Sind Pilze Pflanzen?
Hallo,
haben gerade Wer wird Millionär? gesehen und fragen uns jetzt: Als was werden Neu-biologisch Pilze denn nun definiert?
Hallo,
haben gerade Wer wird Millionär? gesehen und fragen uns jetzt: Als was werden Neu-biologisch Pilze denn nun definiert?
Hi,
haben gerade Wer wird Millionär? gesehen und fragen uns jetzt: Als was werden
Neu-biologisch Pilze denn nun definiert?
Pilze werden als ein eigenes Reich betrachtet, also weder Pflanze noch Tier.
Sie sind aber näher mit Tieren als mit Pflanzen verwandt.
Georg
anstatt Fotosynthese zu betreiben wie richtige Pflanzen. Sie ernähren sich von totem oder lebendem organischem Material und bauen dieses ab. Somit nehmen sie in der Ökologie die Funktion wahr, die sonst den Tieren vorbehalten ist. Dabei "fressen" sie alles, Pflanzen wie Tiere (z. B. Puppen-Kernkeule, Gewöllhornpilz etc.). Als eine Verbindung zum Tierreich könnte man die Schleimpilze ansehen, die einen Teil ihres Lebens als sich fortbewegendes "Tier" verbringen, einen anderen als sich durch Sporen fortpflanzender "Pilz". Die Bezeichnung Schleim"pilz" ist aber m. E. nicht ganz richtig. Die Organismen gehören eher zum Tierreich.
Da sich die echten Pilze aber i. d. R. nicht fortbewegen, werden sie gemeinhin als Pflanzen betrachtet. Ist aber nicht diese eine Kriterium der Mobilität nicht ein etwas schwaches Argument im Vergleich zu Lebensweise, Ökologie und Ernährung?
Die Einordnung der Mykologie als eigene Disziplin neben Botanik und Zoologie ist also nicht nur eine Spinnerei überzogener Pilzfreunde.
Gruß
Helmut
Hallo,
haben gerade Wer wird Millionär? gesehen und fragen uns jetzt: Als was werden
Neu-biologisch Pilze denn nun definiert?
Es ist richtig, dass Pilze "fressen". Aber dass sie sich verhaöten wie Tiere heißt natürlich nicht, dass sie auch Tiere sind... Aber auch verwandtschaftlich haben sie mit Pflanzen nichts zu tun. Sie haben zwar auch Zellwände, aber die sind u.a aus Chitin, Cellulose fehlt dagegen.
Man hat sie nur wegen der Verbreitung durch Sporen (ähnlich wie Farne und Moose) zu den Pflanzen gestellt. Es wurde aber auch bereits genetisch der Beweis erbracht, dass sie weder Tier nich Pflanze sind, sondern was eigenes.
Es gibt aber weitere pilzartige Organismen, die keine Pilze sind. Z.B. "Schleimpilze". Diese sind wirklich "Tiere", bzw. riesige Amöben. Oder ein paar Parasiten (Kartoffelfäule, Falsche Mehltaue), die eigentlich Algen sind (Heterokontophyta), aber rein parasitisch ohne Photosynthese leben (haben aber Cellulose-Zellwände).
Die Frage bei Wer wird Millionär war aber nicht ganz korrekt, denn "Algen" sind auch nicht unbedingt Pflanzen. Genau genommen gehören nur die Grünalgen zu den echten Pflanzen.
Braunalgen, Kieselalgen etc. haben mit denen nichts zu tun (verwandtschaftlich). Sie haben unabhängig davon Photosynthese "erlernt". Sie haben eine andere "Alge" (einen echten Einzeller mit Cloroplasten) geschluckt, nicht verdaut sondern als Symbionten eingebaut. Seitdem können sie auch Photosynthese betreiben, sind aber mit Pflanzen nicht verwandt (sie leben nur pflanzenartig - daher meine Eingangsbemerkung).
Ebenfalls was eigenes sind die sog. Cryptophyta, Dinophyta (=Dinoflagellata), Rhodophyta (Rotalgen) etc. pp.
Genau genommen ist also jede "Algengruppe" auch ein Reich für sich. Nur die Grünalgen sind "Pflanzen", also mit den Landpflanzen verwandt, da sie es waren, die damals an Land kamen... Pilze haben da als Symbionten ("Mykorrhiza") bereits geholfen.
Blaualgen sind sogar Bakterien und haben daher mit keinem echten Vielzeller (bzw. Eukaryonten, also echten "Zeller" überhaupt zu tun).
Da Algen aber pflanzenartig leben (ohne verwandt zu sein), werden sie meist landläufig als "Pflanze" bezeichnet. Ist aber (für die meisten Fälle) schlicht falsch...
Grüße,
Christoph
anstatt Fotosynthese zu betreiben wie richtige Pflanzen. Sie ernähren sich
von totem oder lebendem organischem Material und bauen dieses ab. Somit
nehmen sie in der Ökologie die Funktion wahr, die sonst den Tieren
vorbehalten ist. Dabei "fressen" sie alles, Pflanzen wie Tiere
(z. B. Puppen-Kernkeule, Gewöllhornpilz etc.). Als eine Verbindung zum
Tierreich könnte man die Schleimpilze ansehen, die einen Teil ihres Lebens
als sich fortbewegendes "Tier" verbringen, einen anderen als
sich durch Sporen fortpflanzender "Pilz". Die Bezeichnung
Schleim"pilz" ist aber m. E. nicht ganz richtig. Die Organismen
gehören eher zum Tierreich.
Da sich die echten Pilze aber i. d. R. nicht fortbewegen, werden sie
gemeinhin als Pflanzen betrachtet. Ist aber nicht diese eine Kriterium der
Mobilität nicht ein etwas schwaches Argument im Vergleich zu Lebensweise,
Ökologie und Ernährung?
Die Einordnung der Mykologie als eigene Disziplin neben Botanik und Zoologie
ist also nicht nur eine Spinnerei überzogener Pilzfreunde.
Gruß
Helmut
Hi Helmut,
anstatt Fotosynthese zu betreiben wie richtige Pflanzen. Sie ernähren sich
von totem oder lebendem organischem Material und bauen dieses ab. Somit
nehmen sie in der Ökologie die Funktion wahr, die sonst den Tieren
vorbehalten ist. Dabei "fressen" sie alles, Pflanzen wie Tiere
(z. B. Puppen-Kernkeule, Gewöllhornpilz etc.).
Der entscheidende Unterschied ist aber, dass Pilze ihre Nahrung nicht umschliessen
und intern verdauen wie Tiere, sondern extern durch enzymatischen Aufschluss.
Diese spezielle Art der Nahrungsaufnahme führte zur Ausbildung der myzelialen
Struktur als beste Anpassung um Substrate weiträumig effizient zu erschließen.
Als eine Verbindung zum
Tierreich könnte man die Schleimpilze ansehen, die einen Teil ihres Lebens
als sich fortbewegendes "Tier" verbringen, einen anderen als
sich durch Sporen fortpflanzender "Pilz". Die Bezeichnung
Schleim"pilz" ist aber m. E. nicht ganz richtig. Die Organismen
gehören eher zum Tierreich.
Es sind eindeutig Amöben, also tierische Einzeller, die sich organisieren
können. Die 'Fruchtkörper' die sie bilden sind durch konvergente
Evolution entstanden und ähneln daher sehr pilzlichen Fruchtkörpern.
Da sich die echten Pilze aber i. d. R. nicht fortbewegen, werden sie
gemeinhin als Pflanzen betrachtet. Ist aber nicht diese eine Kriterium der
Mobilität nicht ein etwas schwaches Argument im Vergleich zu Lebensweise,
Ökologie und Ernährung?
Ein sehr schwaches sogar. Siehe oben. Zudem zeigen DNA-Analysen eindeutig, dass
Pilze nur sehr entfernt mit Pflanzen verwandt sind, dagegen aber viel
näher mit Tieren.
Die Einordnung der Mykologie als eigene Disziplin neben Botanik und Zoologie
ist also nicht nur eine Spinnerei überzogener Pilzfreunde.
Genau.
Georg