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Kleiner Erlenbruch, aber viele Pilze, von Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8508 Tagen)

Hallihallo,
ein kleiner Ausflug in einen Erlenbruch kann sich lohnen. Ich hab ihn unternommen und einiges "abkassiert" *gg*. Bestimmt sind euch fast alle der hier aufgeführten Arten ein Begriff. Denn sie sind teils häufig und teils häufig in der Literatur aufgeführt. Einige sind jedoch klein, womit sie sicher schon dem einen oder anderen Auge entwicht sind. Bestimmt sind mir auch schon viele Arten nicht aufgefallen, aber hier möchte ich euch ein paar der "Versteckspieler" vorstellen.
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Humaria hemisphaerica, Halbkugeliger Borstling, als Becherling aus der Gruppe der Schlauchpilze sicher schon fast jedem bekannt. In meinem kleinen "Rurufer-Erlenbruch" finde ich ihn jedes Jahr (seit 1996!). Anfangs konnte ich mit den kleinen, graubraunen und mit braunen Härchen gesäumten Becherchen rein gar nix anfangen, heute sind mir bereits Hintergrundgattungen wie Trichophaea bekannt. Jedenfalls ist der kleine Saprophyt auf der zumeist nackten Erde unter Giersch usw. kaum auszumachen. Er scheint nach meiner Auffassung ein ausgesprochender "Wegrand-Saprobiont" zu sein, sind doch alle meine Funde von Wegrändern bekannt. Leicht kenntlich ist er durch die anfangs regelmäßig kugeligen und später halbkugeligen Fruchtkörper, die man nie ganz ausgebreitet vorfinden wird. Das Hymenium ist trist grauweißlich, während der Rand wie auch die Außenseite von kleinen, haselbräunlichen Härchen bedeckt ist (daher Borstling). Der Fruchtkörper sitzt dem Erdboden stiellos auf und wird bis ca. 3 cm breit. Nach meinen Beobachtungen erscheint er zumeist in großer Zahl, weshalb er nach genauem HInschauen sicher nicht zu übersehen ist.
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Ein weiterer, aber strengerer Bewohner von Erlenwäldern ist der Erlen-Milchling (Lactarius obscuratus). Diese Art ist recht häufig, kann jedoch auch durch die dunkel rotbraunen Fruchtkörper, die sich oftmals unter hohen Kräutern verstecken, übersehen werden. Seine Fruchtkörper erreichen eine Hutbreite von bis zu 5 cm und eine Stiellänge von etwa 4 cm. Bei Verletzung tritt eine weißliche "Milch" aus, die der ganzen Gattung den Namen gab. Die Fruchtkörper sind einheitlich rotbraun, zur Hutmitte kann es jedoch auch mal fast schwarzbraun sein. Die Lamellen sind da etwas heller, jedoch auch mit deutlichen Rottönen versehen.
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Ein weiterer Erlenbegleiter ist der Saumpilz (Lacrymaria lacrymabunda, bisweilen auch velutina), der jedoch auch an anderen Standorten zu finden ist. Ich habe ihn über 4 Jahre hinweg in dem Erlenbruch gefunden und kenne ihn merkwürdigerweise von keinem anderen Standort, obwohl er eigentlich häufig sein sollte. Kennzeichnend sind die dunkelschwarzen Lamellen und der leicht schuppige, haselbraune Hut, der bis 6 cm breit werden kann. Der Pilz ist nah mit der Gattung Psathyrella verwandt und war früher hier eingeordnet.
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Ein mehr übersehender Pilz ist der Gestreifte Teuerling (Cyathus striatus). Seine Fruchtkörper, die allerdings extrem zahlreich erschienen, waren mir zunächst gar nicht aufgefallen. Erst wenn sie reifer werden und sich das dünne, schneeweiße Häutchen zeigt, verraten sie sich. Die Fruchtkörper werden nur bis 2 cm breit und bis 4 cm hoch, sie sind tonnenförmig und beinhalten mehrere kleine Peridiolen, die am Grund innerhalb der Fruchtkörper an einem Funiculus mit diesem verbunden sind. Bei Reife treten die Peridiolen mit Hilfe eines Wassertropfens aus dem Fruchtkörper aus und haften sich an umliegende Pflanzenteile. Der Fruchtkörper ist innen auffällig gestreift (Name!!) und außen fein striegelig und braun bis kastanienbraun.

Viele Grüße,
Kazuya

P.S.: Fortsetzung ist in Sicht.....

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Re: Kleiner Erlenbruch, aber viele Pilze, von Kazu

Christoph ⌂, (vor 8507 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,

schöne Fotos. Aber eine Bemerkung zu Humaria hemisphaerica...

Humaria hemisphaerica, Halbkugeliger Borstling, ... Jedenfalls ist der kleine
Saprophyt auf der zumeist nackten Erde unter Giersch usw. kaum
auszumachen. Er scheint nach meiner Auffassung ein ausgesprochender
"Wegrand-Saprobiont" zu sein, sind doch alle meine Funde von
Wegrändern bekannt.

Njet. Humaria hemisphaerica ist ein Ektomykorrhizapilz, der ebenso wie z.B. Risspilze, die ja auch Mykorrhizen bilden, gerne an Wegrändern wächst. Natürlich steht in den meisten Büchern, dass er "saprotroph" sei, aber das stimmt nicht.

Grüße
Christoph

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Re: Kleiner Erlenbruch, aber viele Pilze, von Kazu

Kazuya, (vor 8507 Tagen) @ Christoph

Hallihallo,
chön das auch mal zu erfahren. Mich wunderst schon, was so alles Mykorrhiza bilden kann, und gerade dieser kleine Becherling...könnt man doch locker als Saprophyt ansehen, und wenn dazu auch noch in der Literatur steht...o gott, was soll ich da noch glauben? Bildet Trichophaea etwa auch Mykorrhiza? Oder bleibt es da bei den Saprobionten? Mich würde eine umfassende Arbeit dazu sehr interessieren, um zukünftig meine Beiträge annähernd "wahrheitsgetreu" gestalten zu können...
Aber was solls, schließlich kann man nicht alles wissen.

Viele Grüße,
Kazuya

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Re: Kleiner Erlenbruch, aber viele Pilze, von Kazu

Pilzpeter, (vor 8507 Tagen) @ Notizbrettbildservice


Ein weiterer Erlenbegleiter ist der Saumpilz (Lacrymaria lacrymabunda,
bisweilen auch velutina), der jedoch auch an anderen Standorten zu finden
ist. Ich habe ihn über 4 Jahre hinweg in dem Erlenbruch gefunden und kenne
ihn merkwürdigerweise von keinem anderen Standort, obwohl er eigentlich
häufig sein sollte. Kennzeichnend sind die dunkelschwarzen Lamellen und
der leicht schuppige, haselbraune Hut, der bis 6 cm breit werden kann. Der
Pilz ist nah mit der Gattung Psathyrella verwandt und war früher hier
eingeordnet.

Viele Grüße,

Kazuya

Hallo Kazuya,

bist Du wirklich sicher , daß Dein Foto den Tränenden Saumpilz zeigt ?
Ich kenne die Lamellen jung scheckig mit weißen Schneiden und später fast schwarz, Dein Bild zeigt aber eindeutig dunkellila - Töne. Auch sonst ist der Pilz für mich kaum erkennbar. Der Stiel sollte heller sein..

Einen lieben Gruß - Peter

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dunkellila seh ich an meinem PC nicht....

Birgit, (vor 8506 Tagen) @ Pilzpeter

Hallo Peter,

bist Du wirklich sicher , daß Dein Foto den Tränenden Saumpilz zeigt ?
Ich kenne die Lamellen jung scheckig mit weißen Schneiden und später fast
schwarz, Dein Bild zeigt aber eindeutig dunkellila - Töne. Auch sonst ist
der Pilz für mich kaum erkennbar. Der Stiel sollte heller sein..

aber ich seh eine Pilzleiche.... zumindestens würde ich den eingetrockneten Hut und die extrem dunklen Lamellen so interpretieren. Was es nun wirklich ist kann ich so nicht mehr interpretieren, wenn an der gleichen Stelle immer tränende Saumpilze kommen, dann wird Kazuya wol doch recht haben.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: dunkellila seh ich an meinem PC nicht....

Kazuya, (vor 8506 Tagen) @ Birgit

Hallo,
versucht ihr mal einen Lacrymaria bei einer solchen öden Trockenheit im guten Zustand vorzufinden *g*. Kein Wunder, dass der arme Fruchtkörper tot umfällt (hat er nicht getan), wenn er sich diesen Strapazen hingeben muss.
Viele Grüße,
Kazuya