Pilze Pilze Forum
Erweitert

Frage zu Röhrlingen *PIC*

Max, (vor 8408 Tagen)

Liebe Röhrlingsspezialisten

Ich bitte Euch um Eure Mithilfe bei der Bestimmung zweier Röhrlinge,
welche ich nicht zuordnen kann.

Diese Röhrlinge habe ich am 9. Juli dieses Jahres auf einer total ausgetrockneten Alpweide im Schweizer Jura (1200m.ü.M.) gefunden. Unter einer alleinstehenden Fichte aber am Rande (ca 20m) des Bergbuchenwaldes.

[image]

Diesen Röhrling mit einem Hutdurchmesser von 14cm habe ich gestern Abend
im Nadelwald auf morschem Holz wachsend gefunden. Ist das ein ganz gewöhnlicher
Rotfussröhrling?

[image]

Besten Dank für Eure Hilfe und Gruss
Max

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Harry, (vor 8408 Tagen) @ Max

Diesen Röhrling mit einem Hutdurchmesser von 14cm habe ich gestern Abend
im Nadelwald auf morschem Holz wachsend gefunden. Ist das ein ganz
gewöhnlicher
Rotfussröhrling?

Hallo Max,

könnte Xerocomus rubellus, der Blutrote Röhrling sein.

Zum ersten Bild sagen sicherlich die Röhrlingsspezies was.

Gruss

Harry

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Andreas ⌂, (vor 8408 Tagen) @ Max

Hallo Max,

also zum ersten Bild kann ich nicht viel sagen :-( - schwierig einzuschätzen inwieweit die Trockenheit die Farben verändert hat. Es scheint sich entweder um einen Steinpilz(-verwandten) zu handeln, oder um eine gelbporige Art (scheint mir wahrscheinlicher). Dann käme z.B. B. subappendiculatus in Betracht, für den die Hutfarbe gar nicht paßt, oder B. calopus, dessen Laubwaldformen recht ähnlich aussehen können. Hast DU nähere Angaben zur Fleischverfärbung, Bitterkeit o.ä.?

Der zweite Röhrlingist meiner Meinung nach Xerocomus pruinatus, der Herbst-Rotfuß. Die Hutoberfläche und vor allem der hohe Rotantiel (gut sichtbar im violetten Rändchen der Huthaut) lassen das m.E. am Wahrscheinlichsten erscheinen.

Beste Grüße,
Andreas

Liebe Röhrlingsspezialisten
Ich bitte Euch um Eure Mithilfe bei der Bestimmung zweier Röhrlinge,
welche ich nicht zuordnen kann.
Diese Röhrlinge habe ich am 9. Juli dieses Jahres auf einer total
ausgetrockneten Alpweide im Schweizer Jura (1200m.ü.M.) gefunden. Unter
einer alleinstehenden Fichte aber am Rande (ca 20m) des Bergbuchenwaldes.

Diesen Röhrling mit einem Hutdurchmesser von 14cm habe ich gestern Abend
im Nadelwald auf morschem Holz wachsend gefunden. Ist das ein ganz
gewöhnlicher
Rotfussröhrling?

Besten Dank für Eure Hilfe und Gruss
Max

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Karl-Heinz ⌂, (vor 8408 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
denke das ist ein ganz normaler Rotfuß, wenn auch spät im Jahr. B. pruinatus hat nicht soviele Rottöne im Stiel.
Und der erste, könnte das nicht sogar ein, wenn auch alter B. fechtneri sein?
Gruß
Karl-Heinz

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Harry, (vor 8408 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Andreas,
denke das ist ein ganz normaler Rotfuß, wenn auch spät im Jahr. B. pruinatus
hat nicht soviele Rottöne im Stiel.
Und der erste, könnte das nicht sogar ein, wenn auch alter B. fechtneri sein?
Gruß
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz, hallo Andreas

schaut Euch mal das Funddatum an. Es ist vom 9 Juli die Rede, das ist euch wohl entgangen.

Gruss

Harry

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Karl-Heinz ⌂, (vor 8408 Tagen) @ Harry

Hallo Harry,
aber der Rotfuß ist von "Gestern Abend".
Gruß
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz, hallo Andreas
schaut Euch mal das Funddatum an. Es ist vom 9 Juli die Rede, das ist euch
wohl entgangen.
Gruss
Harry

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Sorry Karl-Heinz, hab ich übersehen. :-(( *oT*

Harry, (vor 8408 Tagen) @ Karl-Heinz

- kein Text -

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Sorry Karl-Heinz, hab ich übersehen. :-((

Karl-Heinz ⌂, (vor 8408 Tagen) @ Harry

Hallo Harry,
ist doch kein Thema; ich mußte erst auch noch einmal nachlesen...., weil ich mir nicht mehr sicher war wegen des Funddatums.
Grüße
Karl-Heinz

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Jürgen, (vor 8408 Tagen) @ Karl-Heinz

Mein spontaner Eindruck war auch "alter Boletus fechtneri", den ich schon mit solchen blasslila Tönen am Hut gefunden habe. Zu fechtneri passen auch die dominant graubraune Hutfarbe, die blauenden Poren und der Gesamthabitus, besonders die schwach keulig-abgerundete Stielform, ganz gut. Schade, dass Du ihn nicht fürs Foto durchgeschnitten hast.

Man kann aber auch - vor allem vom Standort her - an Boletus subappendiculatus oder an eine "abstruse" Steinpilzvarietät mit blauenden Poren denken, die vor einigen Jahren aus den Alpen beschrieben wurde (Boletus edulis var. pusteriensis). Boletus calopus halte ich für wenig wahrscheinlich.

Das zweite Foto zeigt ziemlich sicher Xerocomus pruinatus, der im Alter durchaus einen derart intensiv roten Stiel bekommen kann. Auch das Habitat und die Erscheinungszeit sind charakteristisch. Für chrysenteron ist die Huthaut zu glatt und zu intensiv rot gefärbt.

Gruß, Jürgen

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Andreas ⌂, (vor 8407 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

mag sein, dass es "noch" ein Rotfuß ist, aber wenn pruinatus alt ist nehmen die Rottöne am Stiel zu und er kann durchaus auch soo rot werden. Und die Hutoberfläche und -farbe spricht eigentlich doch für pruinatus. Jürgen sieht das ja ebenso, und da der sich mit Röhrlingen besser auskennt als ich nehm' ich die Bestimmung malals gesichert an.

Witzig, an fechtneri hatte ich, ebenso wie Du und Jürgen, auch zuerst gedacht, aber wegen des Standortes unter Fichte als recht unwahrscheinlich angesehen. Schade, dieser Fund wird sich wohl nicht klären lassen ....

Beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,
denke das ist ein ganz normaler Rotfuß, wenn auch spät im Jahr. B. pruinatus
hat nicht soviele Rottöne im Stiel.
Und der erste, könnte das nicht sogar ein, wenn auch alter B. fechtneri sein?
Gruß
Karl-Heinz

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Max, (vor 8407 Tagen) @ Jürgen

Hallo liebe Forumsleser

Herzlichen Dank für die vielen wertvollen Tipps.
Zum ersten Rörhrling muss ich noch beifügen dass ich mich im Funddatum
verschrieben habe, es war der 9. August. Im "dicken" Buch von Frau
Dähncke sehe ich einen b. pulchrotinctus welcher ziemlich genau passen
würde. Leider ist über diesen Pilz nicht viel zu erfahren. Wisst Ihr ob
diese Art noch ihre Berechtigung hat und in CH, D und A auch schon gesichtet
worden ist. Falls jemand meinen Pilz genauer unter die Lupe nehmen will, würde
ich ihm diesen gerne in getrockneter Form zusenden. Ich habe beide Pilze am
Stück an der Sonne getrocknet. Heiss genug war es ja dazu.

Gruss Max

Mein spontaner Eindruck war auch "alter Boletus fechtneri", den ich
schon mit solchen blasslila Tönen am Hut gefunden habe. Zu fechtneri
passen auch die dominant graubraune Hutfarbe, die blauenden Poren und der
Gesamthabitus, besonders die schwach keulig-abgerundete Stielform, ganz
gut. Schade, dass Du ihn nicht fürs Foto durchgeschnitten hast.
Man kann aber auch - vor allem vom Standort her - an Boletus
subappendiculatus oder an eine "abstruse" Steinpilzvarietät mit
blauenden Poren denken, die vor einigen Jahren aus den Alpen beschrieben
wurde (Boletus edulis var. pusteriensis). Boletus calopus halte ich für
wenig wahrscheinlich.
Das zweite Foto zeigt ziemlich sicher Xerocomus pruinatus, der im Alter
durchaus einen derart intensiv roten Stiel bekommen kann. Auch das Habitat
und die Erscheinungszeit sind charakteristisch. Für chrysenteron ist die
Huthaut zu glatt und zu intensiv rot gefärbt.
Gruß, Jürgen

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

@Andreas

Jürgen, (vor 8407 Tagen) @ Andreas

"da der sich mit Röhrlingen besser auskennt als ich"

Na, jetzt mach aber bitte mal halblang;o)

Grüße, Jürgen

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Frage zu Röhrlingen

Jürgen, (vor 8407 Tagen) @ Max

Hallo Max,

Also je öfter ich mir Deinen Fund betrachte, desto stärker tendiere ich in Richtung Boletus fechtneri. Eine Steinpilzart scheidet wohl aus. Du hast aber recht, dem Bild nach könnte man auch an Boletus pulchrotinctus denken. Allerdings ist diese Art nördlich der Alpen noch nicht (sicher) nachgewiesen, wenn man mal von den Funden am Blutsee bei Würzburg absieht, die ja hier im Forum schon von Rudi Markones in schönen Fotos vorgestellt wurden (von denen ich persönlich aber meine, dass sie gelbporigen Boletus legaliae zeigen). 1200 Meter Meereshöhe so weit nördlich vom Mittelmeerraum, wo pulchrotinctus sein Hauptverbreitungsgebiet hat, sind halt schon ein ziemlicher Pappenstiel (und auch für Boletus fechtneri in hiesigen Breiten ein Extremwert).

Vielleicht kann ja Christoph mit Bild/Exsikkat noch was anfangen?

Grüße Jürgen

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

fechtneri und pulchrotinctus

Rudi, (vor 8407 Tagen) @ Jürgen

Hallo Max, Jürgen &co,

Mir erscheint der erste auch wie fechtneri, nur der Standort...
In Frage käme m.E. auch noch B. radicans, den hab ich auch schon unter Fichten mit ca 10m Abstand zu Buchen gefunden.
Ähnliches gilt für subappendiculatus- gut wären halt Hinweise zu Geschmack, Fleisch und Verfärbung.
Nach pulchrotinctus schauts mir nicht aus.
Übrigens, ich hab gerade von Christoph Hahn erfahren, daß meine pulchrotinctus doch keine waren (wie Du, Jürgen ja schon geargwöhnt hast). Nach ersten mikroskopischen Untersuchungen war er noch guter Dinge, dann hat er nach langdauernden (ich glaub) genetischen Untersuchungen doch die Funde zu B. legaliae gestellt. Ganz so einfach ist scheints die Bestimmung von so seltenen Röhrlingen nicht...
Natürlich kann man nur nach Bildern selten sicher sein, aber gottseidank ist der genetische Fingerabdruck bei der Pilzbestimmung noch(!) nicht Standard.

Der Xerocomus sollte aber pruinatus sein.

Grüße Rudi

Hallo Max,
Also je öfter ich mir Deinen Fund betrachte, desto stärker tendiere ich in
Richtung Boletus fechtneri. Eine Steinpilzart scheidet wohl aus. Du hast
aber recht, dem Bild nach könnte man auch an Boletus pulchrotinctus
denken. Allerdings ist diese Art nördlich der Alpen noch nicht (sicher)
nachgewiesen, wenn man mal von den Funden am Blutsee bei Würzburg absieht,
die ja hier im Forum schon von Rudi Markones in schönen Fotos vorgestellt
wurden (von denen ich persönlich aber meine, dass sie gelbporigen Boletus
legaliae zeigen). 1200 Meter Meereshöhe so weit nördlich vom
Mittelmeerraum, wo pulchrotinctus sein Hauptverbreitungsgebiet hat, sind
halt schon ein ziemlicher Pappenstiel (und auch für Boletus fechtneri in
hiesigen Breiten ein Extremwert).
Vielleicht kann ja Christoph mit Bild/Exsikkat noch was anfangen?
Grüße Jürgen

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

pulchrotinctus

Rudi, (vor 8407 Tagen) @ Max

Hallo Max,

Wie ich weiter unten gerade geschrieben habe, war "mein" pulchrotinctus von 2002 und 03 nun doch keiner.
Ich hatte mich natürlich bei den Spezis umgehört und erfahren, daß dieser Kerl bisher nur in Spanien und Süditalien gemeldet wurde.
Fehlanzeigen von Norditalien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Ungarn, Slowakei und waohl auch Slowenien.
Möglicherweise kommt er noch im südlichen Balkan vor, von dort hab ich keine Hinweise.

Grüße Rudi

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Danke für die Info!

Jürgen, (vor 8407 Tagen) @ Rudi

Vor allem sieht man daran, wie verteufelt schwer es ist, bei so seltenen Arten einen Überblick über die gesamte Variationsbreite zu bekommen. Deshalb waren die Blutseefunde sehr wichtig!!!

Viele Grüße nach Kist!
Jürgen

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: pulchrotinctus

Jürgen, (vor 8405 Tagen) @ Rudi

Hallo Rudi,

Courtecuisse & Duhem geben Boletus pulchrotinctus auch für Frankreich an, und ich meine mich zu entsinnen, auch schon Fotos der Art von Alain Estadès gesehen zu haben.

Grüße, Jürgen

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: pulchrotinctus

Rudi, (vor 8405 Tagen) @ Jürgen

Courtecuisse & Duhem geben Boletus pulchrotinctus auch für Frankreich an,
und ich meine mich zu entsinnen, auch schon Fotos der Art von Alain
Estadès gesehen zu haben.
Grüße, Jürgen

Ja, Fotos hab ich auch ;=)
Aber im Ernst, gibts da Literaturstellen, weiß jemand näheres?

Grüße Rudi

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: pulchrotinctus

Jürgen, (vor 8405 Tagen) @ Rudi

auf Anhieb z. B.:

LAMBERT, M.: Un nouveau Bolet pour les Alpes Francaises du Nord - Boletus pulchrotinctus C.L. Alessio 1985. In: Bull. Trim. Fed. Mycol. Dauphiné-Savoie 106 (1987), S. 19.

Die Art wurde demnach bei Notre-Dame-de-Mésage im Dép. Isère unter Eichen auf Kalk in 400 m ü. NN gefunden (leg. Mottier, kein Funddatum angegeben). Auf weitere französische Funde von Bertéa in der Region Quissac (Gard) wird verwiesen.

Das Titelbild des Hefts zeigt eine sehr schöne, vom Verfasser fotografierte Aufsammlung.

Grüße, Jürgen