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eine interessante Statistik

Wolfgang, (vor 8565 Tagen)

Ich lese gerade Bryce Kendrick: The Fifth Kingdom (siehe www.mycolog.org) und dort zitiert er die folgende Statistik über die Häufigkeit von Pilzvergiftungen in USA. Interessant finde ich, dass auch dort Vergiftungen nicht nur mit Hallimasch, sondern eben auch mit Morcheln gar nicht selten zu sein scheinen...

Grüße an alle Mycophagen,

Wolfgang

Table of most common mushroom poisonings in North America in the year 2000
(Ken Cochran, in The Mycophile, March/April 2001)

Species Number of cases
Chlorophyllum molybdites 142
Amanita pantherina 83
Amanita muscaria 50
Omphalotus olearius 70
Armillaria mellea 41
Laetiporus sulphureus 39
Gyromitra esculenta 35
Amanita phalloides 34
Amanita virosa 22
Panaeolus foenisecii 19
Morchella esculenta 17
Gymnopilus spectabilis 15
Psilocybe semilanceata 15
Amanita bisporigera 13
Leccinum aurantiacum 13
Lepiota rachodes 13
Tylopilus eximius 13
Cantharellus cibarius 12
Pholiota squarrosa 12
Agaricus xanthodermus 10
Grifola frondosa 10

Please note that no fewer than 7 of the 20 species listed above
are generally regarded as edible.
So, be very careful...

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Re: eine interessante Statistik

Harald Andres Schmid, (vor 8565 Tagen) @ Wolfgang

hallo,
Ich denke, bei einer solchen Statistik sind folgende Faktoren zu beachten:
Roh gegessene Speispilze verursachen bei vielen Leuten Vergiftungen.
In der Statistik wurde möglicherweise dies nicht berücksichtigt.
Es taucht in der Liste wieder mal der Schwefelporling auf.
Ich habe in der vorletzten Ausgabe der Schweizerischen Zeitschrift für Pilzkunde (SZP) einen Artikel über die vielen Meldungen über Vergiftungen mit Schwefelporlingen geschrieben. Meist werden sie als "individuelle Unverträglichkeit" abgetan. Ich habe im Artikel die Theorie verfolgt, dass der Pilz Inhaltsstoffe aus giftigen Hölzern aufzunehmen imstande ist. Das muss aber sicher noch weiter abgeklärt werden.
Ausserdem sind die Amerikaner z.T. etwas paranoid, was Pilze angeht. Man sieht das gut in amerikanischen Pilzbüchern. Da wird etwa gewarnt, niemals Pilze zu sammeln, ohne Schutzhandschuhe anzuhaben. (Falls man einen giftigen Pilz berührt.). Auf diesem Nährboden entstehen sicher auch viele "unechte" Pilzvergiftungen: aus Angst produziert der Körper Vergiftungssymptome!
Gruss, Harald Andres

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übrigens: der Link funktioniert nicht! *oT*

Harald Andres Schmid, (vor 8565 Tagen) @ Wolfgang

- kein Text -

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Und wie kann man sich mit Pfifferlingen vergiften? *oT*

Frank Adam, (vor 8565 Tagen) @ Wolfgang

- kein Text -

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Muss heißen: www.mycolog.com *oT*

Georg, (vor 8565 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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Re: Und wie kann man sich mit Pfifferlingen vergif

matt, (vor 8565 Tagen) @ Frank Adam

Hallo Frank Adam,

Pfifferlinge sind sehr schlecht verdaulich und werden häufig in reichlich Sahne zubereitet. Eine 'Überdosis' davon würde ich zwar nicht unbedingt als Vergiftung bezeichnen, aber gut geht's einem nicht dabei ...
Echte Vergiftungen könnte ich mir vorstellen, wenn ganz eifrige Spezialisten bei brütender Hitze ihre Alditüten mit Pfifferlingen vollstopfen, gut verschliessen und nach ein bis zwei Tagen endlich ein passendes Rezept gefunden haben ;-(

Matthias

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Re: eine interessante Statistik

Wolfgang, (vor 8564 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Ausserdem sind die Amerikaner z.T. etwas paranoid, was Pilze angeht. Man
sieht das gut in amerikanischen Pilzbüchern. Da wird etwa gewarnt, niemals
Pilze zu sammeln, ohne Schutzhandschuhe anzuhaben. (Falls man einen
giftigen Pilz berührt.). Auf diesem Nährboden entstehen sicher auch viele
"unechte" Pilzvergiftungen: aus Angst produziert der Körper

Das hat - glaube ich - nichts mit Pilzen zu tun. In Amerika ist es ein Volkssport, andere zu verklagen, weil sie vor möglichen Gefahren nicht gewarnt haben, denn so kann man ohne weiteres Millionär werden (besonders als Anwalt *ggg*). Deswegen wird überall vor allem denkbaren und undenkbaren gewarnt, und mit diesem Hintergrund wird ein Amerikaner solche Warnungen nicht als "paranoid", sondern als ganz normal verstehen.

Gruß,

Wolfgang

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Re: eine interessante Statistik

Thomas Pruß, (vor 8564 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Moin Andreas,
interessant ist auch, wie wenige Pilzvergiftungen in den USA auftreten, bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Oder: wie wenig gemeldet werden. In beiden Fällen könnte man schließen, dass Pilze suchen in den USA nicht sehr populär ist.

Ausserdem sind die Amerikaner z.T. etwas paranoid, was Pilze angeht. Man
sieht das gut in amerikanischen Pilzbüchern. Da wird etwa gewarnt, niemals
Pilze zu sammeln, ohne Schutzhandschuhe anzuhaben. (Falls man einen
giftigen Pilz berührt.). Auf diesem Nährboden entstehen sicher auch viele
"unechte" Pilzvergiftungen: aus Angst produziert der Körper
Vergiftungssymptome!

Naja, ich glaube eher, dass das eine Rückversicherung der Autoren oder Verlage ist. Man weiß ja, was die Amis für Prozesshansel sind. Für mich geht das eher in Richtung der Warnung, dass Kaffe heiß ist, wie sie auf den Bechern von McDoof steht.
Grüsslis
Thomas

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Re: eine interessante Statistik

Tobi, (vor 8564 Tagen) @ Wolfgang

Hallo,

man muß gar nicht bis USA um Bevölkerungen mit Ablehnung gegen "Wildpilze" zu finden.
Eine Bekannte von mit kommt aus England. Sie hat mir erzählt in England würde es keinem "normalen" Menschen einfallen Pilze zu sammeln. Es besteht eine weite Angst vor Vergiftungen. Das einzigste was auf den Tisch kommt sind Champingons aus der Dose.
(Sie hat mit gut Zureden von meinen Pilzen schon gegessen. Aber die in der Kindheit eingeplanzte Angst vor Pilzen sitzt tief).

Gruß
Tobi

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Re: eine interessante Statistik

Harald Andres Schmid, (vor 8564 Tagen) @ Tobi

Eine Bekannte von mit kommt aus England. Sie hat mir erzählt in England würde
es keinem "normalen" Menschen einfallen Pilze zu sammeln. Es
besteht eine weite Angst vor Vergiftungen. Das einzigste was auf den Tisch
kommt sind Champingons aus der Dose.

hallo,
Stimmt!
In England werden die gefürchteten Wildpilze "Toadstools", Krötenstühle genannt.
Gruss, Harald Andres