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Pilze und Ethik...

josh, (vor 8422 Tagen)

War heute unterwegs und habe jemanden auf einer Wiese gesehen,
auf der in manchen Kreisen bekannt ist, daß dort psilocybe
semilanceata wachsen. Wie er sich bükte und im Gras rumwühlte, war es
ziemlich klar was er sucht, aber selbst aus der Entfernung wusste ich,
daß er an den falschen Stellen sucht (ich kenne die Wiese bereits) und
nicht so richtig wusste, wie man sucht.

Ich bin auf ihn zugegangen, und habe gefragt, ob er
schon etwas gefunden habe. Naja, noch nicht, aber gestern auf einer
anderen Wiese, da habe er einige, so 'n handvoll halt. Ich habe ihn
ein paar Fragen gestellt. Er kommt aus der Gegend und kommt schon seit
ca. zwolf Jahren ab und zu auf diese Wiese. Freunde haben sie ihm
gezeigt und geben ihm ab und zu auch Pilze, wenn es viele gibt.

Dann erzählt er mir, "aber mann, ist schon echt cool mit den
Opticals....unglaublich. Ein mal habe ich so 50 reingeschmissen und
bin autogefahren, aber es war zu heftig, und ich musste anhalten." Ich
habe gesagt, "Was!? So kann man doch nicht auto fahren, daß ist absolut
unverantwortlich!" und er, "ja, deshalb bin ich angehalten." Klingt auch
nicht gerade so, als wäre er auf bewußtseinserweiternde oder spirituelle
Erfahrungen hinaus.

Ich gucke weiterhin zu, wie er sucht, und sehe, der hat keine Ahnung. Dann sagt
er, "Hier ist einer!" Ich gucke...ein kleiner Düngerling. Ich zögere
und sage dann, "ne, das ist ein Düngerling," "Doch, das ist einer." Ich
denke, na gut, Düngerlinge schmecken nicht, sind aber ungiftig,
wenn es ihm Spaß macht... Dann sagt er, "hier ist noch einer." Ein
schönes kleines *rostfarbiges* Samthäubchen. "Ne, das auch keiner. Das
ist ein Samthäubchen." Ich denke, hmmm, hier steht einer, der
gleichzeitig einen Düngerling und ein rostfarbiges Samthäubchen in der
Hand hält und meint, daß beide "psilos" seien. Außerdem
sind manche Samthäubchen leicht giftverdächtig.

Also hier mein Dilemma: was tun? Sollte ich ihm sagen, auf welche
Eigenschaften man achten muß? Sollte ich ihm sagen, wie man sieht, daß
das keine sind, die er hält? Sollte ich ihm sagen, welche
Eigenschaften "die Richtigen" haben? Gibt man jemandem, der
offensichtlich nicht weiß, worum es geht, und sich nicht informiert
hat, solche Mittel in die Hand? Läßt man jemanden ohne Führerschein
einen Formel 1 Wagen fahren? Auf der anderen Seite verhindert man so
vielleicht eine Vergiftung. Das wäre auch in meinem Interesse, da eine
Vergiftung die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit um so mehr auf solche
Pilze und insbesondere auf die Wiese, wo gesammelt wurde, lenkt.

Ich weiß, es gibt einige Leute hier im Forum, die beim Stichwort
Psilocybe ziemlich unsachlich werden. Ich hätte gerne hierzu eine ernste,
sachliche Diskussion. Ich bin vor allem an die Meinungen anderer
interessiert, die solche Pilze schon probiert haben und deshalb wissen,
worum es geht, da ich glaube, man weiß sonst nicht, wovon man spricht,
aber alle sachliche, konstruktive Äußerungen sind willkommen. :-)

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Re: Pilze und Ethik...

gunter, (vor 8421 Tagen) @ josh

Hallo josh,

vielleicht solltest du solche sammler zumindest auf die typischen Unterscheidungsmerkmale hinweisen und vor ähnlichen giftigen Pilzen wie besagte Samthäubchen warnen. Das Sammeln wirst du ihm ja kaum abgewöhnen oder wirksam verbieten können. Weitergehende Tips mit genauen Fundangaben solltest Du Dir jedoch verkneifen.

mfG
Gunter

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ gunter

Hall Gunter,

danke für Deine Antwort. Natürlich habe ich ihm dann auch gesagt, daß das die Falschen seien, und auch, daß Samthäubchen leicht giftig sein könnten. Ich hielte es auch für unverantwörtlich, jemanden so etwas sammeln zu lassen, ohne zumindest diesen Hinweis zu geben.

Mich würde jetzt Deine Begründung aus philosophischer/ethischer Sicht interessieren, wieso man keine Bestimmungstipps geben sollte. (Fundangaben gebe ich sowieso nicht preis). Es sind nämlich keine Geheiminfos...wenn man sich informieren *will*, also wenn das Interesse wirklich groß genug ist, dann findet man auch die notwendige Informationen. Sonst wären wir auch nicht dazu imstande, diese Pilze zu indentifizieren. Schließlich haben wir alle damit angefangen, daß andere uns gesagt haben (sei es nun ein Pilzbuch-Author oder ein Freund, der uns zum Pilzesammeln mitgenommen hat) welche Pilze, welche sind.

Gruß

Josh

Hallo josh,
vielleicht solltest du solche sammler zumindest auf die typischen
Unterscheidungsmerkmale hinweisen und vor ähnlichen giftigen Pilzen wie
besagte Samthäubchen warnen. Das Sammeln wirst du ihm ja kaum abgewöhnen
oder wirksam verbieten können. Weitergehende Tips mit genauen Fundangaben
solltest Du Dir jedoch verkneifen.
mfG
Gunter

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ gunter

Hallo Gunter,

oops, vielleicht habe ich Deine Antwort das erste Mal nicht richtig gedeutet. Mit weitergehende Tipps meintest Du nur Fundorten, oder auch Bestimmungsmerkmale? Mit typischen Unterscheidungsmerkmale meintest Du auch die Bestimmungsmerkmale, die man braucht, um die richtigen zu indentifizieren? Wenn ja, wie siehst Du aus ethischer Sicht meine Fragestellung:

Gibt man jemandem, der offensichtlich nicht weiß, worum es geht,
und sich nicht informiert hat, solche Mittel in die Hand? Läßt
man jemanden ohne Führerschein einen Formel 1 Wagen fahren?

noch mal Gruß ;-)

Josh

Hallo josh,
vielleicht solltest du solche sammler zumindest auf die typischen
Unterscheidungsmerkmale hinweisen und vor ähnlichen giftigen Pilzen wie
besagte Samthäubchen warnen. Das Sammeln wirst du ihm ja kaum abgewöhnen
oder wirksam verbieten können. Weitergehende Tips mit genauen Fundangaben
solltest Du Dir jedoch verkneifen.
mfG
Gunter

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Re: Pilze und Ethik...

Georg, (vor 8421 Tagen) @ josh

Hi Josh,

Ich weiß, es gibt einige Leute hier im Forum, die beim Stichwort
Psilocybe ziemlich unsachlich werden. Ich hätte gerne hierzu eine ernste,
sachliche Diskussion. Ich bin vor allem an die Meinungen anderer
interessiert, die solche Pilze schon probiert haben und deshalb wissen,
worum es geht, da ich glaube, man weiß sonst nicht, wovon man spricht,
aber alle sachliche, konstruktive Äußerungen sind willkommen. :-)

ich bin der Meinung, man sollte Informationen nicht zurückhalten. Was
der so Informierte dann mit der Information anfängt, ist seine Sache. Ich jedenfalls
gebe immer Auskunft, wenn ich nach den Eigenschaften von bestimmten Pilzen
gefragt werde, egal ob "Psilo" oder nicht. Fundstellen verrate ich natürlich
grundsätzlich keine. Die soll jeder mal schön selber finden.
Ich verstehe dieses seltsame Verhalten, das manche an den Tag legen, sobald die
Sprache auf die "verbotenen Früchte" kommt, sowieso nicht. Aber da spielt wohl jahrzehntelange
Desinformation und eine verfehlte Drogenpoltik eine nicht unerhebliche Rolle.

Georg

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ Georg

Hallo Georg,

Ich verstehe dieses seltsame Verhalten, das manche an den Tag legen, sobald
die
Sprache auf die "verbotenen Früchte" kommt, sowieso nicht. Aber da
spielt wohl jahrzehntelange
Desinformation und eine verfehlte Drogenpoltik eine nicht unerhebliche Rolle.

In dieser Hinsicht bin ich 100% Deiner Meinung. Die Desinformation (auch Propaganda genannt) auf diesem Sektor ist leider sehr stark. Wieso das so ist,
ist ein komplexes Thema. Es hat mit Politik, Geld, Macht (über andere Menschen), Selbstkontrolle der Gesellschaft, und überhaupt mit Lebenseinstellungen zu tun. Gerne diskutiere ich auch hierüber.

ich bin der Meinung, man sollte Informationen nicht zurückhalten. Was
der so Informierte dann mit der Information anfängt, ist seine Sache. Ich
jedenfalls
gebe immer Auskunft, wenn ich nach den Eigenschaften von bestimmten Pilzen
gefragt werde, egal ob "Psilo" oder nicht. Fundstellen verrate ich
natürlich
grundsätzlich keine. Die soll jeder mal schön selber finden.

Ich bin auch absolut nicht dafür, daß solche Informationen Geheimgehalten werden. Für mich ist hier aber der Unterschied, ob man "den Schein" machen sollte, oder nicht. Wenn dich die Sache mit den Halluzinogenen stark genug anzieht, wirst Du es machen, und du wirst Zeit investieren, und Dir das notwendige Wissen durch Eigenstudium aneignen.

Dies hat den Vorteil, daß wenn du dich so lange damit beschäftigt hast, daß Du dazu in der Lage bist, selbstständig aufs Land zu fahren, den richtigen Biotop zu finden, die Pilze zu finden und zu indentifizieren, dann hast du dich auch zwangsläufig mental damit auseinander gesetzt, und hast bestimmt ziemlich viel Berichte, usw. gelesen. Du hast eine Ahnung, worum es geht, was dich erwartet. Du hast vor allem eine ganz andere *Einstellung zu den Pilzen.* Die sind nicht mehr einfach irgendeine Droge, sondern hast du ein Verhältnis zu ihnen aufgebaut. Damit bist du eher mental vorbereitet, so etwas zu unternehmen. Das ist was ich mit "Schein machen" meine. Die Frage ist nun, gibt man einem eine Abkürzung, oder läßt man denjenigen, den langen steinigen Weg gehen? Für mich war dieser steiniger Weg sehr bereichernd.

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ Georg

Fällt mir hierzu noch ein, daß in diesem Fall nicht nach Information gefragt wurde. Sondern hier ist auch die Frage, ob man dann aktiv den Informationszufluß einschaltet. Es ist vielleicht ein Unterschied, ob man auf der Suche ist, und sich informieren will, oder ob einer der es weiß aktiv an andere mit diesen Informationen herantritt.

-j

Hi Josh,
ich bin der Meinung, man sollte Informationen nicht zurückhalten. Was
der so Informierte dann mit der Information anfängt, ist seine Sache. Ich
jedenfalls
gebe immer Auskunft, wenn ich nach den Eigenschaften von bestimmten Pilzen
gefragt werde, egal ob "Psilo" oder nicht. Fundstellen verrate ich
natürlich
grundsätzlich keine. Die soll jeder mal schön selber finden.
Ich verstehe dieses seltsame Verhalten, das manche an den Tag legen, sobald
die
Sprache auf die "verbotenen Früchte" kommt, sowieso nicht. Aber da
spielt wohl jahrzehntelange
Desinformation und eine verfehlte Drogenpoltik eine nicht unerhebliche Rolle.
Georg

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Re: Pilze und Ethik...

Huperzia ⌂, (vor 8421 Tagen) @ josh

Hallo Josh,

Hmm, schwierige Frage,dieich mir zwar in der Theorie zwar ab und an schon mal gestellt hab,aber um eine Antwort in der Praxis bisher drumrumgekommen bin.

Ich denke man sollte schon die wichtigsten Merkmale nennen und dann auch dazu sagen, daß man die Gesuchten doch etwas seltener findet alsoftmals erträumt. Vielleicht hält das den ein oder anderen doch davon ab, wahrlos alles in sich reinzufuttern. Suchhilfen würde ich (so einem) natürlich keine geben, aber vielleicht würd ich sagen, wo er sie überall nicht findet.

Bisher sind mir solche Wahrlosallesfresser allerdings noch nicht begegnet und es sind eben nicht alle Psiloesser und -sucher so, sondern es gibt auch die, die es wirklich aus spirituellen Gründen nehmen oder eben einfach so, wo ich auch mein bisher einmaliges mal einordne. Bei denen besteht meiner Meinung nach dann auch keine Gefahr von Vergiftung oder einem Autounfall.

Auf der anderen Seite verhindert man so
vielleicht eine Vergiftung. Das wäre auch in meinem Interesse, da eine
Vergiftung die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit um so mehr auf solche
Pilze und insbesondere auf die Wiese, wo gesammelt wurde, lenkt

Das kann man auch anders sehen: Wo sich schon mal einer vergiftet hat, ist´s gefährlich und vielleicht wandern die Wiesenleerfutterer dann ja auch ab? Eine Vergiftung schafft in der Öffentlichkeit vielleicht auch etwas mehr Bewußtsein für die Gefahren des LBM-Speisens.
....aber man muß esja trotzdem nicht drauf anlegen ;-).

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

danke für Deine Antwort.

Ich denke man sollte schon die wichtigsten Merkmale nennen und dann auch dazu
sagen, daß man die Gesuchten doch etwas seltener findet alsoftmals
erträumt. Vielleicht hält das den ein oder anderen doch davon ab, wahrlos
alles in sich reinzufuttern. Suchhilfen würde ich (so einem) natürlich
keine geben, aber vielleicht würd ich sagen, wo er sie überall nicht
findet.

Gut. Ok. Aber, wie bei Gunter, wieso nicht? Denkst Du, diese Informationen sollten überhaupt nicht zugänglich sein? Wenn nicht, dann was ist für dich der Unterschied, ob ich es ihm sage, oder ob er den "steinigen Weg" gehen muß, wie ich in meiner Antwort an Georg beschrieben habe?

Bisher sind mir solche Wahrlosallesfresser allerdings noch nicht begegnet und
es sind eben nicht alle Psiloesser und -sucher so, sondern es gibt auch
die, die es wirklich aus spirituellen Gründen nehmen oder eben einfach so,
wo ich auch mein bisher einmaliges mal einordne. Bei denen besteht meiner
Meinung nach dann auch keine Gefahr von Vergiftung oder einem Autounfall.

Ja. Ich möchte eindeutig klären, daß ich nicht andeuten wollte, daß alle Leute, die mit halluzinogenen Pilzen experimentieren, so drauf sind, wie dieser, den ich beschrieben habe. Er war natürlich ein besonders schwerer Fall, aber eben deswegen hat er meine Gedanken zu diesen Fragen gelenkt.

Es gibt meiner Erfahrung nach in unserer Gesellschaft hautpsächlich zwei Arten von Leuten, die Enthogene zu sich nehmen: 1. diejenigen, die ihr Bewußtsein erforschen wollen, oder zu Spirituellen Zwecken diese Substanzen benutzen. 2. diejenigen, die auf Party, Party hinaus sind, oder Flucht vor Realität suchen und eben alles, was es so gibt, in sich reinknallen.

Ob es gerechtifertigt ist oder nicht, messe ich Gruppe 1 einer höheren Moral bei als Gruppe 2. Leute, die zu Gruppe 1 gehören, werden sowieso den Weg dorthin finden, wenn es ihnen wichtig genug ist. Vielleicht ist meine Frage, verhilft man Gruppe 2. auch dazu?

Das kann man auch anders sehen: Wo sich schon mal einer vergiftet hat, ist´s
gefährlich und vielleicht wandern die Wiesenleerfutterer dann ja auch ab?
Eine Vergiftung schafft in der Öffentlichkeit vielleicht auch etwas mehr
Bewußtsein für die Gefahren des LBM-Speisens.
....aber man muß esja trotzdem nicht drauf anlegen ;-).

Das hieße, bewußt die Leute sich vergiften lassen...kann ich nicht. Es könnte aber schlimmstenfalls bedeuten, daß die Wiese mit Anti-Pilz-Substanzen gespritz wird, wie es vor 10 Jahren in England der Fall gewesen ist. Die Eltern kriegen mit, daß ihre Kinder sich "Drogen" irgendwo aufsammeln, dann gibt's großes trara, und der Staat unternimmt irgendetwas. Wir sehen das heutzutage in einer anderen Version, wo kürzlich Salvia Divinorum in Dänemark dem Betäubungsmittelgesezt unterstellt wurde. Wird in Deutschland wahrscheinlich auch passieren.

Gruß

Josh

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Re: Pilze und Ethik...

Huperzia ⌂, (vor 8421 Tagen) @ josh

Gut. Ok. Aber, wie bei Gunter, wieso nicht? Denkst Du, diese Informationen
sollten überhaupt nicht zugänglich sein? Wenn nicht, dann was ist für dich
der Unterschied, ob ich es ihm sage, oder ob er den "steinigen
Weg" gehen muß, wie ich in meiner Antwort an Georg beschrieben habe?

Hallo Josh,

Warum sollte ich irgendjemandem, von dem ich erahne, daß sein Umgang damit nicht der ist, den ich gutheißen kann, dazu verhelfen? Ich verrate ja auch nicht jedem meine Steinpilzstellen - bei guten Freunden oder überhaupt bei Menschen,von denen ich weiß,daß sie sie genußvoll zubereiten und nicht einfach nur verschlingen, ist das eben anders.
Sooo steinig ist der steinige Weg auch nicht - meiner Meinung nachletztendlich weniger steinig als der Holperweg ;-).

Es gibt meiner Erfahrung nach in unserer Gesellschaft hautpsächlich zwei
Arten von Leuten, die Enthogene zu sich nehmen: 1. diejenigen, die ihr
Bewußtsein erforschen wollen, oder zu Spirituellen Zwecken diese
Substanzen benutzen. 2. diejenigen, die auf Party, Party hinaus sind, oder
Flucht vor Realität suchen und eben alles, was es so gibt, in sich
reinknallen.

Mir stößt die Formulierung unter 1. auch ein wenig auf - wahrscheinlich schon zu abgedroschen und mißbraucht oder eben einfach nur leer ohne Zusammenhang.
Es ist schwer (oder unmöglich) hier wirklich die "guten" von den "dummen" abzugrenzen.Und was sind die,die´s eben einfach nur mal ausprobieren?
Für den Umgang mit Psilo-Pilzlern würd ich im Zweifelsfall immer meinen Bauch entscheiden lassen ;-).

Ob es gerechtifertigt ist oder nicht, messe ich Gruppe 1 einer höheren Moral
bei als Gruppe 2. Leute, die zu Gruppe 1 gehören, werden sowieso den Weg
dorthin finden, wenn es ihnen wichtig genug ist. Vielleicht ist meine
Frage, verhilft man Gruppe 2. auch dazu?

Hilft man, wenn man hilft?
Ich würd mich da in möglichst wenig reinmischen. Da mir letztere sowieso weniger sympatisch sind, werd ich den Kontakt (wenn er denn Zustande kommt) auf einige trockne Informationen beschränken wollen.

Das hieße, bewußt die Leute sich vergiften lassen...kann ich nicht. Es könnte
aber schlimmstenfalls bedeuten, daß die Wiese mit Anti-Pilz-Substanzen
gespritz wird, wie es vor 10 Jahren in England der Fall gewesen ist. Die
Eltern kriegen mit, daß ihre Kinder sich "Drogen" irgendwo
aufsammeln, dann gibt's großes trara, und der Staat unternimmt
irgendetwas. Wir sehen das heutzutage in einer anderen Version, wo
kürzlich Salvia Divinorum in Dänemark dem Betäubungsmittelgesezt
unterstellt wurde. Wird in Deutschland wahrscheinlich auch passieren.

.....naja,manchmal können selbst Politiker denken. Nicht immer,aber hoffentlich immer öfter. Wie bei den sich fortbildenden Psilofutterern sollte man auch hier nicht die Hoffnung aufgeben ;-).

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Pilze und Ethik...

42, (vor 8421 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

Wir sehen das heutzutage in einer anderen Version, wo
kürzlich Salvia Divinorum in Dänemark dem Betäubungsmittelgesezt
unterstellt wurde. Wird in Deutschland wahrscheinlich auch passieren.

... naja,manchmal können selbst Politiker denken. Nicht immer,aber hoffentlich
immer öfter. Wie bei den sich fortbildenden Psilofutterern sollte man auch hier
nicht die Hoffnung aufgeben ;-).

Ob Politiker in der Lage sind, zu 'denken', sei mal dahingestellt. Bisher hatte
ich von 'Salvia Divinorum' noch nie gehört und habe dementsprechend etwas
gegoogelt. Auf den entsprechenden Seiten konnte ich aber nichts finden, was
mir eine Erklärung für Dein Gutheißen(?) der 'Betäubungsmitteluntergesetzstellung'
(was für ein Wort) geben könnte? Kannst Du mir noch was dazu sagen?

Liebe Grüße
Thomas

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

ich von 'Salvia Divinorum' noch nie gehört und habe dementsprechend etwas
gegoogelt. Auf den entsprechenden Seiten konnte ich aber nichts finden, was
mir eine Erklärung für Dein Gutheißen(?) der
'Betäubungsmitteluntergesetzstellung'
(was für ein Wort) geben könnte? Kannst Du mir noch was dazu sagen?

Ich heiße die Unterstellung von Salvia Divinorum dem BtmG nicht gut!

Salvia Divinorum ist ein Enthogen, das seit einem Jahrtausend von den Mazateken in Mexiko zu schamanischen Zwecken benutzt wird, und der westlichen Welt zwar seit 1952 bekannt ist, dennoch aber nur in eingeweihten Kreisen benutzt wurde und deshalb bislang in allen Ländern nicht verboten war. Leider wurde Salvia Divinorum (auch "Wahrsagersalbei" genannt) in den letzten ca. acht Jahren immer häufiger unter den Jugendlichen als eine Art legale Marijuana dargestellt und verkauft, was es ganz sicherlich nicht ist. Dies hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Salvia Divinorum gelenkt und dazu geführt, daß es immer mehr entrüstete Eltern gibt, und schließlich dazu, daß es dieses Jahr zuerst in Australian und vor kurzem in Dänemark für illegal erklärt wurde. Es ist abzusehen, daß Salvia Divinorum bald in den USA auch verboten sein wird. Dieser bedauerliche Zustand ist allein das Resultat unverantwörtlichen Umganges und auch skrupellosen Geldgiers.

Wenn Du Dich weiterhin über Salvia informieren willst, dann lese bitte den FAQ und den "user's guide" auf www.sagewisdom.org:

http://www.sagewisdom.org/faq.html
http://www.sagewisdom.org/usersguide.html

Natürlich gibt es auch gute Infos bei erowid.

-j

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Re: Pilze und Ethik...

Huperzia ⌂, (vor 8421 Tagen) @ 42

Hallo Tanja,
Ob Politiker in der Lage sind, zu 'denken', sei mal dahingestellt. Bisher
hatte
ich von 'Salvia Divinorum' noch nie gehört und habe dementsprechend etwas
gegoogelt. Auf den entsprechenden Seiten konnte ich aber nichts finden, was
mir eine Erklärung für Dein Gutheißen(?) der
'Betäubungsmitteluntergesetzstellung'
(was für ein Wort) geben könnte? Kannst Du mir noch was dazu sagen?
Liebe Grüße
Thomas

Hallo Thomas,

Ich gutheiße nichts,wollte lediglich die absolute Schwarzmalerei etwas abdämpfen. Die Politiker verzapfen zwar viel Blödsinn, aber esmuß ja nicht immer zum Schlimmsten kommen - also den pilzentsprizten Parkrasen z.B. ;-)

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Pilze und Ethik...

Oktober, (vor 8421 Tagen) @ josh

Hallo Josh,

das ist meiner Meinung nach keine Frage der Ethik, sondern Unwissenheit kontra Aufklärung.
Egal, ob nun die Story dieses Idioten der Wahrheit entspricht, oder - wahrscheinlicher – nicht, ist Information der einzig richtige Weg.

Gruß
Oktober

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ Oktober

Hallo,

Egal, ob nun die Story dieses Idioten der Wahrheit entspricht, oder -
wahrscheinlicher – nicht, ist Information der einzig richtige Weg.

Bin auch nicht für Information geheimhalten. siehe meine Antwort an Georg. Meine Frage ist eher "steiniger Weg, oder sofort-befriedigung und Unwissenden mächtige Werkzeuge in die Hand geben."

Aber, das andere verstehe ich nicht. Was willst Du mir sagen? Daß ich mir diese Geschichte aus irgendeinem Grund ausgedacht habe? Wieso sollte ich? Warum denkst Du, daß das "wahrscheinlicher" sei?

Gruß

-j

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Re: Pilze und Ethik...

Huperzia ⌂, (vor 8421 Tagen) @ josh

Hallo,
Bin auch nicht für Information geheimhalten. siehe meine Antwort an Georg.
Meine Frage ist eher "steiniger Weg, oder sofort-befriedigung und
Unwissenden mächtige Werkzeuge in die Hand geben."
Aber, das andere verstehe ich nicht. Was willst Du mir sagen? Daß ich mir
diese Geschichte aus irgendeinem Grund ausgedacht habe? Wieso sollte ich?
Warum denkst Du, daß das "wahrscheinlicher" sei?

Sieh´s mal spirituell:

Wenn jemand 20 Psilos (oder wieviel es eben grad braucht) findet, so hat das einen Sinn. Hat nicht spirituell gesehen alles einen Sinn? Wenn er also 20 Psilos findet, dann soll er sie auch haben ....

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Re: Pilze und Ethik...

Oktober, (vor 8421 Tagen) @ josh

Ich will Dir nicht unterstellen, dass Du Dir die Geschichte ausgedacht hast. Aber es ist gut möglich, dass der "Pilzfreund" hier Stories erzählt hat.

Er hat Dir ja zu verstehen gegeben, dass er bereits jahrelange Psilocybin Erfahrung hat. Wenn er dann (mit diesem Erfahrungshintergrund) behauptet, sich hinter das Steuer eines Fahrzeuges gesetzt zu haben, dann glaub ich Ihm das einfach nicht.

Zu Deiner Frage „schneller oder steiniger Weg":

Diese Frage stellt sich gar nicht. Jeder der mit Drogen experimentiert kommt irgendwann und irgendwie an diese Pilze. Interessant wird’s eher nach dem ersten Konsum; dann sind nämlich die „Just for Fun“ Typen ganz schnell wieder bei anderen Drogen.

Gruß
Oktober

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ Oktober

Hallo Oktober

Ich will Dir nicht unterstellen, dass Du Dir die Geschichte ausgedacht hast.
Aber es ist gut möglich, dass der "Pilzfreund" hier Stories
erzählt hat.
Er hat Dir ja zu verstehen gegeben, dass er bereits jahrelange Psilocybin
Erfahrung hat. Wenn er dann (mit diesem Erfahrungshintergrund) behauptet,
sich hinter das Steuer eines Fahrzeuges gesetzt zu haben, dann glaub ich
Ihm das einfach nicht.

danke, daß du das geklärt hast! ich hatte mich nämlich ein wenig auf den Schlips getreten gefühlt. :-)

Zu Deiner Frage „schneller oder steiniger Weg": Diese Frage stellt sich
gar nicht. Jeder der mit Drogen experimentiert kommt irgendwann und
irgendwie an diese Pilze. Interessant wird’s eher nach dem ersten Konsum;
dann sind nämlich die „Just for Fun“ Typen ganz schnell wieder bei anderen
Drogen.

Da stimme ich Dir mehr oder weniger zu, wobei, die meisten, die ich auf Wiesen getroffen haben, sind keine Bewußtseinserforscher, sondern essen sie immer wieder kleinere Mengen (ca. 20-40 skks entsprechend 0,5-1 gramm Trockengewicht), die, abgesehen vom allerersten Mal, wo auch 1 gr. eine Offenbarung bedeuten kann, durchaus keine heftige Erfahrungen hervorrufen, sondern eher bunt und spaßig sind (englisch "Eye-Candy"), wenn man es bereits kennt. Erfahrene Psychonauten, die 2-4 gr. trocken zu sich nehmen, kenne ich nur ein paar.

-j

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Re: Pilze und Ethik...

Mison, (vor 8421 Tagen) @ josh

hallo josh,

ich schließe mich georg uneingeschränkt an. egal, ob es um psilos geht oder , wie vor einigen tagen hier im forum, darum, dass pilzanfänger einen ganzen korb ihnen unbekannter pilze einsammeln - im sinne der mitarbeit an einer wald- und menschenfreundlichen kultur und auch im hinblick auf die gefahr, die für den einzelnen von so einem verhalten ausgehen kann, müssen wir da meines erachtens eingreifen (wobei ich mich selbst in dieses "wir" einschließe, obwohl ich alles andere als ein psv bin).

aber egal, ob auf der grünen wiese oder hier im forum, moralisierend wird man bei bestimmten zeitgenossen sicher nicht weiter kommen, eher noch das gegenteil von dem bewirken, was man will. in deinem beispiel wird es sicher nichts bringen, dem autofahrenden psilo-verehrer sein beschissenes verhalten vorzuhalten - so sehr ich deine entrüstung natürlich teile - gesagt hätte ich es ihm wahrscheinlich auch, hätt ich mir gar nicht verkneifen können. insofern ist es wohl eher dem eigenen aggressionsabbau zuträglich, wenn man in so einer situation versucht zu belehren. der zeitgenosse, den du beschreibst, macht allerdings nicht den eindruck, dass besonders viel von dem ankam, was du ihm gesagt hast. siehe auch das samthäubchen und seine reaktion.

was mich wieder auf die pilze bringt und auf dein anliegen, das ganze unter ethischen gesichtspunkten zu betrachten und nicht nur "psychohygienisch". solltest du - natürlich rein hypothetisch - diesen menschen irgendwann mal röchelnd am wegesrand finden, und er kann dir gerade noch mitteilen, dass er beim pilzverzehr wohl irgendeinen dummen fehler gemacht hat, kommst du an der frage nicht vorbei, inwieweit du für das arme sch*** verantwortlich bist. ich glaube allerdings nicht, dass man viel mehr machen kann als was du bereits getan hast: zu versuchen, menschen auf etwas hinzuweisen, wenn man über informationen oder besser: wissen (!) verfügt, das diese menschen nicht haben. diese hinweise dürfen auch ruhig mal etwas nachdrücklicher sein, wenn es immerhin um leben und tod, oder doch zumindest um (un)versehrtheit geht. nur sollte man eben nicht allzu große illusionen über die wirkung solcher worte hegen.

schönen gruß,
simon

p.s. wenn mir jetzt irgendjemand ein neurotisches verhältnis zur moral oder zum moralisieren vorwirft, weil ich dauernd darauf herumreite - nur zu. ;-))

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ Mison

Hallo Simon,

ich schließe mich georg uneingeschränkt an. egal, ob es um psilos geht oder ,
wie vor einigen tagen hier im forum, darum, dass pilzanfänger einen ganzen
korb ihnen unbekannter pilze einsammeln - im sinne der mitarbeit an einer
wald- und menschenfreundlichen kultur und auch im hinblick auf die gefahr,
die für den einzelnen von so einem verhalten ausgehen kann, müssen wir da
meines erachtens eingreifen (wobei ich mich selbst in dieses
"wir" einschließe, obwohl ich alles andere als ein psv bin).

hier trifft auch mein zweites Kommentar an Georg zu:

"Fällt mir hierzu noch ein, daß in diesem Fall nicht nach Information gefragt
wurde. Sondern hier ist auch die Frage, ob man dann aktiv den
Informationszufluß einschaltet. Es ist vielleicht ein Unterschied, ob man
auf der Suche ist, und sich informieren will, oder ob einer, der es weiß,
aktiv an andere mit diesen Informationen herantritt."

Bist Du für aktives heranschreiten? Was hältst du vom steinigen Weg, wie ich es in der ersten Antwort an Georg beschrieben habe?

aber egal, ob auf der grünen wiese oder hier im forum, moralisierend wird man
bei bestimmten zeitgenossen sicher nicht weiter kommen, eher noch das
gegenteil von dem bewirken, was man will. in deinem beispiel wird es
sicher nichts bringen, dem autofahrenden psilo-verehrer sein beschissenes
verhalten vorzuhalten - so sehr ich deine entrüstung natürlich teile -
gesagt hätte ich es ihm wahrscheinlich auch, hätt ich mir gar nicht
verkneifen können. insofern ist es wohl eher dem eigenen aggressionsabbau
zuträglich, wenn man in so einer situation versucht zu belehren. der
zeitgenosse, den du beschreibst, macht allerdings nicht den eindruck, dass
besonders viel von dem ankam, was du ihm gesagt hast. siehe auch das
samthäubchen und seine reaktion.

Hier muß ich klären, daß dieser Typ sonst ganz nett war und sich von dem, was ich sagte, überzeugen ließ. Er schmieß den Düngerling und das Samthäubchen weg, und sagte auch, er würde wohl die, die er vorgestern gesammelt hat, auch wegschmiessen müssen. Also hat er schon etwas dazu gelernt und war bereit, es aufzunehmen.

Gruß
-j

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Re: Pilze und Ethik...

Mison, (vor 8421 Tagen) @ josh

hallo josh,

das klingt doch ganz gut, wenn er die pilzchen weggeschmissen hat.
und auf deine frage: ja, absolut FÜR aktives einschreiten. das bild vom steinigen weg gefällt mir zwar auch gut - nicht nur als bild, sondern auch als methode - aber gerade bei pilzen wäre doch jeder ohne fremde hilfe als einstieg (und nach meiner erfahrung ist fremde hilfe auch danach immer mal wieder hilfreich oder vonnöten) aufgeschmissen, und insofern sollte man auch die resoluten "Alleine!"-vertreter bei gelegenheit auf gefahren aufmerksam machen. wie gesagt: bei dem einen oder anderen zeitgenossen vielleicht ohne hoffnung auf erfolg.

simon

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ Mison

Hallo Simon,

ja, genau. abgesehen von sehr wenigen, haben wir beinahe alle unser Pilzwissen von irgendjemandem anders. da ist auch nichts schlimm daran. Fast alles, alles, was wir wissen, haben wir von anderen gelernt. Wäre sonst ganz schön unpraktisch, wenn jeder wirklich jedesmal vom nichts aus anfangen müßte! ;-)

Es is vielleicht eine Frage des Wie-leicht-machens, oder eben des Scheinemachens. Hast Du "Zen in der Kunst des Bogenschiessens" gelesen? Die Zen-Meister lassen Dich auch ganz lange schwitzen und Sachen falsch machen. Erst dann schmeissen sie Dir den "Rettungsring", den du ohne den Zweifel nicht hättest annehmen können.

-j

hallo josh,
das klingt doch ganz gut, wenn er die pilzchen weggeschmissen hat.
und auf deine frage: ja, absolut FÜR aktives einschreiten. das bild vom
steinigen weg gefällt mir zwar auch gut - nicht nur als bild, sondern auch
als methode - aber gerade bei pilzen wäre doch jeder ohne fremde hilfe als
einstieg (und nach meiner erfahrung ist fremde hilfe auch danach immer mal
wieder hilfreich oder vonnöten) aufgeschmissen, und insofern sollte man
auch die resoluten "Alleine!"-vertreter bei gelegenheit auf
gefahren aufmerksam machen. wie gesagt: bei dem einen oder anderen
zeitgenossen vielleicht ohne hoffnung auf erfolg.
simon

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Re: Pilze und Ethik...

Huperzia ⌂, (vor 8421 Tagen) @ josh

Hallo Simon,
ja, genau. abgesehen von sehr wenigen, haben wir beinahe alle unser
Pilzwissen von irgendjemandem anders. da ist auch nichts schlimm daran.
Fast alles, alles, was wir wissen, haben wir von anderen gelernt. Wäre
sonst ganz schön unpraktisch, wenn jeder wirklich jedesmal vom nichts aus
anfangen müßte! ;-)
Es is vielleicht eine Frage des Wie-leicht-machens, oder eben des
Scheinemachens. Hast Du "Zen in der Kunst des Bogenschiessens"
gelesen? Die Zen-Meister lassen Dich auch ganz lange schwitzen und Sachen
falsch machen. Erst dann schmeissen sie Dir den "Rettungsring",
den du ohne den Zweifel nicht hättest annehmen können.
-j

Hallo Josh,

Naja,irgendwo ist da ein Unterschied.
Immerhin will der Zen-Schüler ja was lernen und der Psilofutterer will oft eben nur den Psilo futtern und nicht unbedingt etwas über den psilo lernen - leider!

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Pilze und Ethik...

josh, (vor 8421 Tagen) @ Huperzia

Hi,

hmmm. nicht jeder, der so etwas auf hohem Niveau betreibt (z.B. renommierte Psychologen und Professoren an Universitäten, aber auch moderne Shamanen und Eigenes-Bewußtseinsforscher) mag aber auch Hobby-Mykologe werden.

-j

Naja,irgendwo ist da ein Unterschied.
Immerhin will der Zen-Schüler ja was lernen und der Psilofutterer will oft
eben nur den Psilo futtern und nicht unbedingt etwas über den psilo lernen
- leider!
Viele Grüße,
Tanja

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Re: Pilze und Ethik...

Huperzia ⌂, (vor 8421 Tagen) @ josh

Hi,
hmmm. nicht jeder, der so etwas auf hohem Niveau betreibt (z.B. renommierte
Psychologen und Professoren an Universitäten, aber auch moderne Shamanen
und Eigenes-Bewußtseinsforscher) mag aber auch Hobby-Mykologe werden.

Na,aber die werden dann ernsthaft jemanden finden, der ihnen auch helfen mag. Zum andern haben diese Leute auch Zeit und können warten.

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Zusammenfassung und Reformulierung...

josh, (vor 8421 Tagen) @ josh

Danke erstmal für die interessanten Beiträge.

Vergessen wir den "Idioten". Der war kein Idiot, sondern nur unwissend, und wollte nur ein wenig Spaß. Will ich ja auch, wenn ich Achterbahn fahre oder ins Kino gehe. Ich habe mich auch schon mal betrunken...und bestimmt nicht zur spirituellen Zwecken. ;-)

Ich habe den Eindruck, wir sind uns mehr oder weniger einig, daß die Information nicht zurückgehalten sollten, vor allem dann, wenn danach gefragt wird.

Die Frage, die ich gerne erötern möchte ist: sollte jeder, der dahin will, den steinigen Weg gehen müssen. Sollte man nur auf Nachfrage Information geben, oder aktiv mehr Information geben als danach gefragt wurde? Für mich war aber der "steiniger Weg" wie gesagt bereichernd und wichtig.

Gruß

Josh

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Zen und Steinige Wege

josh, (vor 8421 Tagen) @ josh

dies habe ich gerade als Antwort an Simon geschrieben, möchte aber nicht, daß es da unten im subsubthread vergraben bleibt, sondern mit "Zusammenfassung und Reformulierung" berücksichtigt wird:

Es is vielleicht eine Frage des Wie-leicht-machens, oder eben des Scheinemachens. Hast Du "Zen in der Kunst des Bogenschiessens" gelesen? Die Zen-Meister lassen Dich auch ganz lange schwitzen und Sachen falsch machen. Erst dann schmeissen sie Dir den "Rettungsring", den du ohne den Zweifel nicht hättest annehmen können.

Das ist der steiniger Weg. Nur so lernt man richtig.

Gruß

Josh

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Re: Pilze und Ethik...

EricS ⌂, (vor 8421 Tagen) @ josh

Hi Josh,

die von Dir beschriebenen Pilzsammler kenne ich auch. Verblüffenderweise hatten sie aber immer tatsächlich die begehrten Kahlköpfe gesammelt und ich kenne auch mindestens ein Gebiet hier ganz in der Nähe, in dem mit hoher Stetigkeit Funde gemacht werden können. Und von wem hab' ich die Information? Von einem Bekannten der sich die Welt gerne mal etwas bunter anschaut.

Nun, vor ein paar Jahren (mit 19 glaube ich), habe ich zum ersten (von insgesamt zweimal) von Psilocyben gekostet. Ich bereue es nicht, die Erfahrung war es wert, doch würde ich es nicht mehr tun. Irgendwie hat es seine Faszination verloren. Wir sind dazu nach Basel gefahren und haben eine Tüte der getrockneten P.cubensis gekauft. Gegessen habe ich meine 4-5 Pilze parallel zu einem Roggenbrötchen mit Philadelphia - die Pilze schmeckten einfach nur *böarks*. Mit Einsetzen der Wirkung geschah natürlich seltsames:

- ein Freund stolperte über eine Treppenstufe, wir anderen kriegten uns nicht mehr und waren für eine Viertelstunde nur am lachen. Aber so, daß man hinterher total verheult war und einem die Bauchmuskeln weh taten.

- Dinge fingen an sich zu bewegen. Beispielsweise hoben und senkten sich sämtliche Gullydeckel periodisch (nicht willkürlich, sondern sehr gleichförmig).

- besonders auffallend waren die anderem Menschen. Die einen hatten sonderbare Farben (speziell Haare und Gesicht), andere sahen aus wie lebende Tote (blaß und mit den Konturen ihres Schädels direkt unter der Haut). Schaute man genauer hin, konnte man auf jedem Gesicht unzählige Haare feststellen, die einem in Normalform nie und nimmer aufgefallen wären.

Nach etwa 3 Std. war die Wirkung komplett verflogen, die Welt um einen herum war plötzlich - sagen wir einmal öde.

Persönlich werde ich das nicht wiederholen, mir ist die Lust daran vergangen. Lieber laufe ich 3 Std. im Wald spazieren und finde mir unbekannte Pilze, die sich meist erfolgreich einer Heimbestimmung erwehren. Oder als Spruch aus der philosophischen Mottenkiste: "Die Welt ist bunt genug - als das man sie sich mit Pilzen o.ä. noch bunter gestalten müßte." Es war wie gesagt eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte, doch für mich hat sie ihren Reiz verloren.

Die Methodik vieler Psilocyben-Sammler stößt bei mir aber auf Unverständnis. Die Psilosuche gleicht zu oft einem Glücksspiel, zumal das erforderliche Wissen um Verwechslungsgefahren meist fehlt. Im DGfM-Forum wurde einmal der Fall einiger Jugendlicher erörtert, die in ihrer Arglosigkeit einfach die erstbesten "kegeligen, braunen Pilze" mitnahmen, die ihnen begegneten. Wohl in absoluter Unkenntnis der ökologischen Ansprüche eines Spitzkegeligen Kahlkopfes nahmen sie getreu dem Motto "Pilze findet man im Wald" fatalerweise ein paar Spitzgebuckelte Rauhköpfe (Cortinarius orellanus) mit nach Hause - mit tödlichen Folgen.

Die Alternative ins Ausland zu fahren und sich dort bei Verkäufern einzudecken ist da allemal sicherer.

Der Genuß von Psilocyben wird verglichen mit anderen Drogen noch als relativ harmlos eingestuft. Auch der therapeutische Nutzen von Psilocybin wird oft genug wiederholt. Novartis (glaube ich) hat den Reinstoff auch schon produziert und vertrieben, doch wurde die Herstellung eingestellt. Eigentlich sind die Pilze besser als ihr Ruf, sollte man meinen.

Ich möchte jetzt nicht auf das Thema "Legalize it" vs. "Ban it" kommen, das würde doch zu weit führen (und die Forenbenutzer würden sich gegenseitig die Schädel einschlagen *gg*). Doch: wer auch immer naturbelassene Rauschmittel haben möchte, der bekommt sie auch - gratis und bereits vorbestimmt. In jedem Botanischen Garten.

Ich hoffe nicht zu weit ins Faseln abgerutscht zu sein ;-)))

Viele Grüße,

Eric

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Many Paths lead to the Way...

josh, (vor 8421 Tagen) @ EricS

Oder als Spruch
aus der philosophischen Mottenkiste: "Die Welt ist bunt genug - als
das man sie sich mit Pilzen o.ä. noch bunter gestalten müßte."

Manche Leute kommen zu den Pilzen, um zu erfahren, daß sie keine Pilze brauchen. Ironisch ist, daß sie diese Erkenntnis ohne die Pilze sehr wahrscheinlich nie erlangt hätten.

-j

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Re: Pilze und Ethik...

Schnapper, (vor 8421 Tagen) @ josh

hi,

jo so leute trifft man öfter beim pilzesuchen, nicht nur beim psillosuchen :P
denke aufklären ist das einzig richtige, auch kann man versuchen solche leute ein wenig sensibler für dieses thema zu machen. ich persönlich möchte die vielen spassigen abende nicht missen die wir mit den psilos hatten, wobei zugegebener weise einiges erst nachträglich komisch wird. naja, und manchen haben sie ja wirklich geholfen in meinem bekanntenkreis, wobei ich nicht sagen möchte das es nur an den pilzen lag. ich für meinen teil habe mittlerweile aber nicht mehr die nerven dafür, eigendlich schade wenn ich jetzt so drüber nachdenke :)