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Mal ein ganz anderes Naturerlebnis

Frank H., (vor 8431 Tagen)

Hallo Pilz- und Naturfreunde,

heute habe ich mir mal ein ganz anderes, sehr beeindruckendes, Naturerlebnis gegönnt. War mit einem Bekannten den Hirschen bei der Brunft auf der Spur. Ist zwar mit einigen Mühseligkeiten verbunden, aber lohnend auf jeden Fall. Nachstehend kleiner Bericht:

Gestern abend schon mal den Rucksack gepackt und den Timer der Kaffemaschine angeworfen. Dann schon, trotz Urlaub, um halb zehn in die Kiste, denn schon um 03.30 Uhr klingelte der Wecker. Kaffee schon gekocht und dann in die Thermoskanne, ein paar Brötchen aufgebacken, bißchen Wurst und Käse dabei und los ging´s. Mußte erst ein paar Kilometer mit dem Auto fahren, nach Bad Laasphe-Banfe, von da an erst mal weiter, grobe Richtung Lahnquelle. Es ist 05.00 Uhr als wir in der Nähe des Weilers Sohl das Auto verlassen und uns im Schein unserer Taschenlampen Richtung Gonderbachtal bewegen. Das sollen sie sein, sagt mein Freund Werner. Und bis wir da sind, wird es schon langsam hell sein. Kaum 10 Minuten gegangen hört man sie schon röhren. Sehr beeindruckend und spannend, da vergißt man auch den Regen, der zwischenzeitlich eingesetzt hat. Zwischendrin mal ne´Pause gemacht, weiter geht´s. Immer wieder hört man ein Röhren, wir schätzen das ca. 5-10 Hirsche unterwegs sein werden. Es dämmert und wir erreichen eine Lichtung im Gonderbachtal. Und wie Werner vorhergesagt hatte, sie waren da. Zwei Platzhirsche und ein paar Hirschkühe. Ein Schauspiel wie ich es schöner und beeindruckender selten erlebt habe. 10 Minuten können wir ungestört beobachten, dann dreht wohl der Wind und sie haben uns gewittert. Schade, hätte gerne noch länger dem Schauspiel beigewohnt. Doch nun geht´s, auf anderem Weg, begleitet von einem entfernten Röhren, wieder Richtung Auto. Das es die ganze Zeit geregnet hat, merken wir eigentlich erst jetzt. Ist aber auch egal, das Erlebnis hat dafürt mehr als entschädigt. Und nächstes Jahr bin ich bestimmt wieder dabei.

Ach, nach Pilzen haben wir natürlich auch Ausschau gehalten. Die Steinpilzzeit scheint bei uns vorläufig erstmal beendet. Haben zwar viele gefunden, doch leider alle zu alt, der Nachwuchs fehlt vollkommen. Außerdem kommen die Fliegenpilze nun in Massen, was auch ein Zeichen dafür ist, das die Hauptzeit der Steinpilze zuende geht. Wenn es denn so ist, ein kurzes Vergnügen. Außerdem noch gesichtet.
Pfifferlinge (vereinzelt)
Hallimasch (eine wahre Invasion)
Falscher Pfifferling (immer noch in Massen)
Perpilz
Parasol
Rotfußröhrling
Fichtenreizker
Grünspanträuschling

und einiges mehr.
Hoffe Euch hat dieser Bericht gefallen. Wer einmal die Chance hat, sich dieses Schauspiel in freier Wildbahn zu Gemüte zu führen, der sollte sie unbedingt nutzen. Sonst hat man schwer was verpaßt.

Gruß aus dem Rothaargebirge
Frank

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Re: Mal ein ganz anderes Naturerlebnis

amanita, (vor 8431 Tagen) @ Frank H.

Hallo Pilz- und Naturfreunde,
heute habe ich mir mal ein ganz anderes, sehr beeindruckendes, Naturerlebnis
gegönnt. War mit einem Bekannten den Hirschen bei der Brunft auf der Spur.
Ist zwar mit einigen Mühseligkeiten verbunden, aber lohnend auf jeden
Fall. Nachstehend kleiner Bericht: Gestern abend schon mal den Rucksack
gepackt und den Timer der Kaffemaschine angeworfen. Dann schon, trotz
Urlaub, um halb zehn in die Kiste, denn schon um 03.30 Uhr klingelte der
Wecker. Kaffee schon gekocht und dann in die Thermoskanne, ein paar
Brötchen aufgebacken, bißchen Wurst und Käse dabei und los ging´s. Mußte
erst ein paar Kilometer mit dem Auto fahren, nach Bad Laasphe-Banfe, von
da an erst mal weiter, grobe Richtung Lahnquelle. Es ist 05.00 Uhr als wir
in der Nähe des Weilers Sohl das Auto verlassen und uns im Schein unserer
Taschenlampen Richtung Gonderbachtal bewegen. Das sollen sie sein, sagt
mein Freund Werner. Und bis wir da sind, wird es schon langsam hell sein.
Kaum 10 Minuten gegangen hört man sie schon röhren. Sehr beeindruckend und
spannend, da vergißt man auch den Regen, der zwischenzeitlich eingesetzt
hat. Zwischendrin mal ne´Pause gemacht, weiter geht´s. Immer wieder hört
man ein Röhren, wir schätzen das ca. 5-10 Hirsche unterwegs sein werden.
Es dämmert und wir erreichen eine Lichtung im Gonderbachtal. Und wie
Werner vorhergesagt hatte, sie waren da. Zwei Platzhirsche und ein paar
Hirschkühe. Ein Schauspiel wie ich es schöner und beeindruckender selten
erlebt habe. 10 Minuten können wir ungestört beobachten, dann dreht wohl
der Wind und sie haben uns gewittert. Schade, hätte gerne noch länger dem
Schauspiel beigewohnt. Doch nun geht´s, auf anderem Weg, begleitet von
einem entfernten Röhren, wieder Richtung Auto. Das es die ganze Zeit
geregnet hat, merken wir eigentlich erst jetzt. Ist aber auch egal, das
Erlebnis hat dafürt mehr als entschädigt. Und nächstes Jahr bin ich
bestimmt wieder dabei.
Ach, nach Pilzen haben wir natürlich auch Ausschau gehalten. Die
Steinpilzzeit scheint bei uns vorläufig erstmal beendet. Haben zwar viele
gefunden, doch leider alle zu alt, der Nachwuchs fehlt vollkommen.
Außerdem kommen die Fliegenpilze nun in Massen, was auch ein Zeichen dafür
ist, das die Hauptzeit der Steinpilze zuende geht. Wenn es denn so ist,
ein kurzes Vergnügen. Außerdem noch gesichtet.
Pfifferlinge (vereinzelt)
Hallimasch (eine wahre Invasion)
Falscher Pfifferling (immer noch in Massen)
Perpilz
Parasol
Rotfußröhrling
Fichtenreizker
Grünspanträuschling
und einiges mehr.
Hoffe Euch hat dieser Bericht gefallen. Wer einmal die Chance hat, sich
dieses Schauspiel in freier Wildbahn zu Gemüte zu führen, der sollte sie
unbedingt nutzen. Sonst hat man schwer was verpaßt.
Gruß aus dem Rothaargebirge
Frank

Hallo Frank.
Danke für die schöne Geschichte.
Auch das gehört dazu! Das macht die Natur ja so aufregend. Hätte mir sicher auch Freude gemacht
Viele Grüsse
Amanita

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Re: Mal ein ganz anderes Naturerlebnis

Karin, (vor 8431 Tagen) @ Frank H.

Hallo Pilz- und Naturfreunde,
heute habe ich mir mal ein ganz anderes, sehr beeindruckendes, Naturerlebnis
gegönnt. War mit einem Bekannten den Hirschen bei der Brunft auf der Spur.
Ist zwar mit einigen Mühseligkeiten verbunden, aber lohnend auf jeden
Fall. Nachstehend kleiner Bericht: Gestern abend schon mal den Rucksack
gepackt und den Timer der Kaffemaschine angeworfen. Dann schon, trotz
Urlaub, um halb zehn in die Kiste, denn schon um 03.30 Uhr klingelte der
Wecker. Kaffee schon gekocht und dann in die Thermoskanne, ein paar
Brötchen aufgebacken, bißchen Wurst und Käse dabei und los ging´s. Mußte
erst ein paar Kilometer mit dem Auto fahren, nach Bad Laasphe-Banfe, von
da an erst mal weiter, grobe Richtung Lahnquelle. Es ist 05.00 Uhr als wir
in der Nähe des Weilers Sohl das Auto verlassen und uns im Schein unserer
Taschenlampen Richtung Gonderbachtal bewegen. Das sollen sie sein, sagt
mein Freund Werner. Und bis wir da sind, wird es schon langsam hell sein.
Kaum 10 Minuten gegangen hört man sie schon röhren. Sehr beeindruckend und
spannend, da vergißt man auch den Regen, der zwischenzeitlich eingesetzt
hat. Zwischendrin mal ne´Pause gemacht, weiter geht´s. Immer wieder hört
man ein Röhren, wir schätzen das ca. 5-10 Hirsche unterwegs sein werden.
Es dämmert und wir erreichen eine Lichtung im Gonderbachtal. Und wie
Werner vorhergesagt hatte, sie waren da. Zwei Platzhirsche und ein paar
Hirschkühe. Ein Schauspiel wie ich es schöner und beeindruckender selten
erlebt habe. 10 Minuten können wir ungestört beobachten, dann dreht wohl
der Wind und sie haben uns gewittert. Schade, hätte gerne noch länger dem
Schauspiel beigewohnt. Doch nun geht´s, auf anderem Weg, begleitet von
einem entfernten Röhren, wieder Richtung Auto. Das es die ganze Zeit
geregnet hat, merken wir eigentlich erst jetzt. Ist aber auch egal, das
Erlebnis hat dafürt mehr als entschädigt. Und nächstes Jahr bin ich
bestimmt wieder dabei.
Ach, nach Pilzen haben wir natürlich auch Ausschau gehalten. Die
Steinpilzzeit scheint bei uns vorläufig erstmal beendet. Haben zwar viele
gefunden, doch leider alle zu alt, der Nachwuchs fehlt vollkommen.
Außerdem kommen die Fliegenpilze nun in Massen, was auch ein Zeichen dafür
ist, das die Hauptzeit der Steinpilze zuende geht. Wenn es denn so ist,
ein kurzes Vergnügen. Außerdem noch gesichtet.
Pfifferlinge (vereinzelt)
Hallimasch (eine wahre Invasion)
Falscher Pfifferling (immer noch in Massen)
Perpilz
Parasol
Rotfußröhrling
Fichtenreizker
Grünspanträuschling
und einiges mehr.
Hoffe Euch hat dieser Bericht gefallen. Wer einmal die Chance hat, sich
dieses Schauspiel in freier Wildbahn zu Gemüte zu führen, der sollte sie
unbedingt nutzen. Sonst hat man schwer was verpaßt.
Gruß aus dem Rothaargebirge
Frank

Hallo Frank,
dein Bericht ist anschaulich erzählt und macht Lust darauf, das selbst einmal mitzuerleben!
Kann mir vorstellen, dass dies ein herrliches Erlebnis für dich war.

Viele Grüße
Karin

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Ich glaub mir hätte...

Christoph G, (vor 8431 Tagen) @ Frank H.

....der Finger an meinem Repetierer gejuckt :-))

Hallo Pilz- und Naturfreunde,
heute habe ich mir mal ein ganz anderes, sehr beeindruckendes, Naturerlebnis
gegönnt. War mit einem Bekannten den Hirschen bei der Brunft auf der Spur.
Ist zwar mit einigen Mühseligkeiten verbunden, aber lohnend auf jeden
Fall. Nachstehend kleiner Bericht: Gestern abend schon mal den Rucksack
gepackt und den Timer der Kaffemaschine angeworfen. Dann schon, trotz
Urlaub, um halb zehn in die Kiste, denn schon um 03.30 Uhr klingelte der
Wecker. Kaffee schon gekocht und dann in die Thermoskanne, ein paar
Brötchen aufgebacken, bißchen Wurst und Käse dabei und los ging´s. Mußte
erst ein paar Kilometer mit dem Auto fahren, nach Bad Laasphe-Banfe, von
da an erst mal weiter, grobe Richtung Lahnquelle. Es ist 05.00 Uhr als wir
in der Nähe des Weilers Sohl das Auto verlassen und uns im Schein unserer
Taschenlampen Richtung Gonderbachtal bewegen. Das sollen sie sein, sagt
mein Freund Werner. Und bis wir da sind, wird es schon langsam hell sein.
Kaum 10 Minuten gegangen hört man sie schon röhren. Sehr beeindruckend und
spannend, da vergißt man auch den Regen, der zwischenzeitlich eingesetzt
hat. Zwischendrin mal ne´Pause gemacht, weiter geht´s. Immer wieder hört
man ein Röhren, wir schätzen das ca. 5-10 Hirsche unterwegs sein werden.
Es dämmert und wir erreichen eine Lichtung im Gonderbachtal. Und wie
Werner vorhergesagt hatte, sie waren da. Zwei Platzhirsche und ein paar
Hirschkühe. Ein Schauspiel wie ich es schöner und beeindruckender selten
erlebt habe. 10 Minuten können wir ungestört beobachten, dann dreht wohl
der Wind und sie haben uns gewittert. Schade, hätte gerne noch länger dem
Schauspiel beigewohnt. Doch nun geht´s, auf anderem Weg, begleitet von
einem entfernten Röhren, wieder Richtung Auto. Das es die ganze Zeit
geregnet hat, merken wir eigentlich erst jetzt. Ist aber auch egal, das
Erlebnis hat dafürt mehr als entschädigt. Und nächstes Jahr bin ich
bestimmt wieder dabei.
Ach, nach Pilzen haben wir natürlich auch Ausschau gehalten. Die
Steinpilzzeit scheint bei uns vorläufig erstmal beendet. Haben zwar viele
gefunden, doch leider alle zu alt, der Nachwuchs fehlt vollkommen.
Außerdem kommen die Fliegenpilze nun in Massen, was auch ein Zeichen dafür
ist, das die Hauptzeit der Steinpilze zuende geht. Wenn es denn so ist,
ein kurzes Vergnügen. Außerdem noch gesichtet.
Pfifferlinge (vereinzelt)
Hallimasch (eine wahre Invasion)
Falscher Pfifferling (immer noch in Massen)
Perpilz
Parasol
Rotfußröhrling
Fichtenreizker
Grünspanträuschling
und einiges mehr.
Hoffe Euch hat dieser Bericht gefallen. Wer einmal die Chance hat, sich
dieses Schauspiel in freier Wildbahn zu Gemüte zu führen, der sollte sie
unbedingt nutzen. Sonst hat man schwer was verpaßt.
Gruß aus dem Rothaargebirge
Frank

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Und noch ein Tip.....

Christoph G, (vor 8431 Tagen) @ Frank H.

...wenn ihr euch auf einen Hochsitz setzt, werdet ihr weniger gewittert und habt noch ne bessere Aussicht. Hätte mir auch gefallen ;-))

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Re: Ich glaub mir hätte... (ein bißchen Off Topic)

Thomas Pruß, (vor 8430 Tagen) @ Christoph G

....der Finger an meinem Repetierer gejuckt :-))

Mir auch! Aber: Schonzeit!
Leider muss ich auch so noch ein wenig warten: mein Jägerkurs geht erst morgen los, und die Prüfung ist im nächsten März.

Aber wir hatten letztens auch ein Erlebnis, das aber mit Rehkeule & Co. endete. Mein Freund Peter fragte, ob ich Lust hätte, eine kleine Revierfahrt zu machen. Man könne doch auch gleich mal bei den Riesenbovisten und den Champis vorbeischauen. Da konnte ich nicht nein sagen. Also ab ins Auto und los. Auf einem Feldweg in der Treeneniederung näherten wir uns dem Moor. Plötzlich bremste Peter und blickte durch seinen Feldstecher. „Da hinten steht ein Bock“ sagte er, und als ich beobachtete, sah ich ihn auch: einen schönen, kräftigen 6er.
„Den willst du aber nicht schießen, oder?“
„Nein, der soll noch ein paar Jahre laufen, das ist ein Guter. Aber hier irgendwo muss auch ein Reh laufen. Das habe ich letztens beobachtet. Das Tier humpelt.“
Wir beobachteten das Gelände noch eine Weile, und kurz, bevor wir weiterfahren wollten, glaubte ich, durch den Feldstecher eine Bewegung zu sehen.
„Peter, warte mal, da hinten im Schilf bewegt sich was. Kann das das Reh sein?“
„Ja, das ist es.“
Er stieg aus dem Auto und nahm seine Büchse, eine 8x60, vom Rücksitz. Wie gebannt beobachtete ich das Reh. Tatsächlich, es humpelte – und es bewegte sich aus dem Reet auf die Koppel davor.
Peter hatte das Gewehr aufs Autodach gelegt, ein alter Kindersitz diente ihm als Unterlage. „Thomas, bleib im Auto!“
Ich wusste was er vorhatte und rührte mich nicht. Dafür starrte ich durch den Feldstecher, denn ich wollte natürlich sehen, was passierte, wenn er die Kugel fliegen ließ. Doch dazu kam es nicht: Das Reh stand breit, und der Knall war so enorm, dass ich meinen Feldstecher verriss. Ich vermeinte sogar, eine Druckwelle im Wageninnern gespürt zu haben. Auf jeden Fall pfiffen mir die Ohren. Immerhin: Das Kaliber 8 x 60 ist schon ganz schön groß. Zu groß eigentlich für ein Reh, aber wenn man auf die Jagd geht, sollte man das so effektiv wie möglich tun.
Als ich das Reh wieder in Sicht hatte, lag es schon.
Sofort rannten wir hin. und noch an Ort und Stelle weideten wir es aus.
Der linke Oberschenkelmuskel war viel schwächer entwickelt als der rechte, das sah man auf den ersten Blick. Vielleicht war es mal angefahren worden, und hatte sich von der Verletzung wieder erholt.
„Warum hast du denn so geflucht?“ fragte ich, nachdem ich ihm Weidmannsheil gewünscht hatte.
„Der Schuss war schlecht. Mein Gewehr ist auf 150 m eingeschossen, aber weil das Tier näher stand, habe ich diesen Hochschuss hingelegt. Ich hätte daran denken müssen.“
Wir fuhren dann nach Hause, ohne dass wir Riesenbovist & Co. gesehen hätten, dafür aber mit einer sehr schmackhaften Beute.
Eine Rehkeule wartet jetzt bei uns in der Tiefkühltruhe auf den Backofen, vielleicht zusammen mit den Hallimasch vom letzten Wochenende…

Was mich bei dieser Jagd so beeindruckt hat, war, wie ich reagiert habe. Immerhin war es das erste Mal, dass ich life dabei war, wie ein Reh geschossen wurde. Der Körper scheint förmlich zu vibrieren, voll gepumpt mit Adrenalin. Aber es ist kein schlechtes Gefühl, sondern eines äußerster Spannung, Erwartung und Vorfreude. Jeder Muskel ist gespannt, so, als ob man jeden Moment, nur bewaffnet mit einer Lanze, auf das Tier zustürmen müsse. Ich weiß, das klingt nach archaischer, nach primitiver Form von Lustgewinn. Und ich will das gar nicht abstreiten, denn als der Schuss brach, das Tier lag, und wir es abgenickt hatten, da kam ich mir für eine Weile vor, als liefe ich auf Wolken. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben: Glück über den gelungenen Schuss, gepaart mit ein wenig Betroffenheit, ein Leben ausgelöscht zu haben. Aber das Glücksgefühl überwiegt.
Auch ein altgedienter Nimrod wie Peter, der schon seit über 20 Jahren jagt, wird immer wieder von diesen Gefühlen eingenommen. Nur mit dem Unterschied, dass er sich im Moment der Schussabgabe jedes Gefühls verwahrt, um den Schuss nicht zu versieben.
Es ist eine sehr direkte Art des Beutemachens, und jeder, der sich sein Steak aus der TK des Supermarktes kauft, sollte wissen, dass die Lieferanten dieses Fleisches nicht unbedingt einen würdigeren Tod gestorben sind.

Grüsslis
Thomas