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Ein bisschen was geht immer... *PIC*

UmUlmHerum, (vor 1637 Tagen)

Hallo miteinander!

Mit den Morcheln war hier UmUlmHerum nicht gerade viel los. Ich vermute, es war ihnen zu kalt, wir hatten bis vor wenigen Tagen immer wieder Nachtfröste. Dazu kommt, dass viele der großen Eschen in meinen besten Morchelwäldern schon dem Falschen Weißen Eschen-Becherchen zum Opfer gefallen oder prophylaktisch gefällt worden sind.

Die wenigen Hochsträß-Speisemorcheln (550 - 600 mNN) waren alle klein geblieben, ebenso die an der Donau (480 mNN). An der Iller sah es größenmäßig zwar besser, aber mengenmäßig noch schlechter aus. Dafür gab es dort Morchelbecherlinge in nie zuvor gesehener Größe & Menge! Und noch 5 Halbfreie / Käppchen-Morcheln. RiMu- oder andere Spitzmorcheln sah ich keine einzige – wie auch, wenn die Leute vor dem Haus nun Schottergärten statt Mulch haben.

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(1) Meine Erste in 2022: Kleine Hochsträß-Morchel vom 26.04.22

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(2) Unten an der Donau... Dass Ameisen ihren Nachwuchs gerne von unten in die sicheren, sonnengewärmten Hohlräume von Speisemorcheln tragen, sieht man öfter. Neu war mir, dass "man" die Morchel einfach komplett in den Bau integriert.

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(3) An der Iller waren die Morcheln zwar in ordentlicher Größe, aber es gab nur wenige.

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(4) Ebenfalls an der Iller gab es die o.a. Morchelbecherlinge – groß & viele!

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(5) Weiter nördlich, kurz vor der Mündung in die Donau entdeckte ich noch die 5 Käppchen-Morcheln.

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(6) So sah die Becherlingsbeute aus, wobei ich beileibe nicht alle mitgenommen habe. Die Katze hat übrigens gute 5 kg, falls Ihr sie als Größenvergleich heranziehen wollt...

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(7) Das war die Iller-Morchel-Beute (genetisch gesehen inzwischen bestimmt 3 verschiedenen Arten ;-)) – ein Teil davon war schon madig, wie ich zuhause beim Putzen feststellen musste.

Tja, wie Rainer auch schon schrieb – die Saison ist ziemlich vorüber...
(8) Vorhin inspizierte ich noch mal die Stelle von Foto (1) – und fand noch 2 Morcheln, die jedoch von den Schnecken auch schon entdeckt worden waren. Im Weiterstöbern dachte ich gerade darüber nach, welche Speisepilze nun im Jahreslauf als nächste kommen würden (Maipilze sind nicht so mein Ding), als mir ein Baumstumpf begegnete, auf sich eine Horde Stockschwämmchen den Weg durchs dicke Moos bahnte – Frage beantwortet:
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Die gab´s zum Abendessen, zusammen mit den Morchelfragmenten und Kartoffelscheiben knusprig angebraten und zum Spargel in die helle Buttersoße gekippt, mit einem Hauch Muskat und einer Messerspitze Majoran (Zugeständnis an die Stockis), Petersilie drüber – diese neue Kombination war lecker!

Heute sah ich immerhin ein paar weitere Arten wie Gesäte Tintlinge und Gelbstielige Nitrat-Helmlinge (Mycena renati), im Iller-Auwald hatte es auch eine Kolonie von großen Maiporlingen. Es wird schon werden...

Viele Grüße – Rika

Re: Ein bisschen was geht immer... *PIC*

Rainer Albert, (vor 1636 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

eine ganz wunderbare Zusammenstellung von Dir. Es freut mich zu sehen, daß da doch noch so einiges gegangen ist.
Bei den Morcheln war es in Österreich zuerst zu trocken und zu warm, hier war es so ziemlich OK, bin aber in die auslaufende Saison gekommen.
Apropos Eschen - es gibt noch größere und alte Exemplare, aber auch hier und in Österreich fallen die Bestände vielerorts zusammen - schade.

Betreffend Morchel-Arten - auf dieser Seite sind eine ganze Reihe aufgeführt:

https://ascomycete.org/2000-Pezizales/cid/180/Morchellaceae

und das Buch Les Morilles von Emile Jaquetant ist ganz toll.

https://www.abebooks.fr/9782850470523/morilles-Jacquetant-Emile-285047052X/plp

Morchelbecherlinge habe ich schon lange keine gesehen - ich habe aber auch nicht bewusst danach gesucht.

Gleich neben den Morcheln ist mir gestern auch der Gelbstieliger Nitrathelmling untergekommen - ich finde die Namen immer wieder toll.
Und heute haben wir, so wie Du auch, Stockschwämmchen gesichtet.

Weiterhin viel Erfolg beim Finden, viele Grüße aus Basel sendet Dir

Rainer

Hallo miteinander!
Mit den Morcheln war hier UmUlmHerum nicht gerade viel los. Ich vermute, es
war ihnen zu kalt, wir hatten bis vor wenigen Tagen immer wieder
Nachtfröste. Dazu kommt, dass viele der großen Eschen in meinen besten
Morchelwäldern schon dem Falschen Weißen Eschen-Becherchen zum Opfer
gefallen oder prophylaktisch gefällt worden sind.
Die wenigen Hochsträß-Speisemorcheln (550 - 600 mNN) waren alle klein
geblieben, ebenso die an der Donau (480 mNN). An der Iller sah es
größenmäßig zwar besser, aber mengenmäßig noch schlechter aus. Dafür gab
es dort Morchelbecherlinge in nie zuvor gesehener Größe & Menge! Und
noch 5 Halbfreie / Käppchen-Morcheln. RiMu- oder andere Spitzmorcheln sah
ich keine einzige – wie auch, wenn die Leute vor dem Haus nun
Schottergärten statt Mulch haben.

(1) Meine Erste in 2022: Kleine Hochsträß-Morchel vom 26.04.22

(2) Unten an der Donau... Dass Ameisen ihren Nachwuchs gerne von unten in die
sicheren, sonnengewärmten Hohlräume von Speisemorcheln tragen, sieht man
öfter. Neu war mir, dass "man" die Morchel einfach komplett in
den Bau integriert.

(3) An der Iller waren die Morcheln zwar in ordentlicher Größe, aber es gab
nur wenige.

(4) Ebenfalls an der Iller gab es die o.a. Morchelbecherlinge – groß &
viele!

(5) Weiter nördlich, kurz vor der Mündung in die Donau entdeckte ich noch die
5 Käppchen-Morcheln.

(6) So sah die Becherlingsbeute aus, wobei ich beileibe nicht alle
mitgenommen habe. Die Katze hat übrigens gute 5 kg, falls Ihr sie als
Größenvergleich heranziehen wollt...

(7) Das war die Iller-Morchel-Beute (genetisch gesehen inzwischen bestimmt 3
verschiedenen Arten ;-)) – ein Teil davon war schon madig, wie ich zuhause
beim Putzen feststellen musste.
Tja, wie Rainer auch schon schrieb – die Saison ist ziemlich vorüber...
(8) Vorhin inspizierte ich noch mal die Stelle von Foto (1) – und fand noch 2
Morcheln, die jedoch von den Schnecken auch schon entdeckt worden waren.
Im Weiterstöbern dachte ich gerade darüber nach, welche Speisepilze nun im
Jahreslauf als nächste kommen würden (Maipilze sind nicht so mein Ding),
als mir ein Baumstumpf begegnete, auf sich eine Horde Stockschwämmchen den
Weg durchs dicke Moos bahnte – Frage beantwortet:
Die gab´s zum Abendessen, zusammen mit den Morchelfragmenten und
Kartoffelscheiben knusprig angebraten und zum Spargel in die helle
Buttersoße gekippt, mit einem Hauch Muskat und einer Messerspitze Majoran
(Zugeständnis an die Stockis), Petersilie drüber – diese neue Kombination
war lecker!
Heute sah ich immerhin ein paar weitere Arten wie Gesäte Tintlinge und
Gelbstielige Nitrat-Helmlinge (Mycena renati), im Iller-Auwald hatte es
auch eine Kolonie von großen Maiporlingen. Es wird schon werden...
Viele Grüße – Rika

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Re: u.a Stiellose Flachmorchel *PIC*

UmUlmHerum, (vor 1635 Tagen) @ Rainer Albert

Hallo Rainer,

vielen Dank für Dein Kompliment und die Links!

Die Eschen leiden immer noch sehr, aber ich bin langfristig eigentlich ganz optimistisch: schon seit ca. 5 Jahre beobachte ich hier in der Gegend keine Eschentriebwelke mehr! Natürlich sterben weiterhin Eschen ab, weil sie bereits zu stark geschädigt sind. Mit 1/3 der Krone kann der Baum halt nicht dauerhaft überleben, ist geschwächt und wehrlos gegen z.B. Eschenbastkäfer. Ich bin mir aber sicher, dass die Eschen (zumindest UmUlmHerum) bereits ein "Gegenmittel" gegen das Eschenbecherchen gefunden haben! Und zudem sehe ich immer mehr Ulmen (im Auwald ebenso wie an Nutzwaldrändern), die inzwischen auch schon wieder Stamm-Ø von 30 cm haben können. Die derzeit samentragenden Ulmen sind gerade gut zu erkennen.

Auf der Morchel-Seite von ascomycete.org kann es einem ja schwindelig werden! Aber solange noch kein Taschen-Sequenziergerät exsistiert, gibt´s in meinem Fotoarchiv nur 3 Arten – mit einem "s.l." hintendran – und gut is.

Kennt Ihr schon die Stiellose Flachmorchel? Eine seltene Varietät der Morchella esculenta (s.l.), gefunden gestern nochmals im Iller-Auwald:

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[image]
Dieser Frk. hatte tatsächlich keinerlei Stiel und lag flach auf dem Boden auf (Foto: Schnitt durch den Frk. + diesen senkracht gestellt). Auch der "Hut" hat eine sehr ungewöhnliche Form, kaum "Waben".
Ich konnte in der unmittelbaren Umgebung nichts finden, was dieser Morchel vielleicht auf dem Kopf gelegen haben könnte, auch die Vegetation drumrum war völlig unauffällig.

Insgesamt sind in den vergangenen 8 Tagen fast keine neuen Morcheln dazugekommen, und die wenigen Neuzugänge waren bereits wieder vermadet – tja, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben:
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ABER nun kommen weitere Ascos – so wie diese beiden Lorcheln, könnte Helvella acetabulum sein. Habe zwar ein Stückchen mitgenommen, die werden aber noch unreif sein.
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Immer wieder standen einzelne Lamellenpilze da mit dunkelbraunem, genabeltem Hut (Ø 2cm) und silbrig überfaserten dunklem Stiel, erinnern von der Gestalt her an kleine Gabeltrichterlinge (Pseudoclitocybe cyathiformis) ... vermutlich eine Entoloma, denke ich – da hab´ ich einen Bogen drumrum und kein Foto gemacht...

Dir und allen anderen eine interessante Pilzsaison!
Viele Grüße – Rika
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Hallo Rika,
eine ganz wunderbare Zusammenstellung von Dir. Es freut mich zu sehen, daß da
doch noch so einiges gegangen ist.
Bei den Morcheln war es in Österreich zuerst zu trocken und zu warm, hier war
es so ziemlich OK, bin aber in die auslaufende Saison gekommen.
Apropos Eschen - es gibt noch größere und alte Exemplare, aber auch hier und
in Österreich fallen die Bestände vielerorts zusammen - schade.
Betreffend Morchel-Arten - auf dieser Seite sind eine ganze Reihe aufgeführt:
https://ascomycete.org/2000-Pezizales/cid/180/Morchellaceae
und das Buch Les Morilles von Emile Jaquetant ist ganz toll.

https://www.abebooks.fr/9782850470523/morilles-Jacquetant-Emile-285047052X/plp
Morchelbecherlinge habe ich schon lange keine gesehen - ich habe aber auch
nicht bewusst danach gesucht.
Gleich neben den Morcheln ist mir gestern auch der Gelbstieliger
Nitrathelmling untergekommen - ich finde die Namen immer wieder toll.
Und heute haben wir, so wie Du auch, Stockschwämmchen gesichtet.
Weiterhin viel Erfolg beim Finden, viele Grüße aus Basel sendet Dir
Rainer

Re: u.a Stiellose Flachmorchel *PIC*

Rainer Albert, (vor 1634 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

ich habe in meinem Fotoarchiv gestöbert und eine kleine Zusammenstellung gemacht,
was ich so an Morcheln in den letzten Jahren so gefunden habe.

Bei den "Gelben" unterscheide ich in der Südsteiermark 2 Arten, die ganz großen, die direkt am Mühlgang,
und nur dort, vorkommen und dann "normale" gelbe Exemplare im Auwald.
Die aus dem Kanton Bern sind grau (mit einem leichten Gelbstich) und die aus dem Kanton Zürich direkt am Rhein war ein Einzelfund im offenen Gras/Moos.
Die Spitzmorcheln aus Basel waren im Rindenmulch.

Nur nebenbei, Morchelbecherlinge habe ich in der Südsteiermark 2017 gefunden.

Übrigens es gibt ein neues Buch - Morilles de France et d'Europe - Cap Régions Éditions,
da kann einem dann auch schwindlig werden. Es ist auf meiner Wunschliste für Weihnachten.
Ein paar Seiten daraus:

https://www.capregionseditions.fr/wp-content/uploads/2020/05/morillesdeFranceetdeurope-...

Bis zu neuen Funden und viele Grüße aus Basel

Rainer

Hallo Rainer,
vielen Dank für Dein Kompliment und die Links!
Die Eschen leiden immer noch sehr, aber ich bin langfristig eigentlich ganz
optimistisch: schon seit ca. 5 Jahre beobachte ich hier in der Gegend
keine Eschentriebwelke mehr! Natürlich sterben weiterhin Eschen ab, weil
sie bereits zu stark geschädigt sind. Mit 1/3 der Krone kann der Baum halt
nicht dauerhaft überleben, ist geschwächt und wehrlos gegen z.B.
Eschenbastkäfer. Ich bin mir aber sicher, dass die Eschen (zumindest
UmUlmHerum) bereits ein "Gegenmittel" gegen das Eschenbecherchen
gefunden haben! Und zudem sehe ich immer mehr Ulmen (im Auwald ebenso wie
an Nutzwaldrändern), die inzwischen auch schon wieder Stamm-Ø von 30 cm
haben können. Die derzeit samentragenden Ulmen sind gerade gut zu
erkennen.
Auf der Morchel-Seite von ascomycete.org kann es einem ja schwindelig werden!
Aber solange noch kein Taschen-Sequenziergerät exsistiert, gibt´s in
meinem Fotoarchiv nur 3 Arten – mit einem "s.l." hintendran –
und gut is.
Kennt Ihr schon die Stiellose Flachmorchel? Eine seltene Varietät der
Morchella esculenta (s.l.), gefunden gestern nochmals im Iller-Auwald:


Dieser Frk. hatte tatsächlich keinerlei Stiel und lag flach auf dem Boden auf
(Foto: Schnitt durch den Frk. + diesen senkracht gestellt). Auch der
"Hut" hat eine sehr ungewöhnliche Form, kaum "Waben".
Ich konnte in der unmittelbaren Umgebung nichts finden, was dieser Morchel
vielleicht auf dem Kopf gelegen haben könnte, auch die Vegetation drumrum
war völlig unauffällig.
Insgesamt sind in den vergangenen 8 Tagen fast keine neuen Morcheln
dazugekommen, und die wenigen Neuzugänge waren bereits wieder vermadet –
tja, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben:
ABER nun kommen weitere Ascos – so wie diese beiden Lorcheln, könnte Helvella
acetabulum sein. Habe zwar ein Stückchen mitgenommen, die werden aber noch
unreif sein.

Immer wieder standen einzelne Lamellenpilze da mit dunkelbraunem, genabeltem
Hut (Ø 2cm) und silbrig überfaserten dunklem Stiel, erinnern von der
Gestalt her an kleine Gabeltrichterlinge (Pseudoclitocybe cyathiformis)
... vermutlich eine Entoloma, denke ich – da hab´ ich einen Bogen drumrum
und kein Foto gemacht...
Dir und allen anderen eine interessante Pilzsaison!
Viele Grüße – Rika

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