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Die Gattung Marasmius: Schwindlinge *PIC*

Kazuya, (vor 8407 Tagen)

hallihallo,

1) weiter geht’s mit der Gattung Marasmius, Schwindlinge. In diesem Beitrag sollen die restlichen Arten, die ich fotografisch zur Verfügung hab, besprochen werden.

2) Die Arten
Ich wollte hier noch mal auf den Efeu-Schwindling (Marasmius epiphylloides) zurückkommen, von dem ich nun ein aussagekräftigeres Bild angefertigt hab, wo besonders die Lamellen erkennbar sind:
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Ein sehr bekannter und auch häufiger Schwindling ist der Nelkenschwindling (Marasmius oreades). Manch einer hat das Glück und findet diesen Pilz auf der eigenen Wiese wieder. Der mittelgroße Schwindling bildet konvexe bis ausgebreitete Hüte (>30 mm), deren Oberfläche glatt und gelb- bis haselbraun gefärbt ist. Die starke Hygrophanität zeigt sich nach einer Regenschauer in einem konzentrischen, helleren Kreis sowie einer dunkleren Randzone, die in diesem Zustand gerieft bis fast gerippt ist. Die Lamellen sind weißlich bis creme und breit bis etwas aufsteigend angewachsen. Sie stehen relativ entfernt (ein gutes Erkennungsmerkmal). Der zylindrische Stiel ist knorpelig zäh und glatt. Die Oberfläche des gut 6 mm breiten Stieles ist hell- bis gelbbraun gefärbt. Der Nelkenschwindling bevorzugt lichte Wiesen oft innerhalb von Ortschaften, an Straßenrändern oder bei Gebüschen. Diese Art gibt als Mischpilz ein guter Speisepilz her.
Nelkenschwindling – MARASMIUS OREADES (Bolt.: Fr.) Fr.
[image]

Sehr viel kleiner als die vorherige Art ist der Niederliegende Schwindling (Marasmius recubans). Diese Art bildet Hüte von weniger als 10 mm Breite, gehört also zu den winzigen Schwindlingsarten, zu denen auch schon M. epiphylloides und M. graminum zählten. Der kleine, konvexe bis halbkugelige Hut ist weißlich bis cremefarben und bis zur Mitte schwach furchig. Bei längerem Liegenlassen färbt sich der Hut vom glatten bis etwas welligen Rand her gelblich. Die breit angewachsenen Lamellen sind weiß bis weißlich. Der zylindrische Stiel ist gegen die Spitze weißlich, zur Basis hin jedoch schwarzbraun bis dunkelbraun gefärbt. Mit einer guten Lupe ist die flaumige Oberfläche des Stiels deutlich erkennbar (sogar auf dem Foto zu sehen). Der Niederliegende Schwindling ist in der Laubschicht recht häufig, kann allerdings ebenso leicht übersehen werden. Er vergesellschaftet sich nach meinen Beobachtungen oft mit Mycena polyadelpha [(Lasch) Kühn.], wobei dieser durch den völlig weiß gefärbten Stiel und durch die oftmals rudimentär ausgebildeten Lamellen gut zu unterscheiden ist. Man findet ihn meist an den Blattstielen oder –nerven. Im Spätsommer und im Herbst dürfte man diese Art nach gezieltem Suchen an Buchen- oder Eichenblättern finden können.
Niederliegender Schwindling – MARASMIUS RECUBANS Quél.
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Der Halsbandschwindling (Marasmius rotula) dagegen ist etwas auffälliger, auch was die Merkmale angeht. Der Hut wird bis 15 mm breit und ist meist fallschirmartig geformt, d.h. +/- halbkugelig und stark radialfurchig. Im bräunlichen Zentrum des ansonsten weißlichen Hutes befindet sich meist eine kleine Vertiefung. Die Lamellen stehen recht weit entfernt und sind frei. Wie das? Hier sind die Lamellen nicht mit den freien Lamellen eines Wulstlings oder Champignons zu vergleichen. Sie sind durch einen Kollar („Halsband“) vom Stiel getrennt, d.h., sie enden in einem Kollar, der wiederum ringförmig den Stiel umgibt, ihn aber nicht berührt. Am Kollar sind die weißen Lamellen dann breit angewachsen. Der zylindrische Stiel hat ähnliche Farben wie bei der vorherigen Art. Die Spitze ist weißlich und je weiter es hinab geht, desto mehr schwarz kommt hinzu. Hier ist der Stiel nur nicht haarig-flaumig, sondern glatt. Der Halsbandschwindling ist ein typischer Saprophyt der Bodenschicht in Laubwäldern. Er besiedelt hauptsächlich abgestorbene Pflanzenreste, meist kleine Holzstücke.
Halsband-Schwindling – MARASMIUS ROTULA (Scob.: Fr.) Fr.
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3) Worterläuterungen

Hygrophanität = hygrophan, bedeutend für einen Farbwechsel in Abhängigkeit mit Feuchtigkeit. Bei feuchtem Wetter ist der Hut also dunkler gefärbt als bei trockener Witterung. Wenn der Hut nach Regengüssen dunkel gefärbt ist, so trocknet er (zumeist) von der Mitte her aus, wobei ein konzentrischer Ring entsteht, da sich im trockenen Zentrum ja bereits hellere Farben befinden, während der feuchte Rand immer noch dunkel ist.

rudimentär = Bezeichnung für unvollständig, schlecht ausgebildet oder kaum vorhanden. Wird häufig verwendet bei Lamellen (Marasmius, Mycena, Delicatula, Omphalina rickenii, Arrhenia usw.) oder bei einem Stiel (z.B. Melanotus, Arrhenia, Simocybe usw.). Bei ersterem sind die Lamellen nicht vollständig ausgebildet, d.h. man sieht häufig nur aderige Runzeln (vor allem bei Adermooslingen [Arrhenia]). Bei letzterem ist der Stiel meist seitlich angewachsen, wobei er hier meist recht kurz und daher „verkümmert“ erscheint. Aber Vorsicht: Zwergseitlinge (Resupinatus) und Stummelfüßchen (Crepidotus) bilden keine rudimentären Stiele, sie bilden überhaupt keine Stiele.

Kollar = Halsband, Bezeichnung für eine ringförmige Verdickung um den Stiel herum, in der die Lamellen enden und dort meist breit angewachsen sind. Man kann sie jedoch als „frei“ bezeichnen, da sie den Stiel nicht erreichen.

Saprophyt = Fäulnisbewohner

4) Statistiken

Taxonomie = Basidiomycetes (Ständerpilze) – Agaricales (Lamellenpilze) – Tricholomataceae (Ritterlingsartige)
Kennzeichen = kleine bis mittelgroße, meist recht zähe Arten, die nach längerer Trockenheit beim Anfeuchten wieder aufleben. Es handelt sich um Weißsporer. Wichtig zu beachten: Vorhandensein eines Kollars, Ausbildung von Lamellen (rudimentär oder nicht), Hutgröße, Standort.
Typusart = Marasmius rotula (Scob.: Fr.) Fr.
Verbreitete Arten = Marasmius androsaceus, bulliardii, epiphylloides, oreades, recubans, rotula, scorodonius, torquescens.
Artenzahl = 23
davon giftig = 0
davon essbar = 2

5) ...Fortsetzung folgt...

Beste Grüße,
Kazuya

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Marasmius rotula

Sabine aus Freiburg, (vor 8407 Tagen) @ Kazuya

Hi Kazuya,

vielen Dank, sehr schön :)

Was mich nun interessiert ist, ob ich meine Schwindlinge richtig bestimmt
habe, es gibt doch keine, die man mit den Halsbandschwindlingen
verwechseln kann, oder?

Hier sind meine:

http://nafoku.de/pilze/htm/mararotu.htm

Lieber Gruß
von Sabine

Der Halsbandschwindling (Marasmius rotula) dagegen ist etwas auffälliger,
auch was die Merkmale angeht. Der Hut wird bis 15 mm breit und ist meist
fallschirmartig geformt, d.h. +/- halbkugelig und stark radialfurchig. Im
bräunlichen Zentrum des ansonsten weißlichen Hutes befindet sich meist
eine kleine Vertiefung. Die Lamellen stehen recht weit entfernt und sind
frei. Wie das? Hier sind die Lamellen nicht mit den freien Lamellen eines
Wulstlings oder Champignons zu vergleichen. Sie sind durch einen Kollar
(?Halsband?) vom Stiel getrennt, d.h., sie enden in einem Kollar, der
wiederum ringförmig den Stiel umgibt, ihn aber nicht berührt. Am Kollar
sind die weißen Lamellen dann breit angewachsen. Der zylindrische Stiel
hat ähnliche Farben wie bei der vorherigen Art. Die Spitze ist weißlich
und je weiter es hinab geht, desto mehr schwarz kommt hinzu. Hier ist der
Stiel nur nicht haarig-flaumig, sondern glatt. Der Halsbandschwindling ist
ein typischer Saprophyt der Bodenschicht in Laubwäldern. Er besiedelt
hauptsächlich abgestorbene Pflanzenreste, meist kleine Holzstücke.
Halsband-Schwindling ? MARASMIUS ROTULA (Scob.: Fr.) Fr.

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Re: Marasmius rotula

Wolfgang P., (vor 8407 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hi Kazuya,
vielen Dank, sehr schön :)
Was mich nun interessiert ist, ob ich meine Schwindlinge richtig bestimmt
habe, es gibt doch keine, die man mit den Halsbandschwindlingen
verwechseln kann, oder?
Hier sind meine: http://nafoku.de/pilze/htm/mararotu.htm
Lieber Gruß
von Sabine

Hi Sabine,

Deine Pilze sehen von oben aus wie M. rotula, und da die Art sehr häufig ist, ist die Bestimmung sehr wahrscheinlich. Aber um letzte Zweifel auszuräumen, müsste man den Pilz von unten sehen.

Grüße,

Wolfgang

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Re: Marasmius rotula

Sabine aus Freiburg, (vor 8407 Tagen) @ Wolfgang P.

Hi Wolfgang,

Deine Pilze sehen von oben aus wie M. rotula, und da die Art sehr häufig ist,
ist die Bestimmung sehr wahrscheinlich. Aber um letzte Zweifel
auszuräumen, müsste man den Pilz von unten sehen.

Leider zu spät, um ihn von unten zu sehen,
das war letztes Jahr im Herbst :-\

Lieber Gruß
von Sabine

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Re: Marasmius rotula

Gerd-A, (vor 8407 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hi Sabine,

natürlich gibt es weitere Schwindlinge mit Kollar und damit auch Verwechslungsmöglichkeiten vom Halsband-Schwindling (Marasmius rotula).

Das Erste was mir einfällt ist das Käsepilchen (Marasmius bulliardii): Wächst auf Nadeln oder Blättern (Halsband-Schwindling fast immer auf toten Zweigen oder Wurzeln, selten auf Blättern) und ist kleiner als der Halsband-Schwindling.

Viele Grüße
Gerd

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Re: Marasmius rotula

Kazuya, (vor 8407 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

hallo Sabine,

der Pilz auf deinem Bild ist ganz sicher ein Halsbandschwindling. Es gibt insofern nur einen Doppelgänger: Das Käsepilzchen (M. bulliardi). Es hat jedoch weniger als 16 Lamellen unter dem Hut, der nur knapp 6 - 9 mm breit wird.

Gruß,
Kazuya

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Re: Marasmius rotula

Sabine aus Freiburg, (vor 8403 Tagen) @ Kazuya

Hallo Kazuya,

der Pilz auf deinem Bild ist ganz sicher ein Halsbandschwindling. Es gibt
insofern nur einen Doppelgänger: Das Käsepilzchen (M. bulliardi). Es hat
jedoch weniger als 16 Lamellen unter dem Hut, der nur knapp 6 - 9 mm breit
wird.

Danke für die Info! :-)