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Phaelepiota aurea, Glimmerschüppling

Markus_S, (vor 8406 Tagen)

Hallo zusammen

Ich habe mal gelernt, dass der Glimmerschüppling kein Speisepilz sei.
Nun habe ich in verschiedenen Büchern (z.T. auch neuere) gesehen, dass Phaelepiota aurea als Speisepilz aufgeführt wird.

- Wie verhaltet ihr euch mit diesem Pilz?
- Welche "Wirkstoffe" sind im Pilz enthalten?
- Hat jemand konkrete Hinweise zu Unverträglichkeiten/Vergiftungen mit dem Glimmerschüppling.
- Warum wird dieser Pilz heute auf der Pilzkontrolle nicht mehr freigegeben?
- Ist es nur zum Schutz dieses wunderschönen Pilzes oder ist er wirklich verdächtig?

Danke allen für fachliche Hinweise und eine angeregte Diskussion.

Wünsche allen ein schönes Weekend und sende Grüsse ins weite Land
Markus_S

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Re: Phaelepiota aurea - Blausäure!

Georg, (vor 8406 Tagen) @ Markus_S

Hi Markus,

Phaeolepiota aurea wird seit einiger Zeit als bedenklich eingestuft.
Gründe sind mehrere Berichte aus Nordamerika über Vergiftungen mit diesem
Pilz. Es kam meist zu einem, wenn auch schwachen gastrointestinalen Syndrom.
Aus Europa gibt es wegen der Seltenheit des Glimmerschüpplings keine solchen
Vorfälle.
Als Grund wird der hohe Gehalt an Blausäure vermutet, der bis zu 500mg/kg betragen
kann, ein sehr hoher Wert, wenn man bedenkt, dass die tödliche Dosis bei 50mg
liegt.
Auch wenn durch das Zubereiten der Pilze ein Großteil der Blausäure
entweichen sollte, ist dennoch eine schwache Vergiftung nicht
auszuschließen.

Weitere Infos:

http://www.mushroomthejournal.com/bestof/Paureatext.html

Georg

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ich hab mal.....

Christoph G, (vor 8406 Tagen) @ Markus_S

... zu meinen Anfangszeiten, als wir P. aurea in großen Mengen bei uns am Bodensee gefunden haben, auch den Büchern vertraut und ihn zusammen mit Freunden in einem Pilzgericht verspeist, ohne Folgen für irgendjemand. hat ganz gut geschmeckt soweit ich mich erinnern kann. allerdings würd ich ihn heute auf Grund seiner Schönheit stehen lassen, auch wenn er hier im bodenseegebiet und wohl auch in der angrenzenden schweiz nicht gerade selten zu sein scheint und ja auch keine gefährdeten Biotope besiedelt.

Gruß Christoph

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Weitere Blausäure-Pilze

Harald Andres Schmid, (vor 8406 Tagen) @ Markus_S

hallo,
Die Blausäure schützt die Pilze vor Schneckenfrass.
Es sind meines Wissens (evtl. unvollständig) bei den Speisepilzen:

-Gebuckelter Trichterling (Clitocybe gibba)
-Feldschwindling (Marasmius oreades)
-Mönchskopf (Clitocybe geotropa)
-Kaffeebrauner Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis)

die ebenfalls tüchtige Mengen dieses Schneckengifts enthalten.
Nur werden sie deshalb nicht gleich als giftig verschrien.
Das Gift wird offensichtlich beim Kochen zerstört.
Es ist noch nicht abschliessend bewiesen, woher die gemeldeten Unverträglichkeitsreaktionen beim Glimmerschüppling kommen.
Es wird z.T. auch angenommen, dass er sehr schwer aufliegt, aufgrund seines festen, unverdaulichen Fleisches.
Gruss, Harald Andres