K Pilze

der Schweiz noch in Giftpilze von Bresinsky und Besl. Walter Pätzold hat
uns das letztes Jahr im Fortgeschrittenen II-Kurs erzählt.

Wenn Walter das als Merkmal erklärt, dann wirds auch stimmen. Jedenfalls für Europa. Ausnahmen gibt es meistens (so z. B, sogar amyloidsporige Filzröhrlinge ;-)

Grüße, Christoph

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Erklärung bitte: kalyptrate Sporen-was ist das?! *oT*

Ralf, (vor 8765 Tagen) @ Christoph

- kein Text -

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Re: Erklärung bitte: kalyptrate Sporen-was ist das

Christoph ⌂, (vor 8765 Tagen) @ Ralf

Hi Ralf,

sorry, dass ich den Bezug nicht eindeutig hergestellt habe. Kalyptrate Sporen haben eine äußere Wandschicht, die sich von der Spore ablöst (z. B. in Wasser, manche in KOH). Bei Galerina marginata s.l. ist das nur stellenweise ein wenig der Fall, man kanns aber ganz gut erkennen (sogar im Pareys Buch der Pilze gezeichnet).
Das war die Erklärung mit dem "zu großen Mantel"... nur eben ohne Bezug auf den Ausdruck.

Grüße, Christoph

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Danke

Birgit, (vor 8764 Tagen) @ Christoph

Hi Christopoh,

danke für deine sehr hilfreichen Infos.

Vor allem sind Stockschwämmchensporen glatt, die von Galerina marginata s.l.
sind warzig und dazu noch etwas kalyptrat (es gibt aber auch gaöttsporige
Galerinen).
Dextrinoid sind sie alle, meines Wissens. Dass Stockschwämmchen nicht
dextrinoid sind, war mir nicht bewusst (das Teil mikroskopiert man viel zu
selten). Dachte, Pholiota sei allgemein dextrinoid?! Ich achte immer auf
das teilweise Hochlupfen (bzw. Ablösen) der äußersten Sporenwand (die
Sporen haben einen etwas zu großen "Mantel", gerade an der Plage
sieht man oft, dass sich da was ablöst).

Dazu habe ich oben nochmal was geschrieben, damit es hier unten nicht untergeht

Da: http://imkpc3.physik.uni-karlsruhe.de/cgi-bin/webbbs/pconfig.pl?read=32746

Gute Nacht

Birgit

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Re: P.S. und Fragen

Wolfgang P., (vor 8762 Tagen) @ Birgit

Der Nachweis von G. marginata-Sporen kann ja relativ einfach und eindeutig
über die Dextroinidität der Sporen im Mikroskop erfolgen (Sporen von
Stockschwämmchen sind nicht dextrinoid), ist die Dextrinoidität eigentlich
ein Gattungskennzeichen von Galerina? Das steht nämlich weder im B&K Pilze
der Schweiz noch in Giftpilze von Bresinsky und Besl. Walter Pätzold hat
uns das letztes Jahr im Fortgeschrittenen II-Kurs erzählt.

Hi Birgit,

In der Galerina-Monographie von Smith&Singer wird die Dextrinoidität bei vielen (nich allen) Arten in der Beschreibung erwähnt, aber nirgends als Schlüsselmerkmal verwendet?! Wahrscheinlich gibt es neben den 'eindeutigen' auch wieder viele Zweifelsfälle, wo man dann am Schlüssel nagen würde und sich fragte, ob diese Sporen nun "nicht oder schwach" dextrinoid ... weiter bei(24) oder etwa doch "deutlich dextrinoid"....weiter bei(32) sind.

Kann aber auch sein, daß die Dextrinoidität bei altem Herbarmaterial nicht mehr geht und ein guter universitärer Mykologe zur Artabgrenzung Merkmale vermeidet, die am Typusmaterial später nicht mehr nachvollziehbar sind (... das ist reine Spekulation!)???

Den Hinweis, die Sporen und die Dextrinoidität 'mal als Mikrophotos gegenüberzustellen, finde ich gut und werde ich sicher tun, wenn ich Mitte Nevember endlich meine Streßphase auf der Arbeit überwunden haben werde. Hoffentlich hält das Wetter noch 2 Wochen...

Wolfgang

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Nicht alles Gifthäubling

Karl-Heinz ⌂, (vor 8765 Tagen) @ Birgit

Hallo,
es muß nicht alles Gifthäubling sein. Es gibt ähnliche Häublinge, die nur mikroskopisch abzugrenzen sind.
Gruß
Karl-Heinz

Hi Chrsitoph,
Ich finde derzeit nur Gifthäublinge und überhaupt keine Stockschwämmchen
mehr, allerdings bisher immer auf Nadelholz, da hier aber öfter auch mal
ein paar Buchen eingestreut sind, kann man auch nicht sicher davon
ausgehen, daß die Holzart bei einem Stumpf immer richtig identifiziert
wird, insbesondere wenn die Rinde schon abgefallen ist.
Das büschelige Wachstum wird auch manchmal erwähnt, der Gifthäubling hätte
das nicht. Ich hab neulich einen Büschel Gifthäublinge gefunden und
fotografiert, die noch büscheliger waren als die auf den Fotos hier im
Thread. 50 g wären an diesem Standort vermutlich schon zusammengekommen.
Du hast doch recht, also.
Gruß
Birgit

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Re: Na, wer traut sich?...

josy, (vor 8764 Tagen) @ Birgit

Hallo allerseits,

hier in Mittelfranken fand ich die letzten 2 Wochen Gifthäublinge häufig auch an Weiden. Allerdings dort meist nur in geringen Mengen. Stockschwämmchen gibt es aber noch - wenn auch nicht mehr so viele wie vor ca. 3 Wochen.

Grüße

Johannes

Ich finde derzeit nur Gifthäublinge und überhaupt keine Stockschwämmchen
mehr, allerdings bisher immer auf Nadelholz, da hier aber öfter auch mal
ein paar Buchen eingestreut sind, kann man auch nicht sicher davon
ausgehen, daß die Holzart bei einem Stumpf immer richtig identifiziert
wird, insbesondere wenn die Rinde schon abgefallen ist.
Das büschelige Wachstum wird auch manchmal erwähnt, der Gifthäubling hätte
das nicht. Ich hab neulich einen Büschel Gifthäublinge gefunden und
fotografiert, die noch büscheliger waren als die auf den Fotos hier im
Thread. 50 g wären an diesem Standort vermutlich schon zusammengekommen.
Du hast doch recht, also.
Gruß
Birgit

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Re: Na, wer traut sich?...

Joachim, (vor 8765 Tagen) @ Thomas B.

Hallo Thomas,
nein wir erfahren nicht alles!
In Deutschland gibt es keine Meldpflicht bei Pilzvergiftungen.
In der Ex- DDR gab es eine Meldepflicht und dann auch eine jährliche
Statistik über Pilzvergiftungen.

Mit freundlichen Grüßen
Joachim