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Strophariensegen

Thomas Pruß, (vor 8451 Tagen)

Als ich gestern das Husumer Krankenhaus verließ, wäre ich beinahe ein Fall für die Notaufnahme geworden, dachte ich doch, mich trifft der Schlag.
In einem Blumenbeet vor dem Krankenhaus hatte sich eine Riesenschar von Riesenträuschlingen (Stropharia rugosuannulata), auch Braunkappe genannt, niedergelassen. Die wuchsen da einfach so rum! ;-)
Leider hatte ein Zeitgenosse wohl seine Füße nicht im Zaum und seine sieben Sinne nicht beisammen und einen Großteil der Pilze umgekickt. Aber es waren noch so viele da, dass ich einen ganzen Stoffbeutel voll sammeln konnte. In einer pilzlosen Zeit wie dieser, ist der Fund von solch leckeren Pilzen natürlich mehr als nur etwas ganz besonderes. Und: Für mich waren die Stropharien ein persönlicher Erstfund. Geschmeckt haben sie fantastisch. Was noch auffiel: Diese „Wildformen“ unterscheiden sich im Aussehen und Geschmack doch sehr von den auf Stroh gezogenen Zuchtpilzen.
Grüsslis
Thomas

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Re: Strophariensegen

Mison, (vor 8451 Tagen) @ Thomas Pruß

hallo thomas,

herzlichen glückwunsch zu deinem leckeren fund. hier in hb kenne ich auf meinem arbeitsweg ein beet, in dem die stropharien im letzten jahr insgesamt 5 (!) fruktifikationsschübe schafften. dafür sind sie in diesem jahr völlig ausgelaugt (und vermutlich weitgehend durstig geblieben), so dass es bisher nur ein schwachbrüstiges erscheinen im juni gab. seitdem warte ich vergeblich darauf, dass sie aus dem beet mit den kleinen rosenpflanzen wieder hervorragen.

gruß in den noch nordener norden,
simon

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Re: Strophariensegen

Thomas Pruß, (vor 8450 Tagen) @ Mison

Moin Simon,
danke für den Glückwunsch! Der Park um das Husumer Krankenhaus, der Stadtpark (bekannt wegen der Krokusblüte) und der Schlosspark sind offensichtlich mykologische Fundgruben. Allein um das Krankenhaus hatte ich im vorletzten Jahr um die 35 Pilzarten gefunden. Dabei unterscheidet er sich kaum von anderen deutschen Krankenhaus-Einheitsparks mit Rasen, Hubschrauberlandeplatz, und Busch- und Bauminseln. Da wuchsen dann Steinpilze neben Chamignons, Boviste neben Helmlingen, Sandröhrlinge, Fliegenpilze usw. Die genaue Fundliste muss ich mal aus unserem Umzugswust rausgraben. Aber es ist schon interessant, was sich so an Pilzen in der Stadt tummelt. Würde mich nicht wundern, wenn ich vor dem Deich noch Salzwiesenchampignons finden würde…
Grüsslis an die Weser
Thomas

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Re: Strophariensegen

Joachim, (vor 8451 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,
Gratulation zu dem schönen und reichlichen Fund! Ich habe schon den Zucht und Wild Riesenträuschling gegessen *würg*, (aber Geschmacksache hat der Affe gesagt, als er in die Seife gebissen hat) ;-) Ich habe keinen Unterschied im Geschmack feststellen können. Ich bin mir auch nicht sicher das es wirklich immer die "Wildform" des Träuschlings war. Der Riesenträuschling wird viel kultiviert, so ist es durchaus möglich das er sich durch Sporenflug stark verbreitet hat.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Strophariensegen

Thomas Pruß, (vor 8450 Tagen) @ Joachim

Moin Joachim,
*verwundertdreinschau* Dir hat der Riesenträuschling nicht geschmeckt? Also für mich ist er im Geschmack und im „Mouthing“ („Mundgefühl“ würde man wohl das Wort, das die Lebensmitteltechnologen von McDonalds kreirt haben, übersetzen) gleichwertig mit dem Grünling. Leider hat der sich ja als höchst unangenehmer Zeitgenosse herausgestellt. Aber vor 3 Jahren haben wir den noch in uns reingestopft bis zum Verlust der Muttersprache ;-). Der Riesenträuschling ist allerbester Ersatz. Da ich ihn ja noch nie vorher gefunden hatte, habe ich mich bei der Zubereitung auf Butter, Zwiebel, Salz, Sahne, etwas Pfeffer und Petersilie beschränkt. Gegessen haben wir ihn mit Nudeln. Ein absoluter Hochgenuss: Er hat ein sehr angehmes Pilzaroma, das aber wahrscheinlich keine weiteren Gewürze verträgt, weil es von denen sonst leicht verdrängt wird. Und wie gesagt, das „Mouthing“: Ein schönes festes Fleisch, irgendwie bissfest, aber dennoch zart
Grüsslis in die Pfalz
Thomas