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Großer Pilz an 230 Jahre altem Naturdenkmal

Sabine aus Freiburg, (vor 8412 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

gestern bin ich in Freiburg an dem Naturdenkmal in der Fürstenbergstraße
vorbeigefahren. Es handelt sich dabei um 2 Linden, die jeweils
ca. 230 Jahre alt sind und mehrere Meter Stammumfang haben.

Eine der beiden Linden hat schon seit Jahren von oben bis unten
einen Riss in der Rinde und Feuerspuren, wohl durch einen Blitz.

In der Nähe von diesem Riss bzw. von der Brandstelle wächst seit einiger
Zeit ein sehr imposanter Pilz an der Linde. Meine Messung mit der Hand
ergab für den "Hutrand" (wobei das kein Hut ist!), also für den
äußeren Rand des Pilzes insgesamt 60 cm (= 3x meine
Daumen-Zeigefinger-"Spannweite").

Hier sind verschiedene Ansichten von dem Pilz:

http://nafoku.de/pilze/htm/porling3.htm

In meinen Büchern habe ich natürlich zuallererst geschaut,
aber nichts Ähnliches gefunden. Ein ganz kleines bisschen
erinnerte mich der Pilz an den Rotrandigen Baumschwamm, der
wohl aber nicht so groß wird.

Ob das überhaupt ein Porling ist, weiß ich nicht, ich habe ihn
dort erstmal eingeordnet!

Herzliche Grüße
von Sabine

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Re: Großer Pilz an 230 Jahre altem Naturdenkmal

Wolfgang P., (vor 8412 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

In meinen Büchern habe ich natürlich zuallererst geschaut,
aber nichts Ähnliches gefunden. Ein ganz kleines bisschen
erinnerte mich der Pilz an den Rotrandigen Baumschwamm, der
wohl aber nicht so groß wird.
Ob das überhaupt ein Porling ist, weiß ich nicht, ich habe ihn
dort erstmal eingeordnet!

Hi Sabine,

ein "Porling" im weiteren Sinne ist es sicherlich, aber in die Gattung Polyporus gehört er sicher nicht - die haben einen fast zentralen Stiel.
Mit dem rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis) liegst Du gar jedenfalls näher 'dran. Hat er denn streng säuerlich gerochen?

Leider sind die Porlinge nicht meine Stärke, die Bestimmung überlasse ich lieber Werner Pohl & Co. ...

Gruß,

Wolfgang

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Weiteres Bild: dasselbe Exemplar im Frühsommer *PIC*

Sabine aus Freiburg, (vor 8412 Tagen) @ Wolfgang P.

Hi Wolfgang,

ein "Porling" im weiteren Sinne ist es sicherlich, aber in die
Gattung Polyporus gehört er sicher nicht - die haben einen fast zentralen
Stiel.
Mit dem rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis) liegst Du gar jedenfalls näher
'dran. Hat er denn streng säuerlich gerochen?

Er hatte keinen besonderen Geruch!

Er hat ziemlich festes Fleisch, was bestimmt auch am Alter liegt,
aber sein Fleisch ist trotz der Festigkeit schön hell.

Ich hab den Pilz auch schon mal im Frühsommer fotografiert, da war
er noch wesentlich kleiner als jetzt:

[image]

Lieber Gruß
von Sabine

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vermutliche Rotrandiger Baumschwamm

Karl Keck ⌂, (vor 8412 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hallo Sabine,

ich denke, Du hast den Rotrandigen Baumschwamm, Fomitopsis pinicola, fotografiert. Früher hieß er mal Fichtenporling, da er aber auch an verschiedenen Laubbäumen vorkommen kann, bekam er einen neutralen deutschen Namen, während der wissenschaftliche Name bei "pinicola" blieb.
Der kann durchaus stattliche Maße erreichen!
Wie schon Wolfgang schrieb, sollte er in frischem Zustand eigentlich etwas säuerlich riechen.
Grüße, Karl

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Re: Weiteres Bild: dasselbe Exemplar im Frühsommer

Rene, (vor 8412 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hi Wolfgang,

ein "Porling" im weiteren Sinne ist es sicherlich, aber in die


Er hatte keinen besonderen Geruch!
Er hat ziemlich festes Fleisch, was bestimmt auch am Alter liegt,
aber sein Fleisch ist trotz der Festigkeit schön hell.
Ich hab den Pilz auch schon mal im Frühsommer fotografiert, da war
er noch wesentlich kleiner als jetzt:
Lieber Gruß
von Sabine

Hallo Sabine, hallo Karl

Kann mich Karl Kecks Bestimmung Fomitopsis pinicola, Rotrandiger Baumschwamm auch anschliessen. Diese Art ist sehr vielgestaltig und hat entgegen ihrem deutschen Namen selten einen roten Rand. Allerdings interpretiere ich den Artnamen "pinicola" nicht auf die Fichte (Picea abies) [alter Name Fichtenporling] sondern bezieht sich wohl eher auf die Kiefer, Föhre und Arve deren Gattungsnamen mit Pinus beginnen. "cola" kommt wohl von "colere = bewohnend", also pinicola = kiefernbewohnend (o.s.ä). Entgegen der Namensgebung kommt diese Art auf verschiedenen andern Hölzern, auch Laubhölzern und auch auf Fichte vor. Gerade dieses Jahr scheint diese Art rekordverdächtige Fruchtkörper ausbilden zu wollen. Dies ist mir jedenfalls in unserer Region in den letzten Tagen besonders aufgefallen. Ob dies mit den besonderen klimatischen Verhältnissen des Jahres 2003 zusammenhängt weiss ich aber nicht genauer zu bestätigen.

Gruss René

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Danke

Sabine aus Freiburg, (vor 8411 Tagen) @ Rene

Lieber René und alle die geholfen haben,

ganz herzlichen Dank, ich hab den Pilz also als Fomitopsis pinicola
aufgenommen und zu den bisher fotografierten Rotrandigen Baumschwämmen
sortiert:

http://nafoku.de/pilze/htm/porling.htm

Diese Art ist sehr vielgestaltig und hat entgegen ihrem
deutschen Namen selten einen roten Rand. Allerdings interpretiere ich den
Artnamen "pinicola" nicht auf die Fichte (Picea abies) [alter
Name Fichtenporling] sondern bezieht sich wohl eher auf die Kiefer, Föhre
und Arve deren Gattungsnamen mit Pinus beginnen. "cola" kommt
wohl von "colere = bewohnend", also pinicola = kiefernbewohnend
(o.s.ä). Entgegen der Namensgebung kommt diese Art auf verschiedenen
andern Hölzern, auch Laubhölzern und auch auf Fichte vor.

Und vielen Dank für die Infos dazu!

Und ich hoffe, dass meine Einordnung zu den Polyporaceae ebenfalls
richtig ist? :-)

Lieber Gruß
von Sabine

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Re: Danke

Rene, (vor 8411 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Und ich hoffe, dass meine Einordnung zu den Polyporaceae ebenfalls
richtig ist? :-)

Familie Polyporaceae ist o.K.

Gruss René

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Nachträgliche Anmerkung

Werner2, (vor 8411 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hallo Sabine,

ich muss gestehen, dass mich erst die anderen, besonders die dunklen, schwärzlichen FK mit dem roten Rand, welche Du bei Deiner Fotozusammenstellung zeigst, mich abschließend von F.pinicola überzeugt haben.
Besonders dein 2. Foto vom Frühsommer sieht einer Art ähnlich, welche
neben dem Zunderschwamm als Doppelgänger von F. pinicola gelten kann.
Dies ist Ganoderma resinaceum, der Harzige Lackporling.
Da mag zwar der eine oder andere quietschen und den Kopf schütteln, und denken: "ne der sieht doch ganz anders aus". Aber nur, weil die meisten das Bild aus "Pilze der Schweiz, Band II" im Kopf haben, was ich nicht für sehr typisch halte.
G. resinaceum kann jungen F. pinicola täuschend ähnlich sehen, und wächst nicht nur an Eiche. Wir haben von dieser seltenen Art hier mehrere Funde von Weide. Habe so ein Teil gerade neben meiner Tastatur liegen, was mich richtig anlacht.
Die FK sind ziemlich leicht und die rotbräunliche Lackkruste schmilzt unter Hitze. Ein gutes Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal.
Gruss Werner2

Hi Wolfgang,

ein "Porling" im weiteren Sinne ist es sicherlich, aber in die


Er hatte keinen besonderen Geruch!
Er hat ziemlich festes Fleisch, was bestimmt auch am Alter liegt,
aber sein Fleisch ist trotz der Festigkeit schön hell.
Ich hab den Pilz auch schon mal im Frühsommer fotografiert, da war
er noch wesentlich kleiner als jetzt:
Lieber Gruß
von Sabine

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Re: Nachträgliche Anmerkung

Sabine aus Freiburg, (vor 8411 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner2,

ich muss gestehen, dass mich erst die anderen, besonders die dunklen,
schwärzlichen FK mit dem roten Rand, welche Du bei Deiner
Fotozusammenstellung zeigst, mich abschließend von F.pinicola überzeugt
haben.

Aber Vorsicht, in meiner F. pinicola Sammlung sind ja verschiedene Pilze von
verschiedenen Orten und Funden!

http://nafoku.de/pilze/htm/fomitop1.htm

Schau am besten auf das jeweilige Fotodatum und den Fundort,
dann weißt du, welche zu dem "Naturdenkmalpilz" (an besagter Linde)
gehören.

Die ganz rotrandigen Exemplare habe ich vor ein paar Jahren
in Taubergießen fotografiert, das sind natürlich ganz sicher
F. pinicola.

Lieber Gruß
von Sabine

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Das habe ich übersehen.

Werner2, (vor 8410 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hallo Sabine, dass die Bilder von unterschiedlichen Funden stammen, habe ich übersehen.
Daher bleibe ich bei meinen (vorsichtigen) Bedenken hinsichtlich einer absolut sicheren Zuordnung zu Fomitopsis pinicola.
Gruss Werner2

Hallo Werner2,

ich muss gestehen, dass mich erst die anderen, besonders die dunklen,

Aber Vorsicht, in meiner F. pinicola Sammlung sind ja verschiedene Pilze von
verschiedenen Orten und Funden!
http://nafoku.de/pilze/htm/fomitop1.htm
Schau am besten auf das jeweilige Fotodatum und den Fundort,
dann weißt du, welche zu dem "Naturdenkmalpilz" (an besagter Linde)
gehören.
Die ganz rotrandigen Exemplare habe ich vor ein paar Jahren
in Taubergießen fotografiert, das sind natürlich ganz sicher
F. pinicola.
Lieber Gruß
von Sabine