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Alkalisch riechender Helmling auf Fichtenzapfen

Georg Müller, (vor 9726 Tagen)

Hallo,
am Wochenende habe ich neben zahlreichen Zapfenrüblingen auch einige
Helmlinge (Mycena) auf einem Fichtenzapfen gefunden. Die Hüte waren graubraun,
am Rand kurz gerieft und mycenatypisch glockig. Die Lamellen mit Zahn herab-
laufend breit angewachsen und weisslich. Der Stiel ebenfalls graubraun mit
an der Basis hervortretenden Myzelsträngen. Beim Zerreiben roch der Pilz
streng alkalisch-chlorartig, ähnlich wie zerriebene Klatschmohnblütenblätter.
Meine Bestimmungsversuche endeten bei Mycena strobilicola, Mycena leptocephala
und Verwandte. Was genau unterscheidet die Helmlinge dieses Verwandtschafts-
kreises? Wie kann ich meinen Fund genauer zuordnen?

Georg

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Re: Alkalisch riechender Helmling auf Fichtenzapfe

Bruno, (vor 9726 Tagen) @ Georg Müller

Hallo Georg,
Masterfrage!
Was grade so an Büchern in der Nähe des Schreibtischs liegt, gibt keine Auskunft. Es sind aber auch akedemische Probleme, die man wälzen kann bei diesen "little somewhat brown mushrooms" -
wenn der große Auftritt noch warten läßt..;-)
Derzeit ratlos
Bruno

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Re: Alkalisch riechender Helmling auf Fichtenzapfe

Stephanie Gawlitta, (vor 9725 Tagen) @ Georg Müller

Hallo,
am Wochenende habe ich neben zahlreichen Zapfenrüblingen auch einige
Helmlinge (Mycena) auf einem Fichtenzapfen gefunden. Die Hüte waren
graubraun,
am Rand kurz gerieft und mycenatypisch glockig. Die Lamellen mit Zahn herab-
laufend breit angewachsen und weisslich. Der Stiel ebenfalls graubraun mit
an der Basis hervortretenden Myzelsträngen. Beim Zerreiben roch der Pilz
streng alkalisch-chlorartig, ähnlich wie zerriebene Klatschmohnblütenblätter.
Meine Bestimmungsversuche endeten bei Mycena strobilicola, Mycena
leptocephala
und Verwandte. Was genau unterscheidet die Helmlinge dieses Verwandtschafts-
kreises? Wie kann ich meinen Fund genauer zuordnen?
Georg

Hallo Georg!
Auch ich war am Wochenende mit meinem Pilzverein auf Exkursion. Als typischen
Doppelgänger des Fichtenzapfenrüblings fanden wir auch den Fichtenzapfenhelmling, Mycena strobilicola, mit alkalischem Geruch.
Er ist genauso häufig wie Strobilurus esculentus, und als Helmling erkannt,
ist er aufgrund seines Standorts und Geruchs unverwechselbar! Andere ähnliche Helmlinge wachsen nicht auf Fichtenzapfen!

Steffi

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Re: Alkalisch riechender Helmling auf Fichtenzapfe

Andreas ⌂, (vor 9723 Tagen) @ Georg Müller

Hallo,
am Wochenende habe ich neben zahlreichen Zapfenrüblingen auch einige
Helmlinge (Mycena) auf einem Fichtenzapfen gefunden. Die Hüte waren
graubraun,
am Rand kurz gerieft und mycenatypisch glockig. Die Lamellen mit Zahn herab-
laufend breit angewachsen und weisslich. Der Stiel ebenfalls graubraun mit
an der Basis hervortretenden Myzelsträngen. Beim Zerreiben roch der Pilz
streng alkalisch-chlorartig, ähnlich wie zerriebene Klatschmohnblütenblätter.
Meine Bestimmungsversuche endeten bei Mycena strobilicola, Mycena
leptocephala
und Verwandte. Was genau unterscheidet die Helmlinge dieses Verwandtschafts-
kreises? Wie kann ich meinen Fund genauer zuordnen?
Georg

Hallo,

Mycena strobilicola kann man im Zweifelsfall an den merkwürdigen Kaulozystiden erkennen, die bei ihr meist eine lang ausgezogene Spitze haben, wie wenn eine dort eine Hyphe auswachsen würde. Makroskopisch ist der flach werdende Hut mit dem eher unauffälligen Bückelchen charakteristisch. Übrigens bekommen die Lamellen beim älter werden oft einen leichten Rosaton, ähnlich wie man das auch bei M. galericulata kennt.
Mycena leptocephala hat andere Lamellen- und Stielzystiden und wächst eigentlich auf dem Erdboden bzw. zwischen Holzstückchen (aber nicht auf ihnen).
Mycena stipata und silvae-nigrae (die frühere "M. alcalina") wachsen büschelig an Holzstümpfen und liegenden Stämmen. Beide haben andere Zystiden, letztere zudem noch zweisporige Basidien (und damit auch wesentlich größere Sporen) sowie keine Schnallen.

Eigentlich müßten alle Arten auch makroskopisch auseinanderhaltbar sein, doch denke ich, dass ich da mit M. leptocephala etwas Probleme hätte. Ich habe die Art erst zwei Mal sicher gefunden und kenne ihre Variationsbreite daher nicht gut. Im Zweifelsfall hilft wohl nur das Mikroskop.

Grüße,
Andreas