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zur Boden-Ansprache

Bruno, (vor 9717 Tagen)

Ein Hallo an alle!

Mufti hatte ja kürzlich wieder die Problematik der Bodenansprache angeschnitten.
Ich will hier, da es ja noch wenig Pilze gibt und vielleicht eine Vorbereitung auf den Ansturm ganz nützlich ist, meine Meinung dazu abgeben (bisher habe ich es vermieden, da ich beruflich auch damit zu tun habe und nicht in s fachidiotische abdriften wollte..). außerdem muss ich mich ja auch mal wieder äußern (fruchtbar und nicht nur hämisch), Winterschlaf ist vorbei!

1. Die Böden an und für sich:

Boden ist i.a. das Produkt aus (Ausgangs-)Gestein, Relief, Grundwasserstand, Vegetation und heute auch in zunehmenden Maß aus menschlicher Tätigkeit (zb Auffüllungen) etc.
Da das Ausgangsgestein ein sehr bestimmender faktor sein kann, v.a. dafür, was den den Pilzsammler am meisten interessiert: basisch oder sauer, reicht es für einen interessierten Laien aus, wenn zB eine geologische Übersichtskarte des jeweiligen Landstrichs (kann ruhig großmaßstäblich sein wie zB Geologische Schulkarte Baden Würrtemberg) anschafft. Das führt einem einbißchen an die Thematik heran. Weitergehende Daten erhaltet Ihr zum Bodenaufbau, wenn Ihr vielleicht immer im gleichen Gebiet unterwegs seid, aus der betreffenden Geologischen Karte. Diese richten sich meist im Maßstab 1:50 000 aus an der Topographischen karte, datieren aber meist aus der zeit der seligen Geognosten, als noch geforscht wurde um des Forschens Willen und nicht alles in
jedem Fall bezahlt werden mußte (Thema Forschungsgelder). Ab und an trifft man aber auf eine aktuelle Aufnahme und kann sich dann glücklich schätzen.
Das gilt für Geologische Karten wie die neuerdings immer vollständiger werdenden Bodenkarten. Die Karten gibts beim jeweiligen Landesvermessungsamt mindestens zu bestellen, einige Buchhandlungen- vor allem solche in der Nähe von Unis mit Geologen , Mineralogen und Geographen führen sie auch. Die Geologischen Führer der Bebrüder Bornträger in Berlin u. Stuttgart helfen bei einem durchschnittlichen Preis von ca 65 DM regionenweise schon weiter : zB.willkürlich "Region Stuttgart, Rheinhessen, Spesart, Allgäuer Alpen, Der Wienerwald, Steirisches Tertärbecken,Salzburger Kalkalpen, Schwäbische Alb, Trier und Umgebung, Italienische Vulkangebiete etc pp. Habe ich alle genannt die hier lesen? Es gibt insgesamt an die ca 80 Bände.Sie helfen, anhand von Tagesexkursionen verbunden mit der jeweiligen geologischen Erläuterung zu einem guten Überblick genauso wie zur Einsicht ins Detail. So läßt sich die Geologie wenigstens gut mit dem Pilzesuchen vereinbaren.

2. Kalk oder nicht Kalk?

Hier helft Ihr Euch am besten weiter mit etwas Salzsäure. Die gibts meist 1liter-weise in Drogerien etc zu kaufen und reicht dann jahrelang aus. Eine kleine verdünnte Portion herstellen ( wie war das? Nie Säure in Wasser oder umgekehrt?) und in ein altes Nasentropfenfläschen abgefüllt, könnt Ihr überall mit hinnehmen. Ein Tropfen aufs Substrat und wenns schäumt ist klar Kalk drin und der Boden sollte zumindest gut gepuffert wenn nicht basisch sein.Leider schäumt ja der "kalkhaltige" Dolomit im Muschelkalk schon wieder nicht, und da haben wir schon eine tolle Ausnahme zur Regel. Die Oberflächenversauerung durch Saueren Regen vergessen wir hier mal sowieso.

3. Zeigerpflanzen

Find ich gut und schön, aber es dauert mindestens eine Vegetationspriode, einige oder alle kennenzulernen und damit umzugehen. Ich bin aber der Meinung, dass das schon sehr weit führt und befürchte, dass nicht alle die Zeit auch dazu haben werden, eine Pflanze mit dem Bestimmungsschlüssel runter zu bestimmen.
besonders, wenn die Pilze rufen:-)

4. Kleinräumigkeit

Bodenarten können auf engstem Raum abwechseln. Ich erinnere mich mit Grausen an das Kartieren im Löss ( einem äolischen eiszeitsediment, i.a. kalkhaltig und fruchtbar). Da wechselten die halt die "Parabraunerden, Schwarzerden, Pseudogleye" usw einander ruckzuck ab.
Und wenn man Pech hat, liegt mittendrin eine sauere Auffüllung aus einer 20, 30 km und Jahre entfernten Baustelle.

5. Was noch weiterhilft:
Kali und Salz AG in Kassel, Abt. Landwirtschaftliche Beratung, hatten mal ein schönes kostenloses Büchlein herausgegeben: "Auf den Standort kommt es an", in der Reihe Ratgeber für die Landwirtschaft (Nr. 7). Das gibt einen schönen Überblick, weil da die verschiedenen Böden leicht verständlich dargestellt werden und K+S hier - wir wollen es ihnen verzeihen- natürlich die Zielgruppe Landwirtschaft für seine Kunstdüngerproduktpalette in Visier hat.
Wer mehr wissen will, wird halt gleich richtig gefordert und sollte sich "den Scheffer/Schachtschabel" zulegen (ich würde es wirklich erstmal in der Unibliothek anschauen!!!). Was auch schön ist, weil er-als ich zuletzt reingesehn hatte und das ist leider schon lange her- mehr Farbtafeln enthält und etwas interssanter geschrieben ist: "der Mückenhausen".

Da die lieben Pilzchen, wenn nicht auf dem Holz, dann auf dem Boden residieren, empfehle ich nochmals als Grundausstattung die Salzsäure (immer fest zudrehen!).
Und vielleicht noch einen Geologischen Führer von oben, dann kanns losgehen.

Viel Erfolg und Spass dabei !
Bruno

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Re: zur Boden-Ansprache

tom, (vor 9716 Tagen) @ Bruno

Hallo,

das Thema bietet mir Gelegenheit, nochmal eine Frage aufzuwerfen, die ich hier zwar schon mal stellte, die aber entweder untergegangen oder uninteressant war oder aber niemand wußte eine Antwort. Vielleicht kann diesmal jemand was damit anfangen... Bei Pilzbeschreibungen wird in der
Rubrik Standort zum Thema Boden bestenfalls eine Aussage über Kalk/sauer
und feucht/weniger feucht getroffen. Unabhängig von
Symbiosen/Mykorrhyzierungen wird der Boden (meiner Meinung nach) doch
bestimmt auch einen größeren Einfluß auf das Gedeihen einer Pilzart haben.
Ich denke da an Bodenart (Ton, Lehm, Schluff, Sand...), Porenvolumen,
Mikronährstoffe, KAK-Wert, Humus usw.
Die Biologen, Bodenbiologen, Forstwissenschaftler, die ich dazu befragt hatte, konnten mir nicht recht weiterhelfen (Ausnahme: J. Wöllecke, Oldenburg), Tenor: vielleicht ist da was dran, aber niemand weiß was darüber.

Schließlich könnte das fehlende Wissen darüber vielleicht ein Grund sein, warum die Zucht von vielen Pilzen nicht recht gelingen mag.
Es ist bekannt, daß nicht nur Bäume in Symbiose mit Pilzen leben, sondern auch viele andere Pflanzen, so auch Gräser und somit Getreide. Letzteres bildet auf konventionell bearbeiteten Äckern wegen deren Fungizidbelastung sicher keine Mykorrhiza, wüßte man aber einen Weg, Getreidesaat mit passenden Pilzen zu beimpfen (so wie es bei Baumschulen erfolgreich praktiziert wird), bzw. die Bodeneigenschaften für das beimpfte Saatgut in diesem Sinne zu beeinflussen, würden sich die Biobauern ziemlich freuen...somit ist das Thema keine rein akademische Frage.

Würde mal gern Eure Meinung dazu lesen...

Ein von Fragezeichen umgebener Tom

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Re: zur Boden-Ansprache

Bruno, (vor 9716 Tagen) @ tom

Hallo Tom,

zu Absatz 1 meine ich, dass die meisten von Dir aufgezählten Standortfaktoren bestimmend sind für das Wachstum von PFLANZEN, aber ob diese auch alle für Pilze gelten? Hier muss schon die Unterscheidung zwischen Saprophyt und Mykorrhiza-Pilz die Diskussion in 2 unterschiedliche Richtungen lenken, die 3. liefern noch die Parasiten. Ich glaube, dass hier jeder Pilz auch seine spezifischen Anforderungen besitzt und den großen Rest von anderen Faktoren jeweils genießt, toleriert oder ignoriert.

Was den 2. betrifft, teile ich mit Dir die Vermutungen. Außer von der Seite der Biobauern her sehe ich aber kein großes Interesse vorerst, diese Beziehungen zu erforschen. Gäbe es einen so deutlichen Zusammenhang, der zwischen den beiden Partnern bestünde und erforschbar und nutzbar wäre, so wär doch damit für die Pflanzenschutz- und Düngerindustrie nicht so viel Geld zu machen: früher oder später wären die Sporen in jedem Acker. Es bleibt interessant, wann eine Gruppe von Risikokapitalbiobauern damit die Bio-Forschung beauftragt.

Und wer mir jetzt noch sagt, wieso manche Pilze ausgerechnet Brandstellen gern besiedeln ( liegt es nur an der ausgeräumten Konkurrenz und den durch den Brand entstanden Nährsalzen) auf jedem Boden egal ob Lehm ob Sand ob sauer oder basisch, hilft mir und meiner Neugier weiter.

Bruno

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Re: zur Boden-Ansprache

tom, (vor 9716 Tagen) @ Bruno

Hallo Bruno,

Mit der Unterscheidung Saprophyt, Parasit, Mykorrhizapilz gebe ich Dir Recht, ich glaube, die größte Abhängigkeit vom Boden (wenn dem nun überhaupt so ist) werden die Mykorrhizapilze haben. Die Saprophyten und Parasiten leben in ihrem Substrat tote/lebende Pflanzen/Tiere, die Mykorrhizapilze haben als Substrat (Ober-)Boden.

Ich denke schon, daß Forschungsinteresse im Zusammenhang zwischen Getreide/Mykorrhiza gegeben sein sollte. Erstens spricht man, in den seltenen Fällen, in denen man eine Mykorrhizierung vorliegen hatte, von Ertragsvorteilen bis zu 30%, und zweitens, sollte man einen Zusammenhang zwischen Boden und Getreidemykorrhiza finden können, muß es erst mal gelingen, die optimalen Bedingungen im Ackerboden zu schaffen. Da für jede Feldfrucht der Boden einzeln und jährlich "zugeschnitten" wird durch Saatbettbereitung, Bodenbearbeitung usw. glaube ich nicht, daß sich die Sporen so schnell selbst verbreiten würden. (Sicher, die BASF wäre nicht glücklich, dafür steht dann aber vielleicht die Landtechnikindustrie vor der Tür...)
Auf jeden Fall ist ein solches zusätzliches Ertragspotential -wohlgemerkt ohne Chemie und Gentech- zu wertvoll, um es nicht zu untersuchen. Und wenn sich heraustellt das kein Zusammenhang Boden/Pilz besteht, dann weiß man immerhin, daß man woanders suchen muß.
Biologen, die sich mit Pflanzen oder Pilzen auskennen gibt es einige, Ökologen, die sich mit dem Zusammenleben beider auskennen, auch. Aber Bodenkundler, die sich mit Pilzen auskennen, gibt es nicht so viele. Allein deshalb besteht meiner Meinung nach ein Interesse an dieser Frage und vieleicht eine Möglichkeit über einen Zusammenhang.

Lass was von Dir hören, was arbeitest Du eigentlich, wenn Du, wie Du sagst, mit Boden zu tun hast?

Grüße, Tom

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Re: zur Boden-Ansprache

Birgit, (vor 9716 Tagen) @ tom

Hallo Bruno,
Mit der Unterscheidung Saprophyt, Parasit, Mykorrhizapilz gebe ich Dir Recht,
ich glaube, die größte Abhängigkeit vom Boden (wenn dem nun überhaupt so
ist) werden die Mykorrhizapilze haben. Die Saprophyten und Parasiten leben
in ihrem Substrat tote/lebende Pflanzen/Tiere, die Mykorrhizapilze haben
als Substrat (Ober-)Boden.
Ich denke schon, daß Forschungsinteresse im Zusammenhang zwischen
Getreide/Mykorrhiza gegeben sein sollte. Erstens spricht man, in den
seltenen Fällen, in denen man eine Mykorrhizierung vorliegen hatte, von
Ertragsvorteilen bis zu 30%, und zweitens, sollte man einen Zusammenhang
zwischen Boden und Getreidemykorrhiza finden können, muß es erst mal
gelingen, die optimalen Bedingungen im Ackerboden zu schaffen. Da für jede
Feldfrucht der Boden einzeln und jährlich "zugeschnitten" wird
durch Saatbettbereitung, Bodenbearbeitung usw. glaube ich nicht, daß sich
die Sporen so schnell selbst verbreiten würden. (Sicher, die BASF wäre
nicht glücklich, dafür steht dann aber vielleicht die Landtechnikindustrie
vor der Tür...)
Auf jeden Fall ist ein solches zusätzliches Ertragspotential -wohlgemerkt
ohne Chemie und Gentech- zu wertvoll, um es nicht zu untersuchen. Und wenn
sich heraustellt das kein Zusammenhang Boden/Pilz besteht, dann weiß man
immerhin, daß man woanders suchen muß.
Biologen, die sich mit Pflanzen oder Pilzen auskennen gibt es einige,
Ökologen, die sich mit dem Zusammenleben beider auskennen, auch. Aber
Bodenkundler, die sich mit Pilzen auskennen, gibt es nicht so viele.
Allein deshalb besteht meiner Meinung nach ein Interesse an dieser Frage
und vieleicht eine Möglichkeit über einen Zusammenhang.
Lass was von Dir hören, was arbeitest Du eigentlich, wenn Du, wie Du sagst,
mit Boden zu tun hast?
Grüße, Tom

Hallo Tom,

da das Thema für die Forschung wohl ziemlich interessant wäre, besteht prinzipiell die Möglichkeit einen Forschungsauftrag über DFG etc. zu beantragen. Drittmittelfinanzierung über die Industrie käme ja wohl eher nicht in Frage ;-).( Die Grünen haben auch ne Forschungsstiftung: Regenbogen heißt die, finanziert z.B. Promotionen, wies da mit Sachmitteln aussieht weiß ich allerdings nicht) Natürlich bräuchtest du dabei die Unterstützung eines Professors, den du davon erst überzeugen müßtest, da wirds doch bei euch hoffentlich wenigstens einen geben (Vor allem wenn du die viel Arbeit übernimmst hat noch kaum ein Professor abgelehnt seinen "Ruhm" zu vermehren ;-) ). Probieren würde ich es auf jeden Fall, am besten wäre es natürlich, wenn du mit eingebunden wärst, z.B. als Diplomand, Doktorand ;-). Allerdings mußt du mit Schreiben des Antrags, Bewilligung, Umarbeiten des Antrags etc. mit mindestens einem Jahr rechnen.

Aber vermutlich hast du genau in diese Richtung schon gedacht, oder?

Liebe Grüße

Birgit

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Re: zur Boden-Ansprache

tom, (vor 9716 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

lange nichts mehr gehört :-).

Eine Diplmarbeit über das Thema habe ich mir schon überlegt, aber ganz so einfach ist es nicht, einen Prof dafür zu finden. Kurz nachdem ich mich dann für ein anderes Thema entschieden hatte, gabs doch ein Angebot...aber ich denke, daß es sicher den Rahmen des halb-dreiviertel Jahres Diplom sprengen würde. Nicht zuletzt, weil die Bestimmung der Pilze anhand von Mykorrhiza offensichtlich eine Sache für sich ist, und die Literaturliste zu dem Thema scheinbar gerade zwei Stellen umfängt.
Promotion: da die meisten Unis so ne Art NC darauf verlangen, werde ich mir recht schwertun :-(
Aber der Tip mit den Grünen ist gut. Vielleicht gibts in der Richtung was zu holen.

Viele Grüße,

Tom

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Re: zur Boden-Ansprache

Bruno, (vor 9715 Tagen) @ Birgit

Hallo Tom,

ich hab ja einen großen Garten mit diversen herstellbaren Standorten und werde mal ein paar Körner aussäen dieses Jahr. Vielleicht finde ich ja ein Supermycel.

:-> Und wenn dann noch das Mutterkorn kommt,werde ich auch davon berichten:
auf die Reaktion einiger Freunde im Forum wäre ich nämlich sehr gespannt,
vielleicht züchten sie dann auch noch in Zukunft Getreide im Kleiderschrank. Die Motten würds ja freuen.

Bruno

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Re: zur Boden-Ansprache

Birgit, (vor 9716 Tagen) @ Bruno

3. Zeigerpflanzen
Find ich gut und schön, aber es dauert mindestens eine Vegetationspriode,
einige oder alle kennenzulernen und damit umzugehen. Ich bin aber der
Meinung, dass das schon sehr weit führt und befürchte, dass nicht alle die
Zeit auch dazu haben werden, eine Pflanze mit dem Bestimmungsschlüssel
runter zu bestimmen.
besonders, wenn die Pilze rufen:-)

Hallo Bruno,

deine Haltung bzgl. Zeigerpflanzen kann ich nicht so ganz teilen. Es gibt zumindestens einige, die sehr leicht und schnell und manchmal auch in mehreren Jahreszeiten zu erkennen sind. Seien es z.B. Tollkirschen, Heidelbeeren, Seidelbast, Heidekraut,... (mehr fallen mir im Augenblick gerade nicht ein ;-) ).

Nächste Frage an den Experten bzgl. massivem Auftreten von Moos. Spricht das immer für (oberflächlich) versauerten Boden? Auch, wenn daneben Pflanzenarten stehen, die kalkliebend sind? Oder gibt es ebenfalls Moose, die Kalk brauchen?

Empfehlenswert in Bezug auf Pflanzengesellschaften im Wald, ebenfalls mit einem kleinen Kapitel über Böden versehen, ist das von Boris schon mal empfohlene Buch: Lebensraum Wald von Heinrich Hofmeister (ISBN 3-8263-8446-6, 48 DM, 285 S., Taschenbuch). Dort werden in Zeichnungen Sträucher, Pflanzen, Bäume beschrieben, die verschiedenen Waldgesellschaften, Gruppen der Waldbodenpflanzen etc. und der zum Vorkommen gehörende Bodentyp. Wenn man zusätzlich noch einen Pflanzenführer verwendet, kann man m.E. ziemlich einfach bestimmen welche ungefähren Bodenverhältnisse (sauer, basisch, feucht, trocken etc.) am jeweiligen Standort vorliegen. Die Verknüpfung zu den zugehörigen Pilzen gibt es allerdings in dem Buch nicht. Also muß man wohl mindestens 3 Bücher mit in den Wald schleppen: Pilzführer, Pflanzenführer und das Hofmeister-Buch ;-), ächz. Sport ist Mord.... ;-)

Liebe Grüße

Birgit

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Re: zur Boden-Ansprache

Bruno, (vor 9712 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit, ich habe doch tatsächlich vergessen, Dir zu antworten. Sorry, die Schwäne haben mich zu sehr abgelenkt...

Mit den Zeigerpflanzenhinweisen hast Du natürlich auch recht. Aber aus leidvoller Erfahrung weise ich trotzdem auf die Arbeit und den Zeitaufwand hin, der hinter jeder Leidenschaft lauert: Liegt vielleicht an meinem Tunnelblick, dass ich mich selbst nicht mehr so eingehend damit beschäftigen kann/will.

Das empfohlene Büchlein kenn ich leider noch nicht.

Was die Moose betrifft, bin ich da gar kein Fachmann und müßte erst entsprechendes nachlesen. Lang lang ists her.
Aus Anschauung würde ich sagen, dass Feuchtigkeit und Konkurrenz ein bestimmender Faktor beim Mooswachstum sind ( denk mal grade an eine Nord- oder NW-Seite eines älteren Hausdachs..Ziegel enthalten aber keinen Kalk und der Standort wär dann mindestens "neutral", den sich so ein Moos dort selbst schafft). Sicherlich gibt es ein paar Substrat-Spezialisten. Ob die aber zB dann "Kalk" brauchen oder nur auf den pH-wert angewiesen sind?
Lohnt sich, der Sache nachzugehen (siehe oben: Leidenschaft).

Bruno