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Frage zu Steinpilzen

Diana, (vor 8482 Tagen)

Hallo,
da man bei der Trockenheit keinen Vertreter dieser Art findet, habe ich ein wenig über Steinpilze gelesen und bin dabei auf die Angabe gestoßen, dass es 7 verschiedene Steinpilzarten gibt. Ich kenne allerdings nur Sommer- und Fichtensteinpilze. Kennt vielleicht jemand von euch die restlichen Arten oder bin ich einem schlecht informierten Autor aufgesessen?
Dankbar für Hilfe wär' ich auf jeden Fall,
Tschüss,
Diana

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Re: Frage zu Steinpilzen

Huperzia ⌂, (vor 8482 Tagen) @ Diana

Hallo,
da man bei der Trockenheit keinen Vertreter dieser Art findet, habe ich ein
wenig über Steinpilze gelesen und bin dabei auf die Angabe gestoßen, dass
es 7 verschiedene Steinpilzarten gibt. Ich kenne allerdings nur Sommer-
und Fichtensteinpilze. Kennt vielleicht jemand von euch die restlichen
Arten oder bin ich einem schlecht informierten Autor aufgesessen?
Dankbar für Hilfe wär' ich auf jeden Fall,
Tschüss,
Diana

Hallo Diana,

Ich glaube,es gibt sogar noch mehr - je nach Auffassung eben.
Der Kiefernsteinpilz soll bei uns noch relativ gut vertreten sein und alle anderen sind einfach Seltenheiten.
Wahrscheinlich wird sich meine in Steinpilzfragen deutlich bessere Hälfte noch zu Wort melden ;-).

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Frage zu Steinpilzen

Andreas ⌂, (vor 8482 Tagen) @ Huperzia

Hallo Diana,
Ich glaube,es gibt sogar noch mehr - je nach Auffassung eben.
Der Kiefernsteinpilz soll bei uns noch relativ gut vertreten sein und alle
anderen sind einfach Seltenheiten.
Wahrscheinlich wird sich meine in Steinpilzfragen deutlich bessere Hälfte
noch zu Wort melden ;-).
Viele Grüße,
Tanja

Hallo Diana,

wie Tanja angekündigt hat, eine Antwort von der in Steinpilzfragen besseren Hälfte. Christoph wird sich sicher auch noch zu Wort melden, der zwar nicht MEINE bessere Hälfte ist, sich aber trotzdem (?) besser bei Steinpilzen auskennt ;-)

Unterscheiden muss man auch zwischen Steinpilz-Taxa (= Namen) die es in der Literatur gibt und Steinpilz-Arten, die auch tatsächlich anerkannt und unterscheidbar sind.

Hier eine kommentierte Aufstellung:
Boletus edulis - Fichten-Steinpilz
Klare und bekannte Art, die beileibe nicht nur unter Fichte vorkommt sondern auch unter Buche z.B., wohl selten auch unter Eiche, vielleicht auch unter Birke (vgl. aber Birken-Steinpilz weiter unten) auf sauren Böden.

Boletus reticulatus (oder aestivalis) - Sommer-Steinpilz
Das ist die Art, die eine etwas wildledrigeren Hut hat wie der Fichten-Steinpilz, gerne feldrig aufreißt, ein grobes Stielnetz bis zur Stielbasis hat und dadurch vor allem jung dem Gallenröhrling sehr ähnlich sehen kann. Wächst unter Buchen und Eichen, wohl auch unter anderen Laubbäumen (Linde?) auf schwach suaren bis neutralen Lehmböden.

Boletus aereus - Schwarzhütiger Steinpilz
Durch stets kompakte Fruchtkörper mit sehr dunklen, umberbraunen Hüten undden sehr lange weißbleibendenPoren gekennzeichnet. Eher wärmeliebende Art auf schwach sauren, neutralen bis leicht basischen Böden,unter Eiche, Buche, Esskastanie. Eher mediterran verbreitete Art und dort ein Säurezeiger.

ABoletus pinophilus - Kiefern-Steinpilz
Ebenfalls stets kompakte Art, mit auffallend rötlich violettbraunem Hut, unter Kiefern auf nährstoffarmen Sandböden. Stellenweise verbreitet (in Heide- und Sandgebieten, Skandinavien), anderenorts fast fehlend.

Boletus betulicola - Birken-Steinpilz
Wie der Name sagt bei Birken wachsend. Ursprünglich als hellhütige Art beschrieben, gehen die Artauffassungen in letzter Zeit etwas auseinander. KORHONEN unterscheidet die Art vom Fichten-Steinpilz anhand der wesentlich dicker aufquellenden Huthaut und anderer Sporenform. Er soll seiner Meinung nach auch in derselben Hutfärbung vorkommenkönnen wie B. edulis. Meine persönliche Meinung ist, dass vielleicht sowohl der Fichten-Steinpilz als auch der Sommer-Steinpilz hie und da unter Birken vorkommen können und dann als Boletus betulicola bestimmt werden. Dadurch würde natürlich ziemlich Chaos bei der Interpretation bestehen. Allerdings dürfte es tatsächlich einen "echten" hellhütigen Birken-Steinpilz geben, doch müssen dessen Merkmale im Vergleich zu den anderen Arten noch besser herausgearbeitet werden.

Boletus "subedulis" Korhonen spez. prov.
Eine relativ graubraunhütige Art (achromatisches Braun) oder fichtensteinpilzfarben, jedoch mit Stielfärbung wie der Kiefern-Steinpilz. Vorkommen unter Kiefern im Sand in Meeresnähe (Dünen). Kommt in Finnland und Schweden hie und da mal vor, hab' ich vorletztes Jahr selbst in Estland gesehen.

Boletus arcticus
Steinpilzart die im arktischen Bereich unter Betula nana vorkommt und sich mikroskopisch unterscheiden läßt (nach KORHONEN). Wird meist als "B.edulis f. arcticus" bezeichnet, nach KORHONEN jedoch eigenständige Art, die er von etwa 15 Herbarbelegen her kennt, aber "life" noch nicht zu Gesicht bekommen hat.

Boletus carpinaceus - Hainbuchen-Steinpilz
Mit hellgrauem Hut ähnlich der Nebelkappe und weißem Fleisch unter der Huthaut, unter Hainbuchen in Tschechien. Art von zweifelhaftem Rang. Optisch aussehend ähnlich wie die oben als "subedulis" beschriebene Art, aber aus Hainbuchenwäldern berichtet.

Boletus quercicola - Eichen-Steinpilz
Finde keine Unterschiede in der Beschreibung bei SINGER zum normalen Fichten-Steinpilz,den ich selbst schon unter Eiche gefunden habe.

Boletus edulis var. arenarius - Knolligfüßiger Steinpilz
Vermutlich eigenständige Art aus Kiefernwäldern auf Sandboden. Möglicherweise auchidentisch mit dem oben aufgeführten "subedulis", jedoch von der Beschreibung her mit blassem Stiel (bei "subedulis" rötlichbraun wie pinophilus).
Vielleicht wird sich Christoph dazu noch äußern, jedenfalls möchte ich ihm da nicht vorgreifen.

Boletus clavipes - Gelbhütiger Steinpilz
Eigentlich aus Amerika beschriebene Art, die hin und wieder auch aus Europa gemeldet wird. Zeichnet sich durch einen gelbgetönten oder zumindest -gerandeten Hut aus, sonst wohl wie der Fichten-Steinpilz. Soll vorzugsweise bei Kiefern wachsen.

Boletus venturii - Gelber Steinpilz (= edulis var. citrinus)
Boletus personii - Weißer Steinpilz (= edulis var. albus)
Rein gelbe bzw. rein weiße Formen vom Fichtensteinpilz, die meiner Meinung nach keine eigenständigen Arten sind. Kann allerdings nur von der Literatur aus urteilen, habe keinen der beiden je selbst gesehen.

Boletus separans - Braunvioletter Steinpilz
Aus Amerika beschriebene Art. Ob die amerikanischen Pilze einegute Art sind,kann ich nicht beurteilen. Das, was aus Europa unter diesem Namen beschrieben wird scheint mir aber lediglich eine dunklere Variante vom Sommer-Steinpilz zu sein. Aber wer weiß, vielleicht ist es ja doch eine gute Art ....

Und dann gibt es noch viele, viele weitere Artnamen in der Literatur, die teils sicher dasselbe sind wie bereits beschriebene Arten, teils so kurz beschrieben dass sie nicht mehr deutbar sind. Auch gibt es in Amerika andere Arten als bei uns und es wäre möglich, dass die eine oder andere auch mal bei uns auftaucht.

Reicht mal für den Anfang, oder? *fg*
Jedenfalls ist es eigentlich traurig, wie wenig genaues man über den beliebtesten Speisepilz (nach dem Pfifferling vielleicht) eigentlich weiß ....

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Frage zu Steinpilzen *PIC*

Boletus ⌂, (vor 8482 Tagen) @ Diana

Hallo Diana,

Hier 4 Arten die bereits in unserer Vereinsgalerie http://www.pilz-baden.ch/galerie.html vorhanden sind.

[image]
Schwarzhütiger Steinpilz, B.aereus

[image]
Steinpilz, Herrenpilz, B.edulis

[image]
Kiefernsteinpilz, B.pinophilus

[image]
Sommersteinpilz, B.reticulatus

Lieber Gruss
Sepp

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Re: Frage zu Steinpilzen

Kazuya, (vor 8481 Tagen) @ Diana

hallihallo,
sieben Steinpilze solls geben...versuchen wir doch mal, sie aufzuzählen:

Fichten-Steinpilz (Boletus edulis), kennst du ja bereits :-)
Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis), ist ebenfalls bekannt

des weiteren:
Schwarzhütiger Steinpilz (Boletus aereus), ein Vertreter aus dem Laubwald, wächst gerne an wärmebegünstigten Stellen, kennzeichnet sich durch einen dunkel schwarzbraunen Hut.

Rothütiger Steinpilz, Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus), ein Kiefern-Begleiter, wächst aber auch (selten) bei Laubbäumen, mit überwiegend rotbraunen Hutfarben.

Gelbfleischiger Steinpilz, auch Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus) genannt, gehört ebenfalls zum Kreis der Steinpilzarten.

Eine Form des "normalen Steinpilzes, der Birken-Steinpilz (Boletus edulis var. betulicola), Fruchtkörper schmächtiger, Vorkommen bei Birken (Betula)

Form des Steinpilzes: Boletus edulis var. carpinaceus), wächst bei Hainbuchen, ansonsten keine eindeutigen Unterschiede zu edulis.

Boletus edulis var. albus (Pers. 1825) Gilbert: eine gänzlich weiß gefärbte Form des Steinpilzes (Boletus edulis), wird von R. Dähncke (1200 Pilze) auf p. 81 abgebildet.

Auch Boletus subappendiculatus, der Nadelwald-Anhängselröhrling, kann durchaus in die Gruppe der Steinpilze gestellt werden.

Also, wir haben 6 Arten und 3 Varietäten von den Steinis zusammenbekommen.
Viele Grüße,
Kazuya

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Anhängselröhrling kein Steinpilz

michel, (vor 8481 Tagen) @ Kazuya

hallo,

Gelbfleischiger Steinpilz, auch Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus)
genannt, gehört ebenfalls zum Kreis der Steinpilzarten.

der nicht, auch wenn er manchmal so genannt werden mag. das ist ne eigene sektion, appendiculati, nicht Sect. Boletus (Edules)

Auch Boletus subappendiculatus, der Nadelwald-Anhängselröhrling, kann
durchaus in die Gruppe der Steinpilze gestellt werden.

für den gilt dasselbe
ciao
michel

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Re: Frage zu Steinpilzen

Andreas ⌂, (vor 8481 Tagen) @ Kazuya

Hallo,

dasselbe kannst Du bereits in meinem obigen Posting lesen und dass die beiden Anhängsel-Röhrlinge nicht zu den Steinpilzen im engen Sinne gehören hat ja Michel schon erwähnt.
Manchmal wäre es vielleicht sinnvoll, die Antworten der anderen VOR einem Posting zu lesen .....

Beste Grüße,
Andreas

hallihallo,
sieben Steinpilze solls geben...versuchen wir doch mal, sie aufzuzählen:
Fichten-Steinpilz (Boletus edulis), kennst du ja bereits :-)
Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis), ist ebenfalls bekannt
des weiteren: Schwarzhütiger Steinpilz (Boletus aereus), ein Vertreter aus
dem Laubwald, wächst gerne an wärmebegünstigten Stellen, kennzeichnet sich
durch einen dunkel schwarzbraunen Hut.
Rothütiger Steinpilz, Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus), ein
Kiefern-Begleiter, wächst aber auch (selten) bei Laubbäumen, mit
überwiegend rotbraunen Hutfarben.
Gelbfleischiger Steinpilz, auch Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus)
genannt, gehört ebenfalls zum Kreis der Steinpilzarten.
Eine Form des "normalen Steinpilzes, der Birken-Steinpilz (Boletus
edulis var. betulicola), Fruchtkörper schmächtiger, Vorkommen bei Birken
(Betula)
Form des Steinpilzes: Boletus edulis var. carpinaceus), wächst bei
Hainbuchen, ansonsten keine eindeutigen Unterschiede zu edulis.
Boletus edulis var. albus (Pers. 1825) Gilbert: eine gänzlich weiß gefärbte
Form des Steinpilzes (Boletus edulis), wird von R. Dähncke (1200 Pilze)
auf p. 81 abgebildet.
Auch Boletus subappendiculatus, der Nadelwald-Anhängselröhrling, kann
durchaus in die Gruppe der Steinpilze gestellt werden.
Also, wir haben 6 Arten und 3 Varietäten von den Steinis zusammenbekommen.
Viele Grüße,
Kazuya

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(Stein-)Pilze als pH-Indikatoren?

EricS ⌂, (vor 8481 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

mal eine andere Frage: gibt es eine "Liste für Zeigerwerte von Großpilzen"?

In unmittelbarer Umgebung gibt es hier eine Stelle direkt hinter einem Grillplatz, bestanden mit Buche/Eiche an der auf engstem Raum B.edulis, B.aereus, B.appendiculatus + B.erythropus vorkommen (100m weiter wächst noch B.radicans). Der Pilzflora nach zu urteilen ist das eine "saure Stelle" (auch B.erythropus zeigt ja sauren Untergrund an).

Ich fände es spannend, ob das auch mit weiteren Großpilzen geht. Zumal ich von Pflanzen und deren Zeigerwerten leider keine Ahnung habe :´-(

Viele Grüße,

Eric

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Re: (Stein-)Pilze als pH-Indikatoren?

Andreas ⌂, (vor 8480 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,

eine Liste gibt es sicher nicht, jedenfalls nicht meines Wissens. Die Ba.-Wü.-Flora gibt da schon einige Hinweise.

Pilze dürften jedoch auf kleinräumigere Unterschiede im Boden reagieren können wie Pflanzen. Zudem sieht man Pflanzenbeständen meistens an, ob sie sich hier im Optimum oder in einem "geht-gerade-noch-Biotop" befinden. Wenn sich bei einem oberflächenversauerten Fichtenforst über Kalk die ersten halblebigen Heidelbeersträuchlein zeigen, dann kann man nicht davon ausgehen, dass der Boden sauer ist. Im Gegenteil, eben WEIL die Heidelbeere dort einen sehr schweren Stand hat muss man von einem nicht-optimalen Untergrund (also NICHT sauer) ausgehen. Bei Pilzen läßt sich die Vitalität eines Bestandes jedoch nicht erkennen.

Zu deinem Beispiel:
B. edulis und erythropus sind m.E. fraglos Säurezeiger, B. aereus ist es zumindest im Süden Europas auch. Da dürfte auch die Freiburger Gegend keine Ausnahme sein. B. appendiculatus ist für mich ein Neutralzeiger, vor allem von Lehmböden in Eichen-Hainbuchenwäldern. Sicherlich kann er auch (schwach?) basische Böden ab. Vermutlich auch schwach saure. Der paßt also nicht so ganz zu den anderen.
Nun kannst Du rätseln, ob der Untergrund eher neutral ist, und die anderen Arten durch Oberflächenversauerung, saurer verwitterndes Eichenlaub, durch Eichenrinde angesäuertes Regenwasser etc. etc. eine Nische gefunden haben. Oder ob es ein eher saurer Untergrund ist, in der der appendiculatus eine mildere Stelle (mild verwitterndes Buchenlaub ...) gefunden hat.
B. radicans ist dagegen ein echter Kalkzeiger. Wenn er dort vorkommt, dann ist entweder Kalk im Untergrund oder wenigstens durch Wegschotterung o.ä. reingekommen.

Ich denke, um Aussagen über die Ökologie von Pilzen zu machen braucht man viel Felderfahrung, auch in anderen Gebieten, denn kleinräumig gewonnene Erkenntnisse sind meistens über größere Gebiete hinweg nicht anwendbar.

Beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,
mal eine andere Frage: gibt es eine "Liste für Zeigerwerte von
Großpilzen"?
In unmittelbarer Umgebung gibt es hier eine Stelle direkt hinter einem
Grillplatz, bestanden mit Buche/Eiche an der auf engstem Raum B.edulis,
B.aereus, B.appendiculatus + B.erythropus vorkommen (100m weiter wächst
noch B.radicans). Der Pilzflora nach zu urteilen ist das eine "saure
Stelle" (auch B.erythropus zeigt ja sauren Untergrund an).
Ich fände es spannend, ob das auch mit weiteren Großpilzen geht. Zumal ich
von Pflanzen und deren Zeigerwerten leider keine Ahnung habe :´-(
Viele Grüße,
Eric

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Re: (Stein-)Pilze als pH-Indikatoren?

EricS ⌂, (vor 8480 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

zuerst einmal Danke für Deine Antwort. Das angesprochene Gebiet ist sehr heterogen:

Der "Röhrlingsplatz" ist stark trittbelastet, mit angesprochenen Baumarten. Vielleicht ists da ja saurer, weil die ganzen Gäste vom Grillplatz über Jahre hinweg in den Wald gepinkelt haben ;-)

Direkt gegenüber (d.h. auf der anderen Seite des Waldwegs) liegt die Stelle mit den B.radicans, wobei sich hier mehr und mehr Fichten einstreuen. Hier wachsen auch zuverlässig viele Herbsttrompeten, die ja auch nicht als Säurezeiger gelten. Des weiteren ist hier auch, wenn auch seltener als in anderen Waldstücken um Sulzburg, Hygrophorus nemoreus (neutrale bis alkalische Böden bevorzugend) zu finden.

Wieder 300m weiter beginnt ein Tannen/Buchen-Mischwald in dem ich auch die Inocybe queletii gefunden habe. (Hat die nen Zeigerwert? Inocyben gibts in Eurer Flora ja noch nicht.)
Beitrag 36814

Ich denke, um Aussagen über die Ökologie von Pilzen zu machen braucht man
viel Felderfahrung, auch in anderen Gebieten, denn kleinräumig gewonnene
Erkenntnisse sind meistens über größere Gebiete hinweg nicht anwendbar.

Tja, mit diesem Satz triffst Du den Kern. Ich glaube, ich werde mich (vorerst) mit Tendenzen zufrieden geben und auf eindeutige Zeigerpilze (s. B.erythropus) achten. Denn mit der Felderfahrung haperts noch gewaltig ;-).

Viele Grüße,

Eric

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Re: (Stein-)Pilze als pH-Indikatoren?

Andreas ⌂, (vor 8479 Tagen) @ EricS

Hallo Andreas,
zuerst einmal Danke für Deine Antwort. Das angesprochene Gebiet ist sehr
heterogen: Der "Röhrlingsplatz" ist stark trittbelastet, mit
angesprochenen Baumarten. Vielleicht ists da ja saurer, weil die ganzen
Gäste vom Grillplatz über Jahre hinweg in den Wald gepinkelt haben ;-)

*gg* Gar so viel können sie wohl nicht gepinkelt haben, denn auf N-angereicherten Böden finden sich kaum mehr Mykorrhizapilze ....

Direkt gegenüber (d.h. auf der anderen Seite des Waldwegs) liegt die Stelle
mit den B.radicans, wobei sich hier mehr und mehr Fichten einstreuen. Hier
wachsen auch zuverlässig viele Herbsttrompeten, die ja auch nicht als
Säurezeiger gelten. Des weiteren ist hier auch, wenn auch seltener als in
anderen Waldstücken um Sulzburg, Hygrophorus nemoreus (neutrale bis
alkalische Böden bevorzugend) zu finden.

H. nemoreus finde ich in Stuttgart eigentlich eher auf den milder sauren Sandsteinböden, also nicht grad Buntsandstein, aber z.B. Schilfsandstein oder Keuperlehme mit beginnendem Polytrichum-Bewuchs (Polytrichum attenuatum ist ein Säurezeiger, der m.E. bei inselartig verteiltem Vorkommen beginnende bzw. schwache oder fleckweise Versauerung anzeigt).

Wieder 300m weiter beginnt ein Tannen/Buchen-Mischwald in dem ich auch die
Inocybe queletii gefunden habe. (Hat die nen Zeigerwert? Inocyben gibts in
Eurer Flora ja noch nicht.)
Beitrag 36814

Inocybe queletii ist ein Kalkzeiger, auch entlang kalkgeschotterter Wege über saurem Untergrund.

Beste Grüße,
Andreas