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Re: Milder Gallenröhrling

Ulysses, (vor 4048 Tagen) @ Till

Hallo Tilll,

vielen Dank für die zusammengestellten Infos!

Eine ausführliche Beschreibung von Tylopilus felleus var. alutarius gibt
übrigens Aurel Dermek in Fungorum Rariorum Icones Coloratae XVI, 1987 -
seltsamerweise mit der Geschmacksangabe "bitterish" und ohne auf
die Unterschiede zur Normalform einzugehen. Allenfalls die Bemerkung, dass
das Stielnetz "very fine" ist und nur den oberen Teil des Stiels
bedeckt, könnte man als Vergleich interpretieren. Und am Ende steht:
"It has been reported from all Europe" (man wüsste halt gerne wo
und von wem).
Roy Watling (1970) schreibt, dass die mild schmeckende Varietät
"blasser" sei als die Normalform. Das kann man auch bei
Lannoy/Estadés 2001 lesen, denen zufolge der Stiel +- weißlich oder nur
sehr hell bräunlich und das Netz auf den oberen Stielteil beschränkt und
nicht oder nur schwach ausgeprägt ist. Die Huthauthyphen sollen
"diverticuliert oder verzweigt" sein, bei der Normalform dagegen
nicht.

Interessant ist, dass nun einer (Dermek) die Varietät als "bitterlich" beschreibt, der andere (Watling) sie als "blasser", während Bon sie als mild und rostbraun (also mindestens genau so dunkel wie die Normalform) angibt. Und wenn die milden gegessen werden, werden sie wohl wirklich mild sein und nicht bitter(lich). Ob da die südostbayerischen Pilzsucher einen "Trick" haben, wie sie die milden von den bitteren schon im Wald - und natürlich ohne zig Fruchtkörper probieren zu müssen! - unterscheiden können...?

Scheint eine konfuse Arten-/Varietäten-Gruppe zu sein... Oder, andere Variante: Bitterkeit und Farbe sind unabhängig voneinander. Ich bleib auf jeden Fall mal dran, vielleicht finde ich noch was klärendes.

LG
Josef


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