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Verhinderter Wasserfuß *PIC*

interhias ⌂, (vor 3946 Tagen)

Hallo,

diese büscheligen Gesellen fand ich im vergangenen September in den Alpen (Flysch) auf 900 m auf einem morschen Nadelholzstamm (wahrscheinlich Tanne):

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HDS:
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Cheilozystiden:
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Sporen: globos bis subglobos, hyalin, deutlich amyloid, kongophil, Maße: 5,5 x 4,9 (5-6,3 x 4,3-5,9), Q=1,13 (0,98-1,23):
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Die HDS-Beschaffenheit mit glatten, schlanken Zellen, erweiterten Endzellen und mit gemischtem Pigment (ähnlich wie bei Hydropus trichoderma) sowie die zerstreuten, großen Hymenialzystiden und Lactiferen schienen mir anfangs sehr darauf hinzudeuteten, dass hier ein Wasserfuß vorliegt, und das war trotz der etwas kräftig geratenen Stiele auch makroskopisch meine erste Idee. Aufgrund der runden Sporen bleiben allerdings nur zwei beschriebene Arten in dieser Gattung: H. atramentosus – fällt weg, da schwärzend; H. floccipes weicht in sehr vielen Punkten ab, wenn man die Beschreibungen in FN, bei Gröger, Ludwig und in ÖZP 1997 (Hausknecht) zugrunde legt.

Beim Recherchieren bin ich über eine Clitocybula-Art gestolpert, die weitgehend dieselbe Merkmalskombination aufweist. Die etwas radialfaserigen Hüte lassen schon auch an einen Faserrübling denken, und die runden, amyloiden Sporen würden gut passen. Möglicherweise ist der gezeigte Pilz eine dunkle Form von Clitocybula abundans(Peck) Singer , wie sie auch in PDS3, Nr. 181 abgebildet ist. Die meisten Abbildungen dieser Art zeigen allerding viel hellere Pilze.

Kennt jemand diese Art oder gibt's vielleicht andere Ideen zu diesen Pilzen?

Hier noch eine Beschreibung und Funddaten:
Funddaten: 11.09.2015; MTB 8235-4-1-2, 900 m; D-By-Reichersbeuern, Greiling, Vorberg; am Wanderweg von Greiling zum Sulzkopf/Sigrizalm; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) in der Flyschzone; auf feucht liegendem morschem Nadelholzstammstück (wahrscheinlich Tanne); gesellig bis kleinbüschelig (>15 Fk);

Hut: 1,5-2,5 cm breit, gewölbt bis fast halbkugelig, am Scheitel ohne Buckel oder sogar angedeutet genabelt, Rand lange eingerollt, glatt, nicht durchscheinend gestreift, aber deutlich radialfaserig und etwas glimmerig streifig, schokobraun, hygrophan, heller graubraun ausblassend;
Stiel: bis 5 x 0,5 cm, recht stämmig, hohl, blass graubraun mit Olivton, vor allem im obersten Viertel weißlich (etwas glimmerig) überreift, sonst irgendwie rau, stellenweise auch etwas dunkler gesprenkelt;
Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, nicht bauchig, gerade bis leicht bogig mit konkaver Schneide, hellgrau; Schneiden weiß und auffallend schütter fransig beflockt (lange Cheilos?), an der Fläche ohne solche „Fransen“;
Fleisch: siehe Schnittbild;
Geruch: angenehm aromatisch, kein Mehl;
Geschmack: mild, fad;
Sporenpulver: weiß;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
HDS: Cutis, Zellen glatt, überwiegend 3-7 µm breit (einzelne auch breiter), zumindest in Hutscheitel-Nähe mit meist keuligen, ca. 10-20 µm breiten Endzellen; Pigment doppelt, teils fein inkrustierend, teils diffus intrazellulär;
Kaulozystiden: zumindest im oberen Stieldrittel sehr zahlreich vorhanden, oft büschelig, auch vereinzelt, polymorph, meistens keulig, die meisten intrazellulär braun pigmentiert, ca. 23-58 x 7-22);
Lamellentrama: regulär, am Exsikkat schwer zu beurteilen, aber Zellen sehr lang, indextrinoid; mit zahlreichen unseptierten, bisw. verzweigten Lactiferen durchzogen;
Cheilozystiden: an der Schneide häufig (Schneide aber keineswegs steril), polymorph, aber meistens schlank zylindrisch und sehr lang, schlangenförmig (das sind wohl die „Fransen“, die man in der Stereolupe an der Schneide sieht), oder irregulär lageniform mit langem Hals, aber auch keulig oder kopfig, oft septiert, divertikuliert oder mit einzelnen fingerigen Auswüchsen, ca. 43-130 x 7-12;
Pleurozystiden: sehr sporadisch vorhanden (in etlichen Präparaten gar keine gefunden, in den übrigen nie mehr als 1-2), nicht so schlangenförmig schlank zylindrisch wie die meisten Cheilozystiden, meist irregulär unförmig zylindrisch;
Basidien: schlank, ca. 25-37 x 5-7, mit Schnallen;
Sporen: globos bis subglobos, hyalin, deutlich amyloid, kongophil, Maße: 5,5 x 4,9 (5-6,3 x 4,3-5,9), Q=1,13 (0,98-1,23), 20 Sp. gemessen;

Die vollständige Doku mit weiteren Mikrofotos findet ihr hier auf meiner Website.

Beste Grüße
Hias

Clitocybula lacerata

Lothar, (vor 3946 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,
das sind noch recht junge Fruchtkörper von Clitocybula lacerata. Später reißt der Hut stärker faserig auf. Das Wachstum rasig an Nadelholzstämmen ist typisch - auch bei mir im Schwäbischen Wald, wo die Art nicht selten ist.
LG von Lothar

Re: Clitocybula lacerata

Lothar, (vor 3946 Tagen) @ Lothar

Hallo Hias,
sehe eben erst, dass Du Clitocybula schon vermutet hast - und zwar C. abundans. Nun - diese Art kenne ich nicht, und ich müsste erst nachschauen, wie sie sich von C. lacerata unterscheidet. ...
- mach ich später :-)
LG von Lothar

Re: Clitocybula lacerata

interhias ⌂, (vor 3945 Tagen) @ Lothar

Hallo Hias,
sehe eben erst, dass Du Clitocybula schon vermutet hast - und zwar C.
abundans. Nun - diese Art kenne ich nicht, und ich müsste erst
nachschauen, wie sie sich von C. lacerata unterscheidet. ...
- mach ich später :-)
LG von Lothar

Hallo Lothar,

C. lacerata hat nach Gröger keine Cheilo- und Pileozystiden, deshalb habe ich den Namen der amerikanischen Art C. abundans (Peck) Singer verwendet, die mit Cheilozystiden beschrieben ist. Bei meiner Kollektion habe ich ganz sporadisch sogar Pleurozystiden gefunden, und die Cheilozystiden sind extrem häufig, auffällig und so groß, dass man sie in der der Stereolupe als Fransen an der Lamellenschneide sieht.

Jedenfalls vielen Dank für das Feedback, dass es überhaupt eine Clitocybula ist. Obwohl es in meinen Hauswäldern an den Alpen wirklich genut Totholz gibt, habe ich die Art noch nie gesehen.

Beste Grüße
HIas