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Rätselpilz - neue Theorie *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 8388 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
ich will hier keinen running gag unterbringen, auch wenn es mal wieder um das Pilzchen geht, welches mir seit einem guten Jahr Sorgen macht. Nicht, daß ich deswegen nicht mehr ruhig schlafen könnte (kann ich sowieso nicht), aber die Art fruktifiziert ungehemmt vor meiner Haustür und erinnert mich regelmäßig daran, bestimmt werden zu wollen.
Und zwar: Nov.02 (5), Dez.02 (4), Jan.03 (3) Feb.03 (3), Oktober 03 (1), 5.11.03 (3), 10.11.03 (3). Immer im Moos, im Umkreis kein Baum, nur Ligusterhecke.
Mein Erstgedanke war eine Omphalina. Ein passender Ellerling wollte sich nicht finden. Rötling war auch nicht (tropfenförmige Sporen, kein rosa Pulver).
Hier noch ganz junge Exemplare. Noch nicht tief genabelt und dunkler, Hutrand etwas eingebogen. Heller als Hut und Stiel die dicklichen Lamellen (zunächst weißlich, später bräunlich). Mit Phantasie ist die am Grunde kräuselige Querverbundenheit erkennbar.

[image]

Hier ein älteres Modell. Trichterig und heller, feine dunklere Schüppchen (können auch noch deutlicher sein).

[image]

Jetzt habe ich eine neue Theorie: Feinschuppiger Trichterling (C. squamulosa). Die Beschreibungen in greifbarer Literatur widersprechen sich manchmal gegenseitig, aber im Extrakt könnten die Merkmale schon zutreffen. In M/H/K fand sich der Hinweis auf die Queradrigkeit und auch als Standort wird der Art nicht nur Nadelwald, sondern auch Moos zugebilligt. Auch der weiße Filz an der Stielbasis stimmt. Außerdem wird von blaßgelbem Sporenpulver berichtet. Wenn dem so ist, muß es extrem blaß sein. Ich habe dem letzten Schub (Miniausgaben mit 1 cm Durchmesser, Maximum ist um die 5) nicht genug für eine dickere Schicht entlocken können. Mag also weiß oder hellstgelblich sein.
Was nun aber gar nicht passen will, ist die Erscheinungszeit. Ausnahmen gibt es ja immer wieder, aber mein Pilz beginnt sein Wachstum, wenn er es lt. Literatur zu beenden hätte.
Spräche für den Winter-Trichterling, aber der sieht wohl anders aus. Was haltet ihr von meiner Theorie?
Ob ich lieber auf der Wiese ein paar Büsche pflanze? Dann wäre das Problem gelöst.
Beste Grüße! pm.

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Re: Rätselpilz - neue Theorie

Andreas ⌂, (vor 8388 Tagen) @ pilzmel

Hallo pilzmel,

mit Trichterling liegst Du bestimmt richtig, das war auch mein Gedanke früher schon. Nachdem die Sporen glatt und tropfenförmig sind, bleibt außer Omphalina nix anderes übrig und Nabelinge in diesen Farben werden nicht so groß (max. 1-1,5 cm).
An CLitocybe squamulosa glaube ich allerdings nicht ganz, er hat auch nicht so deutliche Schuppen wie dieser haben müßte. Aber die Richtung stimmt vermutlich. Vom Anschauen her würde ich ihn aufgrund der eher graubraunen als rotbraunen Hutfärbung zunächst mal als Clitocybe trulliformis ansprechen. Dieser soll allerdings frisch mehlig-gurkig riechen, zumindest wenn man ihn zerdrückt.
Ist allerdings nur ein Arbeitstitel, keine Artbestimmung!!

Beste Grüße,
Andreas

Hallo Pilzfreunde,
ich will hier keinen running gag unterbringen, auch wenn es mal wieder um das
Pilzchen geht, welches mir seit einem guten Jahr Sorgen macht. Nicht, daß
ich deswegen nicht mehr ruhig schlafen könnte (kann ich sowieso nicht),
aber die Art fruktifiziert ungehemmt vor meiner Haustür und erinnert mich
regelmäßig daran, bestimmt werden zu wollen.
Und zwar: Nov.02 (5), Dez.02 (4), Jan.03 (3) Feb.03 (3), Oktober 03 (1),
5.11.03 (3), 10.11.03 (3). Immer im Moos, im Umkreis kein Baum, nur
Ligusterhecke.
Mein Erstgedanke war eine Omphalina. Ein passender Ellerling wollte sich
nicht finden. Rötling war auch nicht (tropfenförmige Sporen, kein rosa
Pulver).
Hier noch ganz junge Exemplare. Noch nicht tief genabelt und dunkler, Hutrand
etwas eingebogen. Heller als Hut und Stiel die dicklichen Lamellen
(zunächst weißlich, später bräunlich). Mit Phantasie ist die am Grunde
kräuselige Querverbundenheit erkennbar.

Hier ein älteres Modell. Trichterig und heller, feine dunklere Schüppchen
(können auch noch deutlicher sein).

Jetzt habe ich eine neue Theorie: Feinschuppiger Trichterling ( C.
squamulosa ). Die Beschreibungen in greifbarer Literatur widersprechen
sich manchmal gegenseitig, aber im Extrakt könnten die Merkmale schon
zutreffen. In M/H/K fand sich der Hinweis auf die Queradrigkeit und auch
als Standort wird der Art nicht nur Nadelwald, sondern auch Moos
zugebilligt. Auch der weiße Filz an der Stielbasis stimmt. Außerdem wird
von blaßgelbem Sporenpulver berichtet. Wenn dem so ist, muß es extrem blaß
sein. Ich habe dem letzten Schub (Miniausgaben mit 1 cm Durchmesser,
Maximum ist um die 5) nicht genug für eine dickere Schicht entlocken
können. Mag also weiß oder hellstgelblich sein.
Was nun aber gar nicht passen will, ist die Erscheinungszeit. Ausnahmen gibt
es ja immer wieder, aber mein Pilz beginnt sein Wachstum, wenn er es lt.
Literatur zu beenden hätte.
Spräche für den Winter-Trichterling, aber der sieht wohl anders aus. Was
haltet ihr von meiner Theorie?
Ob ich lieber auf der Wiese ein paar Büsche pflanze? Dann wäre das Problem
gelöst.
Beste Grüße! pm.

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Re: Rätselpilz - neue Theorie

Markus Wilhelm ⌂, (vor 8388 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzmel,

ich hätte da noch eine Idee: kläre, ob die Sporen amyloid sind, vielleicht ist es eine Pseudoomphalina (kalchbrenneri)

alles Gute, Markus

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Re: Rätselpilz - neue Theorie

pilzmel ⌂, (vor 8387 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas!
Erstmal Danke. Es gibt übrigens Schnallen und die Sporen nicht nicht amyloid (Melzer-Test - +g+). Das spricht jedenfalls nicht gegen Clitocybe. Mit Gerüchen ist das so eine Sache. Ich meine, es ist ganz einfach "Pilz".
Ein Knäuel habe ich nicht entwirren können: Cl. trulliformis, trullaeformis, squamulosoides. Viel findet man dazu nicht. Auch nichts rechtes zur Escheinungszeit - besonders die macht mich doch stutzig!
Über jeden weiteren Hinweis immer erfreut!
Beste Grüße! pm.

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Re: Rätselpilz - neue Theorie

pilzmel ⌂, (vor 8387 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus!
Zunächst Danke! Sporen sind nicht amyloid. Damit kommt Pseudoomphalina kalchbrenneri wohl nicht ins Spiel, auch wenn ich den Namen richtig toll finde.
Was aber, zum Kuckuck, gedeiht über den Winter? Ich bin schon halb verzweifelt...
Beste Grüße! pm.

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Re: Rätselpilz - neue Theorie

Andreas ⌂, (vor 8387 Tagen) @ pilzmel

Bei Pseudoomphalina ist es oft nicht einfach, die Amyloidität zu sehen, weil die Sporenwand sehr dünn ist. Falls Du mal ein oder zwie halbwegs große Hüte hast,die Du zum Aussporen bewegen kannst, dann flute mal einen ganzen Sporenhaufen mit Melzers und beurteile die Reaktion makroskopisch. Pseudoomphalina pachyphylla hat so wenig amyloide Sporen, dass sich die Mykologen streiten, ob es eine Pseudoomphalina oder eine Clitocybe ist .... .

Ansonsten nochmals das Angebot, ein Exsikkat zu untersuchen (falls Du hast).

Beste Grüße,
Andreas

Hallo Markus!
Zunächst Danke! Sporen sind nicht amyloid. Damit kommt Pseudoomphalina
kalchbrenneri wohl nicht ins Spiel, auch wenn ich den Namen richtig toll
finde.
Was aber, zum Kuckuck, gedeiht über den Winter? Ich bin schon halb
verzweifelt...
Beste Grüße! pm.

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Aha

pilzmel ⌂, (vor 8387 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
wieder was gelernt. Zwei, drei Sporen waren nicht grade der Haufen. Also nochmals alle Richtungen offen. Nun würde ich dir gerne für gelegentliche Beschau die Kollektion schicken, weil ich ohnehin nicht mehr weiterweiß. Kann ich die Brieftaubenkoordinaten noch mal bekommen - verbaselt. Danke!
Beste Grüße! pm.