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Schadstoffe im Kultur- Champignon? *PIC*

gottfried, (vor 8671 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
beim stöbern im Net bin ich auf die Kritik von Stamets „GROWING GOURMET AND MEDICINAL MUSHROOMS“ von Tjakko Stijve- vielen sicher bekannt- gestoßen.

Eine Passage daraus hat mich zum Nachdenken veranlasst, da ich mit Vorliebe rohe Champignons- und nur solche- esse. Hier der Ausschnitt daraus:

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Liebe Grüße
G

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Tintling

Birgit, (vor 8671 Tagen) @ gottfried

Hallo Gottfried,

beim stöbern im Net bin ich auf die Kritik von Stamets „GROWING GOURMET AND
MEDICINAL MUSHROOMS“ von Tjakko Stijve- vielen sicher bekannt- gestoßen.
Eine Passage daraus hat mich zum Nachdenken veranlasst, da ich mit Vorliebe
rohe Champignons- und nur solche- esse. Hier der Ausschnitt daraus:

auch in einem der letzten Tintlinge letztes oder vorletztes Jahr war ein Artikel zu Agaritin im Zuchtchampignon drin. Was sollen wir hier dazu sagen? Untersuchungen wie gefährlich das Agaritin ist gibt es wohl (noch) nicht, man kanns halt zur Kenntnis nehmen... Daß die Farbstoffe der gilbenden Champignons ziemlich ungesund sind hat ja Christoph Hahn schon mal geschrieben, auch wenn die mit Agaritin nix zu tun haben.

Auch wenns nicht direkt damit was zu tun hat, ich fühle mich bei solchen Diskussionen auch an die Diskussion über Acrylamid erinnert. In den USA wird seit langem, schon mindestens seit den 50er Jahren von einigen Leuten fast ausschließlich Fastfoodessen incl. Pommes frites vertilgt. Es gibs sicher statistisch gesehen genügend Leute dort, die schon Jahrzehnte lang sehr häufig bis täglich Pommes frites essen, da hätte doch längst schon ein signifikantes Krebsrisiko klinisch auftreten müssen.

Fazit: ich finde es allmählich bei den zig Warnungen vor krebserzeugenden Substanzen schwer die Spreu vom Weizen zu trennen, man (ich ;-)) glaubt ja allmählich gar nix mehr und ich fühle mich an die Geschichte vom Wolf (nein nicht Rotkäppchen, sondern die wos mehrmals Fehlarm wegen eines angeblichen Wolfes bei den Schafen gegeben hat und am Schluß niemand mehr an den Wolf geglaubt hat) erinnert.

Gruß

Birgit

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Re: Tintling

gottfried, (vor 8671 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,
ähnlich wie Du sie schilderst ist meine Denkweise auch: Wenn man sich an die Regel "Alles in Maßen und nichts in Massen" hält, da liegt man wohl meist richtig. Und wenn man die steigende Lebenserwartung der Menschen (der westlichen Welt) einbezieht, dann muß man zu dem Fazit kommen, dass unsere Ernährung so schlecht nicht sein kann!
Zuletzt muß ich gestehen, dass ich mit dem Beitrag wegen der Flaute im Forum etwas provozieren wollte, um die Diskussion dezent anzuheizen!
Schönes WE
Gruß g

Hallo Gottfried,
auch in einem der letzten Tintlinge letztes oder vorletztes Jahr war ein
Artikel zu Agaritin im Zuchtchampignon drin. Was sollen wir hier dazu
sagen? Untersuchungen wie gefährlich das Agaritin ist gibt es wohl (noch)
nicht, man kanns halt zur Kenntnis nehmen... Daß die Farbstoffe der
gilbenden Champignons ziemlich ungesund sind hat ja Christoph Hahn schon
mal geschrieben, auch wenn die mit Agaritin nix zu tun haben.
Auch wenns nicht direkt damit was zu tun hat, ich fühle mich bei solchen
Diskussionen auch an die Diskussion über Acrylamid erinnert. In den USA
wird seit langem, schon mindestens seit den 50er Jahren von einigen Leuten
fast ausschließlich Fastfoodessen incl. Pommes frites vertilgt. Es gibs
sicher statistisch gesehen genügend Leute dort, die schon Jahrzehnte lang
sehr häufig bis täglich Pommes frites essen, da hätte doch längst schon
ein signifikantes Krebsrisiko klinisch auftreten müssen.
Fazit: ich finde es allmählich bei den zig Warnungen vor krebserzeugenden
Substanzen schwer die Spreu vom Weizen zu trennen, man (ich ;-)) glaubt ja
allmählich gar nix mehr und ich fühle mich an die Geschichte vom Wolf
(nein nicht Rotkäppchen, sondern die wos mehrmals Fehlarm wegen eines
angeblichen Wolfes bei den Schafen gegeben hat und am Schluß niemand mehr
an den Wolf geglaubt hat) erinnert.
Gruß
Birgit

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Agaritin = Gyromitrin

Thomas Pruß, (vor 8669 Tagen) @ gottfried

Moin allerseits,
Gottfrieds Posting ist interessant: Wie man auf Georgs HP unter Pilzvergiftungen nachlesen kann, wird das Gift der Gyromitra esculenta, das Gyromitrin, im Körper ebenfalls zu Raketentreibstoff (Hydrazin) abgebaut, der dann giftig wirkt. Handelt es sich bei Agaritin und Gyromitrin zufällig um das selbe Gift?
Grüsslis
Thomas

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Re: Agaritin = Gyromitrin

hansuwe, (vor 8669 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin allerseits,
Gottfrieds Posting ist interessant: Wie man auf Georgs HP unter
Pilzvergiftungen nachlesen kann, wird das Gift der Gyromitra esculenta,
das Gyromitrin, im Körper ebenfalls zu Raketentreibstoff (Hydrazin)
abgebaut, der dann giftig wirkt. Handelt es sich bei Agaritin und
Gyromitrin zufällig um das selbe Gift?
Grüsslis
Thomas

Hydrazin wurde in der Kraftwerkstechnik viel verwendet, inzwischen in Deutschland und Europa verbannt wegen siener kanzerogenen Wirkung, nicht wegen seiner Giftigkeit.
Inzwischen sind Zweifel an der kanzerogenen Wirkung vorhanden und man denkt über Widerzulassung nach. Hier im Ausland (VAE) konnten wir den Einsatz von Hydrazin deswegen nicht verhindern.
Die Mengen, die als Abbauprodukt von Pilzgenuss übrigbleiben, dürften nicht giftig wirken und die kanzerogene Wirkung ist nicht einwandfrei nachgewiesen.
Also nicht verwirren lassen.
Unpilzige Grüsse
hansuwe.

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Re: Agaritin ist nicht Gyromitrin *PIC*

Wolfgang P, (vor 8668 Tagen) @ Thomas Pruß

Agaritin ist beinhaltet zwar auch eine Hydrazin-Einheit, ist aber ansonsten grundverschieden. Nach Roth/Frank/Kormann: Giftpilze Pilzgifte wird Agaritin nicht zu Hydrazin abgebaut, sondern zu dem krebserregenden Diazonium-Derivat.

Der Vergiftungsmechanismus muß bei Gyromitin sicher ganz anders sein.

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Re: wieso roh?

elfi ⌂, (vor 8671 Tagen) @ gottfried

Hallo Gottfried und alle anderen Pilzfreunde,

warum muss, oder wieso ist es so interessant Pilze roh zu essen?

Da haben unsere Vorfahren gekämpft, die Nahrung durch Kochen
bekömmlicher zu machen, haben das Feuer beherrschen gelernt, das
Korn zu malen, jahrtausende lang hat man alles versucht um das was
wir essen wollen auch verträglich für den Menschen zu machen.

Heute ist Rohkost IN, die nicht unbedingt jeder verträgt, da 50.000 Jahre
Evolution am Menschen auch nicht spurlos vorbeigegangen sind...

elfi

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Re: deshalb roh!

gottfried, (vor 8671 Tagen) @ elfi

Hallo elfi,
das solltest Du mal versuchen: frisch geschnittene Champignons auf's Butterbrot. Ich denke, dann weißt Du, warum das so'ne Art Leibspeise für mich ist!
Gruß g

Hallo Gottfried und alle anderen Pilzfreunde,
warum muss, oder wieso ist es so interessant Pilze roh zu essen?
Da haben unsere Vorfahren gekämpft, die Nahrung durch Kochen
bekömmlicher zu machen, haben das Feuer beherrschen gelernt, das
Korn zu malen, jahrtausende lang hat man alles versucht um das was
wir essen wollen auch verträglich für den Menschen zu machen.
Heute ist Rohkost IN, die nicht unbedingt jeder verträgt, da 50.000 Jahre
Evolution am Menschen auch nicht spurlos vorbeigegangen sind...
elfi

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Re: Schadstoffe im Kultur- Champignon?

Harald Andres Schmid, (vor 8671 Tagen) @ gottfried

Hallo Pilzfreunde,

Hallo, Gottfried
Was die Schadstoffe in Pilzen betrifft:
Es scheint immer noch nicht klar zu sein, wieweit wir sie wirklich beim Verzehr in den Körper aufnehmen.
Unsere Mägen sind von den Enzymen her nicht unbedingt dazu geschaffen, Pilze zu verdauen, d.h. etwa so klein, wie wir die Pilzstückchen gekaut haben, scheiden wir sie auch wieder aus (vermutlich mit den Schadstoffen).
Weiss jemand mehr darüber, z.B. wieweit es Unterschiede in der Verdaulichkeit verschiedener Pilzsorten gibt?
Gruss, Harald Andres

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Re: Schadstoffe im Kultur-Champignon?

Johannes K., (vor 8671 Tagen) @ gottfried

Also, ich dachte immer, den etwas faden Geschmack der Zuchtchampignons erkauft man sich durch relative Unbelastetheit des Pilzes von Schwermetallen & Co. Jetzt würd mich mal interessieren: ist der Schwammerl per se und immer mit Agarin belastet oder kommt das noch sehr darauf an --- auf die Zuchtbedingungen, Substrat usw.? Oder ganz grob gesagt: wenn ich im Keller Champignons züchte und das auf Substrat von der nächstbesten Mülldeponie, dann würds mich nicht wundern, wenn die armen Pilzchen auch ein paar Schadstoffe enthalten.

Johannes K.

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Re: Schadstoffe im Kultur-Champignon?

Dieter Weiss, (vor 8669 Tagen) @ Johannes K.

Also, ich dachte immer, den etwas faden Geschmack der Zuchtchampignons
erkauft man sich durch relative Unbelastetheit des Pilzes von
Schwermetallen & Co. Jetzt würd mich mal interessieren: ist der
Schwammerl per se und immer mit Agarin belastet oder kommt das noch sehr
darauf an --- auf die Zuchtbedingungen, Substrat usw.? Oder ganz grob
gesagt: wenn ich im Keller Champignons züchte und das auf Substrat von der
nächstbesten Mülldeponie, dann würds mich nicht wundern, wenn die armen
Pilzchen auch ein paar Schadstoffe enthalten.
Johannes K.

Laut Literatur enthalten Champignons unabhängig vom Substrat durchschnittlich 0,08 % Agaritin. Da Agaritin leicht wasserlöslich ist, wird es auch aufgenommen. Wie bei vielen anderen Stoffen liegt auch hier das Problem bei einem potentiellem Spaltprodukt, welches potentiell cancerogen ist. Meiner Meinung nach muss der Körper mit so etwas fertig werden. Es hat keinen Zweck unser Immunsystem dadurch zu schwächen, dass wir ihm jede Arbeit abnehmen und jeder potentiellen Gefärdung aus dem Wege gehen.
Eines meiner Lieblingsgerichte ist z. B. Baguette mit Champignonscheiben belegt, leicht gewürzt und mit Käse überbacken - eine Delikatesse !

Dieter