Pilze Pilze Forum
Erweitert

Noch ein gelber Täubling *PIC*

interhias ⌂, (vor 3910 Tagen)

Hallo zusammen,

[image]

[image]

[image]

[image]

Wieder ein milder Gelbsprorer (IVb) mit Primordialhyphen. Geschlüsselt (Gröger) habe ich als Russula cf. luteoviridans ss. J. Blum. Diese Art habe ich noch nie gesehen. Sie wird bei Einhellinger, nicht aber bei Sarnari und Marxmüller beschrieben. Fundort war ein Bergmischwald (900m) bei Buche, Tanne und Fichte. Kennt jemand diesen Täubling, vielleicht auch unter anderem Namen?

Haare:
[image]

Primordialhyphen:
[image]

[image]

Sporen (Maße: 8,6 x 7,1 (7,5-9,7 x 6,4-7,7), Q=1,21 ):
[image]

[image]

Ganze Doku hier.

Beste Grüße
Hias

Re: Noch ein gelber Täubling

Ulysses, (vor 3909 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

GRÖGER nennt ja als wichtiges Merkmal die (in SBA gut sichtbaren) Lacticiferen in der Stielrinde. Hast Du die nachgesucht bzw. gesehen?

LG
Josef

Re: Noch ein gelber Täubling

interhias ⌂, (vor 3909 Tagen) @ Ulysses

Hallo Hias,
GRÖGER nennt ja als wichtiges Merkmal die (in SBA gut sichtbaren)
Lacticiferen in der Stielrinde. Hast Du die nachgesucht bzw. gesehen?
LG
Josef

Servus Josef,

nein, nicht wirklich. Ich habe die Stielrinde in Sulfovanillin untersucht und dazu notiert: Zellen in SV sporadisch mit graukörnigem Inhalt.
Aber typische Safthyphen habe ich nicht gesehen - soweit ich das beurteilen kann.

Auch die schwache Guajak-Reaktion spricht eher gegen R. luteoviridans. Viele andere Merkmale würden dagegen passen: olivgelbe Farben, große Fk, Sporenpulver IVb und große Sporen.

Das Merkmal mit den Lacticiferen in Gröger-Schlüssel ist vermutlich aus dem Romagnesi-Schlüssel übernommen (liegt mir in Einhellingers Übersetzung vor). Dort werden mithilfe dieses Merkmals die Amethystinae bzw. Integroidinae ausgeschlüsselt. Wenn man bei meinen Täublingen zu den Amethystinae abbiegt, kommt man ziemlich zwangsläufig wieder bei einer gelben Turci heraus;-)

Letztlich werde ich mich auf das Urteil von Werner Jurkeit verlassen, dem habe ich ein Exsikkat geschickt.

Beste Grüße
Hias

Re: Noch ein gelber Täubling

Ulysses, (vor 3909 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

Wenn man bei meinen Täublingen zu den
Amethystinae abbiegt, kommt man ziemlich zwangsläufig wieder bei einer
gelben Turci heraus;-)

Zumindest soweit man es auf den Bildern erkennen kann, scheint die Stieloberfläche glatt zu sein, und keine mehlige/feinkörnige Struktur zu haben. Allein dies schließt m. E. turci (s. lat.) bereits eindeutig aus.

Letztlich werde ich mich auf das Urteil von Werner Jurkeit verlassen, dem
habe ich ein Exsikkat geschickt.

Sehr schön - bitte dann das Ergebnis berichten!

LG
Josef

Täubling in Gelb-Grün *PIC*

Mani walter, (vor 3907 Tagen) @ interhias

Hallo zusammen,

Wenn ihr über Luteoviridans schreibt, klingelts bei mir.
Nur schon deren Beschreibungen fehlen mir. Bin seit einiger Zeit auf der Suche nach zuverlässigen Merkmalen. Wo haben denn Gröger und Einhellinger (fehlen mir leider)die Daten her? Und die Fotos? Von einem Pilz, von dem wahrscheinlich auch Exsikkate fehlen. So beschäftigte ich mich n.V.m., nach einem Russulakurs in Jena, mit einer "grünen" Russula aus dem Abfall unseres Pilzvereins,und nach und nach ermittelte ich schliesslich eben diese R. luteoviridans. Die Suche nach vergleichbarem Material blieb jedoch erfolglos.
Meine mikroskopieschen Möglichkeiten sind begrenzt: Mein Myko ist zwar gut aber nicht Spitze und fotographieren kann ich nicht.

Geschmack: Erst mild, nach einigen Sekunden etwas schärflich (=>Weggespukt) und nach einigen Minuten anhaltend ätzende Zungenspitze
Geruch: Nicht unangenehm

Wieder ein milder Gelbsprorer (IVb) mit Primordialhyphen. Geschlüsselt
(Gröger) habe ich als Russula cf. luteoviridans ss. J. Blum. Diese Art
habe ich noch nie gesehen. Sie wird bei Einhellinger, nicht aber bei
Sarnari und Marxmüller beschrieben. Fundort war ein Bergmischwald (900m)
bei Buche, Tanne und Fichte. Kennt jemand diesen Täubling, vielleicht auch
unter anderem Namen?
Haare: ==>> Skizze meines Fundes R. luteoviridans cf
Primordialhyphen:==>> Skizze
Sporen (Maße: 8,6 x 7,1 (7,5-9,7 x 6,4-7,7), Q=1,21 ): Sp-Abmessungen:8,8-9,6-10,1 x 7,1-8,2-9,0 My

Sp-Ornament: Isoliert grob stumpf-höckrig rasche orange Verfärbung.

Beste Grüße
Hias

Danke und Gruss Mani

[image]

Re: Täubling in Gelb-Grün

interhias ⌂, (vor 3906 Tagen) @ Mani walter

Hallo zusammen,
Wenn ihr über Luteoviridans schreibt, klingelts bei mir.
Nur schon deren Beschreibungen fehlen mir. Bin seit einiger Zeit auf der
Suche nach zuverlässigen Merkmalen. Wo haben denn Gröger und Einhellinger
(fehlen mir leider)die Daten her? Und die Fotos? Von einem Pilz, von dem
wahrscheinlich auch Exsikkate fehlen. So beschäftigte ich mich n.V.m.,
nach einem Russulakurs in Jena, mit einer "grünen" Russula aus
dem Abfall unseres Pilzvereins,und nach und nach ermittelte ich
schliesslich eben diese R. luteoviridans. Die Suche nach vergleichbarem
Material blieb jedoch erfolglos.
Meine mikroskopieschen Möglichkeiten sind begrenzt: Mein Myko ist zwar gut
aber nicht Spitze und fotographieren kann ich nicht.
Geschmack: Erst mild, nach einigen Sekunden etwas schärflich
(=>Weggespukt) und nach einigen Minuten anhaltend ätzende Zungenspitze
Geruch: Nicht unangenehm
Sp-Ornament: Isoliert grob stumpf-höckrig rasche orange Verfärbung.
Danke und Gruss Mani

Servus Mani,

der Zeichnung nach hat dein grüner Täubling Dermatozystiden (=Pileozystiden) und muss demnach etwas anderes sein als R. luteoviridans ss. Blum. Letzterer ist nur mit Primordialhyphen beschrieben.

R. luteoviridans non ss. Blum ist möglicherweise ein Synonym zu R. cuprea, zu der würden auch die isoliert stacheligen großen Sporen und die Pileozystiden deines Täublings ganz gut passen. Ein Foto zu dieser Art findest du in der Monographie von Sarnari auf S. 725 (olivbräunlich) und in diversen anderen Werken (PDS6).

Beste Grüße
Hias

Täubling in Gelb-Grün *PIC*

Mani walter, (vor 3906 Tagen) @ interhias

Servus Mani,
der Zeichnung nach hat dein grüner Täubling Dermatozystiden (=Pileozystiden)
und muss demnach etwas anderes sein als R. luteoviridans ss. Blum.
Letzterer ist nur mit Primordialhyphen beschrieben.
R. luteoviridans non ss. Blum ist möglicherweise ein Synonym zu R. cuprea, zu
der würden auch die isoliert stacheligen großen Sporen und die
Pileozystiden deines Täublings ganz gut passen. Ein Foto zu dieser Art
findest du in der Monographie von Sarnari auf S. 725 (olivbräunlich) und
in diversen anderen Werken (PDS6).
Beste Grüße
Hias

Hoi Hias
Vielen Dank für deine Gedanken. Mein Pilz ist grün und den hatte ich aus Abfallkörben unseres Pilzvereins erbettelt; rein um mit diesem Pilz zu üben.
Und dann ging das eben in diese Richtung R. luteoviridans (auch, mit Cuprea im Sarnari) UND im Verein wusste eine Woche später tatsächlich niemend, wer diesen Grünen gefunden hatte. SSSS...
Weisst du eventuell, wo ein solches Exsikkat allenfalls in GER archiviert ist? Und wer machte einst Fotos davon, usw. ?
Liebe Grüsse Mani

[image]

Re: Noch ein gelber Täubling

interhias ⌂, (vor 3903 Tagen) @ Ulysses

Hallo Hias,
Zumindest soweit man es auf den Bildern erkennen kann, scheint die
Stieloberfläche glatt zu sein, und keine mehlige/feinkörnige Struktur zu
haben. Allein dies schließt m. E. turci (s. lat.) bereits eindeutig aus.
Sehr schön - bitte dann das Ergebnis berichten!
LG
Josef

Servus zusammen,

Ergebnis:
Die Mikroskopie spricht sehr dafür, dass es sich auch bei diesem Täubling um einen gelben Jodoform-Täubling handelt. Die Existenz von R. luteoviridans ss. Blum ist zumindest sehr fraglich.

Beim Rausvergrößern aus dem Originalfoto ist auch die typisch mehlige Stielbereifung zumindest stellenweise zu sehen. Da habe ich einfach ein bisschen schlampig beschrieben.

Die Aquarelle von Helga Marxmüller zu R. turci var. gilva decken sich sehr gut mit dieser Kollektion.

Beste Grüße
Hias

Re: Noch ein gelber Täubling

Mani walter, (vor 3901 Tagen) @ interhias

Servus zusammen,
Ergebnis: Die Mikroskopie spricht sehr dafür, dass es sich auch bei diesem
Täubling um einen gelben Jodoform-Täubling handelt. Die Existenz von R.
luteoviridans ss. Blum ist zumindest sehr fraglich.
Beim Rausvergrößern aus dem Originalfoto ist auch die typisch mehlige
Stielbereifung zumindest stellenweise zu sehen. Da habe ich einfach ein
bisschen schlampig beschrieben.
Die Aquarelle von Helga Marxmüller zu R. turci var. gilva decken sich sehr
gut mit dieser Kollektion.
Beste Grüße
Hias

Hallo miteinander
Danke für deinen spannenden Beitrag Hias. Hier im Fr. Gröger S. 630 lese ich gerade als Anmerkung unter R. adulterina: R. urens ist eine ungeklärte Art, welche.... als grüne Form von R.cuprea .... und 1979 wurde von Jul. Schaeffer R. urens mit R. luteoviridans synonymisiert.
Es mag schön sein, dass uns noch nicht ganz alles bekannt ist, sonst hätten wir nichts mehr zu tun.
Mit bestem Dank und liebe Grüsse ins Forum Mani