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Prachtbecherlinge (4 Bilder), von EricS *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8636 Tagen)

Hallo zusammen,
nachdem mir die Frage nach den verschiedenen Prachtbecherlingen beantwortet wurde, hier nun ein paar Impressionen.
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Gefunden wurden die Pilze am 07. März auf naß liegenden Ahorn-Ästchen (Acer). Je dicker der Ast (das Ästchen) war, desto größer war auch der daraus hervorgehende Fruchtkörper (stets einer pro Ast - wie ein ungeschriebenes Gesetz). Teils waren die Äste tief im feuchten Lehmboden eingesenkt, sodaß es den Anschein hatte, manche Fruchtkörper wuchsen direkt auf der Erde.
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Einige Worte zum Fundort: MTB 8112-1, n. Sulzburg, ca. 390m NN. Feuchter, kraut- und totholzreicher, nach SW geneigter Ahornbestand mit eingesprengten Erlen (die aber als Substrat nicht in Frage kommen).
Im Herbst finden sich in dieser Ecke gewöhnlich große Populationen des Blutblättrigen (Zwerg-)Schirmlings (Melanophyllum haematospermum). In unmittelbarer Nachbarschaft fand sich auch ein alter Bekannter wieder, der Samtfußrübling (Flammulina velutipes).
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Bestimmt wurden die Pilze als Sarcoscypha coccinea, aufgrund der nicht eingedellten Sporen und der i.d.R. nicht auffällig gekrümmten Excipulumbehaarung. Ökologie (Ahorn!) und auch Sporen, die im Durchschnitt etwa 3-4µ zu kurz und 0,5-1µ zu schmal waren, standen dem entgegen. Deshalb habe ich noch ein Bild des Sporenpräparates (ungefärbt) gemacht. Eine signifikante Delle oder "Platte" an den Polen der Sporen sind nicht zu erkennen. Wo ist also der Fehler? Liegen die Maße im Toleranzbereich und kommt S.coccinea auch auf Ahorn vor, oder habe ich ein vielleicht noch juveniles Exemplar mikroskopiert?
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Für einen Anfänger wie mich bleiben da noch viele Fragen. Mal sehen, was als nächstes auf dem Fundzettel steht.

Beste Grüße aus Südbaden: Eric

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Re: Prachtbecherlinge (4 Bilder), von EricS

Andreas 2, (vor 8636 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Eric,

schöne Bilder von einem schönem Fund. Leider hatte ich noch nie das Glück, den Prachtbecherling zu finden. Mit den Mikromerkmalen kann ich dir nicht helfen, dafür beschäftige ich mich zu wenig mit Ascomyceten.

Gruß, aus dem noch sonnigem Ostthühringen, Andreas

Hallo zusammen,
nachdem mir die Frage nach den verschiedenen Prachtbecherlingen beantwortet
wurde, hier nun ein paar Impressionen.

Gefunden wurden die Pilze am 07. März auf naß liegenden Ahorn-Ästchen (Acer).
Je dicker der Ast (das Ästchen) war, desto größer war auch der daraus
hervorgehende Fruchtkörper (stets einer pro Ast - wie ein ungeschriebenes
Gesetz). Teils waren die Äste tief im feuchten Lehmboden eingesenkt, sodaß
es den Anschein hatte, manche Fruchtkörper wuchsen direkt auf der Erde.

Einige Worte zum Fundort: MTB 8112-1, n. Sulzburg, ca. 390m NN. Feuchter,
kraut- und totholzreicher, nach SW geneigter Ahornbestand mit
eingesprengten Erlen (die aber als Substrat nicht in Frage kommen).
Im Herbst finden sich in dieser Ecke gewöhnlich große Populationen des
Blutblättrigen (Zwerg-)Schirmlings (Melanophyllum haematospermum). In
unmittelbarer Nachbarschaft fand sich auch ein alter Bekannter wieder, der
Samtfußrübling (Flammulina velutipes).

Bestimmt wurden die Pilze als Sarcoscypha coccinea, aufgrund der nicht
eingedellten Sporen und der i.d.R. nicht auffällig gekrümmten
Excipulumbehaarung. Ökologie (Ahorn!) und auch Sporen, die im Durchschnitt
etwa 3-4µ zu kurz und 0,5-1µ zu schmal waren, standen dem entgegen.
Deshalb habe ich noch ein Bild des Sporenpräparates (ungefärbt) gemacht.
Eine signifikante Delle oder "Platte" an den Polen der Sporen
sind nicht zu erkennen. Wo ist also der Fehler? Liegen die Maße im
Toleranzbereich und kommt S.coccinea auch auf Ahorn vor, oder habe ich ein
vielleicht noch juveniles Exemplar mikroskopiert?

Für einen Anfänger wie mich bleiben da noch viele Fragen. Mal sehen, was als
nächstes auf dem Fundzettel steht.
Beste Grüße aus Südbaden: Eric

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Re: Prachtbecherlinge (4 Bilder), von EricS

Karl Keck ⌂, (vor 8635 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Gefunden wurden die Pilze am 07. März auf naß liegenden Ahorn-Ästchen (Acer).
Je dicker der Ast (das Ästchen) war, desto größer war auch der daraus
hervorgehende Fruchtkörper (stets einer pro Ast - wie ein ungeschriebenes
Gesetz). Teils waren die Äste tief im feuchten Lehmboden eingesenkt, sodaß
es den Anschein hatte, manche Fruchtkörper wuchsen direkt auf der Erde.

Einige Worte zum Fundort: MTB 8112-1, n. Sulzburg, ca. 390m NN. Feuchter,
kraut- und totholzreicher, nach SW geneigter Ahornbestand mit
eingesprengten Erlen (die aber als Substrat nicht in Frage kommen).
Im Herbst finden sich in dieser Ecke gewöhnlich große Populationen des
Blutblättrigen (Zwerg-)Schirmlings (Melanophyllum haematospermum). In
unmittelbarer Nachbarschaft fand sich auch ein alter Bekannter wieder, der
Samtfußrübling (Flammulina velutipes).

Bestimmt wurden die Pilze als Sarcoscypha coccinea, aufgrund der nicht
eingedellten Sporen und der i.d.R. nicht auffällig gekrümmten
Excipulumbehaarung. Ökologie (Ahorn!) und auch Sporen, die im Durchschnitt
etwa 3-4µ zu kurz und 0,5-1µ zu schmal waren, standen dem entgegen.
Deshalb habe ich noch ein Bild des Sporenpräparates (ungefärbt) gemacht.
Eine signifikante Delle oder "Platte" an den Polen der Sporen
sind nicht zu erkennen. Wo ist also der Fehler? Liegen die Maße im
Toleranzbereich und kommt S.coccinea auch auf Ahorn vor, oder habe ich ein
vielleicht noch juveniles Exemplar mikroskopiert?

Hallo Eric,

in der zitierten Arbeit von Hans Otto Baral (1984) lese ich auf S. 129, dass S. coccinea an folgenden Substraten gefunden wurde: Salix 7, Tilia 1, Ulmus 21, Fagus 48, Alnus 1, Corylus 9, Carpinus 6, Rosaceae (ohne Rubus) 26, Rubus 3, Robinia 2, Acer 1, Fraxinus 1. Dazu kommen noch "unsichere" Funde an Quercus und Viburnum. Frag doch mal Herrn Baral per eMail, ob er an Deinen Funden interessiert ist.
Gruß, Karl

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Nachtrag

Karl Keck ⌂, (vor 8635 Tagen) @ Karl Keck

Hallo Eric,
in der zitierten Arbeit von Hans Otto Baral (1984) lese ich auf S. 129, dass
S. coccinea an folgenden Substraten gefunden wurde: Salix 7, Tilia 1,
Ulmus 21, Fagus 48, Alnus 1, Corylus 9, Carpinus 6, Rosaceae (ohne Rubus)
26, Rubus 3, Robinia 2, Acer 1, Fraxinus 1. Dazu kommen noch
"unsichere" Funde an Quercus und Viburnum. Frag doch mal Herrn
Baral per eMail, ob er an Deinen Funden interessiert ist.

Doris und Peter Laber und H. O. Baral fanden am 20.5.1979 im Feldberggebiet (Bannwald Napf, unter der St. Wilhelmer Viehhütte), MTB 8113, auf 1200-1250 m Meereshöhe auf Ast von Acer pseudoplatanus ein "reichliches Vorkommen" von S. austriaca. Was die Eindellung anbetrifft, so schreibt Baral: "Ascosporen elliptisch-zylindrisch, terminal mit z. T. deutlicher sattelartiger Depression". Also nicht immer! Je nach Sporenlage kann eine sattelartige Delle eben auch nicht erkennbar sein. Im Übrigen sehe ich an der Spore zwischen der Markierung 30 und 50 eine ziemlich deutliche Abplattung! Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind auch die nur bei S. austriaca vorkommenden Konidiensporen: "Im Hymenium meist einige Ascosporen, die an kurzen Keimhyphen Konidien bilden". Hast Du darauf untersucht?
Gruß, Karl

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Sporen und Frage zur Holzbestimmung

EricS ⌂, (vor 8634 Tagen) @ Karl Keck

Hallo Karl,

zu den Sporen: man mußte lange suchen, um eine zu finden, die am Pol +/- abgeplattet war. Sehr deutlich war dies aber auch nie (ich habe extra ein Foto mit einem dieser Zweifelsfälle gemacht). In Breitenbach/Kränzlin und auch bei Gerhardt (2000) ist eine Spore der S.austriaca abgebildet, meine Sporen entsprachen aber im ganz überwiegenden Falle denen der S.coccinea aus B&K (dort wurde aber noch nicht unterschieden !?). Eine gar SATTELFÖRMIGE Eindellung war nirgend zu finden, im übrigen auch keine Konidiensporen.

Vorläufiges Fazit: entweder ist es ein Ausnahmefall, daß sie auf Ahorn wächst, oder (was vielleicht noch wahrscheinlicher ist) ich habe mich in der Bestimmung des Holzes vertan. Hast Du vielleicht Tips (Literatur!), wie man Totholz einwandfrei identifizieren kann? Ich habe gehört, daß es per Mikroskop "fast immer" gehen soll.

Beste Grüße: Eric

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Re: Sporen und Frage zur Holzbestimmung

Karl Keck ⌂, (vor 8633 Tagen) @ EricS

Hallo Karl,
zu den Sporen: man mußte lange suchen, um eine zu finden, die am Pol +/-
abgeplattet war. Sehr deutlich war dies aber auch nie (ich habe extra ein
Foto mit einem dieser Zweifelsfälle gemacht). In Breitenbach/Kränzlin und
auch bei Gerhardt (2000) ist eine Spore der S.austriaca abgebildet, meine
Sporen entsprachen aber im ganz überwiegenden Falle denen der S.coccinea
aus B&K (dort wurde aber noch nicht unterschieden !?). Eine gar
SATTELFÖRMIGE Eindellung war nirgend zu finden, im übrigen auch keine
Konidiensporen.
Vorläufiges Fazit: entweder ist es ein Ausnahmefall, daß sie auf Ahorn
wächst, oder (was vielleicht noch wahrscheinlicher ist) ich habe mich in
der Bestimmung des Holzes vertan. Hast Du vielleicht Tips (Literatur!),
wie man Totholz einwandfrei identifizieren kann? Ich habe gehört, daß es
per Mikroskop "fast immer" gehen soll.

Hallo Eric,

mit sattelförmig war gemeint, dass es keine kreisrunde Eindellung ("Suppenteller") ist, sondern eben eine, die nur sichtbar ist, wenn die Spore entsprechend liegt. (Das ist irgendwie schwierig zu erklären ...)
Mit mikroskopischer Holzbestimmung habe ich keine Erfahrung. Aber schau mal hier: www.forst.uni-muenchen.de/EXT/LST/BOTAN/INSTITUT/LANG/dendueb.htm
Vielleicht hilft das ja was.
Grüße, Karl